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BeitragVerfasst: 21. Sep 2020, 19:00 

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Hallo zusammen,

wollte heute mal von meiner wirklich super-Stunde heute berichten.

Also ich hab erst mal erzählt, was ich die Woche über so getan hab. Und das war schon einiges. War ja Anfang der Woche aktiv (wilder Aktionismus). Danach kam ja dann erst mal wieder das Tief.

Sie fand das, was ich in der aktiven Phase getan hätte, sehr gut. Meinte zwar, es wäre ein wenig viel, was ich mir an künftigen Tätigkeiten ausgesucht habe, aber es wäre sehr interessant und ich wäre an vielen verschiedenen Dingen interessiert. Ich solle es aber etwas reduzieren.

Dann hat sie mich sogar auch gelobt, dass ich sehr gut mitarbeiten würde und auch in den Zeiten, wo es mir schlecht geht, noch die Dinge notieren kann bzw. mich damit auseinander setze. Bzw. halt auch in den Zeiten zwischen der Therapie an mir arbeite.

Das war mir schon fast ein wenig unangenehm, gelobt zu werden. Aber es ist auch ein schönes Gefühl.

Vor allen Dingen, weil ich echt das Gefühl habe, das sie das auch so meint, wie sie sagt. Damals bei der ersten Therapeutin (KZT) hat diese zwar auch positive Sachen gesagt, aber es kam halt so rüber, als wenn sie das jetzt sagen muss (so einstudiert halt).

Dann haben wir die Verlängerung besprochen. 20 Stunden könnten ja regulär noch beantragt werden, sie würde aber direkt mal 30 Std. versuchen wg. den Therapeutenwechseln, die ich hatte. Sie meinte zwar, das würde wahrscheinlich nicht direkt genehmigt, aber sie würde es versuchen. Notfalls dann halt später noch mal nachbeantragen.

Und sie hat mit mir gesprochen, das sie die Diagnosen zusammenfassen würde, bzw. nur noch eine (die relevanteste) benennen würde. Da ich keine Ahnung hab, ob das irgendwelche Nachteile bringt, hab ich gesagt, das ich es ihr überlasse. Sie meinte auch, wenn es sich wieder anders entwickelt, kann man die jederzeit wieder neu stellen.

Hat jemand von Euch vielleicht mit so was Erfahrung? Also mehr Std. beantragen, als üblich und Diagnosen während der Therapie zu ändern/wegzulassen?

EMDR haben wir mal wieder nicht geschafft. Sie meinte aber, es wäre noch Zeit genug jetzt die Sachen wären einfach wichtiger. Evtl. planen wir mal eine Doppelstunde.

Jedenfalls bin ich sehr positiv raus aus der Stunde.

Ich wollte jetzt auch mal positives berichten und nicht nur schreiben, wenn was ist.

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 22. Sep 2020, 07:47 

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Hallo Sonnenschein,

ich freue mich für dich, dass es so gut läuft in deiner Therapie , es ist gut mal zu lesen, dass
Therapiestunden auch so ein positives Gefühl auslösen können.
Ich verstehe nicht ganz, wie sie das mit dem Zusammenfassen der Diagnosen meint, sie nimmt jetzt für den neuen Antrag nur die relevanteste Diagnose, die andere lässt sie außen vor?
Was ist denn der Vorteil dabei, das so zu machen?
Wie gesagt, ich verstehe es nur nicht, kann aber sein, dass das durchaus üblich ist, weil es sich z.B. im Laufe der Therapie herausstellt, dass eine Anfangsdiagnose doch nicht so zutrifft oder für die Behandlung nicht mehr so wichtig ist.
Immerhin können noch mind. 20 Std. beantragt werden, evtl. sogar mehr, das ist doch sicher ganz beruhigend für dich, in dieser Zeit kann sich in der Therapie noch viel tun.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 22. Sep 2020, 08:19 

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Hallo Meridian,

ja, da bin ich wirklich gut raus gestern. Und ich finde, dass sollte man dann auch mal mitteilen. :hello:

So habe ich das verstanden. Weil das wohl die Hauptdiagnose wäre und die anderen Diagnosen von dieser Bestandteil sind bzw. mit dazu gehören. Aber halt die eine ausschlaggebend wäre, was sich jetzt so rauskristallisiert hat.

Sie meinte es hätte weder Vorteile noch Nachteile. Und sie hat mich nochmal gefragt, ob es okay wäre, weil die Hauptdiagnose dann bei der Krankenkasse vermerkt wäre. Ohne Einzelheiten, was da genau meine Probleme sind. Da sie der Experte ist, vertraue ich darauf, dass es keine Nachteile hat.

Ja, das hat mich überrascht, dass sie direkt mehr beantragen will. Entweder bin ich so schwierig, oder die Prognose ist so gut. Das kann ich mir dann, je nach Stimmung, aussuchen. ;)

Beruhigend ist das schon, dass sie mich auf meinem Weg weiter begleiten möchte. Ich hoffe nur, dass die Krankenkasse dann auch später den Praxiswechsel absegnet. Das wird aber ja erst gegen Ende des Jahres sein. Also bleibt noch etwas Unsicherheit.

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 27. Sep 2020, 15:36 

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Hallo zusammen,

die Woche war gut, anstrengend, emotional und hat mal wieder viel ausgelöst.

Positives wie negatives. Auf der Arbeit (bekomme trotz Stundenreduzierung ein neues Projekt aufgedrückt) aber auch zwischenmenschliches (Familie, Chaos, hat Ängste ausgelöst).

Mauern bröckeln. Gefühle kommen raus. Ausgelöst gerade durch Musik, die ich höre. Musste einfach grundlos weinen. Damit kann ich nicht wirklich umgehen. Zumal es scheinbar ohne Grund war. Ich hab Angst davor, was sich sonst noch für Schleusen öffnen. Evtl. auch durch das EMDR. Oder auch durch die letzte Stunde.

Ich glaube, das meine Thera bisher schon auf einige "Knöpfe" gedrückt hat, die mir vorher gar nicht bewusst waren. Es ist anstrengend, wenn das immer so zeitversetzt passiert.

Schönen Restsonntag noch!

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 27. Sep 2020, 19:51 

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Hallo nochmal,

ich befinde mich gerade in einer merkwürdigen Stimmung. Ich habe angefangen zu schreiben. Also meine Geschichte. Nur für mich erstmal. Ich weiß nicht, ob und wer das mal lesen wird. Vielleicht gebe ich es meiner Thera. Aber auch nur, weil sie eh schon alles weiß.

Ich habe mich verlet*t. Unbeabsichtigt. Soll ich ihr das morgen sagen oder verschweigen? Es ist mir peinlich. Kein SVV-Verhalten. Eher ein Unfall.

Ich wünsche mir nur, dass ich das alles hinbekomme. Ich bin ja eigentlich auf einem guten Weg. Wurde noch gelobt, dass ich alles so gut umsetzen kann. Und dann so ein Rückschritt. :cry:

Das tut mir einfach nur leid. Leid für mich, leid für sie, weil sie sich solche Mühe gibt. Und sich für mich einsetzt.

Ich will das schaffen! Und mit ihrer Hilfe kann ich das auch schaffen!

Sonnenschein (eher nach Regen zumute). Aber nach den Wolken kommt immer die Sonne raus!


Zuletzt geändert von Sonnenschein34 am 28. Sep 2020, 04:39, insgesamt 2-mal geändert.

 
 
BeitragVerfasst: 27. Sep 2020, 20:26 

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Liebe Sonnenschein,

Deine Erfahrung, dass durch Musik Gefühle an die Oberfläche kommen, die kenne ich nur zu gut. Mir ist das bei einem Neujahrskonzert passiert, als ich mich schon relativ gefestigt fühlte. Kurz vor der Pause gab es ein Cellosolo und bei mir brachen alle Dämme. Ich konnte nicht mehr aufhören zu schluchzen und wir mussten in der Pause nach Hause fahren. Dort habe ich noch mindestens 1 Stunde geheult und hatte keine Ahnung warum.

Tage später wurde mir klar, dass an diesem Abend die Trauer um meinen Vater hochkam, die ich 20 Jahre lang verdrängt hatte.
Heute noch kann Musik viel in mir auslösen, aber es ist nicht mehr so beängstigend, weil ich die Zusammenhänge kenne oder ergründen kann.

Und ich denke, dass du einfach einen kleinen Unfall hattest. Ausgelöst durch Unachtsamkeit aufgrund der emotionalen Belastungen derzeit. Ob du davor ein Glas Wein getrunken hast, finde ich relativ belanglos. Du warst ja nicht völlig betrunken.

Alles Gute dir, jojoma


 
 
BeitragVerfasst: 27. Sep 2020, 20:38 

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Hallo Jojoma,

danke Dir für Deinen Bericht.

Das bedeutet mir sehr viel. Ich denke auch, dass Musik viel bewirken kann. Auch Emotionen nach Jahren hervorholen kann. Wobei ich mir nicht sicher bin, was es bei mir war. Vielleicht ein Gefühl, bevor alles den Bach runterging?

Ich denke, dass ich es auf jeden Fall ansprechen sollte. Also auch mit der emotionalen Verfassung, bei der Musik.

Dir auch alles Gute!

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 28. Sep 2020, 11:36 

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Hallo Sonnenschein,

ich stimme Jojoma zu, ich würde es auch als etwas sehen, das halt passieren kann, gerade weil du sehr emotional warst gestern.
Aber selbst, wenn du es als Rückfall in alte Verhaltensweisen siehst, denke ich, dass das einfach auch dazugehört in einem Therapieprozess, vielleicht ist es auch ein Zeichen, dass etwas aufbricht, sich etwas bewegt, ausgelöst durch die Musik.
Die Fortschritte, die du bisher gemacht hast, sind ja aber trotzdem noch da.
Es ist gut, dass du heute Therapie hast und das ansprechen kannst.
Ich wünsche dir eine gut verlaufende Stunde.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 1. Okt 2020, 09:16 

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Hallo Meridian,

die ganze Woche ist gerade sehr emotional. Achterbahnfahrt würde ich sagen. Trauer, Wut. Schon sehr heftige Gefühle.

Meine Thera fand es gut, dass ich weinen konnte. So wie Du schreibst, ist sie auch der Meinung, dass (endlich) etwas rauskommt an Gefühl.

Ich selber weiß noch nicht, ob da gut oder schlecht ist. Es fühlt sich einfach sehr anstrengend an.

Positiv ist, dass wir noch einige Stunden weitermachen können. Die Genehmigung der Krankenkasse liegt vor.

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 1. Okt 2020, 17:09 

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Hallo Sonnenschein,

ich kann dem nur zustimmen, was du schreibst.
Gerade mit Gefühlen wie Trauer und Wut umzugehen (sie erstmal überhaupt zu spüren und auch zuzulassen) ist überaus anstrengend.
Der Vergleich mit der Achterbahnfahrt trifft es ziemlich gut.
Da das bei mir heute in der Therapie auch Thema war, schreibe ich dazu noch was n meinem Thread.
Gut ist doch aber auf jeden Fall, dass du bei deiner Therapeutin weitermachen kannst.
Das gibt doch wieder etwas mehr Sicherheit.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 4. Okt 2020, 10:13 

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Hallo Meridian und alle die noch mitlesen,

die Gefühle sind noch sehr präsent, auch wenn ich nicht mehr weinen konnte. Anstrengend war und ist es auf jeden Fall noch.

Bisschen geholfen hat mir jetzt, dass ich seit Donnerstag nicht mehr Vollzeit arbeite und etwas mehr Luft und Zeit für mich selber habe. Und mich mehr auf die Therapie konzentrieren kann, ohne im Hinterkopf zu haben, dass ich Zeiten nacharbeiten muss.

Jetzt das Wochenende ist eher Antriebslos. Gestern den ganzen Tag gebraucht, um meine kleine Wohnung aufzuräumen usw. Heute bin ich auch noch nicht so wirklich bereit, raus zu gehen.

Ja, das gibt noch ca. ein halbes Jahr Sicherheit, wenn wir im wöchentlichen Setting weitermachen.

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 09:43 

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Hallo zusammen,

so langsam zehrt Corona an meinen Nerven. Da meine Thera in einem „Hotspot“ wohnt, wird sie nicht in die Praxis kommen und hat mir angeboten, eine Videosprechstunde zu machen, oder zu telefonieren. Werde dann morgen nochmal Videosprechstunde in Anspruch nehmen. Sie wird noch mit ihrer Chefin sprechen, wie es dann künftig weitergeht.

Wieder nix mit EMDR. Die letzten beide Tagen haben mir aufgrund der Corona-Nachrichten auch zugesetzt. Ich habe Angst, dass die Therapie jetzt deswegen wieder stockt und die Stunden aufgebraucht sind.

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 10:23 

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Hallo Sonnenschein,

ich kann gut nachempfinden, dass dir die aktuelle Lage an den Nerven zehrt - es geht, glaube ich, ganz vielen so. Dass deine Therapeutin momentan nur per Video oder Telefon Sprechstunden anbieten kann, ist schade, aber eine notwendige Maßnahme. Vielleicht sieht in ein paar Tagen die Situation auch wieder anders aus, und du kannst dann wieder vor Ort deine Stunden wahrnehmen.

Bei mir ist es so, dass die Praxis meines Facharztes in einer Stadt (aktuell "Risikogebiet") liegt, und ich noch nicht sicher bin, ob ich da nächste Woche hinfahren kann/möchte oder einen telefonischen Termin anregen soll (ich werde Ende der Woche ggf. mal in der Praxis anrufen). Was ich damit sagen möchte: Corona verunsichert viele und man weiß manchmal gar nicht, was richtig ist.

Dass EMDR bei dir durch die aktuelle Situation verschoben werden muss, tut mir leid. Andererseits: es gibt ggf. auch noch andere Themen, die ebenfalls wichtig sind und besprochen werden können - die Therapie muss dadurch nicht unbedingt stocken, aber ich verstehe, dass dieses flexible Umdenken/Umschwenken schwierig sein kann.

Ich wünsche dir, dass es morgen trotzdem ein gutes Gespräch wird.
LG Mime

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BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 12:11 

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Hallo Mime,

ja, das geht mit Sicherheit vielen so, zurzeit. Aber das tröstet mich gerade nicht so wirklich. :cry:

Die Praxis selber liegt bei uns (noch nicht) im Risikogebiet. Ihr Wohnort ja. Es ist ja auch gut und richtig, dass sie sich selber schützt und nicht durch diesen Hotspot „reisen“ muss. Sie will mir morgen aber mehr dazu sagen.

Es ist trotzdem schwierig für mich, weil ich mich gefreut habe, dass wir dann morgen endlich wieder mit dem EMDR starten wollten. Und ich auch froh war, sie zu sehen.

Ich denke nicht, dass sich die Situation in den nächsten Tagen/Wochen bessert. Es wird eher schlimmer werden. Klar, ist dann hilfreich wenigstens per Video was zu machen, aber das ist irgendwie auch keine „richtige“ Therapiesitzung.

Das zieht mich alles ziemlich runter. Bin froh, wenn ich morgen mit ihr reden kann.

Danke und liebe Grüße
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 13:20 

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Hallo Sonnenschein,

dass es nicht tröstet, dass viele mit der Situation zu kämpfen haben, weiß ich - leider ist es so.

Naja, ob deine Therapeutin das nur macht, um sich selbst schützen will, weiß ich nicht (es sei denn, sie hat es exiplizit so gesagt, das weiß ich nicht) - ich würde es eher so sehen, dass sie ggf. andere schützen möchte, die sie (aus dem Risikogebiet stammend) therapieren würde. Es könnte genauso sein, dass ihr Arbeitgeber Auflagen macht bzw. ihr nahe legt, nicht zur Praxis zu kommen. Keine Ahnung. Du wirst es ja morgen von ihr selbst erfahren.

Dass die Gesamtsituation mit Corona nicht besser wird, ist gut möglich. Doch vielleicht wirken ein paar Maßnahmen, dass die momentanen "Hotspots" ggf. wieder an Fallzahlen verlieren - so meinte ich das mit "besser werden". Also, in dem Sinne, dass deine Therapie ggf. bald auch wieder live stattfinden kann.

Ich verstehe, dass es schwierig ist für dich, sie nicht zu sehen bzw. ggf. nur über Videotelefonie und dass es jetzt mit EMDR so nicht losgehen kann. Andererseits ist es mit dem Sehen über Video wohl besser als nichts. Und möglichweise gibt es auch andere Themen zu besprechen, du hattest in vorherigen Posts von Gefühlen gesprochen, die sich langsam Bahn brechen - auch das könnte ein Thema sein; oder eine "Übergangsliste" anstreben, was ihr machen könntet, um diese Zeit des nicht live stattfindenden Kontakts gut zu überstehen usw.

Mir persönlich fällt das Ausweichen über Telefon auch sehr schwer, weil ich mein Gegenüber und seine Reaktionen nicht sehen kann - andererseits: was bleibt einem anderes übrig, als es so hinzunehmen?
Wenn man stabil genug ist, könnte man den Termin absagen/ausfallen lassen, aber wenn nicht, muss man wohl in den sauren Apfel beißen und annehmen, was derzeit möglich ist.

Gibt es eventuell etwas an angenehmen Dingen, die du machen könntest (i. S. v. ablenken)? Ich wünsche dir, dass es dir gelingt, die Zeit bis morgen gut herum zu bringen.

LG Mime

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BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 13:38 

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Hallo Mime,

nein, so gesagt hat sie das natürlich nicht. Das ist eher das, was ich denke. Dass sie „Home-Office“ macht, weil sie in einem Hotspot wohnt und damit ja auch uns Patienten schützt.

Ja, ich denke, dass sie mir dazu morgen was sagen wird.

Ich will es hoffen, dass die nächsten Stunden wieder live stattfinden können. Es steht ja immer noch ihr Wechsel in die andere Praxis bevor, wo die Kasse noch genehmigen muss.

Das spielt für mich gerade alles mit rein.

Auf jeden Fall ist es besser mit ihr per Video zu reden, als „nur“ über Telefon. Wenn es mir die letzten Tage bessergegangen würde, hätte ich vielleicht auch nur kurz mit ihr gesprochen, um die Therapiestunde zu sparen, aber in der derzeitigen Situation ist es doch ganz gut, sie dann auch sehen zu können.

Ja, das werde ich natürlich versuchen mit dem ablenken.

Wie geht es Dir denn?

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 16:47 

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Hallo Sonnenschein,

ich hoffe, dass es bald Klarheit bzgl. der Übernahme der Krankenkasse gibt - dieses "in-der-Luft-Hängen" ist immer eine sehr nervige Angelegenheit und führt zu Verunsicherungen. Hast du denn mal bei der Krankenkasse angerufen, wann mit einer Entscheidung gereichnet werden kann?

Also, ich finde es gut, dass du morgen den Termin wahrnimmst - auch wenn es nur zu Hause über Video stattfinden kann (das Aufsparen von Stunden wäre bestimmt auch nicht im Sinne deiner Therapeutin, sie hält sich die Zeit ja für dich frei, oder hat sie soviele Patienten, dass alle naselang jemand nachrücken könnte - wie es bspw. in einer Klinik ist?).

Bezüglich deiner Nachfrage - danke dafür, ich möchte deinen Thread dafür aber nicht "missbrauchen", daher nur kurz: Es gab ein paar stressige Zeiten in den letzen Wochen, was ziemlich belastend war, aber so langsam finden sich da seit kurzem ansatzweise Lösungen. Dann wird es wohl auch wieder besser. Und naja, die Coronalage macht natürlich auch mir langsam zu schaffen... doch das geht ja derzeit allen so.

Ich wünsche dir ein gutes Telefonat morgen. Du kannst ja mal berichten, wenn du möchtest, wie es verlaufen ist.

LG Mime

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BeitragVerfasst: 12. Okt 2020, 17:02 

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Hallo Sonnenschein,

mir würde es genau so gehen wie dir, wenn ich die wöchentlichen Termine in der Praxis meines Therapeuten nicht hätte, aber klar, wenn es nicht anders geht, ist natürlich das Gespräch per Video immer noch besser als gar keine Therapie.
Es ist schon schwierig, wenn es einem psychisch nicht besonders gut geht und dann kommen
solche Einschränkungen noch dazu.
Für die Therapeuten ist es aber auch keine einfache Situation.
Bieten sie die Sitzungen weiter in der Praxis an, gehen sie ja selbst ein Risiko ein, wenn sie täglich mehrere Patienten sehen und bei Video / Telefongesprächen ist möglicherweise die Therapie nicht so wirksam, weil es viel auf die Interaktion, die Körpersprache usw. ankommt.
Und sowas wie EMDR ist dann eben gar nicht möglich.
Du wirst ja morgen hören, warum sie zur Zeit "Hone Office" macht und ob die nächsten Stunden
vielleicht wieder live stattfinden.
Jedenfalls hast du morgen ein Gespräch mit ihr und das ist ja schon mal gut.
Ich hoffe, dass es dir danach besser geht.
Wie ist es denn z.Zt. bei dir mit der Arbeit? Hast du den Eindruck, dass dir die Stundenreduzierung etwas bringt?

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 13. Okt 2020, 06:59 

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Guten Morgen Meridian,

ich denke auch, dass sie es sich nicht leichtgemacht hat. Vielleicht war es auch nicht ihre Entscheidung, sondern die ihrer Chefin.

Ich habe nur wieder so ein unsicheres Gefühl wie damals, bevor sie mir dann sagte, dass sie die Praxis verlässt. Ich weiß nicht, ob ich aufgrund der Gegebenheiten so sensibel reagiere, oder ob da wieder was passieren wird.

Na ja, vielleicht weiß ich ja heute Nachmittag schon mehr.

Ja, das hoffe ich auch.

Ich denke schon, dass mir die Reduzierung was bringt. Ist zwar erst die 2. Woche, aber es ist schon ein gutes Gefühl, früher gehen zu können, ohne das Stundenkonto im Blick zu haben. Es war die richtige Entscheidung.

Wie geht es Dir denn zur Zeit so?

@Mime:
Die Beantragung für den Praxiswechsel ist noch nicht gestellt. Sie meinte, sie könnte mir erst ca. im November sagen, ob es mit den Räumlichkeiten klappt. Sie wird den Antrag dann auch erst im November/Dezember stellen, vermute ich.

Stressige Zeiten für uns alle. Ich wünsche mir so sehr, dass es bald besser wird, aber danach sieht es leider nicht aus.

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 16. Okt 2020, 10:32 

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Hallo Sonnenschein,

ich hoffe, du hattest ein gutes Gespräch am Dienstag.
Wird es denn erst mal mit Sitzungen per Video weitergehen und hat sich deine Therapeutin
nochmal zu den Gründen geäußert?
Da du gefragt hattest: Mir geht es im Moment eher wechselhaft, was sicher auch mit der Situation z.Zt.
zusammenhängt und mit der Therapie geht es auch nicht so wirklich voran.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 18. Okt 2020, 11:50 

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Hallo Meridian,

vielen Dank für die Nachfrage und sorry, dass ich jetzt erst antworte.

Ja, das Gespräch am Dienstag war gut und hat mir trotz Video im Nachgang sehr gut getan. Sie hat mir im Gespräch mitgeteilt, warum das kurzfristig per Video erfolgen musste/konnte. Ab nächsten Dienstag geht es dann aber wieder im persönlichen Setting weiter.

Die Nachrichten sind einfach wirklich nur noch erschreckend. Mich belastet das auch sehr. Da ja auch die Unsicherheit besteht, kann die Therapie normal weiterlaufen, oder kommt es zu Krankheitsausfällen usw.

Inwiefern hast Du das Gefühl, nicht weiter zu kommen? Ist denn gerade Pause, oder allgemein das Gefühl, dass es nicht "schnell genug" besser wird? Das Problem hab ich ja zeitweise auch, vor allem, wenn es gute Phasen gibt und man einfach mehr will und dann entweder von Thera oder von sich selbst ausgebremst wird.

Liebe Grüße und noch einen schönen Restsonntag!

Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 22. Okt 2020, 12:25 

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Hallo zusammen,

diese Woche haben wir wieder mit EMDR angefangen. Erstmal mit einer kleinen belastenden Situation zum üben. Das war auch machbar. Sollte mich dann auch an angenehme gute Gefühle erinnern und dabei dann die Augenbewegung mitmachen. Das hat, wie ich finde, gut geklappt.

Ich fühlte mich danach echt gut. Wobei ich mir noch nicht vorstellen kann, dass diese belastende Situation jetzt nie mehr belastend sein wird. Jedenfalls ist sie es für den Augenblick nicht mehr.

Es ging mir also sehr gut, als die Stunde zu Ende war. Von der Übung her und auch das Gespräch war sehr gut. Jetzt fühle ich mich aber wieder viel schlechter, als vor der letzten Therapiestunde. Ich denke nicht, dass es mit der Übung zu tun hat, sondern allgemein mit vor allem Corona.

Die Therapie hätte fast nur mit Maske stattfinden können, wenn wir uns nicht schon länger kennen würden und gegenseitiges Vertrauen da wäre. Ich denke, dass es meiner Thera, wie jedem anderen Menschen zurzeit, auch zu schaffen macht, mit dem Gedanken, dass evtl. ein erneuter Lockdown droht.

Ich hatte jedenfalls gehofft, das gute Gefühl aus der Therapiestunde noch länger spüren zu können, oder es wiederaufleben lassen zu können. Das gelingt mir gerade absolut nicht.

Es geht soweit, dass ich mich auf der Arbeit kaum auf was konzentrieren kann, am liebsten nach Hause, mich legen will und auch dann ganz früh ins Bett gehe. Das Aufstehen morgens ist wieder eine Qual und dann geht derselbe ätzende Ablauf von vorne los. Ich komme da wieder nicht raus. Ich weiß ja, was mir helfen könnte.

Aber ich schaffe das einfach nicht.

Gruß
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 22. Okt 2020, 20:41 

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Hallo Sonnenschein,

was genau könnte dir denn jetzt helfen und warum denkst du, dass du das nicht schaffst?
Ich kenne mich mit EMDR nicht aus und du hast ja den Eindruck, dass es dir jetzt schlechter geht, hängt nicht mit der Stunde zusammen.
Aber könnte es nicht sein, dass das quasi eine "Nebenwirkung" von EMDR ist, die du jetzt erlebst, also dass es erst mal besser wurde während der Stunde und jetzt bist du alleine (ohne die Anwesenheit /Unterstützung der Therapeutin)und du fühlst dich schlechter.
Wie gesagt, das ist jetzt nur eine Vermutung, ich kann mich erinnern, dass deine Therapeutin dir ja die Möglichkeit gegeben hat, für zusätzliche Telefongespräche, falls es dir nach den EMDR Sitzungen schlechter geht, also scheint so etwas nicht ungewöhnlich zu sein.
Die Situation zur Zeit mit Corona hat wahrscheinlich auch einen großen Anteil daran, dass wir uns unsicher und ängstlich fühlen, da gebe ich dir recht und das geht vielen zur Zeit so.
Hast du denn darüber mit deiner Therapeutin gesprochen?
Ich wünsche dir, dass du das im weiteren Verlauf wieder zuversichtlicher sehen kannst.
Es wird ja bestimmt noch weitere EMDR Sitzungen geben.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 25. Okt 2020, 11:54 

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Hallo Meridian und alle Mitlesenden,

was mir helfen könnte, ist leider nicht möglich.

Ich glaube nicht, dass es eine Nebenwirkung des EMDR ist. Die belastende Situation war jetzt nicht auf hohem Level und wenn ich an die Situation denke, macht sie mir immer noch nichts aus.

Die zusätzlichen Telefongespräche werden wir erst noch festlegen, wenn es ans eingemachte geht. Ich möchste sie nicht jetzt schon mit "Kleinigkeiten" nerven.

Ja, mit meiner Therapeutin habe ich darüber gesprochen. Also wg. Corona. Aber bei dem Thema ist sie ja auch selber betroffen. Also ja wir alle. Und es wird ja nicht besser.

Ich kann nichts umsetzen, was mir sonst geholfen hat. Vielleicht versuche ich auch deshalb hier mal wieder zu schreiben. Aber selbst das hat große Überwindung gekostet.

Alles verunsichert mich. Die Situation auf der Arbeit, die Nachrichten (die ich möglichst nur noch morgens und abends höre). Die Unsicherheit, ob wieder eine Stunde abgesagt werden muss. Oder ob nicht doch die nächsten Termine aus gegenseitigem Schutz mit Maske stattfinden müssen (das fände ich ganz fürchterlich, weil da viel verloren geht).

Ich hoffe, Dir geht es zumindest wieder etwas besser. Ich hatte Deine Nachricht in Deinem Thread gelesen, bevor Du sie wieder rausgenommen hast. Ich hätte Dir gerne auch auf Aufmunterndes geschrieben, aber zur Zeit bin ich wohl nicht in der Phase, wo es wieder aufwärts geht.

LG und noch einen schönen Sonntag
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 25. Okt 2020, 13:01 

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Hallo Sonnenschein,

hm, es tut mir leid, dass ihr momentan so geht. Ich denke, du machst schon das, was du aktuell kannst - nicht zuviele Nachrichten hören (und ggf. versuchen, sich auch noch mit etwas anderem zu beschäftigen). Du hast hier geschrieben, das ist doch schon mal was - ich kenne es sehr gut, dass selbst das große Überwindung kostet, aber du hast es geschafft.

Ich kann deine Unsicherheit sehr gut nachempfinden, wenn man nicht weiß, ob und wie die nächste Stunde stattfinden kann, ob mit oder ohne Maske usw. Und es tröstet in dem Moment auch wenig, wenn man weiß, dass alle im gleichen Boot sitzen, auch wenn das die Wahrheit ist.

Es stimmt: es geht mit Maske viel verloren (ich habe es kürzlich beim Gespräch mit dem Facharzt auch gemerkt), doch ich finde es immer noch viel besser als nichts / kein Gespräch zu haben (ist bei mir auch nur alle paar Wochen).
Wäre für dich dann Videotelefonie eine Alternative? Das könnte dann ohne Maske stattfinden - wenn es zu arg wird für dich mit Maske usw. Ich denke, dass wir alle momentan ein bisschen flexibel sein müssen, um diese Zeit gut zu überstehen.
Das mit dem Masketragen und Lüften ist jetzt im Moment notwendig, vielleicht kommen aber auch wieder Zeiten, in denen man es verantworten kann, keine Maske tragen zu müssen - auf diese Zeiten würde ich erstmal hoffen.

In kleinen Schrittchen denken, schauen, was trotz Corona noch geht (ein Minispaziergang vielleicht, ein paar Luftzüge aus dem Fenster bei schönen Wetter, ggf. auch auf dem Balkon, eine Tasse Tee, ein Stückchen Schokolade, ein netter Film, ein Hörbuch... irgendetwas, was dir den Sonntag erträglicher macht).

Mich hat die Situtation eine Zeitlang auch sehr heruntergezogen, ich versuche, wie gesagt, in ganz kleinen Etappen zu denken (den Tag, der bei uns sonnig ist, gut überstehen), erst mal nicht weiter denken, sondern hier im jetzt sein.

Was verunsichert dich denn momentan am meisten? Möchtest du ein bisschen schreiben? Wie wird auf der Arbeit mit der Situation umgegangen?

LG Mime

_________________
Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)


 
 
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