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BeitragVerfasst: 8. Okt 2020, 20:28 

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Früher hat mich das nicht so gestört, waren vielleicht 1-3 Tage im Monat aber im Moment wird eine Depressionsphase leider immer mehr zum Regelzustand.

Zu den ganzen üblichen Depressionssymptomen (Antriebs- und Energielosigkeit, Anhedonie, Schlafstörung) kommt noch hinzu:

Ich kann mich auf absolut nichts konzentrieren, bei nichts dabeibleiben, bin total unruhig , unzufrieden und nervös, komm in keinen Gedankenfluss, weil ich von einem Gedanken zum anderen komme.
Aufmerksamkeitsspanne <1 Minute.


Ich versuche dann etwas zu tun, aber es frustriert oder langweilt mich und ich bin total abgelenkt, dann versuche ich nach 5-15min das nächste.

- Küche putzen, ne klappt nicht so wirklich
- einen Film anschauen, so langweilig, abgebrochen
- versuchen, spazierengehen, aber bald kehr ich schon wieder um
- ein Computerspiel nach kurzer Zeit, abgebrochen, zu langweilig
- aufräumen, ich komme nicht voran, weiss nach 1min nichtmehr wo ich etwas hingeräumt habe
usw.


Dann gebe ich es irgendwann auf und schreibe den Tag ab....ausser ziellos im Internet surfen
und Musik hören ist einfach nichts drin und das auch sehr konfus, ich wechsle ständing die Lieder und Tabs.
Dann ist es einfach nur ein Warten auf das Ende des Tages und hoffen dass es am nächsten Tage besser ist (leider immer seltener)


Was kann man da machen? Mediation und Entspannungsübungen haben bisher nichts gebracht, Konzentrationsübungen sind selbst in "guten" Phasen eine extreme Quälerei, ich seh noch keine Fortschritte, bringen sie auf Dauer etwas?


 
 
BeitragVerfasst: 8. Okt 2020, 21:07 

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Hallo Hobbes, also was Du da beschreibst kommt mir ziemlich bekannt vor. Deshalb, tut es mir sehr leid.

Ich bin derzeit noch in Psychotherapie. Ich habe viel gelernt. Naja, die bereits von Dir erwähnten Maßnahmen zeigen schon in die richtige Richtung. Ich bin da sehr konsequent und mache die Meditationen regelmäßig, wie Zähne putzen. Auch den Ausdauersport. Malen nach Zahlen.

Mir geht es deshalb nicht wirklich besser. Eher sehr ambivalent. In letzter Zeit geht es mir schlechter als ich es jemals erlebt habe.

Aber ich hoffe das ich auf lange Sicht davon profitiere.

Die Psychologin meint ich muss sehr diszipliniert sein und immer üben.

Ja, ich denke mein Fazit, ist nur meine Theorie, es geht um ein Leben mit der Krankheit.

Ich fahre noch mit dem Auto zur Arbeit. Das ist für mich eine große Herausforderung. Der Arbeitsweg beträgt 1h Fahrt. Manchmal, eher auf dem Rückwege kann ich die Konzentration nur unter Anstrengung halten.

Ich kann Dir insoweit nur das sagen, was ich so versuche.

Ich wünsche Dir auf alle Fälle alles Gute und bleib dran.

Liebe Grüße


 
 
BeitragVerfasst: 8. Okt 2020, 21:25 

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Wie lange machst du diese Übungen schon, regelmässig?

Ich bin da leider nicht diszipliniert, damit es etwas bringt, muss man es bestimmt jeden Tag machen. (Zähneputzen mache ich immerhin jeden Tag 2x ;) )

Bei den Konzentrationsübungen komm ich mir immer vor wie ein Altzheimer oder zumindest ADAHS Patient.... warum bin ich so schlecht und warum raucht mir selbst bei einfachen Übugen der Kopf, kriege regelrecht Kopfschmerzen :roll:

Autofahren kann ich problemlos, da hab ich zumindest bei kurzen bis mittleren Stecken keine Konzentrationsprobleme. Finde Autofahren allerdings sehr stressig weil ich nicht so gut fahren kann.


 
 
BeitragVerfasst: 8. Okt 2020, 21:37 

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Ich bin normalerweise eine recht gewissenhafte Person. Derzeit bin ich sowas von schusselig, vergesslich und unkonzentriert. Ich vertauschen Urzeiten, Termine, steh an der Kasse weiß die Pin plötzlich nicht mehr...und leider ist das völlig normal in der Depression. Manchmal muss ich mich einfach mal hinsetzen, tief durchatmen und bissl zählen...dann sortiert sich manches wieder...geht halt schlecht an der Kasse.


 
 
BeitragVerfasst: 13. Okt 2020, 09:35 

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Hallo Hobbes,

ich könnte auch immer mehrere Dinge gleichzeitig und doch nichts wirklich machen...
Da ist leider "Ablenkung" das A und O... jedoch tickt da jeder anders.

Mir hilft lesen, damit ich die Umgebungsgeräusche ausblenden kann brauche ich noch Musik über Kopfhörer.

Ansonsten kann ich mich den anderen Schreibern nur anschließen, du musst solche Dinge üben.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Geduld und Stärke!
Du wirst für dich was finden und nutzen!!!

Liebe Grüße

TheTower

_________________
Vieles, was uns Kummer bereitet, entsteht dadurch, dass wir Dinge anders haben wollen, als sie sind. *Dalai Lama

Ich glaube, es dauert eine Zeit, bis man lernt, entspannt zu sein … es ist wie mit Muskeln, die man
trainieren muss… *Dalai Lama


 
 
BeitragVerfasst: 13. Okt 2020, 22:03 

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Hallo Hobbes,

leider kenne ich auch solche extremen Konzentrationsstörungen und wenns mir mal wieder schlechter geht, weil ich Schmerzen habe, ertappe ich mich auch, nicht mehr aufnahmefähig zu sein. Und das merke ich dann auch, wenn mir mein P. was sagen will und mir das eigentlich alles zuviel ist.

Mache aber auch schon sehr lange täglich meine Übungen und bin auch diszipliniert, dennoch gibt es mal bessere, aber auch wieder schlechtere Tage.

Du kannst nur weiter dran bleiben an deinen Übungen. Für mich ist es wichtig, aus jedem neuen Tag das Beste draus zu machen. Läuft ein Tag mal nicht so gut, mache ich am nächsten Tag weiter mit meiner Tagesstruktur und freue mich trotzdem über meine Fortschritte.

Z. B., ich gehe eine kleine Runde spazieren, sage ich mir, besser eine kleine, als keine.
Auch Musikhören ist für mich ein Ziel, wenn garnichts anderes geht.
Oder im Forum schreiben bzw. Tagebuch schreiben, sind für mich kleine, aber umsetzbare Ziele.
Auch wenn ich nicht gesund bin, versuche ich mit meiner Krankheit umzugehen so gut es geht und bin zufrieden. Ohne meine Tagesstruktur würde es mir wahrscheinlich noch schlechter gehen.
Und das ich alle Möglichkeiten genutzt habe/nutze, die mir geboten wurden, die hilfreich sein können.

Liebe Grüße und weiterhin alles Gute und auch Kraft für dich,
Katerle


Zuletzt geändert von Katerle am 14. Okt 2020, 07:12, insgesamt 1-mal geändert.

 
 
BeitragVerfasst: 13. Okt 2020, 23:12 

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Hallo zusammen,

solche Konzentrationsprobleme und Schusseligkeit kenne ich auch. War früher gar nicht so. Mittlerweile habe ich mich dran gewöhnt, dass ich mich auf mein Gedächtnis nicht mehr gut verlassen kann.

IEMFF hat geschrieben:
Der Arbeitsweg beträgt 1h Fahrt. Manchmal, eher auf dem Rückwege kann ich die Konzentration nur unter Anstrengung halten.

Hast du denn nicht die Möglichkeit anders auf die Arbeit zu kommen, mit den Öffentlichen oder ner Fahrgemeinschaft oder so? Oder hilft es dir, wenn du zwischendrin/vor der Rückfahrt mal paar Minuten Pause machst und döst? So unkonzentriert zu fahren ist ja nicht witzig... bei uns gabs erst neulich nen sehr schweren Unfall mit zwei Fahrzeugen, weil eins plötzlich in den Gegenverkehr rübergezogen ist. Meinen Schwager, der danach kam, hats auch noch erwischt. Ihm ist Gott sei Dank nichts passiert, den anderen schon. Muss ja nicht sein, dass dir das auch mal passiert.

Liebe Grüße,
DieNeue


 
 
BeitragVerfasst: 14. Okt 2020, 15:52 

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Hallo "DieNeue",

ja, dein Hinweis auf die Gefahr, welche besteht, wenn ich unachtsam mich mit dem Auto bewege ist mir bewusst.

Ich bin über 5 Jahre mit ÖNV gefahren. Mit Hilfe meiner Psychotherapeutin habe ich es endlich wieder geschafft, mich hinter das Steuer zu setzen. Die Gründe sind multikausal.


Ergänzend muss ich dazu sagen, dass ich in Absprache mit meinem Chef jederzeit Heimarbeit machen darf.

Liebe "DieNeue", ich kann Deine Ängste verstehen. Wenn Du Fragen zum Background frag mich einfach.

Viele liebe Grüße!


 
 
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 12:23 

Registriert: 20. Okt 2020, 07:49
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Guten Tag Hobbes,
ich kann das ganz gut nachvollziehen...ich kann mich auch oftmals kaum konzentrieren, ob auf der Arbeit, beim Studium, beim Haushalt etc. und habe dann immer ein schlechtes Gewissen, dass ich nichts leiste und unproduktiv bin. Wenn man einfach auf nichts Lust hat und sich zu nichts so wirklich aufraffen kann, ist das wirklich belastend.
Mein Tipp wäre, dass du einfach beim nächsten Mal nicht alleine spazieren gehst, sondern dich verabredest, damit erzeugst du eine Hemmschwelle, wieder umzudrehen. So könntest du vielleicht alle paar Tage eine andere Unternehmung mit jemandem gemeinsam planen und dadurch bist du dann wieder positiver gestimmt und kannst dich sicherlich auf Aufgaben alleine (z.B. putzen) konzentrieren und motivieren. Ich weiß, man hat oft keine Lust auf Gesellschaft, aber ich selbst zwinge mich auch dazu und im nachhinein muss ich immer feststellen, dass es mir gut tut. Du schaffst das auch!
Liebe Grüße
mausi


 
 
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