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BeitragVerfasst: 9. Mai 2019, 11:27 

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Hallo,

um nicht das Kaminzimmer mit meinem aktuellen Problem dauerhaft zu belegen nehme ich mir ein Beispiel an Monchen und fasse hier mal den aktuellen Stand zusammen. Allerdings kann ich nicht versprechen, dass ich täglich ein Update gebe, da es zum einen nicht täglich etwas Neues gibt, aber ich auch gar nicht täglich die Kraft habe, den PC anzuschmeißen, geschweige denn, täglich etwas zu formulieren und dann auch noch in die Tasten zu hauen.

Meine aktuelle Grundspannung besteht darin, dass ich einen Konflikt mit einer Arbeitskollegin habe, bei der ich ursprünglich dachte, es könnte sich auch eine Freundschaft entwickeln. Ich bin immer sehr offen und gebe viel von mir preis, habe somit immer wieder persönliches berichtet und erzählt bis mir irgendwann aufging, dass das Ganze sehr einseitig ist und ich langsam den Rückzug einleitete. In dieser Zeit entwickelte sich eine enge Bindung zwischen der besagten Kollegin und einer weiteren Kollegin aus unserem Büro.
Mein Rückzug wurde immer größer und ich wurde auch immer dünnhäutiger im Büro, was aber mit anderen dienstlichen und privaten Dingen zu tun hatte oder einfach der Depression geschuldet ist.
Irgendwie spitzte sich die Situation immer weiter zu und bald haben die Kolleginnen die Bürotür geschlossen, sobald ich in die Nähe kam; Gespräche verstummten, wenn ich den Raum betrat. Mehr als einmal habe ich den Abteilungsleiter um Unterstützung gebeten; dabei weiß ich zwar, dass ich erwachsen bin und die Kollegin direkt hätte ansprechen müssen, es ist mir aber nicht möglich. Ihr kennt das vielleicht, wie Depressionen einen einengen und eigentlich selbstverständliche, einfache Dinge zur unüberwindlichen Hürde machen. Die Angst vor einen totalen Abweisung ist so übermächtig, dass ich einfach handlungsunfähig bin!
Den eigentlichen Grund unserer Distanz bzw. des Konfliktes kenne ich bis heute nicht!

Irgendwann mussten wir im Büro ausräumen wegen anstehender Renovierungen, das hat meine Toleranzgrenze deutlich überschritten und ich bin den Tränen nahe aus dem Büro geflüchtet. In diesem Zusammenhang kam es wohl zu einigen Missverständnissen, die ihre Ursache u.a. im Zwischentragen von Halbwahrheiten durch einen Kollegen haben, der seine Haupttätigkeit in Gesprächen mit Kollegen sieht. Seither wird es immer schlimmer mit der Ablehnung, die ich zu spüren bekomme.

Soweit habe ich ja schon im Kaminzimmer berichtet.

Mit der besagten Kollegin muss ich ein Thema gemeinsam bearbeiten und das Wissen dazu ist nur in unseren beiden Köpfen vorhanden, so dass es wohl auch nicht möglich ist, diese Tätigkeit abzugeben. Wenn nun diese Kollegin nicht einmal mehr dienstlich mit mir spricht ist ein Arbeiten für mich nicht mehr möglich und ich habe mich krank gemeldet.
Grundlage für die AU ist natürlich neben dem Konflikt am Arbeitsplatz auch, dass die Depression einfach immer stärker wurde, auch das Privatleben leidet aktuell sehr. Einschränkungen merke ich in vielen Bereichen des Lebens. U.a. kann ich keine Menschen mehr um mich ertragen, das stresst mich immens, dann bin ich immer total verspannt und angespannt.

Meinem Chef habe ich per Mail mitgeteilt, dass ich unter den aktuellen Umständen nicht mehr arbeiten kann und zur Verhinderung in Richtung Mobbing ein gemeinsames Gespräch mit der Kollegin und Mediation wünsche. Ich würde erst wieder ins Büro kommen, wenn eine Klärung erfolgt ist.

Er hat sich Zeit gelassen und nicht geantwortet. Mein Eindruck ist, dass er zwar eine Führungsposition hat, aber diese nur in Bezug auf Fachthemen ausfüllen möchte. Zwischenmenschliches belastet ihn genau wie mich. Er sagte einmal, dass er es verdammt schwierig findet, Kritik zu äußern. Darauf sagte ich, dass es mir genauso geht, ich daher aber auch auf der anderen Seite des Tisches sitze. Das war für mich ein Eingeständnis, dass er zumindest keine geborene Führungskraft ist.

Geantwortet hat er erst auf meine erneute Anfrage und seine Worten haben mich total umgehauen. Die erste Reaktion innerlich war, dass ich dieses Leben mit all den Konflikten nicht mehr ertrage... Dann habe ich versucht, Freunde zu kontaktieren, die aber alle im Job waren und keine Zeit hatten. Eine liebe Freundin hat dann angerufen und meine bodentiefe Verzweiflung mitbekommen. Sie hat dann ihren Mann eingebunden und ich habe mich wahrgenommen und akzeptiert gefühlt. Die Wut, die ich hätte spüren sollen, die hat die Freundin am Telefon deutlich zum Ausdruck gebracht, das hat in mir etwas angestoßen.

Der Chef hat meine Zeilen so verstanden, dass ich wegen Mobbing um Hilfe rufe. Er wollte nach meiner Rückkehr persönlich mit mir sprechen, wird aber jetzt, da ich keine Ruhe gebe, die Personalabteilung und den Betriebsrat einschalte. Ich werde das Büro wechseln müssen.
Hinsichtlich des Wortes "Mobbing" in meiner Nachricht hat er m.E. "panisch" reagiert, denn er will jetzt das ganz große Rad drehen, ist wohl selbst überfordert. Dabei will ich doch gerade verhindern, dass es dahin geht.

Ich lese daraus, dass ich ein Querulant bin, anstrengend und man es mir einfach nicht recht machen kann. Mein Gefühl sagt mir, dass seine Geduld mit mir aufgebraucht ist und ich bei ihm eh kein Land mehr sehe. (Er ist mit der besagten Kollegin seit der Ausbildung befreundet)

Ein Bürowechsel, aus meinem Einzelbüro raus in ein Großraumbüro, habe ich vorher abgelehnt, da ich viel Ruhe benötige und schnell abgelenkt bin, mich nicht konzentrieren kann. Daher hatte ich seinerzeit auch die Einzelzelle im Anschluss an ein größeres Büro erhalten. Meine Hochsensibilität macht mir bei viel Unruhe um mich herum das Leben schwer. Das habe ich ihm schon oft zu vermitteln versucht...
Fachlich ist mein Job kein Problem, es sind die Menschen um mich herum, die es mir unerträglich machen. Und nun soll ich wieder dauerhaft in Gesellschaft sitzen!

Das zum aktuellen Stand.

Gerade habe ich nun das Integrationsamt eingeschaltet und um Unterstützung gebeten. Ich habe einen GdB von 40 % und eine Gleichstellung. Durch eine Bekannte habe ich die Nummer des Amtes erhalten und dort angerufen. Ich erhoffe mir im ersten Schritt innere Entlastung und Unterstützung in der Kommunikation. Wie genau das aussieht weiß ich auch noch nicht. Ich wollte dies hier mal bekannter machen, da ich von dieser Stelle gar nichts wusste und es vielleicht auch für andere Betroffene hilfreich ist.
Ohne meine Einwilligung passiert da nichts und Unterstützung bei Gesprächen mit dem Arbeitgeber findet auch nur statt, wenn auch der Arbeitgeber das akzeptiert. Aber vielleicht können die Leute mir helfen, meine Anliegen so zu transportieren, dass diese auch verstanden werden. Mir scheint das ja nicht möglich zu sein.
Aktuell habe ich das Gefühl, ich spreche eine andere Sprache. Warum sonst nehmen andere meine Worte so ganz anders wahr als ich sie meine?

Wenn bis zum Ablauf meiner Krankschreibung noch kein persönliches Gespräch mit meinem Abteilungsleiter stattgefunden hat, werde ich versuchen, die AU zu verlängern, sofern die Ärztin mitspielt. Ich glaube, ich würde keine 30 Minuten ohne Tränen am Schreibtisch aushalten.
Jedenfalls habe ich jetzt einmal einer Freundin gegenüber geäußert, dass ich vielleicht wirklich krank bin; ich funktioniere einfach nicht mehr. Immerhin hat diese Einsicht eine erste Saat gelegt.

Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere einen Hinweis oder Ratschlag für mich hat, was ich weiter unternehmen könnte oder tun sollte. Für jede Äußerung bin ich dankbar, kann sie doch mir oder einem anderen Leser helfen und einen weiteren Anstoß liefern.

Liebe Grüße an alle, die sich diesen langen Text durchgelesen haben (oder auch nicht ;-))


Zuletzt geändert von T Ally am 13. Jul 2021, 12:53, insgesamt 2-mal geändert.

 
 
BeitragVerfasst: 9. Mai 2019, 12:03 

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Man muss sich selber lieben lernen - also lehre ich - , mit einer heilen und gesunden Liebe:
dass man es bei sich selber aushalte und nicht umherschweife. -Friedrich Nietzsche-


Zuletzt geändert von Aida1 am 28. Aug 2019, 16:54, insgesamt 1-mal geändert.

 
 
BeitragVerfasst: 9. Mai 2019, 14:54 

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Hallo T Ally,
so wie die Sachlage ist, kann man objektiv nur den Rat geben bei entscheidungsrelevanten, kommenden Entscheidungen/ Meetings (die es naturgemäß geben wird) immer einen guten Sidekick dabei zu haben. Sei es Betriebsrat oder eigener Anwalt (sofern rechtschutzversichert) . Geh bitte nie allein in so ein Meeting.
beste grüße
esp.

_________________
Die grössten Menschen sind die, die anderen Hoffnung geben.


 
 
BeitragVerfasst: 9. Mai 2019, 16:26 

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Hallo T Ally,

ich fühle mich geehrt, dass sich an mir ein Beispiel genommen wird. :-)

BEM ist sicher ne gute Idee und kommt nach 6 Wochen Krankmeldung eh. Manchmal hilft es und man findet eine gute Lösung für alle. Daher sehe ich das gar nicht so negativ, dass dein Chef den BR mit ins Boot nimmt. Im Gegenteil ich finde das sehr gut (ich war aber auch selbst im BR). Des Weiteren scheint den Chef ja an einer Lösung intressiert, sonst hätte es das gar nicht erst gemacht.
Für mich fühlt es sich aber so an als würdest du zu früh schon zu viel wollen.
Du schreibst ja selbst dass du krank bist. Auch liest man wieviel Angst du vor neuen Situationen hast.
Von daher wäre mein Rat: schalte nochmal 3 Gänge zurück, werde erstmal selbst stabiler, mache eine Reha, besuche vielleicht auch eine Selbsthilfegruppe. Ich hab auch schon völlig fertig und heulend auf der Arbeit gesessen. Das ist nichts was schnell vorbei geht. Das ganze braucht Zeit für die Verarbeitung und auch um zu Lernen damit in Zukunft anders umzugehen. Gespräche kannst du ja schon mal führen, aber lass dir noch Zeit mit deiner Rückkehr.
Alles Gute für Dich.


 
 
BeitragVerfasst: 9. Mai 2019, 17:08 

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Hallo T-Ally,
Ich könnte glatt einen Roman zu dem Thread verfassen.
Ich lass es wohl lieber. Ufert sonst aus.
BEM ist nicht geeignet. Hat auch keine Vorteile für dich als Angestellte.
Nur für den Arbeitgeber.
Diese ganzen Bücher über Arbeitsrecht und Paragraphen haben wir in uns auswendig studiert.

Und natürlich vieles live erlebt. Viel unschönes. Viel Unsinn auch.

Auch Haben wir sämtliche Anwälte, Behinderten Beauftragte, Integrationsamt, innerbetriebliche “ Fürsprecher “ beordert.
Selbst ganz nach oben sind wir....
Bundesamt für Arbeitsschutz und Sicherheit, Erfolg mäßig.

Im Austausch mit Leuten ähnlicher Lage,
Immer der selbe Weg, das selbe Ende.

Muss jetzt essen.
Habe auch nicht alles gelesen.
Kenne ja aber deine verzwickte Situation.

Wir sind in jedem Fall durch diesen ganze Dschungel gewandert.
Im wahrsten Sinne des Wortes.
Dschungel weil der ganze Paragraphen Dschungel nichts als heisse Luft ist.
Weil Anwälte verdienen an deinem Leid, nicht an dem Ausgang einer Gerechtigkeit.

Soviel für den Moment.
Ist keine Hilfe, ich weiss.
Ist nur ein Erfahrungswert.

LG Aurelia

_________________
Alle eure Dinge lasset in Liebe geschehen


 
 
BeitragVerfasst: 9. Mai 2019, 19:41 

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Ich möchte Aurelia zum Thema BEM wiedersprechen!
BEM hat sehr wohl auch Vorteile für den Arbeitnehmer. Beispielsweise besteht ein Kündigungsschutz solange das BEM-Verfahren läuft.
Das Ziel ist auch eindeutig die Gesund- und Arbeitsplatzerhaltung.
Wie genau es abläuft, ob und wenn ja was dabei rumkommt hängt stark von den ausführenden Personen und dem Willen des Arbeitgebers ab.

Lehnt man BEM ab oder gibt es kein positives Ergebnis ist es für den AG im Zweifelsfall auch ein Nachweis dass er alles versucht hat den Arbeitsplatz zu erhalten.

Insgesamt finde ich das Verfahren tatsächlich gut.


 
 
BeitragVerfasst: 9. Mai 2019, 20:47 

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Das ist richtig Monchen.
Die Abläufe stimmen, dienen zum Erhalt des Arbeitsplatzes.
So sagt man. So sehen es auch Gerichte.
Anwälte. Wie gesagt ein wilder Paragraphendschungel.
Das war jetzt von mir nur die Erfahrung wie es läuft.
Weil ich eben keine Einzelheiten dazu sage.

Ich hatte extra betont. Der Austausch mit Betroffenen die BEM hinter sich haben....

Es wird halt juristisch, auch im Arbeitsschutzgesetz, bzw. Kündigungsschutzgesetz so dargestellt, als hätten wir so viele Rechte.

Die darf man auch fordern.
Meist wird man dann eines besseren belehrt.
Aber bevor ich hier verurteilt werde.
Ich habe nur die Realität aufgezeigt.
Die Abläufe sind klar.
Wir sind da über 7 Jahre durchwandert.
Ob das so gesundheitsfördernd ist?

Bevor wieder jemand sagt, Aber.
Klar, Ausnahmen bestätigen die Regel.
Aber Anwälte verdienen weiter ihr Geld mit anderer Not und nicht mit dem Ziel für uns Gerechtigkeit raus zu schlagen.
Sonst würden sehr viele Anwälte arm sein, und die Arbeitgeber nicht wie so oft am langen Hebel sitzen.
Die haben nämlich auch Pflichten.
Aber haben mehr Kohle um ihre Rechte oder Intrigen bei Gericht zu äußern.

Die Anwälte “ müssen “ sich leider dirigieren lassen von den Versicherungen unserer Rechtschutz.
Tja, da hört wohl die Suche nach Gerechtigkeit ganz schnell auf.

Aber Liebe T-Ally,
Lass dich davon nicht beirren.
Finde den für dich besten Weg.
Man darf und soll sich auch wehren.
Und nicht nur kuschen.

Wichtiger ist mir aber dein gesundheitlicher Zustand.
Man weiß wie sich das ganze auswirkt.

Versuche dich möglichst positiv abzulenken. Versuche aber auch den Weg zu gehen der dir sinnvoll erscheint.
Wenn man gefangen in der Situation ist,
Hat man manchmal keine klaren Gedanken.
Die braucht man aber für weitere Entscheidungen.

Alles Liebe,
Du wirst das richtige tun.

LG Aurelia

_________________
Alle eure Dinge lasset in Liebe geschehen


 
 
BeitragVerfasst: 9. Mai 2019, 23:07 

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Liebe T-Ally,

trotz aller Kritik an den Juristen - such Dir einen GUTEN Arbeitsrechtler. Allein die Tatsache, dass Du den Kampf „delegieren“ kannst, entlastet Dich.

Mein Rechtsanwalt hat zuerst die verhaltensbedingte Kündigung abgewendet (das Integrationsamt hatte - rechtsmissbräuchlich - bereits zugestimmt) und ein paar Jahre später eine ziemlich gute Abfindung für mich ausgehandelt.

Dann war ich ein paar Jahre arbeitslos, habe von der Abfindung gelebt und schließlich mit Erfolg eine EU-Rente beantragt. Hört sich alles super an, war aber ein Kampf über Jahre. Heute vermisse ich nichts. Ich habe einen geregelten Tagesablauf und ein paar Ehrenämter, treffe mich mit Leuten, lese viel...

Bei Meetings mit Vorgesetzten: IMMER eine Person Deines Vertrauens mitnehmen und Protokoll schreiben. Gibt es bei euch keine SchwB-Vertrauensperson? In aller Regel wird die Rentenversicherung bei Dir auch eine Reha bewilligen.

Liebe Grüße und viel Erfolg,
Ursus


 
 
BeitragVerfasst: 10. Mai 2019, 11:34 

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Hallo,

@ Ursus, Wir hatten da auch immer wieder Erfolge, durch das Integrationsamt, auch durch den ersten Gerichtsbeschluss.
Die ersten Jahre sah alles vermeintlich gut aus.
Ich wollte nicht entmutigen, nur aufzeigen wie es im Realfall meist endet. Vor allem für die Gesundheit ist es nicht förderlich. Geld hin oder her.
Wir hatten auch eine Abfindung bekommen.
Aber die Spuren die dieser Kampf hinterlassen hat.....

Es hört sich oft einfach an wenn Ärzte oder Therapeuten einem klar machen wollen, Gesundheit ist wichtiger.
Sie stecken nicht in der Situation der Existenzangst, und der Angst aus dem Raster zu fallen. Kranke werden nun mal als schwächliche bezeichnet weil die Leistungsfähigkeit sinkt.

Und doch haben immer die Recht, die Gesunheit als oberste Priorität sehen.
Die kannst du mit Geld nämlich nicht zurück kaufen.

Leider.
LG Aurelia

_________________
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BeitragVerfasst: 10. Mai 2019, 20:11 

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Hallo zusammen,

ich danke Euch für Eure Beiträge, die mir alle weiterhelfen. Am Besten lernt man doch aus Erfahrungen und gerade wenn andere ihre Erfahrungen mitteilen muss ich ja nicht direkt den gleichen "Fehler" machen, sondern kann versuchen, den ersten Fallstricken aus dem Weg zu gehen.

Durch meine aktuelle AU müsste ich demnächst das BEM meines Betriebes angeboten bekommen und werde das diesmal auch an- und wahrnehmen. Zum Einen finde ich den dann vorhandenen Kündigungsschutz gut, aber auch, dass dann endlich mein Chef mir einmal zuhören muss.

Mit dem Ansprechpartner vom Integrationsamt habe ich Anfang kommender Woche ein Erstgespräch und werde mal sehen, was da heraus kommt.
Einen Anwalt möchte ich zunächst noch nicht einschalten, aber es kann schneller so kommen als ich derzeit denke, denn ich habe ein ganz ungutes Gefühl.

Am Mittwoch hatte ich per Mail bei meinem Chef um ein persönliches Gespräch am Donnerstag oder Freitag gebeten. Er hat sich NICHT gemeldet. Nicht einmal eine kurze Nachricht, dass es wegen aktueller Termine nicht passt. Ich werde ignoriert. Das macht mir Angst.

Meine Vermutung ist, dass der Abteilungsleiter mit der Geschäftsführung die Vorgehensweise abstimmt; was ich schon doof (unfair) finde, da zwei studierte Menschen auf meine vertraulichen und emotionalen Worte reagieren, die nur an den Chef gerichtet waren.
Der Geschäftsführer bindet gern seinen Busenfreund und Anwalt ein, und ich vermute, dass er das auch jetzt macht und daher noch keine Reaktion erfolgte. Es wird abgewartet, was der Anwalt vorschlägt bzw. rät.
Das grundsätzliche Vorgehen der Geschäftsführung kenne ich, da ich aktives Betriebsratsmitglied bin und es bereits mehrfach mitbekommen habe. Mit dem GdB zusammen bin ich also grundsätzlich gut gegen Kündigung geschützt; aber Hand aufs Herz, der Arbeitgeber sitzt immer am längeren Hebel und kann einem alles unerträglich machen.

Wieso muss es so eskalieren, ich habe doch schon seit November 2018 um Unterstützung und Hilfe gebeten. Ich wollte auch aktuell nur den Chef einbinden, der ein klärendes Gespräch mit der Kollegin organisieren und terminieren sollte.
Wieso schlägt das jetzt solche Wellen?

Mein Kopf spielt mir schon Filme vor, in denen ich beim Arbeitsamt Schlange stehe und meinen Schlafsack unter einer Brücke ausrolle. Ich kann mein katastrophisieren nicht abstellen.
Zum Glück habe ich noch Trimipramin und finde so in den Schlaf. Leider bin ich nun auch tagsüber noch müder. Und ob es sich mit dem Venlafaxin verträgt weiß ich nicht, aber im Internet habe ich keine Warnung gefunden.
Mal sehen, ob die Psychiaterin am Dienstag mir da irgendwie anders helfen kann.

Morgen werde ich von Freundinnen eingepackt und es geht an die Lübecker Bucht. Da wird mein Kopf anders gefordert, das ist auch gut so. Und Ausreden werden nicht akzeptiert, dafür habe ich gesorgt ;-)

Ich danke Euch allen für Eure Unterstützung! Ihr helft mir gut weiter.
Ich werde weiter berichten.


 
 
BeitragVerfasst: 10. Mai 2019, 20:29 

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Hallo T Ally,
wünsche dir, dass du morgen mal abschalten kannst.
Mit der Brücke geht das nicht ganz so schnell.
LG


 
 
BeitragVerfasst: 10. Mai 2019, 21:15 

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Liebe T-Ally,

Man sieht da erst mal tausend Gespenster.
Mein Mann hatte da auch so Panik damals.
Ich hab ihn eines Besseren belehrt.
Ich hatte immer die Gesundheit im Auge.
Weil ich ja bereits wusste von mir selbst wie es ist ständig über Grenzen zu gehen.
Er wollte trotzdem mit aller Gewalt weiter arbeiten, ich sagte ständig zu ihm, ich Kämpfe nur so lange mit, solange ich es noch für mich vertreten kann, gesundheitlich.
Am Ende habe ich die Notbremse gezogen.
Und das hätten wir schon früher tun sollen. Da wurde eben durch die Kämpfe noch mehr gesundheitlich geschädigt.
Er hatte aber am Ende auch keine Energie mehr. Diese tausend endlose Gespräche.
Diese aufreibenden Gerichtsverhandlungen.
Nebenbei Umzug, weil es gesundheitlich mehr und mehr bergab ging.
Dann die ständigen willkürlichen Abmahnungen. Und und.
Mit Arbeit hatte das nichts mehr zu tun.
Ich hatte täglich Sorge mit welcher Hiobsbotschaft er wieder heimkommt.
Na ja.
Schlimme Zeit.
Aber ich war immer zuversichtlich dass wir nicht unter der Brücke landen werden.
Kann aber heute verstehen, dass es einigen Leuten passiert.
Hinter jedem steckt ein Schicksal.

Gertrud hat recht,so schnell verhungert man in Deutschland nicht.
Man kann auch seine Miete zahlen.
Es ist nicht immer leicht,aber besser als ein Job mit Mobbing.

Alles Liebe für dich.
Es grüßt, Aurelia

_________________
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BeitragVerfasst: 14. Mai 2019, 15:54 

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Hallo,

heute hatte ich zwei Termine und bin wieder total erledigt. Gerade hab ich erst einmal kurz geschlafen, konnte die Augen nicht mehr offen halten.

Mein erster Termin war heute bei der Integrationsfachberatung. Dort hatte ich eine sehr nette Ansprechpartnerin, die mir die Möglichkeiten ihrer Arbeit aufzeigte und mir lange zuhörte. Es war ein guter Termin, allerdings wird es nur etwas bringen, wenn mein Arbeitgeber sich dem auch zugänglich zeigt. Erst einmal musste ich mich noch zu gar nichts entscheiden und soll in den nächsten Tagen Bescheid geben, ob ich die Unterstützung in Anspruch nehmen möchte.
Im ersten Überlegen habe ich mir gedacht, dass ich gern ein Gespräch mit meinem Chef und der Unterstützung haben möchte, da er dann vielleicht mal zuhört.

Dann war ich bei der Fachärztin und darf zum Glück noch etwas zu Hause bleiben, auch eine weitere Verlängerung der AU ist nicht ausgeschlossen. Sie hörte mir zu und sagte, dass es wichtig ist, dass ich wieder zur Ruhe komme und Kraft schöpfe. Momentan ist das noch vollkommen abwegig, aber vielleicht geht das ja in den nächsten Tagen.
Im Gespräch erzählte ich ihr, dass mein Chef sich noch immer nicht bei mir gemeldet hat und sie sagte, dass das eine der schlimmsten psychischen Strafen ist, die es gibt, keine Resonanz. Also das Reden gegen Wände. Genau das hat auch die Dame vom Amt gesagt. Das hilft mir jetzt zwar nicht konkret weiter aber es bestätigt wenigstens meine Wahrnehmung, dass irgendetwas falsch läuft.

Meinem Chef werde ich gleich elektronisch Bescheid geben und erneut um einen Gesprächstermin bitten. Irgendwann wird er mich anhören müssen.

Über eine Kollegin habe ich erfahren, dass er dort bereits mit denen gesprochen hat und ich mein Büro verlassen soll. Es soll auch berücksichtigt werden, dass die Kollegin, mit der gerade mein Konflikt besteht, gesundheitliche Probleme hat. Tja, ich nicht? Oder was? Trotzdem benehme ich mich zwischenmenschlich meistens normal. Hoffe ich.

Die Ärztin sagte dazu, dass sie es komisch findet, dass ich mein Einzelbüro verlassen muss, und dass das von mir geschilderte Verhalten der Kollegin (gemeinsamer Arbeitsbereich aber nicht mit mir reden) durchaus bereits Mobbing sei. Und auch bei gesundheitlichen Einschränkungen müsse man miteinander im dienstlichen Bereich reden.

Wenigstens wird mein Gefühl bestätigt, wobei mich das ja nicht weiterbringt. Aber es rückt meinen Kopf wieder in die Mitte.

Irgendwie weiß ich noch gar nicht, was genau ich eigentlich erhoffe und erwarte. Denn mein Chef scheint seine Lösung im Kopf zu haben. Mit der kann ich aber auf Dauer nicht leben. Wahrscheinlich muss ich guten Willen zeigen und erst einmal versuchen, damit umzugehen. Dafür brauche ich aber deutlich mehr Kraft als ich bislang habe.
Mein langfristiger Plan ist, die Reha zu bekommen und dort Abstand und Ruhe zu finden. Wenn ich mich dann wieder leistungsfähig finde, möchte ich mir einen neuen Job suchen. Weit weg von der Branche, in der ich derzeit tätig bin.


 
 
BeitragVerfasst: 1. Jun 2019, 13:14 

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Hallo,

nach fünf Wochen Krankheit und meinem ersten Arbeitstag gebe ich mal ein Update. Leider kein ausschließlich erfreuliches.

In den letzten Tagen meiner Krankheit hatte ich einen Termin bei der Gynäkologin und mein Hormonhaushalt wurde an Hand der aktuellen Blutwerte überprüft. Nun bin ich also mit Anfang 40 zu früh in den Wechseljahren; sie sagte vorher immer, das könne nicht sein und wäre nicht gut, wenn zu früh... Jetzt meinte sie nur, ich solle mich melden, wenn die Schweißausbrüche zu stark werden oder die Haut zu unrein, ich könnte dann Hormone dagegen bekommen. Ich warte erst einmal weiter ab.
Ich denke ja auch immer an die Wirkung des Venlafaxin, was das wohl in der Hinsicht ausrichtet. Leider verweist der Psychiater bei Problemen mit dem Zyklus an den Gynäkologen und der bei Fragen hinsichtlich Auswirkungen der Medikamente an den Psychiater. Im Netz habe ich leider nichts gefunden.
Immerhin weiß ich diesbezüglich jetzt woran ich bin und kann das Fragezeichen für mich aushaken.

Im Dienst habe ich mein altes Büro bezogen, da in meinem Asyl, in das der Chef mich auslagern wollte, der Schreibtisch leider (und wie von mir vermutet) nicht angepasst wurde. Ich bin seit Tagen verspannt und habe sogar nachts Kopfschmerzen, da setze ich mich nicht an einen Schreibtisch für Zwerge :x
Somit hatte ich immerhin meine Einzelzelle. Da mein erster Arbeitstag der Brückentag war, waren auch einige Kollegen abwesend. Als besagte Kollegin, die mich ignoriert bzw. abweisend behandelt, morgens zum Dienst erschien, habe ich sie freundlich begrüßt, das war der einzige Kontakt.

Mein Chef kam -wie immer sehr spät- und hat sich erst nicht blicken lassen. In meinem Fach lag sehr viel Arbeit, zudem haben Kollegen mir einfach Akten hingelegt mit kleinen Zetteln mit Anweisungen drauf. Darauf sprach ich dann den Chef zu einem späteren Zeitpunkt an, er sagte nur, wir unterhalten uns Montag, denn er müsse auch früh wieder los :evil:
Die besagte Kollegin ging auch sehr früh und verabschiedete sich bei einer anderen Kollegin im Nachbarbüro sehr freundlich, wünschte ein schönes Wochenende, und ignorierte mich komplett. Ging schweigend aus unserem Büro :twisted:
So haben wir dann zu zweit den Tag zu Ende verbracht, anstatt der üblichen 10 Kollegen. Hinzufügen muss man, dass eigentlich der Chef Vollzeit arbeitet und ich auf Teilzeit reduziert habe. Als ich ihn auf meine reduzierten Stunden ansprach, meinte er nur, dass er heute seiner Freundin die Rückbildungsgymnastik ermöglichen müsse... ...is klar... :roll:

Mal sehen, was er Montag sagt. Durchblicken ließ er, dass er überlegt, wie er das Problem mit uns beiden Frauen angehen könne. Das überlegt er nun seit November 2018!

Mein Gefühl sagt mir, dass die Kollegin nicht an einem Gespräch mit mir interessiert ist. Ich weiß, dass ich mit solchen Anspannungen nicht leben kann. Wenn also keine Regelung erfolgt weiß ich nicht, was ich tun soll. Ich arbeite bei einem kleineren Unternehmen, eine Versetzung in eine andere Abteilung einen anderen Bereich ist nicht so einfach möglich. Wir würden uns immer wieder über den Weg laufen. Zudem weiß ich wirklich nicht, was ich ihr getan habe.
Ich möchte sie im Gespräch nur fragen, was ich ihr getan habe und wie ich es wieder ausbügeln kann. Dann meine Gefühle ihr gegenüber mitteilen, dass ich ängstlich bin ihr gegenüber und gar nicht mehr weiß, wie ich mich verhalten soll.
Dem Chef werde ich Montag sagen, dass ich den Teilbereich, in dem ich mit der Kollegin zusammen arbeiten müsste, nicht mehr haben möchte, sofern sie nicht an einer Regelung interessiert ist.
Dann werde ich ihm sagen, dass ich durch meine aktuelle Arbeitszeitreduzierung Teilaufgaben meiner 30 Zusatztätigkeiten neben meiner Hauptaufgabe abgeben möchte, da ich ja sechs Stunden wöchentlich weniger arbeite.
Zudem ist mir die Aufgabenvielfalt ohnehin zu hoch und überfordert mich. Das habe ich ihm bereits mehrfach mitgeteilt, hat ihn aber nie interessiert, er hört gar nicht zu.
Warum soll ich alles aus der Abteilung beherrschen und andere haben klar abgesteckte Bereiche?
Warum muss immer ich aushelfen, wenn irgendjemand zuviel zu tun hat? Warum hilft mir niemand? Sind meine Aufgaben so unwichtig? Dann könnten die ja auch wegfallen...
Als ich ihn einmal damit konfrontierte sagte er nur, es sei lächerlich.
Und wenn er auf nichts eingeht und ich wieder merke, er will es aussitzen, dann werde ich ihm eine Frist setzen und ansonsten zur Geschäftsführung gehen. Dann soll die ihm Feuer unter dem Hintern machen, damit endlich etwas passiert. Oder mir klar sagen, dass ich nicht mehr erwünscht bin...

Ich merke gerade, wie abgeklärt ich hier schreibe. Allerdings lässt das Ganze mir innerlich überhaupt gar keine Ruhe. Ich beleuchte es von allen Seiten, suche meinen Fehler, nach Alternativen... Und finde nichts. Seit gestern Abend kommen mir immer wieder die Tränen, weil ich mich so ungehört und ausgeliefert fühle.
Wieso ist niemand an einer Regelung interessiert? Es sagt aber auch niemand, dass ich das alles überbewerte. Oder tue ich das?
Ich bin sehr harmoniesüchtig, kann Konflikte nicht aushalten, habe das nie gelernt. Aber so ein Umgang ist doch nicht OK, oder?

Ich melde mich wieder, es tut gut, das ganze hier einmal zusammenzufassen, dann ist es wenigstens kurzzeitig aus meinem Kopf raus.
Muss ja niemand lesen :|


 
 
BeitragVerfasst: 1. Jun 2019, 13:50 

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Hi,
es ist eigentlich doch ein Mikrokosmos in dem du dich bewegst. Die Welt ist soviel größer. Warum hälst du so stark an diesem Job fest, in einem Betrieb in dem die Atmosphäre so schlecht für dich ist?

_________________
Die grössten Menschen sind die, die anderen Hoffnung geben.


 
 
BeitragVerfasst: 1. Jun 2019, 14:34 

Registriert: 30. Jun 2014, 18:09
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Hallo TAlly,

es ist leider so, dass die Ärzte der einen Fachrichtung immer auf die der anderen Fachrichtung verweisen, die dann auch nicht mehr wissen.

Denke, dass bei dir der jahrelange Stress sich auf den Hormonhaushalt gelegt hat (falls du jetzt nicht total schlecht essen würdest oder supersuperdünn warst). Das deutet auf einen geringen Energiehaushalt hin, zusammen mit Stress. Und frühe Wechseljahre sind Stress für den Körper.
Das alles weiß man von Leistungssportlern und auch Magersüchtigen. Gibt's irgendwo im Netz einen Artikel unter der Rubrik Sport, irgendso ein Dreieck, speziell bei Läufern. Es wirkt da ein: aktueller Ernährungzustand, aktueller Belastungspegel, aktueller Energiehaushalt, also diese Triade.
Hat mich wegen mir selber mal interessiert, weil ich mit Mitte 20 schon in den Wechseljahren war, nachdem ich viele Jahre auch nur ausgehalten und am falschen Platz war.
Allerdings bekam ich dann mit Ende 40 nochmal Wechseljahre, wo ich dann überrascht schaute, wieso eine Frau 2mal Wechseljahre haben kann.

Du solltest langsam an dein körperliches Wohlbefinden verstärkt denken.
Du weißt eigentlich, was zu tun ist. Denk ich mal.

LG Gertrud


 
 
BeitragVerfasst: 2. Jun 2019, 08:38 

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Zuletzt geändert von fatrate am 26. Jul 2019, 17:47, insgesamt 1-mal geändert.

 
 
BeitragVerfasst: 2. Jun 2019, 09:37 

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Liebe TAlly,

ich schreibe dir mal meine einfachen Gedanken,was ich z.B. zu meiner Tochter sagen würde,denn das könntest du ja sein.
Meine mittlere Tochter lebt allein stehend in Berlin und hat einen guten Job.
GsD ist sie nicht so einem Mobbing ausgesetzt, aber man weiß ja nie zu was Kollegen evtl.aus Neid auf einen guten Posten fähig sind.
Mobbing kann jedem passieren und die Betroffene merken erst spät mit welcher Hinterlist da vor gegangen wird.
Arbeitsrechtlich kenne ich mich nicht aus,aber du bist nach meiner Meinung , da bin ich ganz bei Gertrud, sehr starkem Stress ausgesetzt.
Das geht sehr an deine Gesundheit ,körperlich und auch seelisch.
Wenn du dich jetzt auf eine lange Auseinandersetzung einlässt,kann deine Gesundheit noch sehr viel mehr Schaden nehmen.
Das möchte ich mit der Erbgeschichte meines Mannes im weitesten Sinne vergleichen.
Wir hätten vor Gericht gehen können,vielleicht sogar recht bekommen,aber der Weg dorthin wäre noch sehr viel länger und stressiger gewesen.
Wir sind auf die Forderungen von dem Bruder meines Mannes eingegangen,die sind total ungerechtfertigt,aber bei Erbschleicherei ist man oft machtlos.
Da ist unsere Gesundheit wichtiger,trotz sehr hoher finanzieller Verluste.
Auch unsere Töchter haben uns darin bestärkt ,obwohl es ja auch für sie und unsere Enkel Einbußen bedeutet.
Denn wir sind unseren Kindern gegenüber,wenn es uns finanziell gut geht, gerne großzügig.

Wenn ich an deiner Stelle wäre,würde ich versuchen mich mit allen medizinischen Möglichkeiten zu stabilisieren,das geht nur mit einer langen Krankschreibung.
Du solltest nicht arbeiten ,solange du so krank bist.
Denn das wird dir dein Arbeitgeber nicht danken.
Wenn es dir besser geht, kannst in aller Ruhe eine neue Arbeitsstelle suchen.
Springe über deinen Schatten,Geld und Sicherheiten sind zwar auch wichtig,bedeuten aber nicht dass du dadurch glücklich wirst.
Ich wünsche dir so sehr,dass du für dich eine gute Lösung findest und deinen Wert als Mensch wieder zu schätzen weißt.
In deiner jetzigen Firma wirst du weiter das Gefühl haben Opfer zu sein und dem solltest du dich ganz schnell entziehen.
Denn solche Situationen bestehen nur sehr wenige Menschen ohne seelischen Schaden zu nehmen.

Alles erdenklich Gute für dich und
ganz liebe Grüße
Bittchen

_________________
Jeder Tag ist ein neuer Anfang.


 
 
BeitragVerfasst: 2. Jun 2019, 13:13 

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Hallo zusammen,

ich danke für Eure Beiträge, die mir alle auf die ein oder andere Art weitergeholfen haben und noch weiterhelfen werden.

@esperanto: Du hast natürlich recht mit Deiner Anmerkung, dass ich mich in einem Mikrokosmos bewege. Mittlerweile habe ich häufig Gedanken, einen neuen Job zu suchen. Dann kommt mir allerdings in den Sinn, dass ich eigentlich immer weglaufe, wenn es schwierig wird; ich nicht als Verlierer dastehen möchte. Dann fange ich an all dies hin- und herzudenken.

Es muss mir egal sein, was andere von mir denken. Daran muss ich noch arbeiten.
Mein Ausbildungsberuf ist mittlerweile nicht mehr sehr angesehen und durch die Digitalisierung auch nicht mehr sehr gefragt, eher aussterbend. Zudem verdiene ich recht gut, was mir bei Durchsicht aktueller Stellenausschreibungen einmal mehr bewusst wird.
Ich muss mir mal ausrechnen, wieviel Geld ich für die Grundbedürfnisse wirklich benötige um dann eine Untergrenze zu finden, zu welcher ich bereit bin zu wechseln. Denn auch eine externe Beratung hat mir schon aufgezeigt, dass ich bei einem Wechsel von Branche und Tätigkeit mit weniger Geld rechnen muss.

@Gertrud: Diese Sichtweise ist neu für mich. Vielen Dank für einen neuen Anstoß.
Ich bin auch erstaunt, dass mein Körper so reagiert, zumal ich erst sehr spät überhaupt einen Zyklus hatte. Ich bin sehr lang geraten, nicht dick und habe lange Jahre Leistungssport betrieben.
So hat mir früher einmal ein Arzt gesagt, dass die späte pubertäre Entwicklung bei mir eben am Längenwachstum lag, das erst abgeschlossen sein musste... Das konnte ich verstehen. Warum nun aber nach spätem Einstieg der frühe Ausstieg erfolgt, das habe ich eben nicht verstanden. Unter Berücksichtigung Deiner Ausführungen kommt aber ein klares Bild heraus.
Mit dem Essen hatte ich nie Probleme, liebe gutes Essen. Durch den vielen Sport hat es zum Glück keine Spuren hinterlassen. Aktuell schmeckt mir Essen nicht gut und ich habe keine Lust zu essen. Aber da ich weiß, dass mein Körper es benötigt, esse ich, jedoch weniger und ohne Appetit.

@fatrate: Du findest klare Worte und ich brauche immer ein bisschen Zeit, diese für mich zu verarbeiten. Da kommt meine Konfliktunfähigkeit ins Spiel. Wobei ich diese Baustelle erkannt habe und daran arbeite: Erst wahrnehmen, verarbeiten und dann reagieren.
Mein erster Impuls war bislang immer, mich umgehend zu rechtfertigen. Also Fortschritte sind wohl vorhanden.
Nach Deinen Worten kam mir in den Sinn, dass ich die Schuld und den Auslöser immer erst bei mir suche. Ich frage mich einfach, was ich falsch mache und gemacht habe, dass man so mit mir umgeht. Ich möchte gern wissen, woran das liegt, damit ich mich ändern kann und solcher Art Konflikte künftig aus dem Weg gehen kann. Oder hoffentlich die Stärke finde, diese auszutragen und auszuhalten.

Gestern Nachmittag und Abend habe ich mit einer lieben Freundin verbracht und viel über meine aktuelle Situation gesprochen. Von daher habe ich Deinen Rat schon umgesetzt (zumindest teilweise). Eine weitere Verarbeitung erfolgte in der Nacht...
Nun habe ich mir Folgendes gedacht:
- Ich werde morgen ein Gespräch mit dem Chef suchen,denn ich möchte ihm schon sagen,
warum ich fünf Wochen nicht anwesend war. Versuchen zu erklären.
- Dann werde ich sagen, dass ich auf ein Gespräch mit der Kollegin nicht mehr bestehe, es aber
für den Betriebsfrieden und meinen inneren Frieden schön finden würde, da eine respektvolle
Zusammenarbeit möglich sein müsste.
- Sollte dieses Gespräch nicht zustandekommen, ist es erforderlich, dass er mir den
Aufgabenbereich wegnimmt, den ich zusammen mit der Kollegin bearbeiten muss. Denn ein
zusammenarbeiten ohne reden ist nicht möglich.
- Und ich möchte wissen, in welchen Teilbereichen ich Abstriche machen kann, damit ich mit der
geringeren Arbeitszeit klarkomme. Zudem möchte ich gern die Aufgaben abgeben, die ich rein
juristisch gar nicht machen dürfte, weil das vier-Augen-Prinzip nicht eingehalten wird. Die
Sachen, die ich erstelle und der Chef als seine Arbeit ausgibt und abzeichnet.

Innerlich möchte ich mich so stärken, dass mir das Verhalten der Kollegin nicht mehr nahegeht und ich es als ihr Problem und ihr Nichtbenehmen akzeptieren kann. Es soll mir egal sein! Ich brauche sie nicht!

Mal sehen, wie ich mich morgen Abend fühle, wenn ich diese Zeilen noch einmal durchlese und den Arbeitstag hinter mir habe.

@bittchen: Deine warmen und mitfühlenden Zeilen sind Balsam für meine Seele. Danke dafür. Ich habe eine innerliche Ruhe beim Lesen gespürt, fühlte mich verstanden und angenommen.
Ich weiß, es wird Zeit für mich zu handeln und nicht wie das Kaninchen vor der Schlange zu verharren und mich weiter kaputtzumachen und selbst abzuwerten.

Mein Urlaub rückt näher, ich hoffe, bald etwas von der Rentenversicherung zu hören, zumindest eine Eingangsbestätigung für den Reha-Antrag zu erhalten. Und dann werde ich mich Schritt für Schritt aufmachen, mir einen neuen Job zu suchen.
Wobei ich mich manchmal frage, ob ich nicht wieder scheitern werde. Wie schon so häufig bisher. Irgendwie komme ich auf Dauer nicht mit Menschen klar, sie überfordern mich.

Meine Krankenkasse lässt übrigens über einen Gutachter prüfen, ob ich wirklich eine Langzeittherapie benötige. Das lässt mich gerade wieder zweifeln, ob ich wirklich krank bin. Denn wenn es so wäre, dann müssten die doch nicht prüfen, oder?

Manchmal würd' ich so gern meinen Kopf ausschalten. Einfach nur Ruhe haben.

Liebe Grüße an alle Leser, genießt den Sommertag!


 
 
BeitragVerfasst: 2. Jun 2019, 14:48 

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Hey T Ally,
Ichbwollte dir nur sagen: mach dir nicht so viele Gedanken wegen dem Gutachter. Das ist einfach der ganz normale Ablauf bei der Krankenkasse.
Die Sachbearbeiterin/ der Sachbearbeiter kann anders entscheiden, aber sie muss es dann ggf rechtfertigen und/oder begründen. So können die sich auch absichern.
Mein alter Therapeut und mein aktueller Psychiater sehen so Gutachter sehr entspannt: das sind auch Ärzte und was sollen die schon groß anderes finden? Selbst wenn, dann legen wir eben Widerspruch ein.
Meine aktuelle Therapeutin meine auch das wird im Normalfall nach Aktenlage entscheiden.
Also kein Zweifel an deiner Erkrankung sondern nur der normale Ablauf. Ich drücke dir die Daumen dass der Tag morgen gut verläuft.


 
 
BeitragVerfasst: 2. Jun 2019, 15:18 

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Hallo T Ally,
Zitat:
Meine Krankenkasse lässt übrigens über einen Gutachter prüfen, ob ich wirklich eine Langzeittherapie benötige. Das lässt mich gerade wieder zweifeln, ob ich wirklich krank bin. Denn wenn es so wäre, dann müssten die doch nicht prüfen, oder?
Ich kann Monchen nur bestätigen: Langzeittherapien (über ca. 20 Stunden) waren schon immer gutachterpflichtig und sind es wohl immer noch. Also reine Routine!
LG, Zarra


 
 
BeitragVerfasst: 4. Jun 2019, 17:57 

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ein Update von mir - ohne Bezug auf irgendwas - ich kann nicht mehr:

Ich glaube, ich gebe auf.
Es eskaliert immer weiter und ich sitze ständig weinend am Schreibtisch. Und zu Haus.
Ich kann nicht vermitteln, was ich sagen möchte. Kann mich nicht mitteilen.
Kollegen fühlen sich von mir angegriffen, wenn ich das gar nicht will. Ich hatte das Gefühl, einen normalen Ton angeschlagen zu haben.
Der Chef ist sauer auf mich, weil ich mit einer Kollegin über mein Befinden gesprochen habe.
Was darf ich überhaupt noch?
Ich würde so gern bis zu meinem Urlaub durchhalten, aber selbst die paar Tage sehe ich als schwer durchzuhalten an.

Heute Abend werde ich eine Tablette nehmen, ansonsten lässt mein Puls mich nicht zur Ruhe kommen, vom Kopfkino gar nicht erst zu reden.


 
 
BeitragVerfasst: 12. Jun 2019, 18:05 

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Ein neues Hallo in die Runde,

momentan arbeite ich auf Sparflamme. Durch einiges an Terminen gehe ich oft früher aus dem Betrieb. Alles Termine um wieder gesund zu werden, bzw. Hilfe einzuholen, das weiß der AG aber nicht.

Nachdem ich letzte Woche bei meinem Chef total zusammengebrochen bin und gar nicht mehr aus den Tränen herausfand, er mir jedoch immer weiter erzählt hat, wie meine schlechte Laune die Kollegen stört, ich mich mit anderen anlege, Türen knalle... habe ich einige Zeit benötigt, um mich wieder zu beruhigen. Ich habe ihm dann gesagt, dass er mich gern feuern kann, wenn ich so ein unmöglicher Mensch bin.
Ich konnte mir die Ansagen von ihm gar nicht mehr merken, mein Hirn hat nichts mehr mitgeschnitten. Als ich einzelne Punkte seiner Tirade erläutern wollte, dass ich es ganz anders sehe, hat er gesagt, ich soll nicht auf Einzelheiten herumreiten. Dabei hat er die doch angeführt...
Jedenfalls ignorieren wir uns jetzt auch weitestgehend. Er kommuniziert mit mir per Mail ansonsten nicht. Ich sage Hallo und Tschüss.

Die Therapeutin meinte, dass meine Schilderungen über das Gespräch schon erkennen lassen, dass wir nicht zusammen passen und er meine größte Baustelle sein wird. Die Differenz mit der Kollegin wird sich evtl. beilegen lassen, aber der Chef sei eine Nummer für sich.
Z.B. hat er sich bei mir beklagt, dass er in den letzten Monaten "bestimmt drei ganze Tage nur Mitarbeitergespräche geführt hat". Der Arme! :evil: Als Führungskraft ist es wohl sein Job!

Der Integrationsfachdienst hat mir zugehört und mich nach meinen Schilderungen des Gesprächs nur gefragt, wie wichtig mir der dortige Job eigentlich ist und wie es mir geht. Daraufhin habe ich wieder zu weinen angefangen. Und gesagt, dass mich eigentlich nichts mehr hält, nur noch die Angst vor dem sozialen Aus und Armut und dass ich aktuell keine Kraft für Bewerbungen und einen Neustart habe.

Jetzt muss ich noch ein paar Tage durchhalten, aushalten, dann gehts in die Natur in den Urlaub. Wenig Menschen, viel Landschaft, frische Luft.

Die Dame vom Fachdienst sagte mir direkt, dass die Zeit nicht reichen wird, um wieder fester im Sattel zu sitzen. Meine Krankheit würde momentan dafür sorgen, dass ich nicht klarkomme.
Einen Folgetermin habe ich bei ihr, um herauszuarbeiten, wie ich nach dem Urlaub im Job wieder anfangen kann - oder eben nicht.

Was mir dort gut getan hat, ist, dass sie mir von beruflicher Reha erzählt hat, die auch in deren Angebot ist. Von Möglichkeiten, auch nach anderen Maßnahmen als psychisch Kranker wieder einen Job zu bekommen. Dass es Betriebe gibt, die uns psychisch Kranken Chancen geben, auch wenn die Krankheit bekannt ist.
Mich hat es beruhigt, dass es auch nach einem evtl. beruflichen Aus weitere Wege gibt.

Sie hat klar gesehen, dass keine Kraft mehr da ist und mir gesagt, dass ich seit Monaten nur noch durch reine Anstrengung und Willenskraft dem Alltag nachgehe. Mich aber beruhigt, dass meine Fähigkeiten noch da sind, vielleicht etwas verbuddelt.

Im Job bin ich aktuell total unsicher, habe Angst zu stören, meine Kollegen zu nerven. Ich rede kaum, ziehe mich zurück, suche keinen Kontakt, gehe ihm wenn möglich aus dem Weg. Ich bin die pure Angst. Immer mit Pipi in den Augen.

Bei mir ist alles etwas wild zur Zeit, ich sage mir immer wieder: Tag für Tag, Stunde für Stunde. Ich lasse auch Arbeit liegen, weil meine Arbeitszeit um ist. Ich reibe mich nicht auf; gehe, wenn es Zeit dafür ist. Ein kleines bisschen schlechtes Gewissen ist aber auch vorhanden.
Und in meinem Kopf wird jede Aktion der Kollegen als negative Handlung in meine Richtung gedeutet. Ich sage mir dann, es hat nichts mit mir zu tun; aber mein Gefühl sagt mir, dass ich Schuld bin, ein schlechter Mensch, man mich nicht mögen kann, ich eben Leute gegen mich aufbringe. Manchmal habe ich Angst, dass es schon so etwas in Verfolgungswahn ausartet.

Auch meine Träume sind derzeit wild und wirr. Ich habe sogar schon im Traum meinen Abschiedsbrief geschrieben um mich bei meinen Eltern zu erklären und zu entschuldigen. Nach dieser Erzählung hatte ich gleich zwei Folgetermine in wenigen Tagen bei der Therapeutin.


 
 
BeitragVerfasst: 12. Jun 2019, 18:38 

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Trotz all dessen arbeitest du immer noch!
Das ist eine ehrfurchtgebuehende Kraftleistung, oder eine selbstzerstörerische Einstellung... Sorry aber ich werde mich nicht weiter hier äussern, ich finde das zu dramatisch.

_________________
Die grössten Menschen sind die, die anderen Hoffnung geben.


 
 
BeitragVerfasst: 12. Jun 2019, 20:40 

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Hallo T Ally,

auf der einen Seite erschreckend, was du schreibst, auf der anderen bin ich sehr froh, das du dir nun Hilfe gesucht hast! Die Dame von Fachdienst scheint ja ganz kompetent zu sein.
Und gut, dass dir deine Therapeutin nach der Erzählung deiner Träume gleich nochmal zwei extra Termine verpasst hat. Die hättest du von mir auch gekriegt, wenn nicht sogar mehr! ;)

Am liebsten würde ich dich mal schütteln, dass mal diese ganzen Scheißgedanken aus deinem Kopf rauskommen!
Du musst nicht arbeiten, um was wert zu sein! Du musst dich nicht bei deinen Eltern entschuldigen, weil du nicht mehr in einer Firma arbeiten kannst und willst, wo du wie Dreck behandelt wirst!
Du bist kein schlechter Mensch!
Dich kann man auch mögen! (Aus welchem anderen Grund sollte ich dir hier sonst schreiben?)

Ich find's gut, dass du nur noch Dienst nach Vorschrift machst! Klar, ein bisschen schlechtes Gewissen bleibt, das hätte ich auch. Aber es ist gut, dass du es durchziehst!

Das Verhalten von deinem Chef ist echt mies. Selbst wenn er total genervt ist, muss er nicht jemanden, der heulend vor ihm steht, so runtermachen.
Dein Chef erinnert mich etwas an meinen früheren Chef. Der hat auch mal einen leitenden Mitarbeiter, dem genau da gekündigt wurde, als grade auch entweder seine Mutter oder Schwiegermutter gestorben ist und er deshalb nicht auf die Arbeit kam, als "Lusche" bezeichnet. Da weiß man dann auch, woran man ist.

Gut, dass dir die Dame etwas die Angst vor der Zukunft genommen hat. Ich denke auch, dass du eine lange Auszeit brauchst, bis du dich erholt hast. Das geht nicht mit ein bisschen Urlaub.
Versuch Schritt für Schritt zu gehen. Eins nach dem Anderen. Ihr findet schon zusammen einen Weg für dich.

Ich wünsch dir so sehr, dass du irgendwann soviel Selbstwertgefühl und soviel Selbstbewusstsein bekommen hast, dass du dich fragen wirst, wieso du dich so lange so behandelt hast und dich behandeln hast lassen! Lass dich nicht fertig machen und such dir deinen Platz in der Welt! Den gibt es mit Sicherheit für dich :)

Alles Liebe,
DieNeue


 
 
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