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 Betreff des Beitrags: Neuer Lebensabschnitt und Angst
BeitragVerfasst: 31. Okt 2020, 19:14 

Registriert: 19. Nov 2019, 20:06
Beiträge: 263
 
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Ich bin noch bis Ende des Jahres vom Arbeitgeber freigestellt, ich wurde nach 18 Jahren Betriebszugehörigkeit wegen langer Krankheit gekündigt. Wegen Mobbing am Arbeitsplatz bin ich in eine Depression geraten und war 1 Jahr krankgeschrieben bis der Aufhebungsvertrag kam.
Jetzt habe ich mich schon arbeitslos gemeldet um keine Frist zu verpassen.
Je schneller das Jahresende kommt, um so nervöser und ängstlicher werde ich. Ich kann mir nicht vorstellen mich irgendwo zu bewerben, geschweige zu arbeiten. Da ich eine schreckliche Abneigung habe das Haus zu verlassen, kann ich mir nicht vorstellen dass bald jeden Morgen wieder zu machen. Jeden Tag wird die Angst schlimmer und ich weiß nicht was ich tun soll. Einen Therapeuten bei uns in der Nähe ist unwahrscheinlicher als im Lotto zu gewinnen.
Danke dass ich mich hier ausheulen kann.
Liebe Grüße Claudia

_________________
LG Claudia


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Lebensabschnitt und Angst
BeitragVerfasst: 1. Nov 2020, 06:05 

Registriert: 17. Mai 2020, 04:49
Beiträge: 106
 
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Hallo Sunshine,

Es tut mir leid zu lesen, dass es dir so schlecht geht.

Ich kann gut verstehen, dass dir die Situation Sorge bereitet. Hast du mal versucht über die KV an einen Therapeuten zu kommen? Ich glaube die helfen bei der Suche. Und vielleicht ist Corona in dieser Hinsicht ja ein Vorteil, viele haben doch auf Video umgestellt, es müsste dann also nicht zwangsweise in der Nähe sein.

Ich drücke dir die Daumen, dass du jemanden findest!
Liebe Grüße


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Lebensabschnitt und Angst
BeitragVerfasst: 1. Nov 2020, 09:20 

Registriert: 18. Nov 2018, 23:21
Beiträge: 1388
 
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Hallo Sunshine,

Ich war vor 3 Jahren in einer ähnlichen Situation. Freigestellt ab 1.10. Bis Jahresende. Offiziell gekündigt, inoffiziell hab ich ein "Gehen-Angebot" bekommen, auf meine Initiative hin.
Gibt auch Unterschiede: ich steckte im letzten Jahr einer Weiterbildung. Ich hatte schon vor dem entscheidenden Gespräch beschlossen, dass ich die Firma verlassen möchte. Eigentlich erst nach Beendigung der Weiterbildung, aber die paar Monate waren mir mit der Abfindung egal. Auch wenn dann alles etwas anderes lief als geplant, ich hab es nie bereut und nie drüber nachgedacht, ob es vielleicht doch besser gewesen wäre, in der Firma zu bleiben.
Ich war dann von Dez. bis Feb. in einer Tagesklinik. Ambulant kam erst Ergotherapie und so ab März/April Psychotherapie. Im Juni, nach den Abschlussprüfungen, dann folgten noch ein paar Wochen für mehr Ruhe, weniger Stress und für mich. Im August dann zogen mir Therapeutin und Ärzte den Zahn, dass das mit einem neuen Job jetzt gut klar käme. Einarbeitung und voll wieder arbeiten, damit wäre ich überfordert gewesen.
Es folgte erst eine med. Reha(Dez./Januar) und dann eine berufliche Reha (März-Nov.).
Ich hab während der beruflichen Reha ein Praktikum in dem Betrieb gemacht, in dem ich jetzt bin. Während des Praktikums gab es ein Jobangebot. Darauf hin kam ein zweites Praktikum in dem ich genau meinen evtl. zukünftigen Job testen.
Dann kamen 3 Monate sog. Probebeschäftigung und der Arbeitsvertrag. Dann ein Arbeitsvertrag, erstmal war es eine 75%-Stelle bis sie diesen August auf 100% aufgestockt wurde.
Es war ein langer Weg, aber der hat sich gelohnt.
Ich weiß gerade nicht, ob du schon ne med. Reha hattest. Sonst wäre das ne Idee.
Einen LTA-Antrag(berufl. Reha) kann man auch so stellen. Inoffiziell läuft es bei der Rentenversicherung immer so, dass erst die med. Reha kommt und dann erst LTA-Maßnahmen.
LTA-Maßnahme/berufliche Reha ist ein Überbegriff für einen ganzen Wust unterschiedlicher Möglichkeiten. Was genau gemacht wird, entscheidet der Rehaberater im Gespräch mit dir.
Vielleicht ist das ja auch ein möglicher Weg für dich? Finanziell war es echt anstrengend, aber anders hätte ich es nicht geschafft.
LG und alles Gute,
Monchen


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Lebensabschnitt und Angst
BeitragVerfasst: 2. Nov 2020, 14:22 

Registriert: 20. Apr 2020, 12:28
Beiträge: 85
 
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Liebe Claudia

Furchtbar, dass diese Mobbing am Arbeitsplatz nicht strafbar ist, mir tut das wirklich furchbar leid für dich, dass du so eine traurig Zeit durchmachen musstest und deswegen an Depressionen erkrankt bist.

Mit was hat diese schreckliche Abneigung, das Haus zu verlassen, zu tun? Leidest du zusätzlich an einer Angststörung, welche das nicht zuläst? Kannst du etwas über diese Abneigung erzählen und was sie genau in dir auslöst ausser Angst? Was passiert mit dir, wenn du vor die Türe gehst.

liebe Claudia, du wirst dir Hilfe holen müssen, auch wenn dieser Schritt extrem schwer ist. Gibt es Familieangehörige, die dich unterstützen? Wer ist jetzt an deiner Seite und fängt dich auf? Was genau ängstigt dich genau? Magst du etwas mehr erzählen?


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Lebensabschnitt und Angst
BeitragVerfasst: 2. Nov 2020, 15:23 

Registriert: 19. Nov 2019, 20:06
Beiträge: 263
 
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Ich bin verheiratet und mein Mann ist an meiner Seite.
Ich kann es gar nicht richtig umschreiben was alles in der Abneigung enthalten ist, aber keine Angststörung.
Wenn ich einen festen Termin habe, funktioniert das rausgehen, nicht gerne aber es geht.
Aber wenn ich einfach mal so raushehen soll (auch wenn ich selber das mir sage) funktioniert es nicht. Es ist das ganze Paket: duschen, Haare waschen, anziehen und einigermaßen hübsch machen. all das überfordert mich und ich bleibe dann einfach auf der Couch sitzen und ziehe es hinaus und dann ist es auf einmal zu spät.
Es liegt auch daran dass ich Schmerzen in der Hüfte und Rücken habe und der "Abstieg"vom 3. Stock nicht einfach ist.
Ich weiß dass ich mir Hilfe holen muss, aber bei uns in der Stadt gibt es keinen freien Platz bei Psychotherapie noch nicht mal Warteliste . Und München überfordert mich mit Öffentlichen oder Auto.
LG Claudia

_________________
LG Claudia


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Lebensabschnitt und Angst
BeitragVerfasst: 10. Nov 2020, 15:32 

Registriert: 19. Nov 2019, 20:06
Beiträge: 263
 
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Am 25.11. habe ich Termin bei Psychiater und werde fragen ob eine Steigerung von Venlafaxin helfen kann ,momentan bin ich seit gut 1 Jahr auf 112,5 mg.
Auch denke ich über eine psychosomatische Reha nach wenn es mit Corona wieder hoffentlich etwas besser aussieht.
LG Claudia

_________________
LG Claudia


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Neuer Lebensabschnitt und Angst
BeitragVerfasst: 11. Nov 2020, 07:23 

Registriert: 25. Sep 2014, 09:30
Beiträge: 9121
 
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Hallo Sunshine,

kann deine Angst auch verstehen, sowas macht unsicher. Drücke dir ganz fest die Daumen bei deinem Psychiater und das mit der psychosomatischen Reha, sprich es an.

Weiterhin alles Gute und Kraft
Katerle


 
 
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