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BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 17:44 

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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und es geht mir im Moment ziemlich mies. Mein größtes Problem ist eine ziemlich schreckliche Innere Unruhe, die mich oft kaum ruhig sitzen lässt. Die Anspannung ist oft kaum auszuhalten, es ist keine Panikattacke, die hatte ich auch schon - es fühlt sich aber oft wie eine beginnende Attacke an.

Eigentlich bin ich nur mit einem spürbar viel zu hohen Blutdruck, der durch eine große Überlastung bei der Arbeit entstanden ist, zu meiner Ärztin gefahren. Ich bekam ein Mittel zum Blutdrucksenken. Es half nichts. Kurze Zeit später wieder zur Ärztin, zweites Mittel dazu bekommen. Es wurde kaum besser.

Beim dritten Besuch in der Praxis bekam ich dann eine Krankschreibung und gleichzeitig wurde mit einem wahnsinnigen Tempo eine psychosomatische Reha in die Wege geleitet. Als Diagnose stand auf der AU und auf dem Antrag dann Erschöpfungsdrepression, Überforderrungssyndrom und erst an dritter Stelle der hohe Blutdruck. Ich bin damit erstmal gar nicht klargekommen, ich hatte doch gedacht, es ist "nur" der hohe Blutdruck, zwei oder drei Wochen AU, dann würde ich wieder arbeiten, das hatte ich wirklich geglaubt.
Aber mein Job hat mich krank gemacht, das war Dauerstress und Ausnutzen ganz extrem. Meine Ärztin wusste, was und wie ich arbeite und kennt mich schon seit vielen Jahren, auch meine Kinder und unsere ganze Situation.
Ich habe dabei gar nicht gemerkt, was diese Arbeit über 2,5 Jahre psychisch mit mir gemacht hat. BurnOut kann ich dabei auch besser sagen als Erschöpfungsdrepression. Dabei ist es ja das gleiche.

Seit ich krank geschrieben bin, bin ich psychisch immer mehr abgerutscht. Nachdem ich mich zuerst nur rein körperlich erschöpft fühlte, muss ich mir langsam eingestehen, dass der hohe Blutdruck nur ein körperliches Signal dafür war, was psychisch mit mir passiert ist.

Am schlimmsten ist für mich, wie ich oben schon geschrieben habe, eine wirklich schreckliche Innere Unruhe und Anspannung. Ich kann ganz schlecht alleine sein, dann steigere ich mich da immer mehr rein. Ich nehme an, einige oder viele von euch hier kennen das auch.
Vielleicht habt ihr ein paar Tipps, wie ich mit dieser Unruhe ungehen kann.

Ich lebe seit kurzem alleine mit meiner Tochter (16) hier zuhaue, mein Sohn (22) ist vor knapp drei Wochen hier ausgezogen. Damit kann ich ganz schlecht umgehen. Ich weiß, ich darf ihn nicht aufhalten oder gar anflehen, wieder zurück zu kommen. Aber ich tue mich sehr schwer damit, dass er gerade JETZT, wo es mir wirklich schlecht geht, ausgezogen ist. Und mir tut meine Tochter leid, weil sie es jetzt mit mir alleine hier "aushalten" muss.

Ich warte auf die Reha und hoffe sehr, dass ich es schaffe, bis dahin durchzuhalten. Aber mit der Zeit habe ich doch immer mehr sehr schlechte Phasen, wo mich diese Unruhe, dieser innere Druck so sehr überrollt, dass ich es kaum mehr aushalten kann.
Gleichzeitig habe ich auch Angst vor der Reha, weil ich dann das erste Mal ganz ohne meine beiden Kinder sein werde. Ich bin seit 14 Jahren mit den beiden alleinerziehend.

Soweit erstmal zu mir, ich möchte euch nicht gleich mit einem noch längeren Text "abschrecken".
War vielleicht jemand hier schon einmal in der Situation, in der ich jetzt bin? Vielleicht hat auch jemand in ähnlicher Situation schon eine Reha gemacht?
Ich erzähle gerne mehr von mir, ihr könnt ruhig Fragen stellen und ich hoffe auf einen guten Austausch mit Menschen, die aus eigener Erfahrung verstehen, in welcher Krise ich jetzt stecke.

Liebe Grüße und danke fürs Lesen

DieSonne


 
 
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 18:06 

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Hallo Die Sonne, herzlich willkommen im Forum.
Ich wünsche dir einen guten, hilfreichen Austausch.
Ich kenne die innere Unruhe sehr gut. Oft hat mir dann geholfen, dass ich mich ausgepowert habe, also wirklich viele Runden laufen.
Der andere Punkt war, die Dinge, die in mir sind aufzuschreiben. Für mich schaffte das Ordnung und es wirbelte nicht mehr so sehr in meinem Kopf herum.
Wenn es nicht ganz so schlimm ist, helfen mir auch Imaginationsübungen.
Ich finde es gut, dass du eine Reha beantragt hast, dort wirst du bestimmt auch wertvolle Tipps bekommen.
Lore


 
 
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 19:08 

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Hallo,

willkommen - ich wünsche Dir viele hilfreiche Beiträge hier.

Innere Unruhe kenne ich auch, momentan ist aber die bodenlose Erschöpfung vorherrschend. Wenn ich Kraft habe, dann hilft mir bei Unruhe, dass ich mich bewege. Eben die Energie abreagiere. Entweder ein Spaziergang oder eine Runde joggen.

Gerade bin ich innerlich oft total aggressiv. Dies hängt aktuell mit Corona und den Auswirkungen auf den Alltag zusammen. Mit der Blockwart- und "Anscheißer" -mentalität der Menschen. Ich halte mich an die Regeln und trage auch die (von mir abgelehnte) Gesichtsbedeckung, sofern Menschen um mich herum sind. Wenn aber auf einem freien Platz nur zwei Menschen sind (ein Blockwart und ich) und wir viele Meter Abstand haben, dann frage ich mich doch, warum er mich auffordern muss, eine Maske aufzusetzen. Solche Erlebnisse finde ich dumm. Oder andere wegen des Autokennzeichens zu verurteilen...
Mit dieser Aggression finde ich aktuell noch keinen Umgang.
Zum Sport kann ich mich derzeit nicht aufraffen.
Schlafen ist eine Flucht und hilft zeitweise.

Ist Deine Reha schon bewilligt?
Ich werde von der Rentenversicherung zur Reha geschickt, da ich während einer mehrere Monate langen Krankschreibung einen LTA Antrag gestellt habe. Die RV möchte über eine Reha prüfen, was sie evtl. bewilligen. Die Aufforderung zur Reha habe ich seit mehreren Wochen vorliegen und weiß, dass ich nach NRW muss. In Zeiten von Corona wäre das nicht meine erste Wahl, komme ich doch aus einem eher geringer betroffenen Gebiet. Und dennoch war Corona auch hier schon ganz nah an mir dran und hat meine Eltern getroffen.
Ich weiß zwar, wo es hingeht, aber einen exakten Zeitpunkt kenne ich noch nicht. Geht es bei diesen steigenden Fallzahlen überhaupt los? Wahrscheinlich bin ich über Weihnachten und Neujahr weit weg von zu Hause.

Wirst Du die Zeit bis zur Reha in Krankschreibung verbringen? Aus Erfahrung kann ich sagen, dass eine Bewilligung nach Krankschreibungen über mehrere Wochen eher erfolgt. Und sollte eine Ablehnung erfolgen, lass' Dich nicht abschrecken. Häufig wird nach einem Widerspruch bewilligt.

Ich wünsche Dir alles Gute, innere Ruhe und viel Erfolg.


 
 
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 21:19 

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Hallo Sonne 2001,(welch schöner NickName,)
Von mir auch ein herzliches Willkommen.
Zu dem Punkt,dass Dein Sohn kürzlich auszog und Du grad jetzt schlecht damit klar kommst,das kenn ich auch gut.Bin froh,dass ich trotz depressiver Phase ihn ziehen lassen konnte. Für Dich ist auch schwer,jetzt mit Deiner Tochter alleine zu sein,was macht sie,wenn Du in die Reha gehst ?
Ich wünsche Dir,dass Du Hilfe bekommst,und es bald losgeht,Reha hatte ich noch keine

Hallo TAlly,schön von Dir zu lesen,herzliche Grüße an Dich.
Ich bin ja aus NRW,Nähe Köln.Wegen Corona nicht gerade ein Wunschort für Dich,Kliniken gibt,s hier einige gute.....Haben Deine Eltern Alles gut überstanden,ich hoffe doch sehr.
Eine gute Nacht Euch,wünscht malu

_________________
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,der uns beglückt und der uns hilft zu leben.


 
 
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 21:49 

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Hallo Sunny 2001,

von mir auch ein Willkommen im Forum. Ich wohne nahe Köln, hier ist Risikogebiet. In welchen Ort kommst du denn? Die innere Unruhe ist eine große Plage, die ich leider auch kenne.

@malu, welche Klinik ist denn in NRW die beste Empfehlung?

LG Henrike


 
 
BeitragVerfasst: 21. Okt 2020, 22:46 

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Hallo,

vielen lieben Dank für eure Beiträge und die guten Wünsche.

Meine Reha ist noch nicht bewilligt.
Drei Wochen, nachdem ich den Antrag bei der Krankenkasse abgegeben habe, war er gestern noch gar nicht bei der Rentenversichrung eingegangen.

Ich weiß nicht, wann es denn vielleiicht losgehen könnte und auch nicht, wohin ich dann soll - und ich kann mit so viel Unsicherheit schlecht umgehen. Auch das ist ein Grund für meine starke innere Unruhe.

Einerseits sehe ich ja langsam ein, dass ich wohl die Reha brauche, damit es mir wieder besser gehen kann. Andererseits war ich eben noch nie im Leben so lange für mich alleine. Nachdem jetzt erst vor knapp drei Wochen mein Sohn ausgezogen ist, ich vielmehr angenomemn hatte, dass er mit 30 Jahren noch hier wohnen würde - und ich mich damit recht schwer tue, muss ich mich dann für - ich weiß nicht, wie viele - Wochen auch von meiner Tochter trennen und ich befürchte, dass mir das sehr schwer fallen wird und ich auch Heimweh bekommen werde.
Meine Tochter wird dann für die Dauer meiner Reha zu ihrem Bruder in die neue Wohnung ziehen. Eine andere Lösung ist unter unseren Lebensbedingungen kaum möglich. Die Beiden verstehen sich aber sehr gut und so hoffe ich sehr, dass sie für diese Zeit gut miteinander klarkommen werden.

Liebe Grüße

DieSonne


 
 
BeitragVerfasst: 23. Okt 2020, 22:01 

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Hallo,

es gibt jetzt Neuigkeiten zu der Reha:
Heute habe ich bei der Rentenversicherung nachgefragt, wie der Stand der Dinge ist.
Und nun ging das ganz schnell - mit Datum vom 22.1ß. wurde der Antrag abschließend bearbeitet und bewilligt!!! - Für 5 Wochen soll ich bald in die Paracelsus-Wittekind-Klinik nach Bad Essen.

Nun habe ich da heute direkt mal angerufen und wollte wissen, wie denn in der jetzigen Zeit mit Corona die Regelungen für Besuche sind. In dem Gespräch habe ich aber vor allem erfahren, dass es dort eine sehr lange Warteliste für die Aufnahme gibt. Normal kann ich die Reha dann wohl erst im September nächsten Jahres antreten.

Das verstehe ich nicht.
Mein Reha-Antrag wurde als Eil-Antrag eingereicht, weil ich schon krankgeschrieben bin. Die Rentenversicherung hat den Antrag nun sehr schnell bearbeitet und direkt bewilligt. Er hätte ja auch erstmal abgelehnt werden können - aber mein Antrag ging direkt durch - mit 5 Wochen Aufenthalt. Da kann es doch nicht sein, dass die Aufnahme nun erst in 11 Monaten sein soll - oder???

Kennt jemand hier diese Klinik? - die Paracelsus-Wittekind-Klinik in Bad Essen?
Wie lange habt ihr auf eure Aufnahme in die Reha gewartet?
Und wie habt ihr die Wartezeit bis zur Aufnahme überbrückt?

Es geht mir jetzt schon etwas besser - wahrscheinlich, weil ich direkt merke, dass sich etwas bewegt. Die Medikamente gegen den hohen Blutdruck wurden etwas umgestellt und die Schilddrüse soll auch noch untersucht werden. Denn bei dem jetzt durch Medikamente gedämpften Bluthochdruck ist mein Puls weiter viel zu schnell. - vielleicht habe ich dahar die extreme innere Unruhe - oder andersherum kann auch diese Unruhge vielleicht den Puls so beschleunigen - oder die Schilddrüse arbeitet nicht richtig - oder - oder...

Ich freue mich auf weiteren Austausch und sende euch

liebe Grüße

DieSonne


 
 
BeitragVerfasst: 24. Okt 2020, 11:45 

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Hallo Sonne2001,

leider ist es so, dass Reha-Aufenthalte bewilligt werden und man trotzdem noch (sehr) lange auf den Antritt warten muss - das ist leider nicht unüblich... (ich weiß es nur von einer Bekannten, die auch ein Jahr mit ähnlicher Diagnose wie du warten musste - nicht aus eigener Erfahrung, aber andere vielleicht, die dir noch antworten können).

Aktuell wird es wohl u. a. coronabedingt noch länger dauern mit den Reha-Kliniken (auch diese sind nicht voll besetzungsfähig, soweit ich informiert bin).

Ich habe nicht alles konzentriert lesen können: bist du in (fach-)ärztlicher Behandlung? Könntest du ggf. ambulant medikamentös ein bisschen Untestützung bekommen, um in der Zwischenzeit ein bisschen eine Verbesserung des Allgemeinzustands zu erreichen?

Das mit der Schilddrüse ist auch ein wichtiger Faktor, vielleicht kannst du das ja mal angehen (zumindest Blutuntersuchung beim Hausarzt usw.).

Alles Gute dir und
LG Mime

_________________
Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)


 
 
BeitragVerfasst: 24. Okt 2020, 12:04 

Registriert: 15. Dez 2019, 11:05
Beiträge: 258
 
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Hallo Sonne,

du hast bei einer Reha ein Wunsch-und Wahlrecht, d.h. du könntest versuchen, eine andere Klinik zu finden, die eine kürzere Wartezeit hat und das dann der DRV mitteilen.
11 Monate Wartezeit finde ich auch sehr lang, aber es kann natürlich sein, dass es zur Zeit wegen Corona überall längere Wartezeiten gibt.
Es ist sicher sinnvoll, wenn du jetzt wegen des Blutdrucks und der Unruhe die Schilddrüse untersuchen lässt, am besten bei einem Endokrinologen, weil die wesentlich mehr Laborwerte prüfen (können) als z.B. ein Hausarzt.
Bestimmt trägt es zu deiner Beruhigung bei, dass du eine gute Möglichkeit gefunden hast, was die Unterbringung deiner Tochter während der Reha angeht, dann brauchst du dir deswegen zumindest keine Sorgen zu machen.

Alles Gute und LG,
Meridian


 
 
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