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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben danach
BeitragVerfasst: 29. Okt 2020, 09:34 

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Hallo Peter, habe schon oft deine Beiträge hier im Forum gelesen. Weil ich dachte, du bist "jenseits " der Depressionen, wollte ich aber nicht schreiben, sondern hab dich als Mutmacher gelesen. Ich habe chronische Depressionen, gerade eine akute Phase.von Musik verstehe ich nicht so viel, aber ich heule auch meistens bei Opern. Kein Besuch in der Oper ohne Tempo.
Manchmal stelle ich mir mein Leben "nach der Depression " vor, einfach die sein, die ich bin. Gelingt gerade mal wieder nicht so gut.
Je länger man mit Depressionen zu tun hat, desto schwieriger erscheint es mir, sich wieder zusammen zu setzen. Aber eigentlich bin ich ein steh auf Frauchen.
Du schreibst von den Menschen, die wir verloren haben. Ja, der November ist auch für mich so ein Monat, in dem sich viele Verluste bei mir jähren. Mein Vater, meine Mutter, meine Schwiegermutter. Am 31.ist ja "Samhain", heute als Halloween verhunzt.
Ich stelle dann immer Wein, Brot und Salz unter einem alten Baum in meinem Garten und zünde über Nacht Kerzen für die Verstorbenen an. Dann bin ich Ihnen nah und ehre sie.
Ich bin auch immer in Kontakt mit den Verstorbenen, da ich glaube, dass wir sie immer noch erreichen können. Aber, das ist natürlich bei jedem anders.
Mich tröstet es, obwohl ich nicht religiös im klassischen Sinne bin.
Liebe Grüße Mongolin


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben danach
BeitragVerfasst: 29. Okt 2020, 19:04 

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Hallo
Zuerst möchte ich mich für eure Antworten bedanken.
Meine schlechte Stimmung kommt vermutlich von meinen Verlustängsten. Morgen habe ich, nach drei Wochen, den ersten Termin bei der Thera. Danach kommen noch drei Termine, dann ist meine Therapie beendet.
Meine Thera ist der festen Überzeugung, das ich keine Therapie mehr benötige, und ich glaube ihr, aber wer macht das meinem Unterbewusstsein klar? Ich stehe wieder zwischen meinem gesunden und meinem gestörten Ich, und kann mich nicht entscheiden, wem ich glauben soll. Mein Verstand sagt mir, ich soll der Thera glauben. Jetzt muss ich das nur noch in meinem Gehirn verankern, und das ist nicht so einfach, wie ich dachte. Ich habe einfach Angst, wieder in eine Episode zu rutschen.

Alles Gute und Schöne Peter

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Ich wollte nie erwachsen sein, hab immer mich zur Wehr gesetzt. Von außen wurd ich hart wie Stein, und doch hat man mich oft verletzt (Nessaja P. Maffay=


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben danach
BeitragVerfasst: 29. Okt 2020, 21:02 

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Hallo Peter,

das mit der Verlustangst, wenn die Therapie demnächst endet, kann ich gut nachvollziehen.
Ich gehe aber davon aus, dass deine Therapeutin dich darauf vorbereitet (hat) und du über diese Ängste
mit ihr sprechen kannst.
Du vertraust ihr, wenn sie sagt, dass du keine Therapie mehr brauchst, dann musst du jetzt nur noch dir selbst vertrauen, dass du das schaffen kannst.
Ganz ohne Unterstützung bist du ja auch weiterhin nicht, aber natürlich ist das jetzt trotzdem ein großer Schritt.
Vielleicht hilft es dir ja, wenn du dich immer wieder daran erinnerst, was du alles in der Vergangenheit schon geschafft hast und dass du es dir wert bist, gut für dich zu sorgen (und natürlich für Chilly).
Alles Gute für dich und für die Gespräche mit deiner Therapeutin und die Kraft, dann die nächsten Schritte ohne sie zu gehen.

LG, Meridian


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben danach
BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 21:07 

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Peter1 hat geschrieben:
Hallo
Mein Verstand sagt mir, ich soll der Thera glauben. Jetzt muss ich das nur noch in meinem Gehirn verankern, und das ist nicht so einfach, wie ich dachte. I
Alles Gute und Schöne Peter


Hallo und guten Abend Peter,

Du musst dich nicht entscheiden, was du glauben sollst.
Du kannst loslassen. Lass deine kreisenden Gedanken los.
Loszulassen bedeutet nicht, sie loszuwerden.
Loslassen bedeutet, dass man etwas sein lässt.

Höre auf dein Herz und vertraue deinem Herzen, denn im Herzen wohnen Wissen und Zuversicht, die der Verstand nicht kennt.

LG Jupiter
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Wahrlich, keiner ist weise, der nicht die Dunkelheit kennt. - Hermann Hesse

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Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Rainer Maria Rilke


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben danach
BeitragVerfasst: 31. Okt 2020, 11:54 

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Hallo
Meridian und Jupiter, ihr habt beide recht. Meine Thera hat mir gestern einen neuen Therapeuten zur Seite gestellt, mich selbst. Sie ging mitten in der Stunde aus dem Zimmer, und kam mit einem Stuhl zurück, auf den ich mich dann setzte. Sie meinte, das jetzt ich der Therapeut wäre. Sie wissen genau, was zu tun ist, sagen sie jetzt dem Patienten, was er tun soll. Alle meine Ratschläge fanden ihre Zustimmung. „Höre auf zu kämpfen, sondern akzeptiere die Depression, als Teil von dir“. Du brauchst mehr soziale Kontakte“. (in Zeiten von Corona schwierig.) „Vermeide Stress.“ usw. Ich musste ihr wieder einmal recht geben. Ich weiß alles, was ich machen muss, warum tue ich es dann nicht? Ich habe gestern einen Küchenstuhl ins Wohnzimmer, neben meinen Schreibtisch gestellt, und so blöd, wie sich das anhört, der fiktive Therapeut hat mir geholfen. Jetzt, nach dem Gespräch, mit der Thera geht es mir auch wieder besser, denn sie hat mir die Angst vor dem Ende der Therapie genommen. Ich habe mal wieder bemerkt, welchen Einfluss diese Frau auf mich haben kann, wenn ich es zulasse.

Alles Gute und Schöne Peter

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben danach
BeitragVerfasst: 31. Okt 2020, 20:22 

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Peter1 hat geschrieben:
Hallo
"Sie wissen genau, was zu tun ist, sagen sie jetzt dem Patienten, was er tun soll. Alle meine Ratschläge fanden ihre Zustimmung. „Höre auf zu kämpfen, sondern akzeptiere die Depression, als Teil von dir“. Du brauchst mehr soziale Kontakte“. (in Zeiten von Corona schwierig.) „Vermeide Stress.“ usw. Ich musste ihr wieder einmal recht geben. Ich weiß alles, was ich machen muss, warum tue ich es dann nicht? Ich habe gestern einen Küchenstuhl ins Wohnzimmer, neben meinen Schreibtisch gestellt, und so blöd, wie sich das anhört, der fiktive Therapeut hat mir geholfen. Jetzt, nach dem Gespräch, mit der Thera geht es mir auch wieder besser, denn sie hat mir die Angst vor dem Ende der Therapie genommen. Ich habe mal wieder bemerkt, welchen Einfluss diese Frau auf mich haben kann, wenn ich es zulasse.
Alles Gute und Schöne Peter

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Hallo Peter,
Aus der Ferne freue ich mich mit dir darüber, dass dein Besuch bei der Therapeutin so gut gelaufen ist.

Deine Zeilen, die du hier geschrieben hast, klingen nach Zufriedenheit und Entspannung.
Vertiefe dieses Gefühl und bewahre es dir in deinem Herzen.

Dein Vertrauen in das Loslassen und deine Unbeschwertheit wird langsam zunehmen, bis sie ganz in dein deinem Herzen fest zu Hause sind.

Und wenn du es schaffst freundliche Menschen kennenzulernen, mit denen du nette Gespräche führen und zusammen lachen kannst, mit denen du dich über „Gott und die Welt“ austauschen kannst, mit denen du zusammen Musik hören, kochen und essen kannst...... .
Ich bin sicher, dass sich dann dein Leben wieder bereichern wird.
Ich wünsche es dir von Herzen.

LG und einen schönen Sonntag
Jupiter

„Wenn wir teilen, verdoppeln wir unser Glück“ (Tibet)

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aber versuchen will ich ihn.
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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben danach
BeitragVerfasst: 4. Nov 2020, 13:09 

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Hallo
Jupiter schreibt genau das, was meine Betreuerinnen und die Thera sagen. Ich stehe leider immer noch im Kampfmodus, habe noch nicht verinnerlicht, das Akzeptanz der bessere Weg ist. Rational weiß ich es, aber unterbewusst versuche ich immer noch, ohne Depression zu leben. Ein Wunsch, der nie in Erfüllung gehen wird. An der Akzeptanz arbeite ich mit meinem neuen Therapeuten jeden Tag, und ich werde auch diesen Schritt noch schaffen. Es ist alles nur eine Frage der Zeit. Ich habe nur den Fehler, das ich zu ungeduldig bin, ich will immer Alles auf ein mal.
Mit meinem Erzeuger habe ich das Akzeptieren ja auch geschafft. Wenn er mich jetzt, in meinen Gedanken besucht, sitzt er auf meiner linken Schulter, labert mir den Kopf voll, und ich denke mir nur, „Leck mich doch“ Irgendwann verschwindet er dann von selbst, weil ich ihm keine Beachtung schenke. Warum klappt das nicht bei anderen Sachen ?

Alles Gute und Schöne peter
Ps. Jupiter, vielen Dank für deine guten Wünsche.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben danach
BeitragVerfasst: 6. Nov 2020, 20:21 

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Hallo
Wie ich gestern schon geschrieben habe, arbeite ich daran, gelegentliche Rückschläge nicht mehr zu bekämpfen, sondern aus zu sitzen. Meine Ungeduld ist zwar dagegen, aber mal schauen, wer stärker ist, die Ungeduld, oder mein Wille wenigstens zeitweise ein Leben zu haben, mit Freude, und Spaß daran, auf der Welt zu sein.
Ich war jetzt 6 Monate ohne Depressionen. In den letzten drei Monaten des Jahres kamen sonst immer die Episoden, außer im letzten Jahr, aber das habe ich vermutlich meiner Thera zu verdanken. Ich war immer noch in dem Glauben, das ich die Störung ganz los werde,habe mich aber zu früh gefreut. Jetzt muss ich damit leben, das ich ab und zu für ein paar Stunden, oder auch Tage depressiv bin. Allerdings muss ich noch lernen, das zu akzeptieren, und nicht dagegen an zu kämpfen. Bis jetzt habe ich immer versucht, sobald die Traurigkeit auftauchte, sie aus meinen Gedanken zu verbannen. Jetzt werde ich versuchen, die Zeit einfach ab zu sitzen. Hoffentlich schaffe ich es.

Alles Gute und Schöne peter

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Leben danach
BeitragVerfasst: 6. Nov 2020, 22:47 

Registriert: 19. Nov 2019, 20:06
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Hallo Peter,
Mit meiner thera in der Klinik hab ich herausgearbeitet gewisse Dinge anzunehmen wie z.b. meine Rückenschmerzen die nur durch eine sehr schwere OP vielleicht besser werden , oder die fehlende Liebe meiner Eltern in der Kindheit und auch meine Depressionen. Sie anzunehmen als ein Teil von mir und nicht dagegen anzukämpfen. Ich muss diesen Teil an mir nicht lieben aber es ist vergeudete Kraft und Zeit gegen das anzukämpfen. Ich bin noch nicht vollkommen am Ziel mit der Annahme, aber es geht mir besser seitdem ich dies für mich definiert habe.
LG Claudia

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LG Claudia


 
 
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