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 Betreff des Beitrags: Bin neu hier und suche Anschluss...
BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 10:48 
 
Moin und ein Hallo an alle hier im Forum,

ich bin neu hier, habe schon einige Beiträge gelesen und habe erkannt, hier kann ich mich wohlfühlen. Deshalb möchte ich mich euch vorstellen.

Ich bin 57 Jahr alt, verheiratet und habe in den vergangenen sechs Jahren mehrfach depressive Episoden durchgemacht, meist mittelgradig. Psychotherapie, Aufenthalt in einer ambulanten Therapie mit anschließender IRENA habe ich hinter mir. Inzwischen bin ich, auch auf Grund anderer Miterkrankungen, verrentet.

Ich bin nicht der Typ "Selbsthilfegruppe", nicht falsch verstehen, diese helfen bestimmt. Aber da die Treffen fast ausschließlich abends stattfinden (zumindest in dem Umkreis, in dem ich wohne) kommt eine Teilnahme für mich nicht in Frage, da ich einerseits kontaktscheu bin und andererseits eben abends (schon gar nicht alleine im Dunkeln) aus dem Haus gehe.
Somit hoffe ich, hier Antworten auf Fragen zu erhalten und den Kontakt zur Außenwelt auf diesem Wege aufrecht zu erhalten. Wenn möglich möchte ich auch anderen Betroffenen mit meinen Erfahrungen zur Seite stehen, wenn gewünscht.

Also, ich freue mich sehr, hier unter Menschen zu sein, die meine Probleme und Sorgen verstehen können. Ich gehe zwar offen mit meinem "Problem" um, dennoch kann man nicht immer den "normalen" Menschen alles verständlich machen und sich mit ihnen austauschen, wenn keine gemeinsame Basis vorhanden ist.

So, das war´s erst einmal, habe schon viel für meine Verhältnisse geschrieben. Ich grüße euch ganz herzlich und freue mich, hier im Forum zu sein. Bis bald

Elbkind


 
 
BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 12:53 

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Beiträge: 9294
 
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Hallo Elbkind,

herzlich Willkommen im Forum.
Ja Selbsthilfegruppen können ganz hilfreich sein. Vielleicht könnetst du ja eine SHG finden, die am Tag stattfindet. Kann dich gut verstehen, abends im Dunkeln bin ich auch nicht gern allein unterwegs...
Unsere Gruppe ist vormittags und das passt mir ganz gut.

Wünsche dir weiterhin einen guten Austausch hier.

Alles Gute für dich
Katerle


 
 
BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 16:46 

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Hallo Elbkind,auch von mir ein herzliches Willkommen.
Ich wünsche Dir,dass Du hier Threads findest,wo Du Dich einbringen kannst,oder selbst ein
Thema einbringst,da meldet sich immer jemand,wir kennen Alle die Problematik......

Seit Corona,spärlicher Austausch schreib ich hier wieder mehr,hab auch Pausen.

Mir hat es sehr geholfen,weil wir hier die selbe Sprache haben,uns nicht verstellen müssen
und bei aller Verschiedenheit verstanden werden.Die Krankheit hat viele Gesichter.

Ich bin chron,erkrankt, 65 Jahre alt und schon 20Jahre in Pension.Hab schon einige,Depressionsgruppen in Köln besucht,verstehe aber sehr gut,dass dies abends keine Option für Dich ist...obwohl,den Meisten geht es abends besser,mir z.B.fehlt es an Antrieb,ich
bin gern zu Hause,neige dazu ,mich zu isolieren....Gruppen,auch Chor e.c.t sind für mich
sehr gut,wenn ich eine Mitfahrgelegenheit habe,dann kann ich mich auch nicht drücken...
Selbsthilfegruppen sind leider 25Km entfernt und in meinem Dorf wüßte ich nicht wie ohne Auto da abends hinzukommen wäre....hat mir immer gut getan,Hab Freundschaften ,die heute noch halten.Vielleicht wäre es für Dich eine Möglichkeit,mal nachzufragen,ob in der Gruppe Jemand aus Deiner Nähe ist.
Der Zufall kommt oft zu Hilfe,wenn man sich auf den Weg macht,oder Dein Mann Dich mal
begleitet,meist dauert es nur 1-2 Stunden,da könntest Du mal testen,ob es überhaupt was für Dich ist......Aber hier bist Du auf jeden Fall richtig,wünsche Dir einen guten Austausch,malu

_________________
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,der uns beglückt und der uns hilft zu leben.


 
 
BeitragVerfasst: 15. Okt 2020, 09:20 
 
Hallo Katerle, hallo malu,

vielen Dank für eure Antworten.

@Katerle: Grundsätzlich finde ich Selbsthilfegruppen gut, aber ich bin leider wegen meiner psychischen Erkrankung "Menschenscheu" geworden, was zum einen aus meiner Vergangenheit (Kindheit) und später, während meiner Berufstätigkeit, aus meinen an mich selbst gestellten Erwartungen und den, den andere an mich hatten, herrührt. Aber du hast Recht, wenn es mir wieder besser geht, nehme ich (vielleicht) noch einmal einen Anlauf. Hab vielen Dank für deine Antwort.

@malu: Auch dir danke für deine Antwort. Ja, ich weiß, das sich "Mitreißenlassen" ist eine sehr hilfreiche Methode. Aber mir war es auch schon in der REHA nicht gelungen, eine (vorsichtig gesagt) feste Bekanntschaft zu Mitleidenden aufzubauen. Ich hatte mich immer sehr zurückgezogen, da ich Angst hatte, wieder in alte Muster zu verfallen. Darin spielt meine Art, für andere da zu sein, eine entscheidende Rolle. Seit meiner Kindheit war ich für alle anderen in der Familie da, immer präsent, habe nicht an mich gedacht. Für mich war diese Situation "normal", ich wurde gebraucht ud habe nicht gemerkt, das ich selber aber nie Rückhalt der Anderen erfahren habe. Erst 2015, als ich zum ersten Mal einen "Warnschuss" meiner Seele bekommen habe und ich von meinem Hausarzt sofort AU gemeldet wurde, fing ich an, über mein Leben, die Vergangenheit und über mich richtig nachzudenken, wobei die Traurigkeit und das nicht-verstehen-können, warum es so gekommen ist, mein weiteres Leben bis heute stark beeinflussen.

Auch die Phasen die du beschriebst (Antriebslosigkeit, Isolation ect.) beherrschten mein Denken und mein Leben, und auch das meines Mannes, der mir aber immer zur Seite steht.

Als letze Konsequenz habe ich die EM-Rente beantragt und nach einigen Begutachtungen bewilligt bekommen. Heute geht es mir recht gut, aber ich werde nicht mehr die alte, immer positiv denkende Person werden.

Mein altes Leben habe ich hinter mir gelassen, mein neues, mit der Akzeptanz meiner Erkrankung, begann vor einem Jahr nach dem Eintritt in die Rentenphase. Und das war für mich mit das Beste, was mir passieren konnte.

So, nun, wo ich euch geantwortet habe, geht es mir besser und ich werde dieses Forum weiter erkunden und mich beteiliegen.

Vielen Dank euch beiden, bis bald und liebe Grüße
Elbklind


 
 
BeitragVerfasst: 15. Okt 2020, 12:46 

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@ Elbkind

Verstehe dich. Auch bei mir hatte sich im Laufe der Zeit eine Angst vor Menschen entwickelt aufgrund von schlimmen Erfahrungen seit meiner frühen Kindeheit, was sich später dann weiter fortgesetzt hatte. Und auch ich hatte den Gedanken, mich einer Gruppe anzuschließen und brauchte drei Anläufe, um mich zu überwinden dort reinzugehen. Aber ich wurde sehr nett aufgenommen von den anderen und somit hatte ich auch ein gutes Gefühl. Inzwischen sind es bereits 11 Jahre, die ich dabei bin. Im Sommer bin ich zwar nicht sooft dort, weil ich mich ungern der Hitze in der Mittagssonne aussetzen möchte, weil ich einen weiteren Weg zurückzulegen habe. Aber ab und zu bin ich im Sommer dort und jetzt im Herbst und Winter bzw. Frühling wieder öfter, wenn ich nicht gerade auf meinen Enkel aufpasse, falls ich mal wieder gebraucht werde von meinen Kindern.

Wünsche dir ganz viel Mut, dich zu überwinden und vor allem Kraft
LG Katerle


 
 
BeitragVerfasst: 15. Okt 2020, 15:14 

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Beiträge: 2177
 
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Hallo Elbkind und die anderen,

ich (weiblich und auch in den 50ern) habe von vornherein trotz Krankheit kein Problem, abends und auch im Dunkeln unterwegs zu sein, auch alleine.
War sogar in diesem Jahr in einer lauen Sommernacht mal unfreiwillig stromern, was mir ganz gut getan hatte. Das haben die anderen eher nicht verstanden, weil Frau gehört ja nachts nach Hause ;)
Aber ich bin da nicht unbedingt typisch.
An diesem Tag hatte ich leider erst morgens Zugang zur Wohnung, Schlüssel verbummelt, aber Jacke und etwas Geld dabei....

Ich bin in einer netten Frauen-Selbsthilfegruppe der benachbarten Metropolstadt, Fahrzeit mit den Öffis ungefähr eine Stunde. Ich komme da normalerweise eher selten hin, weil sich der Termin überschneidet mit der Öffnungszeit der Lebensmittelausgabe der Tafel, wo ich normalerweise immer hin gehe. Diesen Sommer war das anders.

Am Anfang der Corona-Lockdown-Zeit haben die Frauen sich immer virtuell getroffen. Leider ist das so, dass mein alter Rumpel-Laptop das nicht mehr mit macht, der hat sich da immer runter gefahren und ich musste den dann neu starten. Bisher hat sich das hier nicht geändert, auch wegen unverändertem Sozialhilfebezug. Das PC-Problem hatte ich sowohl beim Anbieter der Website, wo die SHG sich trifft als auch beim Skype, sobald jemand ein Bild mit übertragen wollte.

Im Sommer waren die Mädels oft spazieren statt sitzen beim Gruppentreffen, wegen der geringeren Ansteckungswahrscheinlichkeit im Freien. Dann waren wir paarmal in einem Raum. Jetzt schnellen die Infiziertenzahlen wieder so sehr hoch (roter Bereich), dass es sehr bald wieder Maßnahmen geben wird. Fragt sich nur welche, und ob man sich überhaupt physisch treffen darf, oder soll. Denn die Allgemeinverfügung sieht nur Leute bis zu .. Personen aus max. 2 Hausständen vor.

Wir werden sehen.

Gruß Gertrud


 
 
BeitragVerfasst: 16. Okt 2020, 09:44 
 
Hallo Ihr lieben,

vielen Dank für eure lieben Worte, die geben mir Mut und Zuversicht, vor allem aber die Erkenntniss, dass ich nicht alleine bin und mir zugehört wird, danke.

Ab und an treffe ich mich tagsüber auch mit meinen Freundinnen (die, denen ich wirklich alles sagen kann). Dann quatschen wir über alles möglich. Und auch über mich und mein Befinden, denn denen habe ich von Anfang an alles sagen können über meine Lage. Damit geht es mir gut, und niemand ist sauer, wenn ich mal keine Lust habe.

Jetzt im Herbst habe ich mich zu einem Kurs (10 Abende) für Autogenes Training angemeldet. Mal sehen, wir mir das Gefällt. Ist zum Glück nicht weit weg geht etwa 11/2 Std. und ich komme gut mit dem Auto dorthin

Also, bleibt gesund und bis bald

LG Elbkind


 
 
BeitragVerfasst: 16. Okt 2020, 14:12 

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Hallo Elbkind,das liest sich gut,mit dem Kurs.Drücke fest die Daumen,dass
uns Corona keinen Strich dadurch macht.

Mein Kurs ist im November,leider 20km hin,20zurück,mit Fahrrad/Bus/Bahn.
Bin jetzt seit März nur mit Rad unterwegs...wird schwierig für mich werden,
wenn überhaupt.....ich übe dort 4xam Smartphon,brauch ich dringend,bin ein Banause....

Was Du über das Helfen,von Kindheit an schreibst,kenn ich auch.Mir wurde klar,dass ich immer glaubte,
sonst sei ich Nichts wert.....ohne das würde ich keine Freunde haben,mußte mir Liebe,Feundschaft
verdienen....Hilfe erfragen ,annehmen,unmöglich......man hätte mir gerne geholfen,wurde mir
in meiner letzten VT-Therapie,als ältere Frau ,erst richtig klar.Wenig Selbstvertrauen,entsprechend
auch Anderen nicht richtig vertráuen zu können,war und ist bist heute meine schwere Lernaufgabe.

Hilfe annehmen geht schon,wenn auch aus dem Hilfesystem(Ergo,Pflegehife,Grad 1)

Freunde habe ich,aber darunter sind immer noch sogenannte"Sauger" und ich biete mich immer
noch an.Es wird schon besser und wenn es kein Geben und Nehmen werden kann,hab ich mich
auch distanziert,gar getrennt.....Hab festgestellt,es sind nicht die bösen Anderen,sondern ich stell
mich zur Verfügung und hatte bisher auch was davon.Langfristig bin ich aber krank und leer geworden.

Heute suche ich mir Leute,mit denen auch gelacht und was Schönes gemacht wird.Meistens geht es
mir dann hinterher gut...aber nicht immer,Kontakte bleiben eine Herausforderung.
Ich fühle mich zwar schonmal einsam,es ist auch schön machen zu können,was ich will,ohne Konflikte,so gesehen bin ich gerne allein,langweilig wird,s mir selten.....
Liebe Grüße ,allen ein schönes Wochenende malu

_________________
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,der uns beglückt und der uns hilft zu leben.


 
 
BeitragVerfasst: 16. Okt 2020, 16:41 

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Hallo Elbkind,

drück dir die Daumen für den Kurs.


 
 
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