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BeitragVerfasst: 3. Sep 2020, 21:49 

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Hallo Leute,

Diese zwei Therapien sollen ja hilfreich bei chronischen Depressionen.

Bei ersterem geht es wohl hauptsächlich um soziale Bindungen, um Situationen weniger negativ zu bewerten und anderes Verhalten zu Kontaktpersonen zu üben, zb. selbstsicherer.

Und bei zweiterem ein erweitertes Genuß / Aktivierungstraining, um dem Gehirn wieder positive Gefühle bei Aktivitäten "anzutrainieren",

Wenn ein kassenzugelassener Therapeut in einer dieser Therapierichtungen ausgebildet ist, kann man es wohl im Rahmen einer Kassentherapie , Verhaltenstherapie, bezahlt bekommen.
Es gibt nur bisher sehr wenig Therapeuten die es anbieten.

Ich frage mich, ob eines davon für mich etwas ist?
In meiner letzten Therapie, die nach einigen Konfrontationsübungen und klassischer Verhaltenstherapie, auch andere Ansätze anriß (natürlich leider viel zu kurz) kam beides kurz vor.

Und ich sah hier folgende Probleme:

- Für CBASP habe ich täglich viel zu wenig soziale Interaktion, lebe alleine, sehr wenig soziale Kontakte, keine Arbeit, bin schon sehr lange krankgeschrieben. Ich müsste mir bei einer wöchentlichen Therapie, dann schon Dinge aus den Fingern saugen oder die wenigen soziale Situation nehmen, die mir jede Woche passieren, selbst wenn sie gar nicht konfliktbehaftet waren. Oder Dinge die in der Vergagenheit liegen, aber an die man sich nicht mehr 100% erinnert.
Macht CBASP dann überhaupt Sinn? Oder nur im Rahmen einer Tagesklinik oder Gruppentherapie, wo man automatisch mit Leuten in Kontakt kommt? Wobei ich denke man soll auch Beispiele nehmen, die aus dem eigenen Alltag, ausserhalb Therapie/Klinik stammen?

- Für den Anfang des Genußtrainining/ Positiv Affect Treatment, hatte ich damals nicht genug Antrieb und Durchhaltevermögen. Man muss ja Dinge regelmäßig machen und dutzendmal , vielleicht hundertmal wiederholen , bis sie positiv besetzt sind und man sie vielleicht auch "freiwillig" macht ohne jedesmal den inneren Schweinehund überwinden zu müssen. (Mein "Schwarzer Hund" wird langsam so groß wie Godzilla...). Vielleicht geht das aber bei einer P.A.T. Langzeit Therapie trotzdem, weil man wirklich ganz klein anfängt? Bei meiner letzten Therapie waren ja nicht so viele Therapiestunden dafür vorgehen.

Hat jemand Erfahrung mit den o.g. Therapien?

LG Hobbes


 
 
BeitragVerfasst: 20. Jul 2021, 13:14 

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Hat hier im Forum noch keiner Erfahrungen damit gemacht?


 
 
BeitragVerfasst: 27. Jul 2021, 12:24 

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Hi Hobbes,

ich kann nicht mit Erfahrung(en) dienen.

Mir ist jedoch aufgefallen und im Kopf hängen geblieben - und deshalb schreibe ich Dir -, dass Du zu wenig soziale Kontakte hast, weshalb Du (Dich) fragst, ob dann eine auf CBASP beruhende Therapie etwas nutzen könnte.

Wie gesagt, ich habe keine Erfahrung mit dieser Therapievariante, aber einen Gedanken, der mir kam, als ich Deinen Post gelesen habe, nämlich, warum Du keine sozialen Kontakte hast? Hast Du Familie? Hast Du keine Nachbarn? Gehst Du nicht einkaufen?
Und selbsg wenn Du nun alle meine Fragen mit "nein" beantwortest, könnte diese Therapie trotzdem hilfreich sein, nämlich um mit ihr und in ihr zu lernen, "aus sich heraus zu kommen", Kontakte zu knüpfen.

Ich wünsche Dir Liebes und Gutes. Herzliche Grüsse, Strohi


 
 
BeitragVerfasst: 31. Jul 2021, 11:06 

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Hallo Strohi, danke für die guten Wünsche :hello:

Doch ich hab schon Freunde und Verwandte, aber sehr wenige mit denen ich enger Kontakt habe. Und die haben auch sehr wenig Zeit oder ich zu wenig Antrieb, so dass wir uns selten sehen. Und so viele Konflikte gibt es da auch nicht (zu meinem Freunden harmonischer Kontakt, wenn auch sehr selten) oder immer die gleichen.

Zu Nachbarn habe ich keinen Kontakt weiter als grüssen (hab bei Nachbarn auch kein Interesse an näherem Kontakt) und beim Einkaufen habe ich auch nicht mehr Kontakt als "hallo, danke und auf Wiedersehen"


Die CBASP Stunden habe ich als sehr konstruiert und theoretisch erlebt, ich verspreche ich mir mehr von P.A.T. Das ist in Deutschland aber noch kaum verbreitet. Ich habe hier im Umkreis keine einzige Therapie dazu gefunden.

Vielleicht finde ich einen Therapeuten der viel Erfahrung mit chronischer Depression hat und das der P.A.T. verwandte Genusstraining im Rahmen einer Verhaltenstherapie anbietet.


 
 
BeitragVerfasst: 11. Aug 2021, 10:45 

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Hallo,

ich bin nach einer langen Suche auch auf CBASP gestoßen.
Ich habe auch zwei Verhaltenstherapien seit 2012 gemacht. Meine letzte hat im März 2020 geendet. Ich habe mich jetzt bei einer Therapeutin auf die Warteliste setzen lassen, die dass Verfahren anwendet. Kann aber erst wieder nächstes Jahr im Frühjahr mit einer Therapie beginnen. Es ist schade, da diese Therapeutin schon im Oktober wieder Plätze frei hat - aber die Krankenkasse stimmt nicht zu. Wie weit bist du? Da, du wahrscheinlich auch chronische Depressionen hast - nimmst du Medikamente? Grüße


 
 
BeitragVerfasst: 12. Aug 2021, 14:34 

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Hallo Hobbes,

Im Rahmen einer VT hatte ich einige Stunden mit Schwerpunkt CBASP.

Ich denke, dass soziale Interaktionen schon wichtig bzw. Voraussetzung sind, um Situationsanalysen zu erstellen und neues Verhalten zu üben. Natürlich kannst du auf Vergangenes zurückgreifen, aber das erschöpft sich, und dir fehlt das Feld zum Üben.

Ansonsten habe ich die Beschäftigung damit als hilfreich wahrgenommen, um zu lernen, öfters in eine aktive und gestaltende Rolle zu kommen; im Gegensatz zur passiv-aggressiven Haltung, die sich im Rahmen einer chronischen Depression wohl verstärkt einstellt.

Wenn du noch mehr dazu wissen willst, frag' einfach.

Alles Gute und liebe Grüße!
Max


 
 
BeitragVerfasst: 16. Aug 2021, 08:53 

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Hallo Winterkind04,

Ja ich hab chronische Depression, etwa 17 Jahre. Habe schon viele Medikamente durch, nichts hat wirklich geholfen (eine Zeit lang gab Elontril wenigstens geringfügig Antrieb). Bei der Therapeutensuche bin ich noch nicht weitergekommen.

Hallo Max76,

Du fandest CBASP nicht zu konstruiert und theoretisch und konntest Techniken die du daraus gelernt hast, im Alltag anwenden?

Ja ich habe oft keine einzige größere soziale Interaktion in der Woche, die sich dann besprechen liesse. Es stimmt ich habe eine starke passive Haltung, ich lehne im Moment die meisten Aktivitäten ab, denn es ist mir einfach alles zu viel! Ich kann einfach nicht mehr, bin schon vom Haushalt total überfordert.
Wenn ich mich bei jemandem melden sollte um etwas zu unternehmen mache ich es nicht oder nehme das Telefon nicht ab.

Eine echte Zwickmühle, alles ist zu anstrengend und bringt auch keine Freude aber andererseits ist die Inaktivität auch oft quälend, extrem langweilig, die Tage gehen nicht vorbei. Bin froh wenn es Abend ist und ich endlich wieder in mein Bett kann (tagsüber dösen oder schlafen ist schon seit langem tabu sonst bekomme ich enorme Schlafstörungen).
Bin schon seit Jahren nicht fähig, etwas zu ändern. Das letzte Mal, dass ich etwas aktiver war, ist 2011-2013 gewesen! Therapie hatte auch nicht viel geholfen.

Gruß,
Hobbes


 
 
BeitragVerfasst: 16. Aug 2021, 19:39 

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Wie wäre es denn dann mit einer tagesstrukturierenden Maßnahme? Zb einer Tagesstätte?

Ich bezweifle das bei deiner Lebenssituation einmal die Woche Therapie reicht...


 
 
BeitragVerfasst: 17. Aug 2021, 12:46 

Registriert: 31. Aug 2017, 07:08
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Du hast schon recht, ich bräuchte mehr Tagesstruktur, nur während Corona finde ich das (mit Fremden) schwierig.

Bin zwar geimpft, aber mit Masken, Abstand und einer Restunsicherheit wenn man mit vielen fremden Menschen (teils ungeimpft?) in Innenräumen zusammenkommt, ist mir das zu viel. Habe gehört das Programm in Tagestätten und Tageskliniken ist im Moment auch eingeschränkt.

Daher entweder noch weiter durchhalten oder Einzeltherapie machen, auch falls ich nur eine "normale" VT finden kann im Umkreis.


 
 
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