Notfallnummern
 

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BeitragVerfasst: 30. Sep 2021, 14:35 

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Hallo an alle,

ich will mal wieder ein Gefühl aus meiner heutigen Therapiestunde mit euch teilen in der Hoffnung, dass ich das dadurch etwas sortiert bekomme.
Das fing ganz harmlos an und wurde im Laufe der Stunde immer heftiger, ohne dass ich noch gegensteuern konnte. Ich hatte immer mehr den Eindruck, ich rede mich um Kopf und Kragen, wobei ich natürlich weiß, dass alles angesprochen werden kann.
Irgendwann fiel mir auf, dass ich mich in so einer Endlosschleife der Zustandsbeschreibung befinde, ohne jemals wirklich an den Punkt zu kommen, etwas zu verändern.
So als würde es mir reichen, wenn der Therapeut mir zuhört, freundlich nickt und mir bestätigt, dass er mich versteht und auch noch weiterhin für mich da ist.
Was er aber nicht getan hat, sondern er hat nachgefragt, widersprochen, meine Aussagen ganz anders gedeutet, blieb da ziemlich hartnäckig und konfrontativ und ließ mich dann mit einem Satz gehen, an dem ich jetzt noch schwer zu knabbern habe.
Und schon ist mein Fluchtreflex wieder da.
Therapie kann so eine Zumutung sein.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 30. Sep 2021, 20:38 

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Liebe meridian, ich freue mich immer von deinen Therapieefahrungen zu lesen, wo unsere Verläufe doch so ähnlich zu sein schienen. Doch jetzt bin ich fast etwas neidisch, dass du anscheinend so viel Feedback erhalten hast. Ich möchte deine Verwirrung, Zweifel und Unzufriedenheit überhaupt nicht kleinreden. Das kann ich sehr gut verstehen.
Ich hatte gestern - wie schon häufig - ein ähnliches Gefühl. Ich rede und rede, immer wieder die gleichen Schwierigkeiten, eigentlich schon alle Gründe und Ursachen verstanden und kann anscheinend doch nix ändern. Und was macht mein Gegenüber? Stimmt meinen Ursachendeutungen zu, klar dass ich mich so verhalte, alles nachvollziehbar! Und jetzt? Hab ich auch gesagt: Wenn alles so nachvollziehbar und verständlich ist, wie soll sich dann was ändern? Von ihm kam aber fast nix. Mich macht das wütend und hilflos zugleich. Und ja: auch bei mir entstehen nach solchen Stunden Fluchtgedanken. Was soll die Therapie noch bringen? Ich kenne meine inneren Kämpfe, meine kranken Gedankengänge.
Wie findest du mit etwas Abstand die Interventionen deines Therapeuten? Kannst du mit seinen provokanten Äußerungen was anfangen!
Liebe Grüße


 
 
BeitragVerfasst: 30. Sep 2021, 21:44 

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Liebe iffy,

schön, wieder von dir zu lesen, auch wenn du in deiner Therapie gerade ebenfalls eher frustriert bist, was nachvollziehbar ist.
Für mich kam die Konfrontation etwas überraschend und ich fühle mich irgendwie nicht mitgenommen von ihm. Andererseits verstehe ich, dass er sich nicht zum xten Mal geduldig und verständnisvoll anhören mag, warum ich mich so und nicht anders verhalte (verhalten kann).
Wie du schon schreibst, das Problem, die Gründe und die Ursachen sind ja größtenteils bekannt (obwohl er da heute noch andere Aspekte mit eingebracht hat) und jetzt geht es um die Veränderung.
Will ich sie überhaupt oder ist es "sicherer" für mich, im jetzigen Zustand zu bleiben, weil ich den wenigstens kenne?
Heute hatte ich den Eindruck, jetzt forciert er das Tempo, was vielleicht notwendig ist, weil ich sonst aus dieser Endlosschleife nicht herauskomme.
Es ist ja eher selten, dass er so interveniert.
Würdest du dir denn wünschen, dass dein Therapeut die Therapie eher in diese Richtung steuert und weiß er von deinen Gefühlen der Wut und Hilflosigkeit?
Jedenfalls haben wir zur Zeit beide Fluchtgedanken, weil die Therapeuten sich nicht nach nach unseren Erwartungen richten.
Das ist echt alles nicht einfach, aber das hat uns ja auch keiner versprochen, oder?

Liebe Grüße


 
 
BeitragVerfasst: 1. Okt 2021, 07:17 

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Hallo Meridian,

als ich Deinen Beitrag oben gelesen habe, dachte ich auch: "Vielleicht möchte er eine Veränderung bewirken". Vielleicht denkt er, dass Du nun mehr Unterstützung brauchst und hat deshalb nachgebohrt und neue Aspekte reingebracht. Vielleicht denkt er, dass alleine durch Zuhören und Verständnis keine Veränderung zu erreichen ist. Kannst Du ihn das nicht beim nächsten mal fragen? Was er damit bewirken wollte und was dieses Vorgehen mit Dir macht? Mit dem Fluchtimpuls na ja, was ist einfacher sich den Dingen\Problemen zu stellen oder weiterhin zu vermeiden? Vermeiden fühlt sich erst mal richtig und gewohnt an, weil es ja schon ein jahrelang bestehendes Verhalten ist, was ja Vorteile bringt. Man ist unangenehme Gefühle schnell los und erleichtert. Vermeiden ist deshalb so stabil, weil es sich immer wieder selbst belohnt, immer wenn man vermeidet. Vermeiden zu durchbrechen ist eine bewusste Entscheidung und ein bewusstes daran arbeiten. Vielleicht wollte er einfach Bewusstheit für die Vermeidung schaffen.

LG Gartenkobold


 
 
BeitragVerfasst: 1. Okt 2021, 07:53 

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Zitat:
Will ich sie überhaupt oder ist es "sicherer" für mich, im jetzigen Zustand zu bleiben, weil ich den wenigstens kenne?

Tja - diese Befürchtung hab ich auch in den Raum geworfen. Ist mein Wille einfach nicht stark genug, müsste ich mich mehr zusammenreißen, anstrengen? Da ich - wie wahrscheinlich viele von uns - sich sehr wohl zusammenreißen (müssen) und tagtäglich kämpfen, hat er das eher in Frage gestellt. Jede Handlung hat einen (wenn auch unbewussten) Sinn; um etwas anderes zu vermeiden. Was könnte zum Vorschein kommen, wenn wir das Verhalten verändern würden? Bei mir schwabbt immer wieder das Gefühl auf „Ich halte das nicht aus“. Es ist noch nicht so ganz klar, was ich glaube nicht aushalten zu können. Und vielleicht ist die Angst davor auch größer als die Realität zeigen würde. Aber was wenn nicht? Halte ich es dann aus?
Fragen über Fragen…..
Und ja: ich wünsche mir derzeit wirklich, er würde mehr intervenieren. Und ja: ich fühle mich auch in einer Endlosschleife….es ist echt schwierig.
Aber wir fliehen nicht….in dem Vertrauen, dass die Herren schon wissen was sie machen :?
LG


 
 
BeitragVerfasst: 1. Okt 2021, 12:00 

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Hallo iffy,

mein Therapeut ist VTler, ist halt eine andere Herangehensweise. Er würde mir den Tipp geben bei dem Gedanken: "Ich halte das nicht aus" zu überprüfen. Ist es wirklich so, dass ich das nicht aushalten kann, oder ist es „nur“ sehr sehr unangenehm, aber doch aushaltbar. Dann wird das immer so sein usw. Er würde versuchen den Gedanken zu verändern. Soweit die Theorie. Ich selber denke auch sehr oft: "Ich kann das nicht". Überprüfung: Kann ich das wirklich nicht, oder ist es einfach mega-unangenehm und anstrengend. Ich kann es aber doch. Soweit die Theorie. Mal sehen was aus der Praxis wird. Erkenntnisse umsetzen ist nicht meine Stärke :shock:.

LG Gartenkobold


 
 
BeitragVerfasst: 1. Okt 2021, 14:01 

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Der letzte Beitrag von Gartenkobold trifft es ziemlich gut.
Ist es wirklich "Ich halte es nicht mehr aus" oder -nur- sehr unangenehm.

ich habe die VT bei meiner Therapeutin irgendwann "auf Eis gelegt", da von ihr keinerlei
echtes Feedback und/oder Intervention kam.
Das Gefühl, nur noch die Zeit "totzureden" mit belanglosem Inhalt hat mich dann zum beenden gebracht.

Die Zeiten in diversen Akutkliniken und Rehakliniken haben mich wahrscheinlich alles
wesentliche zum Thema Depression gelehrt (gerade die letzten 8 Wochen in der Akut Anfang 2021).

Dazu muss ich folgendes anmerken, ein Mitpatient aus der Klinik (den ich aber nur vom Sehen kannte),
hat sich während meines Aufenthaltes dort aus der Klinik entfernt, wurde 2 Tage gesucht und dann
leider "zu spät" gefunden.

Man lernt durch solche Erfahrungen aus dem direkten Umfeld, wie gefährlich eine Depression sein kann und vor allem folgendes: "Ich halte es nicht mehr aus" - was bedeutet dieser Satz.

Ich versuche mich mit der Depression zu arrangieren. Ja, auch wenn es bedeutet sich täglich viel zu viele Medikamente (ADs etc. pp.) reinzuschütten. Wenn ich dafür aber leben kann, ist es der Preis.

Das halte ich aus, aber es ist manchmal hart an der Kante.


 
 
BeitragVerfasst: 1. Okt 2021, 14:09 

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Halo ihr,

das mit dem Provokationen kenn ich auch. Manchmal fühlt man sich nicht ernst genommen. Bei mir lag es vielleicht daran, dass das auch so lustig sein kann und mich so zum Lachen gebracht hat. Das brachte mich insgesamt wieder in Schwung, inklusive der ganzen negativen Seiten auch. Der Mensch war sozusagen das perfekte Gegenstück zu mir. Das Leben fing an, wieder mehr Spaß zu machen.
Manchmal hab ich mich beschwert, dann kam immer die Frage der Art "Soll ich jetzt etwa..." von ihm, worauf ich dann grinsend "Nö" gesagt habe.
Angenehm war das auch oft nicht, oder zumindest fühlte sich das so an. Vielleicht hat das nach außen auch ganz anders gewirkt, weil ich tatsächlich oft gelacht habe.
Dass er ein ernsthafter Mensch ist mit immer dem Schalk im Nacken, wusste ich ja bereits.
Nach einem Jahr oder so konnten wir mal über das wirklich Schwierige reden und das war dann durchstehbar, irgendwie.
Mit dem Umsetzen von Erkenntnissen haperts bei mir auch. Das ist wohl ein schrittweises Training. Aber wenn das im Kopf schon mal mit Spaß assoziiert ist, wird das wohl noch mal etwas im derzeitigen Leben
;)
Schönen Tag euch.


 
 
BeitragVerfasst: 1. Okt 2021, 15:05 

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Huhu,

es hängt meiner Meinung auch davon ab, was man nicht auszuhalten "glaubt". Ich würde eher sagen Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Resignation, Angst, Anspannung, Zukunfsängste, Druck, ein Therapeut der nichts sagt, ein Therapeut der ständig abwesend ist (unsichere Bindung)...oder, oder. Ich kann nicht so genau differenzieren in der Situation in der ich glaube "ich halte es nicht mehr aus" oder "ich kann das nicht" (Behördenirrsin, Einkaufen, Aufstehen oder, oder...). Ich finde, das ist sehr von Person und Situation abhängig.
Aber auch bei depressiven Symptomen "Ich halte es nicht mehr aus"...bei mir ist das auch des Öfteren hart an der Grenze und ich werde einen Umgang damit lernen (müssen). Ich halte es nicht mehr aus, aber die nächsten 30 Minuten schon noch. Dann liegt mein Notfallplan da und den arbeite ich ab und funke um Hilfe. Wenn ich weiß es gibt Hilfe, dann ist die Situation nicht mehr ganz so hoffnungslos und ausweglos und bis es Hilfe gibt kann ich aushalten. Wichtige ist mir der Notfallplan, denn wenn es mir so schlecht geht, dann kommt mir all das, was mir helfen könnte nicht in den Sinn. Dann schaue ich nach und mache einfach. Ist auch erst mal suboptimal, da man ja auf Hilfe von außen angewiesen ist, aber man bekommt erst mal Hilfe und muss nicht mehr aushalten. Wie ich weiter damit umgehen, werde ich sehen wenn meine Neigung zu Krisen abgenommen hat. Bei dem Ganzen lerne ich auch, das Krisen vorbei gehen und es danach weitergeht. Das ist schon mal positiv!

LG Gartenkobold


 
 
BeitragVerfasst: 2. Okt 2021, 21:51 

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Bin gerade etwas verwirrt :roll:
Hatte ich nicht heute mittag einen Beitrag von meridian gelesen? Ich wollte gerade darauf eingehen, weil ich mich - wie schon so oft - angesprochen und berührt fühlte….und jetzt ist er weg :?:


 
 
BeitragVerfasst: 2. Okt 2021, 22:02 

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Sorry, ich hätte etwas dazu schreiben und nicht einfach löschen sollen.....
Das, was in der letzten Stunde passiert ist, war doch heftig und es beschäftigt und verwirrt mich
immer noch. ich weiß einfach nicht, was ich damit machen soll.
Schade, denn ich hätte deine Antwort gerne gelesen.

Liebe Grüße


 
 
BeitragVerfasst: 3. Okt 2021, 14:54 

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Ich schreibe jetzt doch noch mal etwas dazu:
Aus euren Beiträgen habe ich herausgelesen, dass jede /r von euch andere Grenzen hat, was das
Aushalten angeht und entsprechend auch andere Strategien entwickelt, mit der Depression, schwierigen Situationen und Ereignissen umzugehen.
Mir ist klar geworden, dass ich in der letzten Therapiestunde an eine Grenze gekommen bin und sich jetzt entscheidet, wie es weitergeht.
Und ich denke, es musste so kommen, weil die Therapie sonst stagniert hätte.
Ein schmaler Grat für den Therapeuten, aber eben auch für mich.
Dabei geht es um Selbstschutz und wie weit darf und muss der Therapeut vielleicht auch gehen,
damit der Selbstschutz nicht die Veränderung blockiert und verhindert.
Das ist eine schwierige Frage für mich gerade und deshalb habe ich meinen Beitrag gestern wieder gelöscht.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 3. Okt 2021, 15:20 

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Hallo Meridian,
da sprichst du etwas sehr wichtiges an.
LG Gertrud


 
 
BeitragVerfasst: 3. Okt 2021, 15:29 

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Hallo Meridian,
ich wünsche dir, dass du das Dilemma zwischen dem schmalen Grat des Selbstschutzes (manchmal ist es auch die Angst vor Veränderung) und den Bemühungen deines Therapeuten ein kleines Stückchen darüber hinaus zu gehen (mit dem sicheren Auffangnetzes des therapeutischen Prozesses) auflösen kannst.
Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass mir genau diese schwierigen Stunden nachhaltig geholfen haben. Zunächst war ich - genau wie du - verunsicherst, verletzt, habe über Abstand halten nachgedacht, die Vertrauensbasis angezweifelt....
Mir hilft dann immer aufzuschreiben, was die Stunde mit mir gemacht hat und wirklich dabei bei mir und meinen Gefühlen zu bleiben und nicht zu deuten oder mir Gedanken über die Gedanken des Therapeuten zu machen. Das geht dann vor der nächsten Stunde per Mail an die Therapeutin und ist Einstieg. Oft zwickt und zwackt es dann noch einmal, weil sie natürlich ihre Sichtweise auf die Stunde auch widerspiegelt und häufig Aspekte reinbringt, die man zunächst nicht hören möchte, weil es weh tut.
Ich wünsche dir, dass du in der nächsten Stunde eine Weiche für dich stellen kannst und der weitere Weg gangbar wird.
Fand es schade, dass du deinen Beitrag gelöscht hast. Ich glaube, dass was du beschrieben hattest, haben Viele hier am eigenen Leib erfahren und meist bestimmt nicht nur einmal während des oft langen Therapieprozesses. Und ja, jede(r) nimmt Grenzen anders wahr, hält subjektiv gesehen mehr oder weniger viel aus und bewertet dies anders, aber darum geht es aus meiner Sicht nicht, sondern wichtig ist, wie jeder mit seinen persönlichen Grenzen umgeht und was er/ sie bereit ist zuzulassen.
Alles Gute für die kommende Stunde!


 
 
BeitragVerfasst: 3. Okt 2021, 18:07 

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Hallo SonneundDunkelheit,

ich denke, du hast recht, das ist wohl für viele ein Thema, die Therapie machen und nur mit Zuhören, Verständnis und Bestätigung ist es halt in einer Therapie auch nicht getan.
Aber dass das Umschwenken in der Stunde auf Konfrontation mich noch so verunsichern kann, das hat mich dann doch überrascht, denn ich bin ja nicht mehr am Anfang der Therapie und es ging schon manches Mal emotional hoch her in dieser Zeit.
Der Thread heißt ja nicht umsonst Zweifel und Ängste :).
Aber grundsätzlich vertraue ich dem Therapeuten und ich denke, er weiß, was er tut.
Nur manchmal staune ich immer noch, dass er mir offensichtlich zutraut, damit umgehen zu können. Es wäre schön, wenn ich dieses Vertrauen in mich selbst auch hätte, aber dann bräuchte
ich wohl keine Therapie mehr....
Danke für deine Antwort und für die guten Wünsche.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 30. Nov 2021, 14:28 

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Ich habe heute das Startgespräch für eine analytische Psychotherapie.
Da diese Form der Therapie hochfrequent ist und ohne direkten Blickkontakt
mit dem Therapeuten, frage ich mich schon jetzt ob ich dem gewachsen bin.
Ich berichte davon.


 
 
BeitragVerfasst: 30. Nov 2021, 14:46 

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Ich drück dir die Daumen, dass es für dich passt.
Ich denke man kann nicht "analytische Therapieabläufe" über einen Kamm scheren. Mein Therapeut schaut mich schon an :) zumindest ab und zu. Ich selbst blicke auch meist an ihm vorbei, auf den Boden oder an die Wand. Ich habe den Eindruck, er steuert das, was ich sage mit Blickkontakt - oder eben nicht; als Beispiel: ich sag was - schaue ihn an - er schaut weg....dann denk ich mir: okay, das scheint jetzt wohl nicht so interessant, passend oder was auch immer gewesen zu sein...
Weißt du was ich meine?

Bericht mal wie's war


 
 
BeitragVerfasst: 30. Nov 2021, 15:31 

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Ich wünsche dir viele neue Erkenntnisse und dass die Therapie dich weiterbringt, also das für dich ist, was du dir von ihr erhoffst.
So eine Analyse stelle ich mir sehr spannend, sehr intensiv vor. alleine die Vorstellung, so viel Zeit zu haben
für die Beschäftigung mit den eigenen Themen, sich das langsam entwickeln lassen....
Ich verstehe aber auch deine Sorge, dass es dir zu viel sein könnte, du lässt dich ja jetzt schon auf ein Abenteuer ein, hast aber auch ein Gegenüber, der das Ganze steuert.
Das mit dem Blickkontakt ist tatsächlich interessant.
Mir geht es so ähnlich wie iffy, ich schaue den Therapeuten meistens auch nicht direkt an, wenn ich rede, weil mich das ablenken würde von dem, was ich erzähle.
Es interessiert mich, wie du das im Verlauf der Therapie erlebst.


 
 
BeitragVerfasst: 2. Dez 2021, 10:10 

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Die Therapeutin hat mir mehrere Tage Bedenkzeit gegeben, ob ich wirklich
dieses Langzeitprojekt starten möchte.
Ich werde zusagen. Es ist eine Chance, für die ich lange gekämpft habe.
Mein Facharzt bestätigt mich in dieser Haltung.
Mein Ziel ist die Antwort darauf, weshalb ich so bin (geworden bin seit 2015) wie ich jetzt bin.
Und daraus möchte ich es dann schaffen, eine Strategie gegen meine Depressionen und Angststörungen zu bauen. Oder eine Strategie um mit den Erkrankungen gut leben zu können.
Ich bin sehr gespannt, auf die Dinge die da kommen....


 
 
BeitragVerfasst: 5. Dez 2021, 11:31 

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Das ist ein gutes und erreichbares Therapieziel, sich selbst besser zu verstehen und auch akzeptieren zu können.
Für mich war bzw. ist das Verstehen die Voraussetzung, die Veränderung erfolgt dann in der
ständigen Auseinandersetzung mit dem Therapeuten.
Allerdings ist das mühsam und zeitweise sehr frustrierend und schmerzhaft, aber es lohnt sich
und es ist auch spannend, weil man nie genau weiß, zu welchen Erkenntnissen man im Laufe der Therapie kommt und ob oder wie wie man das im Alltag umsetzen kann.


 
 
BeitragVerfasst: 6. Dez 2021, 17:17 

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Ich habe heute einen weiteren Termin für die Startphase der Therapie bekommen.
Ist es üblich, dass zu / vor Beginn einer solchen Therapie mehrere "Erst"- Gespräche geführt werden?


 
 
BeitragVerfasst: 6. Dez 2021, 21:01 

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Es muss wohl vor Beginn der Therapie mindestens eine psychotherapeutische Sprechstunde durchgeführt werden, bei mir waren es aber auch zwei.
Das wird dann auf dem Antrag, der an die Krankenkasse geht, vermerkt.


 
 
BeitragVerfasst: 6. Dez 2021, 22:04 

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Bei der gesetztlichen Krankenkasse ist es üblich, dass man mehrere Probestunden bekommt. Die werden irgendwie anders abgerechnet als die dann bewilligte Therapie.


 
 
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