Notfallnummern
 

Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten   
 Betreff des Beitrags: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 09:55 

Registriert: 4. Jan 2019, 06:17
Beiträge: 27
 
Offline Profil
Hallo Zusammen,

seit Beginn der Krise hat sich ja für uns alle viel verändert....
Bis vor kurzem war ich damit auch relativ entspannt.
Wir waren sogar noch im Urlaub und alles war toll.
Das tat mir auch richtig gut; mir ging es danach deutlich besser.

Aber seitdem die Zahlen jetzt wieder so in die Höhe schießen, bekommen ich totale Panik....Ich wohne mitten in NRW und muss mit der Bahn zur Arbeit; heißt hier ist es natürlich auch noch besonders schlimm.
Und plötzlich macht mich die ganze Situation total fertig...diese Einschränkungen und das man eigentlich kein normales Leben mehr hat..
Ich weiß, dass das alles wichtig ist und ich halte mich auch dran, aber es ist sehr schwer....
Und die Angst, dass das Leben vielleicht nie wieder ,,normal'' wird wird auch immer größer.

Jetzt hat sich auch noch heute morgen meine Kollegin krank gemeldet (sie hat wohl Fieber)...ich hatte auch noch engeren Kontakt zu ihr..
Jetzt sitz ich hier und könnte komplett heulen, weil ich genau weiß, dass ich dann in Quarantäne müsste und dann die Panik, was ist wenn ich mich angesteckt habe?!
Ich weiß, dass aktuell eh Erkältungszeit ist und das auch nur ne einfache Erkältung sein kann, aber mein Kopf sieht direkt schwarz.....

Ich komme aus dieser schlimmen Gedankenspirale einfach nicht raus...


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 10:44 
 
Hallo Krümel25,

ja, ich kann dich total verstehen. Ich muss zwar nicht mehr arbeiten und wohne auf dem Land, aber auch ich schotte mich sehr nach Außen hin ab. Einkäufe erledigt weitestgehend mein Mann alleine, ich traue mich selten in den Supermarkt.

Grundsätzlich kann ich ich gut mit den Einschränkungen leben, denn sie sind notwendig, aber somit wird mir mein ohnehin schon seltener sozialer Kontakt nach draußen auch noch sehr eingeschränkt. Ich weiß nicht, wie es den ganzen Winter über werden soll.

Ich wünsche dir von Herzen, dass deine Panik nicht zu groß wird und du es weitestgehend schaffst, deinen Alltag zu meistern. Drücke dir ganz fest die Daumen, liebe Grüße


Elbkind


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 10:54 

Registriert: 20. Okt 2020, 19:24
Beiträge: 9
 
Offline Profil
Hey Krümel,

ich kann in sofern nachvollziehen was du meinst, als dass meine Mutter als Hochrisikopatient ähnlich fühlt. Die zermatert sich so sehr das Hirn, das grenzt an Panik und ein wenig Paranoia möchte ich fast sagen. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ihr hilft das meistens, sich mit mir zu unterhalten, weil ich doch sehr pragmatisch bin und nie mit hohen Emotionen auf Situationen reagiere. Dadurch entspannt sie sich oftmals.
Hast du so eine Person vielleicht im direkten Umfeld? Oder auch hier? Ich glaube, das ist wichtig.

Meine Depression findet diese Isolation ganz schön spitze. Ich geh eh ungerne raus und muss mich schon zwingen, Leute zu treffen. Mir ist klar, dass das Krankheitsbild wiedergespiegelt wird. Je weniger ich raus muss, desto wohler fühle ich mich. Und bin auch nie einsam, obwohl ich alleine lebe.

Aber ich wollte die Unterhaltung nicht auf mich lenken :)

Als letztes vielleicht noch ein kleiner Tipp, der mir immer hilft, wenn ich emotional am explodieren bin. Das kommt nämlcih auch vor, allerdings unter anderen Voraussetzungen :D
Ich habe Meditation bzw. Autogenes Training entdeckt. Und ich bin jetzt wirklich nicht der esoterische Klangschalentyp. Aber alleine die Konzentration auf deinen Körper und deine Atmung können deine Gedankenspirale mit etwas übung dämpfen und dich aus der Panik rausholen.
War nur so eine Idee :)

Ganz liebe Grüße

Helen in the Tardis

_________________
Well, I love what he´s done with the place

- Richie Tozier, Loser´s Club


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 11:14 

Registriert: 17. Mai 2020, 04:49
Beiträge: 132
 
Offline Profil
Hallo Krümel,

ich kann deine Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. Mir geht es grad sehr ähnlich, mir macht die ganze Situation große Sorgen. Was mir (neben der Meditation) gut hilft aus der Grübelspirale zu kommen, ist die Natur. Ich schnappe mir gerne ein Tier (Hund oder Pferd) und dann ab in die Natur. Da muss ich mich dann auf andere Sachen konzentrieren, das tut mir gut. Vielleicht wäre das auch was für dich. Oder mal wieder ein Puzzle machen oder sowas?

Bezüglich deiner Kollegin bleibt dir ja leider nur abwarten. Ich drücke die Daumen, dass es einfach nur eine Erkältung ist. Und dass du es solange schaffst, dich vielleicht etwas abzulenken.

Liebe Grüße und alles Gute!


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 11:54 

Registriert: 20. Okt 2020, 07:49
Beiträge: 47
 
Offline Profil
Liebes Krümel,

deine Angst und die Unsicherheit kann ich sehr gut nachvollziehen. So geht es derzeit vielen Menschen. Ich habe auch Angst in Quarantäne zu müssen, da ich zwei Wochen in vier Wänden nicht aushalten kann. Das schlimmste ist tatsächlich, dass man nicht weiß, wie lange dieser Zustand noch anhalten wird. Man wird auch total wahnsinnig mit den Medien und dass man sich auf nichts mehr verlassen kann, weil am nächsten Tag wieder alles anders ist. Ich empfehle dir, viel Zeit in der Natur zu verbringen, da man dort wenig von dem ganzen mitbekommt (da ist die Welt noch in Ordnung). Versuch dich dabei auch auf die Natur zu konzentrieren, z.B. das Vögelgezwitscher, wie dich die Sonnenstrahlen berühren und dich wärmen oder beobachte die Wolken. Hauptsache du kommst aus dem Grübeln. Ich wünsche dir viel Kraft und dass das bald ein Ende hat.
Liebe Grüße
mausi


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 12:50 

Registriert: 4. Jan 2019, 06:17
Beiträge: 27
 
Offline Profil
Helen in the Tardis hat geschrieben:
Ihr hilft das meistens, sich mit mir zu unterhalten, weil ich doch sehr pragmatisch bin und nie mit hohen Emotionen auf Situationen reagiere. Dadurch entspannt sie sich oftmals.
Hast du so eine Person vielleicht im direkten Umfeld? Oder auch hier? Ich glaube, das ist wichtig.


Gott sei dank hab ich noch meinen Verlobten, der solche Dinge auch immer sehr pragmatisch sieht.
Leider bringt mir das überhaupt nichts, da ich mich dann noch weniger verstanden fühle und es mir danach immer noch schlechter geht...

Und ja man weiß halt wirklich nicht wie lange das noch geht und was noch alles passiert....und das macht mir verdamm Angst...

Außerdem habe ich mir noch das Sprunggelenk verletzt, wodurch laufen zur Zeit schwer ist....
Und das Wetter macht es leider auch nicht besser....


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 13:55 

Registriert: 16. Mai 2016, 21:12
Beiträge: 3588
 
Offline Profil
Hallo Krümel,

ich kann dich gut verstehen. Hab es im Sommer noch einigermaßen gut weggesteckt, aber jetzt mit den Zahlen, die so hochgeschnellt sind, und auch dass man jetzt mehr drinnen sitzt, wo man sich leichter anstecken kann, macht es mir wieder mehr Angst. Das macht halt alles komplizierter, bei allem, was man tut, muss man aufpassen.
Auch dass sich so viele gegen die Maßnahmen auflehnen (in manchen Fällen ja auch berechtigt, in anderen halt die ganzen Coronaleugner) und es nicht mehr so ernstgenommen wird, beschäftigt mich grade ziemlich. Ich als Kranke weiß halt, wie es ist schwerkrank zu sein, und manche Gesunde in meinem Umfeld gehen damit so naiv um oder regen sich bei anderen auf, dass sie die Regeln nicht einhalten, machen aber selber auch Sachen, die genauso verantwortungslos sind. Das widerspricht sich alles so und ich weiß im Moment nicht, wie ich damit umgehen soll.

Hab mich gestern mit meiner Freundin getroffen, haben uns schon ein dreiviertel Jahr nicht mehr gesehen. Sie sieht das alles eher locker und hat mich gefragt, wie ich auf Dauer damit umgehen will. Corona wird noch lange bleiben und ich kann mich ja schlecht die nächsten Monate oder Jahre komplett einigeln. Tja, ich weiß auch nicht, wie ich das machen soll...
Ich will nicht krank werden und auch nicht, dass andere, wie meine Eltern, krank werden, weil ich einfach weiß, wie beschissen das ist. Deshalb schränke ich mich selber sehr ein. Ich schränke mich im Prinzip selber ein, damit ich nicht irgendwann noch mehr eingeschränkt bin. Und andere leben fast normal weiter. Ich habe das Gefühl, es entsteht ein tiefer Graben zwischen den anderen und mir und ich fühle mich immer wieder ausgeschlossen. Auf der anderen Seite will ich auch nicht paranoid werden und komme mir schon blöd vor, wenn ich meinen Einkaufswagen desinfiziere und die anderen Leute an mir vorbei einfach so ins Geschäft marschieren.

Dass du mit den Öffentlichen zur Arbeit musst, ist blöd, da hätte ich auch voll Angst. Und so ne permanente Angst und Wachsamkeit zehrt an den Nerven. Wenn du nicht die Sprunggelenksverletzung hättest, hätte ich dich gefragt, ob ihr die Möglichkeit hättet, euch ein zusätzliches Auto zuzulegen, reicht ja ein kleines billiges. Dann könntest du zumindest ohne Kontakt zu anderen zur Arbeit fahren.
Mit deiner Kollegin muss man leider "einfach" abwarten und das ist ätzend. Ich hoffe für sie und dich, dass sie nichts hat.
Aber vielleicht hilft es dir, mehr auf deinen Gesundheitszustand zu schauen als auf den deiner Kollegin. Im Moment hast du keine Symptome. Das ist ja schon mal gut! Klar, es könnte noch kommen, aber die meisten kriegen von ner Infektion ja nicht mal was mit. Wenn du in Quarantäne musst, und nichts davon spürst, ist das nach zwei Wochen wieder vorbei.

Ansonsten versuche ich auch, draußen was zu machen. Hab heute Rasen gemäht und Unkraut gerupft. Das entspannt immer ein bisschen.

Ich wünsche dir, dass du bald wieder ruhiger wirst und die Angst wieder verschwindet.

Liebe Grüße,
DieNeue


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 15:38 

Registriert: 4. Jan 2019, 06:17
Beiträge: 27
 
Offline Profil
Das ist auch etwas was mich beschäftigt: ich verstehe nicht warum Menschen sind wie sie sind...diese Verschwörungen und Aggressionen bzw dieses Leugnen und hamstern.....das macht mich fertig....
Ich bin halt auch noch Risikopatient bzw anfälliger mit meinem Asthma; das macht es dann auch nicht besser...

Ich weiß, dass uns das noch lange beschäftigen wird und ich hab keine Ahnung wie ich damit umgehen soll....

Ich habe tatsächlich ein Auto; arbeite aber in ner Großstadt mitten im Zentrum und wir haben keinen Parkplatz in der Firma. Ich würde also mit das dreifache zahlen müssen was ich jetzt für mein Ticket zahle und auch zeitlich macht das keinen Sinn....

Wir mussten nach unserem Urlaub nur für 3 Tage in Quarantäne...das war schon der Horror; keine Ahnung wie man das 14 Tage aushalten soll....


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 18:36 

Registriert: 1. Okt 2020, 09:44
Beiträge: 174
 
Offline Profil
Hallo ihr Lieben,
Ich kann eure Sorgen wegen corona gut nachvollziehen. Ich selbst bin auch vorsichtig, aber relativ entspannt.
Bei all den Sorgen, möchte ich nur zu Bedenken geben, dass es uns relativ gut geht.
Meine Sicht hat sich relativiert, weil ich Freunde auf Bali habe
Die Menschen leben dort vielfach vom Tourismus, der seit März am Boden liegt. Aber dort gibt es keine Hilfe, kein soziales Netz.
Meine Freundin mit Familie, 3 Kindern, lebt seit Monaten im Wesentlichen von dem Geld, das ich ihr überweisen kann.
Versteht das nicht falsch, aber jammern wir nicht auf hohem Niveau?
Nur mal so als Denkanstoß. Vielleicht sollten wir dankbarer sein, für das was wir haben?


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 18:41 

Registriert: 20. Okt 2020, 19:24
Beiträge: 9
 
Offline Profil
Hey Mongolin,

das sehe ich absolut genauso. Ich bin sehr froh, dass ich mich hier befinde. Als chronisch kranke möchte ich das Gesundheitssystem hier nicht missen. Kurzarbeit war total kacke, aber zumindest gibt es die Möglichkeit!

_________________
Well, I love what he´s done with the place

- Richie Tozier, Loser´s Club


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 23:34 

Registriert: 16. Sep 2016, 10:44
Beiträge: 204
 
Offline Profil
Hallo,
natürlich geht es Menschen in vielen Ländern schlechter als bei uns.
Aber - ich nehme das sehr ernst, wenn die Menschen hier vor Ort Angst haben und
nicht wissen, wie sie mit dieser Zeit umgehen können.
Ich finde es immer schwierig, auf andere Länder zu verweisen, denn die Angst hier ist ja auch real.
Es fühlt sich für mich auch wie ein "Totschlagargument" an, das ich auch schon oft gehört habe: anderen geht es viel schlechter als dir. Und es macht mir ein schlechtes Gewissen, weil auch bei mir die Angst da ist.
Lore


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 22. Okt 2020, 07:39 

Registriert: 1. Okt 2020, 09:44
Beiträge: 174
 
Offline Profil
Hallo, nein mein Verweis auf andere, soll kein Totschlagargument sein. Das habe ich so nicht gemeint. Und klar machen die steigenden Zahlen hier zu Recht Sorgen.
Ich glaube halt, es ist auch etwas anderes, wenn man konkrete Menschen im anderen Ländern kennt und Kontakt mit ihnen hat.
Und wenn meine balinesische Freundin mir schreibt, dass sie noch umgerechnet 12 € für den Rest des Monats hat, ist das schon eine andere Sache, jedenfalls für mich.
Ich wollte auch nur sagen, dass wir trotz corona vielleicht ein Stück dankbar sein sollten, für das was wir haben. Mir tut das auf jeden Fall gut.


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Corona und die plötzliche Angst
BeitragVerfasst: 22. Okt 2020, 08:55 

Registriert: 20. Okt 2020, 19:24
Beiträge: 9
 
Offline Profil
Ich wollte damit auch nicht rigoros irgendwelche Sorgen hier abtun, keineswegs. Nur weil es uns hier besser geht, heißt es ja nicht direkt, dass man darauf nicht emotional reagieren darf. Ich wollte damit niemandem zu nahe treten. Das ist eine schwierige Zeit, als Risikopatient bin ich auch relativ angespannt, wenn ich mich unter Menschen begeben muss.
Man darf aber auch nicht vergessen, dass gerade solche Gedanken der Dankbarkeit häufig als therapeutischer Ansatz verwendet werden. Mir hilft das auch sehr.

_________________
Well, I love what he´s done with the place

- Richie Tozier, Loser´s Club


 
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten   


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie dürfen keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group - Theme created StylerBB.net - Deutsche Übersetzung durch phpBB.de