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 Betreff des Beitrags: Angst nie wieder Leben zu können
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 16:36 

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Hallo,
Ich habe ein Forum gesucht, indem ich meine Gedanken los werden kann, da es leider in meinem „realen“ Leben schwer möglich ist.
Nach mehreren Traumata werde ich nun öfters von depressiven Episoden geplagt, die auch ganz plötzlich wieder verschwinden können.
Mich quält das sehr, weil in diesen Episoden haut es mich komplett in eine dunkle Welt voller Zweifel die keiner nachvollziehen kann. Mein Leben scheint für Andere sehr perfekt zu sein.
Ich weiß in diesen Episoden nicht mehr, wozu ich das alles mache. Gedanken daran, wie schön doch alles ist und das ja alles wieder vorbei geht hilft mir nur bedingt.
Ich bin nicht medikamentös eingestellt und habe dies auch nicht vor.

Ich möchte vielleicht merken, dass es auch noch andere Menschen gibt, die diese „dunkle Seite“ auch an sich haben und einem Mut machen können.
Danke


 
 
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 20:26 

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Liebe/ lieber Frances,
Du bist ganz bestimmt nicht allein mit solchen Gedanken . Trauma klingt schlimm.
Hast du bereits therapeutische Hilfe?

Wenn du magst kannst du mehr über deine Situation hier schreiben .
LG Mongolin


 
 
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 22:26 

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Hallo Mongolin,
Ja ich erhalte therapeutische Hilfe. Habe eine erfolgreiche Traumatherapie auch hinter mir. Da ich aber Mehrfaches erlebt habe, kann man schon überhaupt nicht mehr zuordnen woher welche Verhaltensweisen kommen.
Ich fühle mich manchmal der „Erwachsenenwelt“ gar nicht gewachsen und das mit 29.
Es ist einfach so anstrengend zu leben.


 
 
BeitragVerfasst: 22. Okt 2020, 06:35 

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Guten Tag Frances,
bei mir ist es ebenfalls so, dass jeder denkt, ich führe ein perfektes Leben, bin immer gut drauf und hab keinerlei Probleme. Diesen Schein nach außen zu wahren, bzw. zu wissen, dass keiner merkt, wie es in einem eigentlich aussieht ist schon belastend. Auf der anderen Seite, möchte ich aber auch niemanden damit belasten, oder dass mich jemand anders (vorsichtiger) behandelt.
In akuten Phasen, kann ich mich auch nicht aufraffen und "an was schönes denken" oder aus dem Tief rausholen. Musik hilft mir zwar, aber an manchen Tagen hoffe ich einfach, dass es nach dem Schlafen am nächsten Tag einfach wieder besser ist.
Ich wünsche dir viel Kraft und dass du einen Weg findest, mit deinen Traumata umzugehen.
Liebe Grüße
mausi


 
 
BeitragVerfasst: 22. Okt 2020, 07:24 

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Liebe Frances,
Ja, das mit dem " perfekten " Leben nach außen, kenne ich auch. Das habe ich lange Jahre auch gespielt. Und sicher geht es mir von außen betrachtet auch gut. Aber , das ist nicht das Entscheidende. Ich hab dann festgestellt, dass es ganz vielen Menschen so geht, dass sie ihre Schwächen nicht zeigen wollen. Und auch sogenannte Gesunde spielen oft heile Welt, obwohl es innen ganz anders aussieht.
Gibt es nicht doch Menschen in deinem Umfeld, denen du dich öffnen kannst? Freundin, Freund? Es kann gut sein, dass du auf großes Verständnis triffst.
Nur Mut.
Für mich ist es entlastend, seitdem ich offen mit meiner Erkrankung umgehe, was nicht heißt, dass ich das nun jedem erzähle . Aber das Verstecken war für mich irgendwann zusätzlich belastend. Klar, habe ich dadurch auch Menschen verloren, denen ich zu anstrengend war , aber damit kann ich mittlerweile auch leben und es zum Teil auch verstehen.
Leider krieg ich das hier mit dem Zitieren nicht hin. Aber du schreibst, dass du nicht weißt, welche Verhaltensweisen von welchem Trauma herrühren?
Ist das denn überhaupt wichtig zu wissen?
Bitte nicht missverstehen, ich finde es toll, dass du deine Traumata aufarbeitet. Aber, du bist du. Deine Verletzungen gehören ein Stück zu dir.
Es ist aus meiner Sicht, irgendwann müßig nach dem Warum zu fragen. Wichtiger finde ich es, nach dem Wie zu fragen. Wie kann ich jetzt gut für mich sorgen.
Und Mitgefühl für dich selbst haben. Nicht Mitleid, dass impliziert noch mal leiden. Mitgefühl für sich selbst bedeutet für mich, liebevoll auf sich zu schauen. Du hast schweres erlebt, du hast dich damit auseinandergesetzt. Das ist sehr viel. Ist es da nicht verständlich, dass nun auch depressive Phasen auftreten können.
Wie würdest du auf eine gute Freundin reagieren, die in deiner Situation wäre? Wahrscheinlich hättest du mehr Verständnis und Mitgefühl für sie als momentan für dich selbst.
Puh, ich hoffe, ich habe dich nicht zu sehr vollgetextet.
Was in einer depressiven Phase hilft? Dazu schreiben hier viele Menschen. Ich selbst finde es auch schwierig aus einer depressiven Phase raus zu kommen. Hab da auch wenig Ideen bzw. Viele, aber kann die, wenn ich richtig unten bin, nur schwer umsetzen.
Der 1. Schritt für mich war die Akzeptanz meiner Situation. Jetzt bemüh ich mich um Hilfe. Konnte ich lange nicht. Mir, wie vielen anderen, hilft es in der Natur zu sein.
Sei ganz lieb gegrüßt. Mongolin


 
 
BeitragVerfasst: 26. Okt 2020, 21:23 

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Hallo Frances, wie geht es dir? Oder vielleicht hast du das Forum ja auch verlassen.


 
 
BeitragVerfasst: 26. Okt 2020, 21:37 

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Danke Mausi! Anscheinend gibt es wirklich noch mehr dehnen es so geht wie mir. Denkt man gar nicht, wenn man so in die Gesellschaft schaut. Es lässt einen finde ich aber anders auf die Menschen schauen. Vielleicht wachsamer, ohne dabei ins Helfersyndrom zu fallen.
Auch ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und schöne Momente in deinem Leben.


 
 
BeitragVerfasst: 26. Okt 2020, 21:54 

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Hallo Mongolin. Entschuldige bitte mein spätes antworten. Hatte Nachtdienst und bin da selten zu etwas in der Lage :)
Meinem Mann konnte ich bzw musste ich mich öffnen. Wir sind zusammen gekommen als ich 16 war und auf ihn kann man sich sehr verlassen. Aber er versteht mich sehr selten. Kann diese manchmal grundlosen Tiefs nicht nachvollziehen. Ein „los, lass uns was schönes machen“ scheint für ihn ein Allheilmittel zu sein. Natürlich ist er enttäuscht, wenn es nicht so klappt.
Meine beste Freundin weiß es auch. Sie ist genauso wie ich im Krankenhaus tätig und müsste sich daher ja auskennen. Aber auch sie kann natürlich manche Stimmungen kaum nachvollziehen. Sie besitzt aber zum Glück die Gabe, mir das Gefühl zu geben ein ganz besonderer Mensch zu sein.
Mein Mann ist kommunikativ nicht der Stärkste, aber das versuche ich mit etwas Emphatie zu kompensieren.

Mir ist es sehr wichtig zu wissen woher meine Verhaltensweisen kommen, weil ich ja selber merke das diese nicht normal sind und ich das endlich hinter mir lassen möchte.

Leider habe sehr schlechte Angewohnheiten, mit einer schweren Phase umzugehen. Meine Motivation Alternativen zu finden ist leider nicht vorhanden. Das macht mir zusätzlich zu schaffen.

Ich bin an einem Punkt, wo ich gerne neu anfangen würde. Dies ist so schwer möglich, da ich so viele Altlasten besitze.
Da bin ich wieder an dem Punkt, wo die depressiven Phasen mich zweifeln lassen das überhaupt noch zu schaffen oder ob ich lieber aufgeben sollte.

Keine Angst du textest mich nicht zu ;)

Wünsche dir einen schönen Abend.


 
 
BeitragVerfasst: 27. Okt 2020, 09:49 

Registriert: 1. Okt 2020, 09:44
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Liebe Frances, schön, dass du dich gemeldet hast. Wann und ob du antwortest, ist deine Sache, dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen!
Mich hatte deine Schilderung nur berührt und ich war im positiven Sinne interessiert, wie es dir geht.
Mein Mann hatte auch immer den Vorschlag, mach was schönes. Das hat mich in depressiven Phasen oft zusätzlich gestresst. Und ich habe ihn auch oft "enttäuscht ". Mittlerweile versteht er, dass ich oft einfach nicht kann, nachdem ich ihm erklärt habe,dass seine gut gemeinten Vorschläge, mich oft unter Druck setzen.
Aufgegeben gilt nicht! Ich versuche, mich immer mehr so zu akzeptieren, wie ich bin. Was mir a oft nicht gelingt und b nicht heißt, dass ich nicht versuch Änderungen herbeizuführen. Dazu brauch ich einen langen Atem und manchmal geht mir die Luft aus.
Ich kenne auch Traumata und weiß, wie tief das sitzt.
Ich wünsche dir Kraft und Mut auf deinem Weg. LG Mongolin


 
 
BeitragVerfasst: 27. Okt 2020, 09:52 

Registriert: 20. Okt 2020, 07:49
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Guten Tag Frances,

nein, aufgeben ist keine Option. Auch wenn es oft noch so ausweglos erscheinen will. Aber meiner Meinung nach ist alles genau so vorbestimmt und auch dass wir mit bestimmten Krankheiten leben müssen, ist Schicksal. Du musst zum einen akzeptieren, dass du krank bist und es daher auch ganz normal ist, manchmal keine Motivation zu finden. Nimm es an und steiger dich nicht noch besser in das "zu nichts fähig sein" hinein. In dem Moment und in dieser Situation ist das nunmal so...es gibt viele Mensche, die nicht krank sind und trotzdem viel weniger schaffen.
Da du keinen direkten Ansprechpartner hast, der dir wirklich effektiv eine Hilfe ist, kann ich dir nur raten eine Gesprächstherapie zu beginnen. Das ist überhaupt nicht schlimm und man lernt zum einen, woher die Depression kommt und zum anderen, wie man damit umgehen kann. Ich hätte auch nie gedacht, dass es so wirkungsvoll ist. Auch war es eine große Überwindung eine Therapie zu beginnen. Dennoch kann ich es dir nur empfehlen. Glaub mir es lohnt sich!
Wünsche dir einen schönen Tag!


 
 
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