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BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 12:47 

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Fändet ihr es in Ordnung, eure Therapeutin nach diesen Dingen zu fragen?
Ich finde es eigentlich wichtig als Patient zu wissen, was meine Therapeutin für berufliche/fachliche Vorkenntnisse hat. Ich habe durch Zufall wieder was Neues mir bisher Unbekanntes herausgefunden, was mir zu Beginn der Therapie nicht gesagt wurde. Ich habe es leider auch versäumt, konkret nach der Qualifikation zu fragen. Aber mich würde es doch sehr beruhigen, wenn sie das jetzt noch erläutern würde. Mein Misstrauen wächst nämlich sonst.

Alles, was ich offiziell weiß, ist, dass sie noch in der Therapeutenausbildung ist und dass es da wohl eine Supervision gibt. Aber ich weiß nicht, wie das zusammenpasst mit dem, was ich jetzt durch Zufall/Recherche weiß, was sie gleichzeitig/vorher im psychologischen/therapeutischen Bereich macht. Ich habe z.B. meine "Krisen-Mail" an eine andere Einrichtung (Universität) geschickt, als bei der, wo ich dachte, dass sie die Ausbildung macht. Was mich stutzig macht - vor allem auch, weil da sensible Sachen in der Mail standen. Vor Beginn der Therapie wurde ganz klar festgelegt, dass sie beim Ausbildungsinstitut XY ist, ich habe dazu auch was unterschrieben. Es entstehen Fragen dadurch. Wärt ihr nicht auch verwundert, wenn die Therapiemailadresse (die ich vorher nicht kannte) dann plötzlich eine ganz andere ist? Man kann eine Studenten-Uni-Mail nur solange nutzen, wie man eingeschrieben ist ... auf meine erste schriftliche Nachfrage zu meiner Verwunderung dazu, dass dies eine Studenten-Mail ist und diese ja eigentlich nach Studium verfallen, hieß es nur, sie könne diese weiterhin nutzen. Bisschen unrealistisch 4 oder 5 Jahre nach einem abgeschlossenem Studium, das sie ja haben muss als Therapeutin in der Ausbildung ... mich würde es sehr stutzig machen, wenn sie mir das wirklich so verkaufen will, sie würde mich damit indirekt anlügen/nicht ehrlich sein. Und wenn das da schon nicht geht, frage ich mich, wie dann bei Antworten zu meiner sensiblen Mail/meiner Thematik?

Glaubt ihr, sie würde sich über Nachfragen jetzt wundern? Wenn es ein großes privates Geheimnis wäre, was sie sonst so macht, dann hätte sie mir ja klugerweise eine neutrale Mailadresse geben können, oder? Oder denkt sie mal wieder einfach nicht darüber nach, welche Informationen sie rausgibt (ähnlich wie bei dem für jedermann auffindbarem Datingprofil)?

Also mit anderen Worten: Fändet ihr es angemessen, da nachzufragen, was es damit auf sich hat? Könnte die Therapeutin dieses Missverständnis evtl. nicht einfach beseitigen, wenn sie das kurz erklärt? Ich finde es zudem irgendwie beunruhigend: Ausbildung, ggf. Arbeit, ggf. Uni - wie soll bei so viel nebeneinander die Qualität der Ausbildung gesichert sein? Aber letzteres sind wieder nur Worst-Case-Gedankenspiele.


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 14:55 

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Hallo agentcooper,

ich finde, da kannst du schon nachfragen. Ich kenne das auch so, dass man Studenten-Mailadressen nach dem Studium nicht mehr weiterbenutzen kann. Als ich mich exmatrikuliert habe, wurde mein ganzer Account geschlossen. Gleich nach der Exmatrikulation kam ich in kein Onlineprogramm von der Uni mehr rein.

Vielleicht arbeitet sie ja seit dem Ende des Studiums nebenher an der Uni und benutzt diese Adresse immer noch. Trotzdem finde ich es auch seltsam, solche Emails von Klienten dann an eine andere Arbeitsadresse zu schicken. Bei manchen Arbeitgebern haben ja auch andere Leute Zugriff auf den Email-Account wie z.B. die Urlaubsvertretung, IT-Angestellte usw. Ich würde nicht wollen, dass von denen jemand meine Emails liest, die sie nichts angehen.

Ob sie sich wundern würde, dass du nachfragst, ist ja eigentlich egal. ;) Du wunderst dich und das ist ein Grund zum Nachfragen. :)

Liebe Grüße,
DieNeue


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 14:57 

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Hallo DieNeue,

ne, arbeiten kann sie da nicht. Es ist wie gesagt wirklich eine studentische Mailadresse, wie ich sie auch aus meinem Studium kenne. Und da ist es, wie von uns beiden beschrieben eben so, dass die futsch ist, wenn man fertig ist ...
Insofern kann vielleicht keine Urlaubsvertretung oder so Zugriff darauf haben, aber es ist insgesamt doch recht merkwürdig. Aber ich befürchte fast, dass sie meine Verwunderung darüber bzw. warum mein Misstrauen dadurch gefördert wird, auch wieder nicht verstehen kann ... Das stört mich ohnehin, dass sie sich offenbar nicht wirklich in meine Lage hineinversetzen kann.
Möglicherweise liegt da aber auch schon der Hund begraben; denn wenn man insgesamt so viel managen muss, bleibt evtl. weniger Zeit für die Ausbildung und das Verständnis für genau solche Problematiken bleibt aus oder wird nicht ausreichend "gelernt".

Ich stelle mir deshalb nun auch die Frage, ob sie fachlich eigentlich die richtige für mich ist.


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 15:17 

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Hallo agentcooper,
das mit der Mailadresse würde ich mir vielleicht erklären lassen, vielleicht ist das einfach aus praktischen Gründen so passend für die Therapeutin.
Mir wäre wichtig, dass derjenige, der mich therapiert, sich mit den Sachen auskennt, mit denen ich zu tun habe, oder sich darauf einlassen kann. Bei Behandlern in Ausbildung wäre das nochmal viel wichtiger, denn darauf kommt es letztlich an.
Das mal so ganz schnell.
Gruß Gertrud


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 15:38 

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Gertrud Star hat geschrieben:
Hallo agentcooper,
das mit der Mailadresse würde ich mir vielleicht erklären lassen, vielleicht ist das einfach aus praktischen Gründen so passend für die Therapeutin.

Mag sein, dass das praktischer ist. Aber warum ist es eine Uni-Adresse? Kann man neben der Ausbildung da noch was nebenbei machen, oder wie ist das zu erklären?


Zuletzt geändert von agentcooper am 22. Jul 2021, 15:39, insgesamt 1-mal geändert.

 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 15:39 

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Hallo Agentcooper,

vielleicht auf die Schnelle: die Zulassungsvoraussetzungen für eine Therapeutenausbildung sind streng und ein abgeschlossenes Studium in Psychologie gehört definitiv zu den Vorraussetzungen. Darauf kannst du dich also schon mal verlassen. Eine Psychotherapie-Ausbildung dauert zwischen 3-5 Jahre, je nach Institut und je nachdem, ob sie in Vollzeit oder Teilzeit absolviert wird. Die meisten arbeiten noch nebenbei, da die Ausbildung sonst nicht zu finanzieren ist. Manche arbeiten auch schon früh als Psychotherapeuten, da man häufig mit einem Ausbildungsvertrag in der Tasche schon eingestellt wird. Soweit also nichts ungewöhnliches. Innerhalb der Ausbildung ist ein Jahr Arbeit in der Psychiatrie verpflichtend, es ist auch schon möglich, das zu absolvieren, bevor die theoretische Ausbildung anfängt. Das erklärt vielleicht, warum sie noch andere Referenzen hat. Der zweite praktische Teil der Ausbildung wird manchmal innerhalb der Ausbildungsinstitute absolviert. Ich kenne es gar nicht anders, dass die Therapeuten während der Zeit private Emailadressen und Handynummern verwenden, da sie nicht bei den Instituten angestellt sind. Bis dahin kann ich in deinem Fall überhaupt nichts ungewöhnliches erkennen. Ich vermute auch, dass ihr Uniabschluss noch nicht 4-5 Jahre her ist.

Ich konnte meine Uniadresse auch noch lange benutzen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass sie gerade promoviert, auch das wäre nicht ungewöhnlich.

Ich bin mir sicher, dass es mit ihrer Qualität oder Qualifikation nichts zu tun hat.

Sie ist im Übrigen auch eine private Person und hat das Recht, mit ihren Daten, Informationen, Arbeiten und E-Mail-Adressen zu machen, was sie möchte :)

Falls es dir immer noch wichtig ist, dann sprich es an! Für mich klingt es ein bisschen so, als erwartest du eine Rechtfertigung?

Falls du noch weitere Fragen hast, kann ich gerne versuchen, die zu beantworten!


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 15:43 

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Ok, angenommen: Promotion + Arbeit + Ausbildung = wo bleibt da die Zeit für eine gute Ausbildung? Jetzt in der Phase, wo sie Patienten hat. Und was soll ich davon halten, wenn sie mir weiterhin die Lüge verkaufen würde, sie könne die Mailadresse einfach nach dem (Master-)Studium weiterhin benutzen? (Es ist faktisch nicht richtig, das weiß ich zu 110%).
Ich bin da echt misstrauisch.
Ich frage sie ja nach nichts privatem, es geht mir um ihre berufliche Qualifikationen und wie das mit der Ausbildung zusammenspielt. Ich finde schon, dass ich als Patient das Recht habe, das zu erfahren - quasi um zu wissen, mit wem ich es fachlich zu tun habe.


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 16:25 

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Ich kann deine Sorgen verstehen. Tatsächlich ist das die Arbeitsrealität vieler Therapeuten in Ausbildung. Die Ausbildung hat aber auch sehr hohe Qualitätsansprüche, unter anderem wird deswegen jeder Fall sehr regelmäßig supervidiert. Sehr viel häufiger als bei fertig ausgebildeten Therapeuten. Du hast also quasi das Glück, dass sich zwei Therapeuten mit dir beschäftigen. Die Approbationsprüfung am Ende und auch die regelmäßigen Zwischenprüfungen sind auch nicht ohne. Man kann es sich eigentlich nicht erlauben, dort nachlässig zu sein.

Wie gesagt, ich konnte meine E-Mailadresse auch weiter nutzen und das ist ganz sicher keine Lüge.

Natürlich darfst du nach ihrer Qualifikation fragen.


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 16:31 

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Danke.

E-Mail weiter nutzen: Naja, allerdings nicht bei der Uni, von der ich spreche. Da weiß ich es halt aus zuverlässiger Quelle...

Ich warte einfach ab, was sie beim nächsten Termin dazu sagt. Ich werde mir das dann erstmal anhören, ohne mich vorher groß dazu zu äußern oder womöglich zu emotional zu reagieren. Danach kann ich besser einschätzen, ob sie mir wirklich weiterhin diese krude Mail-Story auftischen will oder mit offenen Karten spielt. Ich hoffe, das ist alles nur ein Missverständnis und dass sie es nachvollziehbar erklären kann. Auch wenn ich mich frage, warum sie es nicht gleich in ihrer ersten Mail-Antwort aufgeklärt hat bzw. eher ausgewichen ist - dann wäre mir die Grübelei erspart geblieben.


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 16:46 

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Hallo agentcooper,

vielleicht hat sie als Co- oder Hauptautorin publiziert? Im Studium, bzw. während der Diplomarbeit (heute Master) hatte ich Co-Autorenschaften und da die Mail-Adresse im Paper angegeben ist, kann beim Rechenzentrum der Uni einen Antrag auf wesentlich längere Nutzung der Mailadresse gestellt werden. Damit Leser des Papers die Autoren kontaktieren können. Es passiert auch, daß der Hauptautor (Prof.) emeritiert wird. Dann beantwortet er möglicherweise keine Mails mehr zu seinen Papern, deshalb können auch Co.-Autoren ihre Email-Adresse sehr lange nutzen.
Frag doch einfach nach, bestimmt gibt es eine Erklärung für die Uni-Adresse.

LG Gartenkobold


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 16:54 

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agentcooper hat geschrieben:
[...] Ich warte einfach ab, was sie beim nächsten Termin dazu sagt. [...] Danach kann ich besser einschätzen, ob sie mir wirklich weiterhin diese krude Mail-Story auftischen will oder mit offenen Karten spielt. [...]


Hallo agentcooper,

ich denke, du solltest dein Misstrauen, das du offenbar gegenüber deiner Therapeutin empfindest, ansprechen. Sie ist dir aber meiner Meinung nach keine Rechenschaft schuldig wegen ihrer E-Mail-Adresse.

Es ist normal, dass man sich mit der Person der Therapeutin/des Therapeuten im Laufe der Therapie beschäftigt, doch bei dir kommt es mir ein bisschen so vor, als gäbe es da immer etwas Störendes für dich bzw. als ob du dich mit der Therapeutin insgesamt ein bisschen viel beschäftigst.

Ich wünsche dir, dass sich alles klären lässt und du gedanklich ein bisschen von dem Problematischen in der Therapie wegkommst.

VG und alles Gute
Mime

_________________
Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 19:26 

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mime hat geschrieben:
agentcooper hat geschrieben:
Es ist normal, dass man sich mit der Person der Therapeutin/des Therapeuten im Laufe der Therapie beschäftigt, doch bei dir kommt es mir ein bisschen so vor, als gäbe es da immer etwas Störendes für dich bzw. als ob du dich mit der Therapeutin insgesamt ein bisschen viel beschäftigst.

Ja, ich weiß, das ist ein Problem von mir. Auch dass ich dann zu sehr in die Grübelei komme. Ich denke, es liegt an meiner allgemein schlechten Verfassung (Einsamkeit, Probleme mit Studium etc.), dass ich mich nicht genug abgrenzen kann.


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 23:09 

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Eine Sache ist mir gerade noch eingefallen, vielleicht kann dich das auch etwas beruhigen: in der Phase der Ausbildung, in der Klienten betreut werden, ist sie theoretische Ausbildung in der Regel abgeschlossen. Das heißt, eine eigentliche Ausbildung findet zumindest theoretisch gerade nicht statt. Abgesehen natürlich von dem "Rahmenprogramm", welches die Weiterbildungsverordnungen in der Regel vorsehen.


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 23:09 

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Eine Sache ist mir gerade noch eingefallen, vielleicht kann dich das auch etwas beruhigen: in der Phase der Ausbildung, in der Klienten betreut werden, ist sie theoretische Ausbildung in der Regel abgeschlossen. Das heißt, eine eigentliche Ausbildung findet zumindest theoretisch gerade nicht statt. Abgesehen natürlich von dem "Rahmenprogramm", welches die Weiterbildungsverordnungen in der Regel vorsehen.


 
 
BeitragVerfasst: 22. Jul 2021, 23:09 

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Eine Sache ist mir gerade noch eingefallen, vielleicht kann dich das auch etwas beruhigen: in der Phase der Ausbildung, in der Klienten betreut werden, ist sie theoretische Ausbildung in der Regel abgeschlossen. Das heißt, eine eigentliche Ausbildung findet zumindest theoretisch gerade nicht statt. Abgesehen natürlich von dem "Rahmenprogramm", welches die Weiterbildungsverordnungen in der Regel vorsehen.


 
 
BeitragVerfasst: 23. Jul 2021, 01:01 

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Danke für die Info. Was ist denn unter dem Rahmenprogramm zu verstehen z.B.?


 
 
BeitragVerfasst: 23. Jul 2021, 07:23 

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Hallo Agentcooper,

Huch, meine letzte Antwort hat sich ja hier verdreifacht...

Das Rahmenprogramm ist in der Regel in den Ausbildungsvorschriften der Gesundheitsämter vorgesehen, betrifft also auch alle Therapeuten in Ausbildung. Es sieht in der Regel ein vorgeschriebenes Pensum an "freier Spitze" (Literaturstudium etc.), Selbsterfahrung (manchmal auch Lehrtherapie genannt), Intervisionsgruppen (Lerngruppen), Einzel- und Gruppensupervision vor. Es ist aber in der Regel nicht vorgeschrieben, wann dies zu absolvieren ist. Viele erledigen vieles davon zu Beginn der Ausbildung, manche schieben den Teil ans Ende, wenn sie mit der praktischen Arbeit fertig sind. Häufig wird das ganz einfach auch ein bisschen von den Lebensrealitäten des Einzelnen bestimmt, welche Phase wie viel Raum lässt. Und wie gesagt, die Therapeuten in Ausbildung sind eng begleitet, durch die Lehrenden, die Supervisoren und die Leitungen der Ausbildungsambulanzen. Sollte da an irgendeiner Stelle der Eindruck einer Überlastung entstehen, würde sofort interveniert werden. Ich habe mir damals meine Therapeutin bewusst an einem Ausbildungsinstitut gesucht, weil ich um die Qualität dort wusste.

Noch ein Gedanke: in der Ausbildung ist vor allem die praktische Arbeit von Relevanz. Man wird keine Therapeutin, in dem man Zuhause am Schreibtisch sitzt. Von daher werden auch Nebentätigkeiten häufig positiv bewertet.

Ich würde dir sehr wünschen, dass du über das Wochenende etwas Abstand zu dem Thema gewinnst und dich vor allem darauf konzentrieren kannst, was du für dich Gutes tun kannst, unabhängig von deiner Therapeutin. Vielleicht wird die Frage in deinem Kopf gerade etwas größer als nötig? Sie wird dir sicher alles gut erläutern können.


 
 
BeitragVerfasst: 24. Jul 2021, 10:11 

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Danke. Ich verstehe nur noch nicht so genau, weswegen man dann nebenbei noch promoviert. Oder nebenbei die Ausbildung macht. Ist die Ausbildung nur eine Notlösung, falls es mit dem Promovieren oder einer wissenschaftlichen Stelle nicht klappt? Entweder man wird gute Wissenschaftlerin oder eine gute Therapeutin, aber beides auf einmal? Bei irgendwas leidet doch dann die Qualität, wenn man auf so vielen Hochzeiten tanzt...


 
 
BeitragVerfasst: 24. Jul 2021, 11:28 

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Hallo agentcooper,
vielleicht möchte die Therapeutin auch beide Richtungen sich offen halten, oder sie interessiert sich für beides. Vielleicht hat sie auch einfach einen sehr hohen Intelligenzquotienten und ist auch sehr fleißig, braucht viel um ausgelastet zu sein. Auch unter angehenden Therapeuten gibt es solche.
Für mich ist immer schon schwer vorstellbar, wenn ich höre, dass jemand zusätzlich zu einer Stelle noch eine Fortbildung macht. Das kommt aber aus meiner Erfahrung. Für mich bedeutete meistens Schule, Studium und Arbeit, dass ich für das eine alleine schon durchschnittlich mindestens 11 Stunden am Tag unterwegs war und dann auch kaputt. Teils war ich da schon krank. Manche können sich auch mehr solchen "Luxus" leisten, weil sie anders abgesichert sind, also nicht für einen Job so viel Zeit investieren müssen. Und manche Jobs sind so entspannt, dass man nebenher lernen kann, erfuhr ich mal. Sowas hatte ich auch nie.
Es wird für alles eine Erklärung geben. Du neigst in meinen Augen dazu, das Mysterium Therapeutin zu tief ergründen zu wollen. Das muss nicht sein. Ich schätze mal, dass du auf Fragen auch Antworten bekommst, wenn es dich wirklich interessiert. Hab früher auch eher zuwenig gefragt.
Gruß Gertrud


 
 
BeitragVerfasst: 24. Jul 2021, 12:03 

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Hallo agentcooper,

es ist ja auch möglich verschiedene "Berufe" hintereinander zu machen. Ich war mal bei einer ärztlichen Therapeutin. Sie hat erst in der inneren Medizin als Assistesärztin und als Fachärztin gearbeitet und promoviert. Sich dann weiter auf Psychosomatik spezialisiert und eine Therapeutenausbildung gemacht und arbeit heute als Oberärztin in einer psychosomatischen Klinik und hat eine Praxis für PT mit Kollegen zusammen, sonst könnte sie das zeitlich auch nicht wuppen. Für mich kam sie als Therapeutin eher nicht in Frage, weil die Abstände zwischen den Sitzungen zu groß geworden wären. Möglich ist alles... Genauso kann eine Psychologische Psychotherapeutin auch eine Zeit in der Forschung arbeiten (ist ja viel Statistik und Fragebögen auswerten/entwerfen? Paper schreiben, Drittmittelanträge...) und später wieder als Therapeutin. Je nach Lebensplanung, Schwangerschaft, Elternzeit.... Ich mache mir da nicht mehr soviele Gedanken. Wie andere (Behandler) ihr Leben planen ist deren Sache. Wie Du Dein Leben planst Deine Sache.

LG Gartenkobold
PS: Forschung und Drittmittelstellen auch Haushalt sind meist befristet (Kettenarbeitsverträge). Eine sichere berufliche Zukunft bietet die Forschung meiner Erfahrung nach nicht und dann noch Familienplanung... Das hat mit guter oder schlechter Forscher sein gar nichts zu tun, eher mit der Hochschulpolitik.


 
 
BeitragVerfasst: 24. Jul 2021, 12:18 

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Hallo Agentcooper,

Eine Psychotherapie-Ausbildung kostet zwischen 30.000 und 50.000 Euro. Die Arbeit, die während der Ausbildung geleistet werden muss wird größtenteils nicht vergütet oder nur sehr gering. Wenn man hinterher über Kassen abrechnen möchte, muss man einen Kassensitz finden und meistens abkaufen. Das kostet, je nach Standort, meist nochmal zwischen 30.000 und 100.000 Euro. Dazu kommt, dass man während der Zeit der Ausbildung kein Einkommen hat. Viele nehmen für die Ausbildung Kredite auf oder sind eben gezwungen, nebenbei zu arbeiten.

Wie im Arztberuf auch, hat der Doktortitel vielleicht für sie eine Relevanz, aber dass sie promoviert war ja auch nur eine Idee. Eine Promotion kann man ja zwischendurch auch ruhen lassen.

Alles in Allem ist eine Psychotherapie Ausbildung eine ziemliche Ausbeuterei. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das niemand macht, der nicht wirklich auch therapeutisch arbeiten möchte.


 
 
BeitragVerfasst: 26. Jul 2021, 15:11 

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Auch meine Therapeutin hat einen Doktortitel, warum sollte ich ihr das verwehren wollen?

Auch ich werde noch eine therapeutische Ausbildung machen, ich arbeite und möchte auch noch eine Dissertation schreiben. Ich würde es seltsam finden, wenn meine Klienten mir das absprechen würden, es ist doch immer noch meine Privatsache. Wenn ich mit ihnen arbeite, bin ich voll und ganz da, aber außerhalb davon, kann ich machen was ich will.

Auch die anderen haben ja schon um die Schwierigkeiten und Möglichkeiten der Ausbildung erklärt.

Ich würde mich eher fragen, woher dein Misstrauen kommt und warum du dich so stark mit deiner Therapie beschäftigst, das ist ja nicht der erste Thread. Und das würde ich therapeutisch bearbeiten.


 
 
BeitragVerfasst: 26. Jul 2021, 15:35 

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Hallo agentcooper,

das ist nicht vorwurfsvoll gemeint, aber das ist jetzt der 4. Thread zu dir und deiner Therapeutin innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit.

Vielleicht gelingt es dir, mit ihr über deine Zweifel zu sprechen.

Aus eigener schlechter Erfahrung sehe ich es etwas mit Sorge, wie sehr dich die Person der Therapeutin beschäftigt - und ob dabei noch genug Raum zur Bearbeitung deiner Problemene / Schwierigkeiten, wegen derer du in Therapie bist, verbleibt.

Hattest du bei mehreren Therapeuten probatorische Sitzungen?

Ich wünsche dir alles Gute!


 
 
BeitragVerfasst: 26. Jul 2021, 17:05 

Registriert: 13. Mär 2021, 15:17
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Hallo Agentcooper,

Noch ein Gedanke: es gehört mher oder weniger zu der Qualität guter Therapie, dass die private Person des Therapeuten keine Rolle spielt im Setting. Meine sar neulich sogar irritiert, als ich sie gefragt habe, ob sie im Urlaub war. Insofern könnte es tatsächlich sein, dass sie dir die Frage nicht beantworten möchte und damit alles richtig macht, zumindest aus der therapeutischen Haltung heraus, auch wenn du es vielleicht anders siehst.

Mir geht es ähnlich wie Belladonna: wenn Klienten mir meine Ausbildung oder die Organisation meines Privatlebens absprechen würden, dann würde ich das auch nicht beantworten sondern die Aufmerksamkeit wieder auf den Prozess richten: "Warum ist es für dich wichtig, das zu wissen?". "Was gebau löst diese Ungewissheit bei dir aus?". "Welche Strategien kannst du anwenden, um mit der Unsicherheit umzugehen?". Fragen zu meiner Person würde ich nur beantworten, wenn ich wüsste, dass die Beziehung zum Klienten das aushält und wir dann nicht in einem Gespräch über mich landen, sondern bei ihm sind.

Wie ich mein Leben organisiere, welche Schwierigkeiten ich damit habe und wie ich sie bewältige, das bespreche ich mit meiner Therapie und nicht mit meinen Klienten.


 
 
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