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BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 15:16 

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Guten Tag,

in 12 Tagen bin ich in stationärer Behandlung (habe heute den Termin erhalten). Der Gedanke daran macht mir, wie vieles zur Zeit, Angst. Ich weiß, daß die Angst unbegründet ist.
Da ich noch nie wegen einer Depression im Krankenhaus war, weiß ich nicht, was mich erwartet.

Gibt es irgendwelche Tipps, die vorab gut zu wissen wären?

Vielen Dank
Suchende


 
 
BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 16:08 

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Hallo Suchende,

es ist ganz mutig, sich für einen Klinikaufenthalt zu entscheiden. (Was für eine Klinik ist das, wenn ich fragen darf?) Mir ging das auch so, dass ich anfangs Angst hatte davor. Mein Tipp wäre, gehe bitte ohne irgendwelche Vorurteile dorthin, dann fällt es leichter, sich darauf einzulassen, was an Therapie oder anderen Behandlungen angeboten wird. Ich habe mehr positive Erfahrungen mit Kliniken machen dürfen, die Leute dort waren sehr nett zu mir.

Wünsche dir alles Gute,
Katerle


 
 
BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 16:23 

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Hallo Katerle,

vielen Dank für Deine Antwort!

Es ist ein Krankenhaus mit einer psychosomatischen Abteilung.
Die wurden mir von diversen Seiten empfohlen.
Da das Erstgespräch bei meiner eigentlich favorisierten Klinik nicht gut gelaufen ist, bin ich froh, bei denen deutlich früher einen Platz bekommen zu haben. So stellt sich für mich gar nicht die Frage, in welche Klinik ich gehe.
Seit Mittwoch habe ich auch endlich eine Therapeutin.
War jetzt auch lange genug krankgeschrieben, ohne daß sich etwas getan hat.

Viele Grüße
Suchende


 
 
BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 16:51 

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hallo Suchende

Ich hatte erst schreckliche Angst als ich anfangs des Jahres in die psychosomatische Klinik ging.aber die Angst war vollkommen unbegründet, da ich von allen herzlich aufgenommen wurde. Alle die dort Patienten sind, haben mehr oder wenig das gleiche Problem und daher verstehen sie wie es einem geht. Und das Personal ist für sowas ausgebildet und bei meiner Klinik waren sie auch mit Herzblut bei ihren Job dabei.
Was mir sehr geholfen hat, dass ich freiwillig dort war (ich gehe stark davon aus dass es bei dir auch so ist) und es galt die Prämisse dass jeder nur soviel erzählt und von sich preisgibt wie er will. Ich würde zu nichts gezwungen, außer dass man natürlich die Hausordnung und die Vertrauensregeln der Therapiestunden einhält.
Mir hat am meisten das miteinander mit den Mitpatienten geholfen.
Wichtig ist dass du offen bist und dich auf das ganze einlässt. Und wie Katerle schon schrieb eventuelle Vorurteile daheim lassen.und alles tust nur für dich und niemand anderen.
Liebe Grüße
Claudia

_________________
LG Claudia


 
 
BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 17:23 

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Ahoi, Suchende2!

Dich erwartet mit großer Wahrscheinlichkeit eine gepflegte Tages- und Wochenstruktur. Gruppentherapien, Werk- und Kunsttherapie, Musik- und Sportangebote, verschiedene angeleitete Entspannungsmethoden, die man für sich erlernen kann. Einzelgespräche natürlich auch, aber eher selten, falls das nicht ein Schwerpunkt der Klinik ist. Es ist etwas gruselig, doch die Mahlzeiten sind im Klinikalltag Ankerpunkte. Vielleicht gibt es auch Mitwirkungsmöglichkeiten (Moderation der Morgenrunde, Neuigkeiten aus der Zeitung vorstellen) oder einen festen Dienst (Küchendienst / Ordnung und Eindecken im Speiseraum), aber diese Sachen kann man sich als Neuzugang erst einmal in Ruhe ansehen.

Werden die Stationen gemischt belegt, trifft man auch auf Psychotiker, Schizophrene, Borderliner, Süchtige in Entgiftung, demente Senioren und viele weitere. Fast alle haben, so meine bisherige Erfahrung, irgendwo ihre Qualitäten und es lässt sich durch die Bank miteinander auskommen. In Kliniken, die auch laufend Akutfälle ihrer Stadt bzw. der Umgebung aufnehmen, können auch abends oder nachts plötzlich Neue auf dem Gang auftauchen, wo man vielleicht schon mit bereits bekannten Gesichtern sitzt. Nahezu immer kommt man in Kontakt, manchmal ist die Situation zunächst etwas skurril. So nach dem Motto: Jüngere Frau mit akuter Alkoholintoxikation zieht den Infusionsständer an Schlauch und gelegtem Zugang hinter sich her. Bitten der Anwesenden, den Ständer mit der Hand mitzuziehen, verhallen. Wisst ihr eigentlich, wie egal mir das ist? Die Mutter unter den Anwesenden steht auf, Hand an den Ständer und 'ne klare Ansage. Läuft doch. Tage später ist es eine gemeinsame Erinnerung. Man hilft sich halt.

Es grüßt

lt.cable

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Ein Nilpferd wollte zum Ballett
als schönster aller Schwäne.
Nur war es fürs Ballett zu fett.
So scheitern viele Pläne.
- Charles Lewinsky


 
 
BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 17:37 

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Puh, das ist aber schon etwas heftig...
In der psychosomatischen Klinik in der ich war , wurden keine Süchtige jeder Art aufgenommen und solch beschriebene Situationen hatte ich nicht und hätten mich wenn ich das vorher gelesen hätte schon ganz schön eingeschüchtert.
Ich glaube das ist nicht der Alltag in jeder psychosomatischen Klinik.

_________________
LG Claudia


 
 
BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 18:19 

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Die tatsächliche Situation war sehr viel entspannter als jede Vorstellung, die man sich dazu macht. :)

Ansonsten lasst euch vom Geschilderten Mut machen! Die Hilfeleistung hat bei der Helfenden kurzzeitig für ein gutes Gefühl und für etwas Abstand von der eigenen Situation gesorgt.

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BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 18:40 

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Vielen Dank für Eure Antworten!
Akutfälle sind auf meiner Station und Haus nicht untergebracht (soweit ich es verstanden habe).
Einzeltherapie gibt es 1 x wöchentlich.
Sunshine, ja, ich gehe freiwillig dahin.

Suchende


 
 
BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 21:25 

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Hallo Suchende2,

für mich hat die psychosomatische Klinik sogar so etwas wie Hotelcharakter. Du musst nichts machen, nicht Einkaufen, Kochen, Spülen, Zimmer sauber machen usw. und kannst Dich ganz um Dich selber kümmern und darum Deine Probleme anzugehen. Schön ist, wenn Du entscheiden kannst, ob und wann Du Essen gehst, oder gar nicht, wenn es Dir schlecht geht.
Ich kenne es so, das angeordnete Therapien verpflichtend sind und Du den Rest des Tages und am Wochenende selber entscheiden kannst, was Du machen möchtest. Möchtest Du Dich lieber zurück ziehen und Deine Ruhe, etwas lesen, schlafen etc. oder an Therapiethemen arbeiten oder möchtest Du die Gemeinschaft und den Erfahrungsaustausch mit Mitpatienten. Spazieren gehen, Ausdauersport, Schwimmen. Jetzt ist das wegen Corona natürlich etwas anders aber auch (kleine) Unternehmungen waren/sind möglich wenn Du Dich danach fühlst.

(Zeitweise) kann so ein Klinikaufenthalt Spaß machen und es darf gelacht werden!
LG


 
 
BeitragVerfasst: 30. Okt 2020, 21:58 

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Du hast es richtig beschrieben, fast wie all-inclusive Urlaub mit Wellness Programm ,bei mir war es Massage und Krankengymnastik.bei mir konnte man am Wochenende auch nach Hause für 1 Nacht- lief unter Belastungsprobe. Also geh am besten ganz locker und entspannt hin. Da du freiwillig dort hingehst, könntest du auch freiwillig wieder gehen wenn du es willst. Das war für mich wichtig um nicht den Gedanken des weggesperrt zu sein im Kopf zu habe .
Nimm dir mit was du gerne hast z.B Kopfkissen, Kuscheldecke, etc.
Liebe Grüße
Claudia

_________________
LG Claudia


 
 
BeitragVerfasst: 31. Okt 2020, 09:13 

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Hallo Suchende,

mein erster Klinikaufenthalt war eigentlich das beste, was mir hätte passieren können. Ich bin damals dann von einer gemischten Station direkt auf die Depressionsstation gekommen. Zum einen tut es super gut sich mit den Mitpatienten auszutauschen und zu sehen, man ist nicht allein. Zum anderen gibt einem die Tagesstruktur halt und man kann vieles für sich selbst ausprobieren. Seien es Entspannungsübungen, Kreativität, Sport oder auch einfach nur reden und zuhören.
Bei mir waren damals auch alle mit Herzblut bei der Sache und ich habe viel mitbekommen. Im Anschluss war ich in der Tagesklinik. Dort bin ich jetzt gerade auch wieder, weil ich das ganze Gelernte irgendwann nicht mehr angewendet habe. Ich glaube, darum geht es primär. Einfach am Ball zu bleiben und die Dinge weiterhin zu machen.
Ich wünsche dir einen tollen Aufenthalt. Gehe ohne Vorurteile und Erwartungen hin und lasse dich einfach darauf ein.

LG Patrizia


 
 
BeitragVerfasst: 31. Okt 2020, 10:26 

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Hallo, ich kann mich den Vorredner:innen nur anschließen, dass du keine Angst haben musst, sondern dass dich vorallem Positives erwarteten wird.

Ich war dieses Jahr auch das erste Mal in einer psychosomatischen Klinik und hatte große Widerstände, dort hinzugehen. Die Zeit war schliesslich extrem wertvoll und ich habe die Klinik mit Gefühlen von großer Dankbarkeit und Zuversicht verlassen. Die Gemeinschaft mit den Mitpatienten war unheimlich bereichernd und bestärkend. Viel Mut, das wird sicher gut!


 
 
BeitragVerfasst: 5. Nov 2020, 21:21 

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Hallo
Ich bin ziemlich neu hier.
Ich freue mich für dich so, dass du ein Platz bekommen hast. Ich war gestern zum „Vorstellungsgespräch“ in einer sehr guter Klinik wo ich aber sehr lange warten muss bis ich aufgenommen werde. Es wird mein erster stationärer Aufenthalt. Ich war noch nie so weit, dass ich mich für eine Behandlung dort entscheiden habe.
Habe etwa Angst, dass ich mich da eingeengt fühle denn ich leider lieber alleine und das ist auch das Problem an der ganze Geschichte.
Kopf hoch, sei froh das dir bald geholfen wird.
Ich hoffe du fühlst dich da wohl und kannst deine Seele sowie dein Körper heilen. LG


 
 
BeitragVerfasst: 5. Nov 2020, 21:36 

Registriert: 11. Jul 2020, 18:13
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Hallo mal_09, willkommen hier im Forum. Ich habe jetzt auch ein Bett in der Psychiatrie in Aussicht, will aber eigentlich gar nicht hin, weil es keinen Rückzugsraum gibt und Mehrbettzimmer. Ich überlege abzusagen, es geht mir mit der Entscheidung gar nicht gut, weil ich auch keine Medikamente will, habe mich mit dem Antidepressiva unwohl gefühlt, es geht mir da ohne nicht schlechter. Pharmaprodukte einzunehmen ist ja Bestandteil, ich fürchte wenn man da nicht mitmacht kommt das nicht gut an. Ich finde es aber gut, wenn jemand da gerne hingeht. Ich kann das nicht, ich habe Angst und mag es nicht.


 
 
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