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BeitragVerfasst: 27. Jan 2021, 18:22 

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Liebe Camille, liebe dieNeue, liebe malu,
liebe alle,

es war und ist so schön Eure Worte zu lesen, die Anteilnahme an meinem Weg. Ihr versteht mein inneres Dilemma, wie ich mir selbst im Wege stehe und mit mir kämpfe.
Ich bin nun schon einige Tage zu Hause, aber noch nicht richtig hier.

Die Diagnosen haben sich vermehrt, wobei es bei psychiatrischen Diagnosen ja egal sein sollte. Das Befinden zählt.

Die Ärztin zu Hause hat mich vier Wochen krank geschrieben, das verschafft mir innere Ruhe. Allerdings nur im Hinblick auf den Arbeitgeber. Ansonsten dreht mein Kopf auf - mit Angst, gefühlter Ablehnung, Versagen. Ich sehe mich unter der Brücke, als Belastung für die Familie. Habe Angst, wie der Arbeitgeber reagiert, wann er reagiert. Kann ich das aushalten? Drehe ich durch? Ich schrecke zusammen, wenn ich einen Brief aus dem Kasten nehme, das Handy eine Kontaktaufnahme durch Kollegen anzeigt.

Dann habe ich Angst, dass ich in dieser Welt keinen Platz mehr habe, weil ich das Tempo und die Anforderungen nicht mehr mitgehen kann.

Eine LTA-Maßnahme, berufliche Reha, soll ich beantragen. Dabei werde ich zur Ruhe angehalten, soll den Antrag nicht sofort versenden. Mir erst einmal Ruhe gönnen.
Ich bin mit diesem Antrag davon abhängig, dass andere entscheiden, es ist außerhalb meines Einflusses. Das kann ich schwer aushalten. Wird das bewilligt, bin ich wirklich so hilfsbedürftig?

Kann ich meine Wohnung, meinen Rückzugsort, erhalten? Oder kann ich mir das nicht mehr leisten?

Wenn das Krankengeld ausläuft, dann muss ich zum Arbeitsamt. Das hat in meiner Familie noch niemand benötigt. Die Scham ist groß. Es nicht mehr allein zu schaffen. Überfordert zu sein.

Ich bin mental tief unten, fühle mich so überflüssig. Und Corona macht mich auch fertig.

Wisst ihr, wovon ich träume?
Ich möchte einfach nur gern mal richtig fest in den Arm genommen werden; spüren, dass ich meine Last nicht allein tragen muss, mich mal fallenlassen darf. Jemand zu mir steht. Ich irgendwo hingehöre, dazugehöre.
Aber das werde ich nie erleben. Auch in dieser Hinsicht stehe ich mir selbst im Weg.

Und in Zeiten von Corona nehmen mich nicht einmal Freundinnen in den Arm!
Ich möchte schreien, etwas zertrümmern; meinen Frust, meine Wut rauslassen...


 
 
BeitragVerfasst: 27. Jan 2021, 21:01 

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Liebe T Ally,

Ich möchte dich so gerne in den Arm nehmen - dich halten. Solange du möchtest.

Dein Erzählen geht mir immer so nahe - vllt, weil mir alles selbst so vertraut ist.

Ich wünsche Dir Hilfe vor Ort - direkt und real und zuverlässig. Und ich wünsche Dir so sehr, dass du es schaffst trotz all deiner innere Scham und Verzweiflung Nähe und Hilfe anzunehmen und zulassen zu können - dich in den Arm nehmen zu lassen.

Ich kann es nur virtuell - aber es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis und kommt von ganzem Herzen.

Du bist es mir wert.
Camille


 
 
BeitragVerfasst: 28. Jan 2021, 15:45 

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Hallo TAlly,
schön,von Dir zu lesen.Schreib Dir alles von der Seele damit Du wenigstens etwas
Erleichterung und Verständnis findest.Wie Camille auch schon schreibt,sich trösten
lassen,in den Arm nehmen wär jetzt so gut für Dich nun lassen die Coronazeiten auch das
nicht zu.TAlly.Du bist nicht allein hier verstehen wir Dich und Deine Situation.....Irgendwie spür ich,dass da noch Gutes für Dich kommt.Richtig glücklich warst Du nicht mit dieser Arbeit.Hier
könnte auch mit ein Grund liegen,warum Du krank wurdest und so erschöpft warst.....MeinP.C.spinnt,ich werd Dir später nochmal schreiben.Erstmal eine herzliche
Umarmung,ich denk an Dich ganz fest,herzliche Grüße Malu

_________________
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,der uns beglückt und der uns hilft zu leben.


 
 
BeitragVerfasst: 1. Feb 2021, 19:07 

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Hallo T Ally,
ich wollte Dir noch was zu Deinem letzten Absatz schreiben.Deine Sehnsucht,nach Zugehörigkeit,
dass da einfach Jemand ganz nah dran ist,bei Dir,,den Rücken stärkt,in den Arm nimmt u.s.w.
Den Schlüsselsatz hast Du schon gefunden.......Du nur kannst das Zulassen,dafür bereit sein,Dich öffnen.

Spüren,dass Du es wert bist,es zulassen ist Dein Part.Okay,Corona steht da erstmal rein körperlich im Weg.

In solchen Zeiten,des Leids,wo soviel wackelt und in Frage gestellt ist,geht auch das Selbstbewu0tsein auf Tauchstation .Da fühlte und fühle ich mich kontaktunfähig,weil ich nix geben kann.Nehmen können konnte ich nicht.......da fühlte ich mich noch kleiner,dachte ich immer....
Mir ist aufgefallen,dass es Freunde gibt,die mir so gern beistehen möchten,wenn ich es nur zuließe...

Ich möchte dir Mut machen,auf diesem Weg hat sich bei mir schon was verändert,es ging schrittchenweise,
heute erfahre ich öfter,dass ich nicht alleine bin und auch endlich mal Hilfe annehme Freunde tun das gerne!

Es ist auch nix Schlimmes,wenn Du für eine Zeit arbeitslos sein würdest.All die Kurzarbeiter z.Zt verlieren auch nicht gleich Ihre Wohnung.Plötzlich stand ich auch mit sehr viel weniger Geld da und mein Sohn studierte noch.Hätte nie gedacht,dass wir damit klar kämen,ging aber.
Deine Familie wird Dir helfen,nur Du siehst Dich als Versagerin...Dabei bist Du krank und funktionierst schon viel zu lange....In der heutigen Zeit ist es eine Seltenheit,25Jahre im gleichen Betrieb zu sein....leider sind auch Arbeitslosenzeiten bezw.Zeitverträge für viele Menschen
schon normal.Okay,das ist kein Trost und ich habe da auch 28Jahre die Sicherheit als Beamtin gehabt.

Für die Pension,die Absicherung war das gut,doch dass ich mit 45Jahren aussortiert wurde und ich mich nie wieder getraut hab ,was Neues auszuprobieren war großer Mist.Ich hätte die Pension sausen lassen müssen,eine Umschulung war so nicht möglich.Meinen Gesundheitszustand zu überprüfen und mich wieder zu beschäftigen haben sie erst erwogen,als ich 60Jahre war.....ich dachte,was für ein Irrsinn.

Ich wünsche Dir,dass Du an Dich glaubst und einen neuen Berufsweg versuchst.Ohne Arbeit,die Dich
zufrieden macht und Dir ein finanziell gutes Leben sichert...geht eine Depression nicht so leicht weg.
Meine Erfahrung war und ist,dass gerade Kollegen,das Rausgehen,mitten im Alltag stehen so wichtig sind.Natürlich steht erst das Gesundwerden im Fokus....aber dann auf zu neuen Ufern,auch in neue,gute
Beziehungen finden,das wünsch ich Dir sehr.....Deine malu

Nur erschöpft zu hause hängen,sich nicht strukturieren können einsam werden läßt die Depression blühen.

_________________
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BeitragVerfasst: 2. Feb 2021, 09:15 

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Hallo T_Ally,

Ich saß mal beim Arbeitsamt und habe ein Gespräch mitbekommen zwischen jemandem der sich dort melden musste und einem Berater des Amtes.
Der Berater hat ihn drüber aufgeklärt, dass er bis zum Zeitpunkt x seinen Antrag auf Arbeitslosengeld abgegeben müsste. Dem Kunden war das unangenehm und er wollte das Geld nicht. Daraufhin hat ihm der Berater ganz deutlich gesagt, dass es sein Recht ist und dass das jetzt ja eigentlich sein Geld ist, dass er viele Arbeitsjahre lang eingezahlt hat. Genau für diese Fälle ist die Versicherung ja da.
Den Antrag kannst du ruhig fertig machen. Bis der bearbeitet wird, genehmigt ist dauert es schonmal und dann dauert es nochmal bis man dann auch einen Termin beim Rehaberater bekommt. Das vergehen zwischen Antrag-Stellung und Genehmigung schnell mal 3-6 Monate und mehr.
Das andere über mich entscheiden und ich Entscheidungen über mich in andere Hände geben musste, fand ich auch nur sehr schwer auszuhalten. Meine Therapeutin hat da versucht daran zu arbeiten, dass ich das gelassener sehe. Klappte aber auch nur so halbwegs.
Schreien, was zerstören o.Ä. klappt doch ganz gut. Der Therapeut für Köperwahrnehmung ist damit uns dazu in den Wald gegangen...Vielleicht hast du auch ein Stück Natur bei dir...

Ich kann dich auch nur virtuell umarmen, mache dies aber durchaus von Herzen.
LG, Monchen


 
 
BeitragVerfasst: 24. Feb 2021, 13:24 

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Hallo T Ally,

wie geht es dir mittlerweile? Ich denke öfter mal an dich und schicke dir eine ganz feste Umarmung!

Liebe Grüße,
DieNeue


 
 
BeitragVerfasst: 20. Mär 2021, 21:42 

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Hallo T Ally, ist alles okay bei dir? Mache mir ein bisschen Sorgen.
Ganz liebe Grüße an dich,
DieNeue


 
 
BeitragVerfasst: 23. Mär 2021, 15:35 

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Hallo,

@DieNeue, Du bist so lieb. Denkst an mich. Das schaffe ich selbst kaum. Woher nimmst Du die Energie?
Danke, dass Du nachfragst, es tut mir gut. Denke ich doch immer, dass niemand sich für mich interessiert, ich allen egal bin.

Hier einmal der aktuelle Sachstand:

Die Klinik hat mich im Januar entlassen und geäußert, dass ich nicht zum Arbeitgeber zurück soll. Die Ergänzung (berufliche Reha) zum laufenden LTA-Antrag der RV habe ich schnell versandt und muss nun warten.
Jeder Brief im Kasten sorgt für Herzrasen, irgendwie habe ich mittlerweile Angst vorm eigenen Schatten.

Ab April erhalte ich Leistungen der Agentur für Arbeit. Den Antrag konnte ich jetzt mit den letzten Unterlagen vervollständigen.

Seit letztem Jahr habe ich einen Kurs für ein Ehrenamt mitgemacht und hatte nun die ersten praktischen Einsätze. Nur zwei Stunden am Tag. Ich war total erledigt danach. Ich frage mich, wie ich jemals wieder leistungsfähig werden soll?!
Ich habe Angst, dass ich den Anforderungen eines Jobs nicht gerecht werde. Schon in diesem Ehrenamt habe ich Angst, etwas falsches zu sagen, zu tun. Zu nerven.

Persönlich bin ich ziemlich fertig mit der Welt!
Ich bin müde, erschöpft, sehr schreckhaft, habe Gelenkschmerzen, Antriebsprobleme, Schlafprobleme, bin überfordert... Das Leid einer Depressiven.

Corona nimmt mir den letzten Rest des Gefühls, weiterleben zu wollen. Angst vor der Erkrankung habe ich nicht, da mein körperlicher Zustand bislang sehr robust war. Wobei ich auch das Risiko ernst nehme, dass fitte, jüngere Menschen einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf haben können. Ich wäre für diesen jedoch sogar dankbar. Ich kann einfach nicht mehr. Hätte dann keine Schuld.

Mein Arbeitgeber hat mir über die Personalvertretung mitteilen lassen, dass er mich nicht mehr im Hause haben möchte. Ein ziemlicher Schlag. Ich sortiere in diesem Zusammenhang noch die Emotionen und Wahrnehmungen in mir.
Rational habe ich damit gerechnet und es ist der beste Weg um finanziell vielleicht noch etwas mitzunehmen.
Emotional bin ich jedoch zutiefst verletzt. Über Jahre habe ich mich aufgerieben, habe Überstunden gemacht, mehr geleistet als ich musste. Als es gesundheitlich nicht mehr so lief und ich meine Zuständigkeit im Rahmen des BEM abgesteckt und diese Grenzen auch vertreten habe, eskalierte es. Dabei wollte ich mich nur auf den vertraglich vereinbarten Leistungsrahmen zurückziehen. Einfach ruhiger arbeiten, aber weiterhin meine Qualität abliefern.

Meine Begleitung vom IFD sagte mir gestern einen schönen Satz, den ich nicht exakt wiedergeben kann. Aber der Sinn war etwa:
In unserem System der Arbeitswelt kommen die klar und halten sich, die sich am besten anpassen können. Nicht diejenigen, die am besten arbeiten und Leistung zeigen. Die zeigen oft Misstände auf und sind unbequem. Werden aussortiert. Einfach weil sie nicht in das System passen und anstrengend sind.

Nun soll ich ein Schreiben des Arbeitgebers erhalten, in dem mir ein Weg aufgezeigt wird, wie ich entlassen werde. Durch mehrfachen Kündigungsschutz (GdB, Gleichstellung, Mitglied der Personalvertretung und laufendes BEM) ist es nicht so leicht für den Arbeitgeber mich loszuwerden. Eigentlich hat er rechtlich keine Chance, aber ich halte diese Anspannung und den ausgeübten Druck dort auch nicht mehr aus. Wem ist also geholfen, sollte ich gegen die Kündigung klagen?
Dennoch hat mich diese Entwicklung letzte Woche um Wochen, wenn nicht gar Monate, zurückgeworfen. Einen Tag vorher habe ich meiner Therapeutin noch gesagt, dass es mir besser geht. Am nächsten Tag hatte ich Kontakt zur Personalvertretung und seither ist alles im tiefen Sumpf versunken.

Ich wurde formal zu einem BEM eingeladen habe nach Rücksprache mit dem IFD diese Einladung abgelehnt. Danach kam privat die Anfrage des Vorsitzenden der PV. Ich habe erst abgelehnt, weil es mir schon schlecht ging, habe nicht geschlafen, hatte Herzrasen und mein Appetit ist seither auch weg. Es wurde jedoch gedrängelt und wir haben uns außerhalb des Protokolls getroffen.
Es wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht mehr in den Betrieb zurückkehren darf. Ich sollte vorgewarnt sein, damit das formelle Schreiben mich nicht total überrascht und aus der Bahn wirft. Netter Gedanke, rechne ich auch an.

Aber ich habe nicht mit der Macht meiner Gefühle gerechnet, die sich lautstark melden und vieles wurde antriggert, was in der Vergangenheit Thema war. Und da jetzt gegenzuhalten ist sehr anstrengend.
Ich fühle mich ausgeschlossen und verlassen. Niemand will mich. Ich bin nicht gut genug, habe versagt. Es wird über mich geredet, in dem Gremium, in dem ich in der Vergangenheit selbst mitreden durfte und immer die emotionale Seite vertreten habe, gegen die ganzen sachlichen Anzugträger, die nur Gewinnmaximierung im Fokus haben. Ich weiß, wie meine Kolleg:innen über Krankheit reden. Sie selbst feiern sich heldenhaft ab, weil sie mit Fieber zur Arbeit gehen. Alle anderen sind Weichtröten.
All das tut mir weh. Und ich schäme mich unsagbar doll. Ich wohne recht nah am Arbeitsplatz und habe einen uneingeschränkten Blick auf das Gebäude, wenn ich auf der Straße stehe. Somit begegne ich auch schnell mal Kollegen. Zucke dann regelrecht zusammen. Habe Angst, sie könnten mich ansprechen.

Ich schäme mich vor meiner Familie; den Eltern und Brüdern. Noch niemand hat hier einen Job verloren. Ich lüge ihnen aktuell ins Gesicht, wenn gefragt wird, ob der Arbeitgeber sich gemeldet hat. Ich traue mich nicht, mein Versagen einzugestehen, auch wenn ich schon geäußert habe, dass ich nicht zurückgehe. Ich hätte gern zu gegebener Zeit selbst bestimmt. Allerdings hätte es dann ja keine Abfindung gegeben.

Es stehen sich in mir Ratio und Emotion gegenüber und die Gefühle fahren ihre ganze Macht auf!

Momentan ist jeder Tag ein Kampf. Jedes Schreiben im Briefkasten sorgt für höchste Anspannung und Angst. Besonders vom Arbeitgeber. Und ich habe in den letzten Tagen mehrere bekommen, die mich nicht haben schlafen lassen. Wenn ich die dann am nächsten Tag aufgemacht habe war es Werbung. Schräg! Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Briefe liegenlasse.

Ich habe nun nach Rücksprache mit der Rechtschutzversicherung einen Fachanwalt für Arbeitsrecht kontaktiert. Er wird mich heute anrufen. Mal sehen, was das wird.

Und wann das Schreiben meines Arbeitgebers eintrudelt. Was das dann in mir auslöst? Vielleicht bin ich ja schon abreagiert durch die Fehlalarme der letzten Tage.

Ich kämpfe weiter mit zunehmend weniger Energie. Wobei ich mir selbst eingestehe, dass ich nicht mehr recht funktioniere.
Nach außen weiß mein Umfeld zwar Bescheid, aber dennoch versuche ich, so zu wirken als sei alles in Ordnung. Ich möchte niemanden belasten. Dabei schreit innerlich alles, ICH WILL NICHT MEHR! Aber nach außen bin ich freundlich, geduldig, lächle, gehe mit spazieren oder joggen. Schließlich bemühen sie sich, mich ins Leben einzubeziehen. Da will ich nicht stören.

Morgen fahre ich meine Mutter zum Impfen, dann sind wenigstens die Eltern teilweise geschützt. Beide hatten Corona, Vater einen schweren Verlauf. Aber ob das schützt weiß ja niemand sicher. Vater hat die erste Impfung bereits und morgen wird die Mutter geschützt. Dann kann wenigstens an der Front Entspannung eintreten. Denn um andere mache ich mir totale Sorgen, nur um mich nicht. Und ich habe Angst, dass ich jemanden infizieren könnte.

So, genug für heute. ich hoffe, Euch geht es gut und ihr haltet tapfer durch!
Liebe Grüße an alle Leser!


 
 
BeitragVerfasst: 23. Mär 2021, 18:40 

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Hallo T Ally,

oh Mann, lass dich mal in den Arm nehmen. Das ist ja echt furchtbar, auf so eine Art rausgeschmissen zu werden. Ich bin echt fassungslos.
Ich kann deine Angst vor dem Briefkasten und den Kollegen sehr gut verstehen.

Ich finde, du kannst sehr stolz auf dich sein, dass du dich in dem Gremium für andere eingesetzt hast und auch auf das Emotionale geachtet hast. Soviel Rückgrat in so einem Umfeld hat nicht jeder!

Doch, es gibt Leute, die sich für dich interessieren! Wir kennen uns zwar nicht persönlich, aber ich finde dich sympathisch und es interessiert mich auch, wie es dir geht und wie es bei dir weitergeht.

Ich habe grade nicht viel Zeit, aber wollte dir sagen, dass ich deine Antwort gelesen habe. Was du schreibst, verhallt nicht irgendwo im leeren Raum. Es gibt hier mit Sicherheit auch noch viele andere, die dich lesen und mögen.

Ganz, ganz liebe Grüße!
DieNeue


 
 
BeitragVerfasst: 23. Mär 2021, 20:26 

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Liebe T-Ally,

Ich habe immer darauf gewartet, wann du dich mal wieder meldest. DieNeue hat das schon schön formuliert - auch mir bist du ans Herz gewachsen, obwohl ich dich persönlich nicht nicht kenne. Und es tut mir so weh, zu lesen, wie dein Arbeitgeber mit Dir umgeht. Das ist nicht gerecht und das hast du nicht verdient.
Du bist mir so vertraut und so nahe - kann sein, dass es daran liegt, weil ich in allem, was du schreibst, ich mich selbst wiederfinde. - auch in den Gedanken:
Zitat:
Ich wäre für diesen jedoch sogar dankbar. Ich kann einfach nicht mehr. Hätte dann keine Schuld.


Es von Dir zu lesen, lässt mich innehalten - ich finde keine Worte für all das, was es in mir auslöst. Da ist soviel Mitgefühl - soviel Wunsch dich trösten zu können - dich zu halten, ganz lange - bist du dich selbst wieder spürst.

Um alle kümmerst du dich und machst Dir Sorgen - was ist da passiert, dass du dir selbst das nicht zugestehen kannst. Ja niemandem zur Last fallen. Das alles kenne ich selbst von mir so gut. Und innerlich ist alles kaputt - ist nichts anderes als Schmerz und Tränen und Angst.
So wie du es beschreibst.

Zitat:
Nach außen weiß mein Umfeld zwar Bescheid, aber dennoch versuche ich, so zu wirken als sei alles in Ordnung. Ich möchte niemanden belasten. Dabei schreit innerlich alles, ICH WILL NICHT MEHR! Aber nach außen bin ich freundlich, geduldig, lächle, gehe mit spazieren oder joggen. Schließlich bemühen sie sich, mich ins Leben einzubeziehen. Da will ich nicht stören.


Ich versuche so sehr im "Alltag" zu bleiben - versuche meinen Mann und meine 2 Töchter nicht zu "belasten" - und tue es doch. Ich halte mich selbst oft nicht mehr aus. Weiß nicht wohin mit mir, mit meiner Verzweiflung und mit meinem Zorn auf mich selbst. "Es tut mir leid. Es tut mir so sehr leid, ich kann es nicht besser" ist, was ich dauernd sagen möchte.

Ach T-Ally ich wollte eigentlich nicht von mir schreiben. Ich wollte Dir schreiben, dass du für mich wertvoll bist. Und dass ich mir so sehr wünsche, dass du dich selbst auch wieder wertschätzen kannst .

Lass dich in den Arm nehmen
Camille


 
 
BeitragVerfasst: 30. Mär 2021, 20:46 

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Hallo mal wieder,

Camille und dieNeue, ihr tut mir gut! Es wäre ein Traum, mal richtig in den Arm genommen zu werden und nicht darum betteln zu müssen. Einfach weil es von Euch aus kommt! Ich stelle es mir vor und mir treten die Tränen in die Augen.

Aus meiner Familie habe ich heute mit einem Mitglied telefoniert, das aktuell in Quarantäne ist, weil eine befreundete Familie vom englischen Mutanten lahmgelegt wurde. Dieses Mitglied ist als einzige Person in Quarantäne, der Rest der Familie darf weiter am Leben teilnehmen, obwohl alle in einem Haushalt wohnen. Verstehe einer die Ämter!
Jedenfalls sagte diese Person, dass ihr körperliche Nähe am meisten fehlt und das Ende der Quarantäne herbeigesehnt wird, damit erst einmal wieder ordentlich geknuddelt wird.
Auch da stiegen mir die Tränen in die Augen, weil ich mein einsames Leben einfach nicht mehr ertrage.

Zudem musste ich mir aus der Familie vorhalten lassen, dass ich einen Impftermin habe, weil ich ja eine von den schwer Depressiven bin, der an Asthma leidende Sohn aber keine Berechtigung hat. Das wird nicht verstanden. Dabei habe ich den Impftermin durch mein Ehrenamt; das Ehrenamt wird auch nicht verstanden und akzeptiert.
Und durch dieses neue hin und her mit dem Impfstoff ist eh unklar, ob ich meinen Termin Ende April wahrnehmen darf. Ich würde den Impfstoff nehmen, auch wenn ich weiblich und unter 60 bin. Sehe mich nicht in Gefahr. Eher macht mich dieses ganze Thema momentan aggressiv und fassungslos.

So, nun zum eigentlichen Thema:

Am selben Tag, an dem ich meinen letzten Beitrag geschrieben habe, ist noch das Schreiben des Anwalts meines Arbeitgebers gekommen.
Es ist skurril, ein Schreiben mit Unwahrheiten, die sich innerhalb des Schreibens widersprechen. Es wird eine betriebsbedingte Kündigung "angeboten", da eine personenbedingte Kündigung wegen Krankheit von der Fürsorgestelle im Integrationsamt wohl nicht bewilligt werden darf.

Jedenfalls habe ich beim Anruf des Anwalts sagen können, dass es nun schon akut wird und ich war in der gleichen Woche noch zum persönlichen Gespräch dort.

Er sagte, dass er dem Aktenzeichen entnehmen kann, dass ich beim Anwalt meines Arbeitgebers bereits seit ca. einem Jahr Thema bin, der will mich also schon lange abservieren.
Zudem kann er den Ausführungen entnehmen, dass der Arbeitgeber keine rechtliche Chance hat, mich loszuwerden. Wenn ich ein Roboter wäre würde er mir raten, dort weiterzumachen.
Erst habe ich mich nicht getraut auszusprechen, dass ich nicht mehr dorthin zurück möchte. Aber irgendwann im Laufe des Gesprächs brach es aus mir heraus.

Es wurde mir noch kein Angebot der Höhe nach gemacht, das wird er nun anfordern. Sollte keines erfolgen, wird er eine utopische Höhe fordern.

Was mir Angst macht ist, dass es sein kann, dass ich kein Arbeitslosengeld I bekomme. Darauf wies mich der Anwalt auch hin. Denn wenn der medizinische Dienst der AfA feststellt, dass ich nicht arbeitsfähig bin, dann stehe ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Ich würde direkt auf Hartz IV fallen, das ich aber durch vorhandene Vermögenswerte nicht bekommen würde. Ich müsste mich dann auch selbst versichern. Und damit würde das "Vermögen" nicht sehr lang reichen. Dann sind mehr als 25 Jahre schuften für die Altersvorsorge schnell verbraucht. Im schlimmsten Falle ist auch die Wohnung weg... Da ging bei mir ein neuer Panik-Schub los!
Der Anwalt hat das wohl schon erlebt und wollte mich vorwarnen, falls ich eine Ablehnung erhalte.
Zudem ist es wichtig zu wissen, wie ich in den kommenden Monaten meinen Lebensunterhalt bestreite, damit die Vereinbarung mit dem Arbeitgeber entsprechend gestaltet werden kann.
Leider konnte ich bei der AfA noch keine Aussage erhalten, da noch nicht alle Unterlagen vorliegen und das Gutachten vom medizinischen Dienst gerade erst beantragt wurde.

Warum tun sich immer wieder neue Baustellen auf? Ich komme einfach nicht damit klar abwarten zu müssen und selbst nichts beitragen zu können.

Ich lasse mich derzeit so leicht aus der Bahn werfen, bin schnell bis ins innerste erschüttert, fühle mich angegriffen.

Heute war ich joggen. Vielmehr - ich habe es versucht. Mein Kreislauf wollte nicht. Ich hatte einen Puls von annähernd 200 und bekam Gänsehaut.
Und es kamen mir Gedanken, dass ich gern alles beenden würde. Ich hatte es visuell vor Augen, wie ich mich aus diesem ganzen Kladderadatsch befreie. Angst hatte ich nicht, es fühlte sich erleichternd an.

Warum sind die Zustände von "alles ist zu ertragen" zu "ich ertrage nichts mehr" so nah beieinander und wechseln so schnell?

Oh man, ich hasse mein Leben!


 
 
BeitragVerfasst: 30. Mär 2021, 22:18 

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Hallo T Ally,

lass dich mal ganz feste knuddeln. Knuddel knuddel knuddel knuddel knuddel gaaaaaaaaanz feste drück :) Mir fehlt das auch am meisten und vielen anderen, denke ich, auch.
Ich schreib dir gleich noch mehr. Wollte dich erstmal knuddeln :)

Liebe Grüße, bis gleich nochmal
DieNeue!


 
 
BeitragVerfasst: 30. Mär 2021, 23:29 

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So jetzt nochmal länger...

Das mit dieser komischen Quarantäne-Regel habe ich auch schon bei Freunden mitbekommen. Da war die eine Tochter Kontaktperson im Kindergarten, sie durfte das Haus nicht verlassen, der Rest der Familie schon. Fand ich auch seltsam. Aber es ist wohl nicht so, dass man einfach pauschal sagen kann "Mit der Person hatte ich in den letzten zwei Wochen Kontakt, also muss sie auch in Quarantäne und der Rest des Haushalts auch.", sondern es wird, glaub ich, genauer geschaut, was für eine Art von Kontakt man hatte, wann die Symptome eingetreten sind, da gibt es wohl eine spezielle Zeit, ab wann man ansteckend wird etc. Aber ich versteh es auch nicht wirklich.

Echt blöd, dass deine Familie so blöd reagiert wegen der Impfung. Kannst ja du nichts dafür, wenn die Politik das so beschließt. Zumindest bei uns in Bayern wird mittlerweile laut darüber nachgedacht, die Impfpriorisierung bei AstraZeneca aufzuheben und damit jeden zu imofen, der will und dich traut. Vielleicht ist das bei euch so oder wird so, dann hat der Bruder auch Chancen so an einen Impftermin zu kommen.

Das mit dem, was der Anwalt sagt, dass du dann direkt ins Alg II fällst, kann ich mir ehrlich gesagt irgendwie nicht so recht vorstellen...
Hast du dich schon mal vom VDK beraten lassen bzw. gibt es den bei euch? Mein Vater war auch lange Zeit wegen der Psyche krankgeschrieben, in der Zeit ging seine Firma pleite, er wurde entlassen, er war auf Reha, war dann immer noch krank, aber von Hartz IV war da nie die Rede, zumindest habe ich da nichts mitbekommen. Aber wenn das zur Debatte gestanden hätte, hätten meine Eltern wahrscheinlich mehr Panik geschoben.
Find das immer krass, dass es bei Alg II immer auch gleich an die Wohnung geht. Das zieht einem erst so richtig den Boden unter den Füßen weg, wenn man dann auch noch seine Wohnung aufgeben muss.
Mein Vater hat mittlerweile Erwerbsminderungsrente bekommen und da wird ja kein Vermögen abgeschöpft. Als ich wegen der Psyche krankgeschrieben war, war das Jobcenter immer sehr erpicht darauf, dass sie mich schnell wieder loswerden und ich musste sehr bald Rente beantragen. Vielleicht wäre das für dich auch eine Möglichkeit, dich befristet berenten zu lassen, da hast du Jobcenter und AfA weg und man würde auch dein Vermögen nicht antasten. Meine Familie hat bis jetzt nur gute Erfahrungen mit dem VDK gemacht. Die kennen sich gut aus und sind neutral. Bei meinem Vater hat auch immer die AOK rumgestresst, dass er irgendwas bestimmtes machen sollte, aber das hätte meinen Vater einen Haufen Geld gekostet. Das hat die Kasse nur gemacht, um für ihn nichts mehr zahlen zu müssen. Der VdK hat ihm dann gesagt, was er machen soll und das hat funktioniert.

Was ich auch bei Mitpatienten mitbekommen habe, ist, dass die damals auf "ärztliche Empfehlung" gekündigt haben und somit keine Sperrzeit für Arbeitslosengeld hatten. Vielleicht gibt es diese Regelung immer noch und wäre hilfreich für dich?

Mehr Ratschläge kann ich dazu leider geben. Aber ich würde mir auf jeden Fall noch eine zweite Meinung zu dem, was der Anwalt gesagt hat, einholen. Das ist auch etwas, was du tun kannst, und muss nicht nur tatenlos zusehen.

Das dich sowas aus der Bahn wirft, ist völlig verständlich. Dass du alleine wohnst, macht es natürlich noch schlimmer. Ich weiß es noch von mir, ich hatte damals auch das Gefühl, dass mir ständig Steine in den Weg gelegt werden. Furchtbar...
Aber es wurde irgendwann langsam wieder besser.

Ich drück dich mal nochmal ganz fest!
Lass dich nicht unterkriegen.

Liebe Grüße,
DieNeue


 
 
BeitragVerfasst: 31. Mär 2021, 12:34 

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Liebe T Ally,

ich möchte Dich auch unbekannterweise knuddeln, wenn ich darf.
Momentan befinde ich mich in einer ähnlichen Situation und habe leider gerade nicht viel Zeit zum Schreiben (Therpeutentermin). Gerade habe ich den Gesundheitsfragebogen für die AfA ausgefüllt und werde ihn gleich mit meiner übergangsweisen Therapeutin besprechen, da ich eine Schweigepflichtsentbindung zu ihr machen möchte.
Soweit ich verstanden habe, fällst Du nicht auf HarzIV wenn der Medizinischen Dienst der AfA Dich für unter 3h/Tag 15h/Woche arbeitsfähig einstuft, sondern Du fällst unter die Nahtlosigkeitsregelung nach SGIII und erhältst Alg1 bis Dein Rentenantrag durch ist, zur Not so lange wie Anspruch auf Alg1 besteht. Das ist ein schwieriger Weg, den ich auch versuche, aber nicht unmöglich.
Während der Wartezeit auf die Bewilligung Deines LTA-Antrags könnte auch ein Anspruch auf Übergangsgeld vorliegen.
Mich versetzt es auch total in Panik, wenn meine äußere Sicherheit bedroht ist und ich habe ebenfalls keinen familiären Rückhalt.
Ich würde mich vom Vdk, RA (einem anderen) und der UPD dazu beraten lassen.
Sorge gut für Dich auch wenn die Panik gerade keinen Raum dafür lässt. Das wünsche ich Dir.

LG Gartenkobold


 
 
BeitragVerfasst: 31. Mär 2021, 13:05 

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Liebe T Ally,

mir ist noch eingefallen, die Situation, die Du beschreibst, die habe ich bereits durchlebt und ich habe sie überlebt. Es war unglaublich hart, doch ich habe es geschafft und bin noch da!
Ich war als Studentin freiwillig in der GkV versichert, ohne Anspruch auf Krankengeld. Selbst wenn ich einen Arzt gefunden hätte, der mich AU schreibt, es hätte nichts gebracht und mir hat auch keiner geglaubt (mit einer agitierten Depression funktioniere ich einfach zu gut und die dissoziative Amnesie war nicht komplett, es hat erst mal keiner was gesehen und den Zugang zu Fachleuten hatte ich nicht...). Ich musste meine Altersvorsorge auflösen, einen Anspruch auf HarzIV bestand nicht, da Altersvorsorge = Vermögen, arbeiten konnte ich nicht, medizinische Versorgung gab es nicht. Doch ich konnte Wohngeld beantragen, habe meine Wohnung behalten können, musste mich weiter freiwillig in der GkV versichern. Alles so wie Du es beschreibst, doch das Geld hätte ziemlich lange gereicht und irgendwann fand ich einen Job (der mich anstrengende und nicht gesund machte) habe Ärzte gefunden und Behandlung erfahren.
Es kann auch wieder besser werden, auch wenn man total aus dem Sozialsystem rausgefallen ist, keine Unterstützung hat und auch keinen Anspruch auf Rechtsberatung u. Vertretung... Deine Ausgangssituation ist nicht ganz so prekär. Das kannst Du schaffen!

LG und viel Kraft!
Gartenkobold


 
 
BeitragVerfasst: 31. Mär 2021, 13:30 

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Liebe T Ally,

ich habe still mitgelesen.

Nach dem, was dein Anwalt über den Anwalt des Arbeitgebers sagt, und wenn ich es richtig in Erinnerung hab, bist du ja Betriebsrat, hat dein Arbeitgeber mit dir Mobbing gegen einen Betriebsrat betrieben. Das Verhalten, was du schon länger beschreibst, passt dazu.
https://www.google.com/search?q=mobbing ... e&ie=UTF-8" onclick="window.open(this.href);return false;
Der wollte dich rausmoppen.

Von daher wäre ich auch am Überlegen, die Abfindung möglichst hoch ausfallen zu lassen. Problem ist, dass beim Zugang zum ALG 1 Abfindungen erstmal zählen. Bei einer Rente wäre es nicht so.

Was Gartenkobold schrieb, ist richtig. Man kann ALG 1 Nahtlosigkeit bekommen, der Paragraf wurde extra dafür eingeführt. Man muss anfangs nur darauf bestehen, dass man sich dem Arbeitsmarkt entsprechend seiner Leistungsfähigkeit in vollzeit zur Verfügung stellt. Da dann eh der ärztliche Dienst eingeschaltet wird, bekommt man erstmal Leistungen und muss nix, außer dann zu dem Termin beim äD gehen. Alles weitere ergibt sich dann.

Was das Joggen angeht: Du scheinst mächtig ausgelaugt zu sein. Vielleicht wäre spazieren gehen statt Sport eine Wahl. Außerdem haben wir hier momentan eine extrem niedrige Luftfeuchte, das merkt der Körper ja auch.
Bei mir hat gestern der Körper beim Kellerputzen mächtig schlapp gemacht, wohl auch aus so einer Mischung von Erschöpfung und leichtem Dehydriertsein und körperlicher Belastung.

Deine Familie wird dich vermutlich auch weiter nicht verstehen, weil sie überfordert mit deiner Problematik sind.
Vielleicht solltest du auch Kontakt mit Opfern von Betriebsrätemobbing aufnehmen.

Umarmungen und co vermisse ich auch schon sehr lange.
Wir kennen uns ja nicht, deshalb nehm ich einfach mal virtuell deine Hand.

Gruß Gertrud


 
 
BeitragVerfasst: 31. Mär 2021, 16:24 

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Hallo T Ally,

ich schicke dir heute eine ganz liebe lange Umarmung. Ich war gerade unterwegs und muss dann auch nochmal weg, mache gerade Pause und hab hier reingeguckt.
Auch wenn du zuhause alleine bist, hier bei uns bist du willkommen und gut aufgehoben und wir helfen dir, so gut wir können.
Gartenkobold und Gertrud haben dir schon gute Antworten geschrieben, ich hoffe, sie helfen dir weiter.

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel gelesen über fehlende Berührungen während der Corona-Zeit. Da hieß es auch, dass man dieses Bedürfnis zwar aktuell nicht wirklich stillen kann, aber man kann versuchen, sich trotzdem das Gefühl des Umarmt-seins und Gehalten-werdens zu geben, indem man sich z.B. ganz eng in eine Decke einwickelt. Ich glaube, die Autorin hat sich auch mit einer Decke in eine Nische zwischen Sofa und Wand gesetzt, weil sie da das Gefühl hat gehalten zu werden, auch wenn es nur die Wände sind. Klingt jetzt vielleicht krass und nach "billigem" Abklatsch, aber mit Babys macht man ja auch nichts anderes, wenn man sie puckt oder in einem Tuch am Körper trägt. Ich habe selber auch gemerkt, dass es mir gut tut, wenn ich auf dem Sofa liege, mich eng an die Lehne zu lehnen und mich in eine Decke einzuwickeln. Hab gesehen, es gibt sogar "Umarmungskissen", in die man sich reinkuscheln kann. Natürlich ist das nicht jeder Manns Sache, aber in Krisenzeiten kann man auch mal zu ungewöhnlichen Mitteln greifen.

Muss dann leider wieder weiter. Ich drück dich!

Liebe Grüße,
DieNeue


 
 
BeitragVerfasst: 31. Mär 2021, 20:46 

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Hallo nochmal,

ich war vorhin bei meinen Eltern und hab sie mal wegen deiner Situation gefragt, ob sie sich da auskennen. Sie haben gemeint, dass es zu kompliziert ist, da einen Rat zu geben, weil es vielleicht auch vom Alter, Bundesland o.ä. Unterschiede geben könnte, aber sie würden dir auch auf jeden Fall sehr, sehr empfehlen dich an den Vdk zu wenden. Da kannst du dich auch erstmal kostenlos beraten lassen, ob sie dir helfen können, und meine Eltern sagen, dass die, was Recht angeht, sehr gut aufgestellt sind und sich wirklich sehr gut auskennen. V.a. meinten sie, dass man da einfach anrufen kann, seine Unterlagen vorbeibringen kann und die übernehmen das dann. Sie finden das sehr beruhigend jemanden zu haben, der auf ihrer Seite steht und dass man sich nicht alleine durchkämpfen muss, was grad bei Depressionen eine Erleichterung ist.

Ich hab dir mal die Seite vom Vdk mit den Beratungsstellen rausgesucht:
https://www.vdk.de/deutschland/pages/de ... scc=essenc" onclick="window.open(this.href);return false;
https://www.vdk.de/deutschland/pages/mi ... rbands_vdk" onclick="window.open(this.href);return false;
Es soll jetzt nicht so rüberkommen, dass ich dir das aufdrücken möchte, ich denke nur, dass du da evtl. passende Hilfe finden könntest und die dich vielleicht auch etwas auffangen können.

Es zieht sich bei dir schon sehr lange hin, aber es kann nicht sein, dass es für dich keinen Weg gibt. Den gibt es bestimmt!

Liebe Grüße und fühl dich ganz arg gedrückt! Du bist nicht alleine!
DieNeue


P.S. Was machst du denn eigentlich für ein Ehrenamt? Musst du aber nicht sagen, wenn du nicht magst.


 
 
BeitragVerfasst: 31. Mär 2021, 21:31 

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Hallo,

mir ist noch eingefallen: in der Traumatherapie habe ich Selbstberuhigungs-Übungen gelernt, mache ich auch ab und zu, wenn die Angst zu groß wird. In eine Decke einwickeln, wie von derNeuen vorgeschlagen, hilft mir auch. Das Umarmungskissen ist bei mir eher ein Seitenschläfer-Kissen und kommt zum Einsatz wenn einfach alles schlimm ist und ich nicht mehr weiter kämpfen kann. Ich nenne es das "Es ist so scheiße Kissen" und habe einen entsprechenden Bezug dafür genäht.

Du bist nicht alleine!

LG Gartenkobold


 
 
BeitragVerfasst: 1. Apr 2021, 07:22 

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Auf dem Kissenbezug sind Einhörner.
Nach einer Karte, die mir eine (leider nicht mehr beste) Freundin geschrieben hat. "Du glaubst vielleicht nicht an Einhörner, aber die Einhörner glauben an Dich!"

Du glaubst vielleicht nicht mehr an das Gute, aber das Gute glaubt an Dich!


 
 
BeitragVerfasst: 7. Apr 2021, 15:09 

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Hallo liebe T Ally,

ich schick dir eine ganz liebe Umarmung. Fühl dich mal geknuddelt.

Liebe Grüße,
DieNeue


 
 
BeitragVerfasst: 11. Apr 2021, 19:44 

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Hallo von mir an Euch alle,

gelesen habe ich hier laufend, aber der Computer anschmeißen ist einfach eine andere Nummer. Gerade habe ich Eure letzten Beiträge noch einmal durchgelesen und danke Euch für Eure Unterstützung und Tipps.

Momentan warte ich noch ab, was der Anwalt erreicht und auf den Bescheid der AfA. Ein erstes Schreiben der AfA habe ich erhalten, das war in deren Fachjargon geschrieben und hat mich erst total verunsichert. Im Betreff wird von "Antrag auf Reha und Erwerbsminderungsrente" geschrieben. Im Text ist dann davon keine Rede mehr, dafür wird auf Paragrafen verwiesen und darauf, dass ich zur Unterstützung verpflichtet bin. Dann kommt ein Hinweis, dass ich nicht mehr leistungsfähig bin und keinen Anspruch auf AlG I habe. Aber wegen der "Nahtlosigkeit" werde ich dies bis zur Entscheidung der RV, längstens ein Jahr, erhalten. Die Höhe wurde noch nicht genannt, daher bin ich nun etwas bange, dass es auf einen Teilzeitjob (3 Stunden tägl.) berechnet wird.
Im Katastrophisieren bin ich gut, leider.

Vom VDK oder SoVD habe ich schon gehört und habe das im Hinterkopf. Aber erst einmal warte ich ab, wie weit mir der Anwalt (auch Fachanwalt für Sozialrecht) helfen kann.

Die Vorstellung, bald mit jedem Euro rechnen zu müssen ist neu für mich und beängstigend. Bislang hatte ich das Glück immer genug Geld aufs Konto zu bekommen und meinen normalen Lebensstil gut finanzieren zu können. Meist bin ich sparsam und habe daher auch noch etwas Reserven. Ab und an habe ich mir mal einen interessanten Urlaub gegönnt. Auf Technik lege ich keinen Wert und pflege meine Besitztümer. Bis sie nicht mehr mithalten können ;)
Irgendwie finde ich es etwas ungerecht, wenn in einer vergleichbaren Situation wie meiner aktuellen, jemand, der sein Geld immer voll rausgehauen hat, direkt unterstützt wird; ich aber erst meine Reserven, die ich durch Konsumverzicht habe, aufbrauchen muss. Ich weiß, Gerechtigkeit gibt es nicht. Aber mein Gerechtigkeitssinn ist (leider) stark ausgeprägt.

Bzgl. meines Betriebes bin ich eigentlich selbst auch der Ansicht, dass es gut ist, dass ich dort nicht mehr hingehe. Trotzdem tut es mir sehr weh, dort ausrangiert zu werden. Und dann auf diese Art und Weise. Der BR-Vorsitz ist irgendwie auch eher auf Seiten des Arbeitgebers. Sagte zu mir, ich müsse ja nun auch den Arbeitgeber verstehen und einen anderen Weg für mich suchen, so könne es ja nicht weitergehen. Ich hätte mir mehr Empathie gewünscht, zumal ich den Umgang meines Vorgesetzten mit mir (verbale Angriffe, Mails, Verletzung Datenschutz, Nichtbeachtung der Absprachen des BEM) immer kommuniziert habe und der BR Vorsitz an den Gesprächen auch teilgenommen hat. Aber das Fehlverhalten meines Vorgesetzten interessiert irgendwie niemanden.
Der Anwalt meinte, dass diese Dinge im Aushandeln meines Ausstieges keine Rolle spielen. Auch das macht mein Gerechtigkeitsempfinden unheimlich wütend.

Momentan lebe ich von Tag zu Tag. Mal gelingt es mir besser, mal gar nicht. Eigentlich wünsche ich mir von Herzen, jemanden an meiner Seite zu haben. Mich anlehnen zu können. Mich fallen lassen zu können. Nicht mehr allein handlungsfähig bleiben zu müssen. Aber wenn ich meine Wohnungstür durchschreite, dann ziehen ich automatisch meine toughe Fassade an und wirke auf die Menschen stark.
Dabei schäme ich mich hier im Haus schon sehr, an meinem Wohnort auch. Denn es hat mich bereits eine Nachbarin gefragt, warum ich immer zu Hause bin. Ich müsse ja schlimm krank sein...

Letzte Woche war ich bei meinem Hausarzt in der Praxis. Wegen meiner Psycho-Pillen müssen die Leberwerte und das Herz überprüft werden. Ich hätte auch gern etwas zu anderen "Wehwehchen" besprochen, aber ich habe den Arzt nicht einmal gesehen. Das Personal dort sprach von Corona-Stress, da mochte ich mit meinen Beschwerden nicht nach einem Termin fragen. Innerlich stehen mir dann die Tränen am Anschlag, weil ich mich übersehen fühle.

Auch einen Gynäkologen Termin letzte Woche musste ich absagen, da die Periode genau dann stärker einsetzte, als ich dorthin sollte. Aber eigentlich habe ich die dauerhaft, daher wollte ich auch hin. Habe telefonisch angefragt und durfte nicht kommen. Wie es mir mit dem andauernden Blutverlust geht fragt niemand. Interessiert wohl auch nicht. Als ich mal fragte (hab das Problem schon länger) verwiesen Gynäkologe und Psychiater auf den jeweils anderen Fachbereich. Das ist wohl das Ergebnis, da Medikamente hauptsächlich an Männern erprobt und erforscht werden.

Manchmal würde ich so gern alles hinschmeißen. Wenn ich mir vorstelle, wie ich den Ausgang nehme, dann wird mir ganz leicht. Ein kleines bisschen Restangst ist aber vorhanden, daher übertrete ich die Schwelle nicht. Wenn dieses Thema allerdings in Filmen vorkommt, dann bin ich immer getrieben und fasziniert. Mache mir Vorwürfe. Es beschäftigt mich dauerhaft.
Und da denke ich, dass in meiner aktuellen Verfassung ein Kurzschluss möglich wäre. Wäre ja auch einfacher für alle. Wie lange hänge ich schon in diesem Stadium fest? Ich belaste doch nur alle um mich herum. Und trotz vieler Klinikaufenthalte und Therapien ändert sich nichts. Jeden Tag wate ich durch zähen Schlamm und muss mich andauernd zwingen weiterzumachen.

Mein Ehrenamt mache ich derzeit noch in der "Ausbildung". Es ist ein Jahr Kurs zur Sterbebegleitung. Ich fühlte mich schon immer von dem Thema angesprochen.
Mein ursprünglicher Berufswunsch im sozialen Bereich war wegen meines geringen Alters zu Beginn der Ausbildung damals nicht möglich, daher bin ich in einem unmenschlichen Umfeld gelandet.
Zudem fühle ich mich selbst oft allein und einsam. Ich stelle mir vor, dass ich anderen beistehen kann. Menschlichkeit und Ruhe, Aufmerksamkeit in unserer heutigen, eng getakteten Welt entgegenbringen. Irgendwie das, was ich mir auch wünsche.
Jedenfalls habe ich einige tolle Menschen durch den Kurs kennengelernt, der derzeit leider fast nur Online läuft. Ein paar Praxiseinsätze und Schnupperstunden dürfen wir im echten Umfeld wahrnehmen. Dabei erlebe ich so viel Menschlichkeit. Das tut gut.
Um dort entspannt agieren zu können, dürfen die Mitarbeiter im Hospizdienst sich bereits impfen lassen. Ich habe meinen Termin Ende April. Eigentlich mit Astrazeneca, würde den Impfstoff auch nehmen. Nun bin ich mal gespannt, ob der Termin abgesagt wird, oder ich Moderna bekomme. Der wird hier in den Impfzentren verimpft. Meine Eltern hatten keine großen Probleme damit, außer Schmerzen am Arm.

Ich wünsche Euch allen eine gute Zeit!


 
 
BeitragVerfasst: 12. Apr 2021, 06:42 

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Liebe T Ally,
Gerade nur kurz - im Hinblick auf deinen Termin beim Gynäkologen. Dauerblutungen gehören abgeklärt und eine Untersuchung zum Ausschluss von Infektion, Gewebsveränderungen usw als Blutungsursache ist jederzeit möglich. Selbstverständlich auch eine Abklärung, ob dadurch eine behandlungsbedürftige Blutarmut entstanden ist. Nur eine Krebsvorsorge ist zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll, konkret die Krebsvorsorge mittels Abstrich nach Papanicolao auf Gebärmutterhalskrebs - wegen erschwerter Beurteilbarkeit durch Blutüberlagerung.
Die MFAs am Telefon werden in der Regel dazu angehalten Krebsvorsorgetermine zu verschieben, wenn zu diesem Zeitpunkt eine Blutung besteht. Ich denke, dass du da "missverstanden" worden bist - man annahm, dass es um Krebsvorsorge ginge.

Kann sein, dass man keine "konkrete Ursache" findet - es NW der Mediamente ist - dann gilt es zu klären, ob eine Anämie vorliegt - ggf Behandlungsoptionen zu besprechen....

Das nur kurz von mir - so diesem kleinen Teilbereich.
Sei ganz lieb gegrüßt
Camille


 
 
BeitragVerfasst: 12. Apr 2021, 07:41 

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Liebe T Ally,

auch ganz kurz, ich vermute, dass Du in der Nahtlosigkeitsregelung voll drin bist und nun ALG1 bekommst ohne Dich bewerben zu müssen und das dies nicht auf einen Teilzeitjob von 3/h Tag berechnet wird. Sonst stände da etwas von Restleistungsvermögen und eine Zahl 3/h Tag oder 15/h Woche.

Beim Gyn werde ich auch immer abgewimmelt. Dauerblutungen und den dadurch entstehenden Eisenmangel interessierten keinen. Doch, wie Camille geschrieben hat, das gehört untersucht. Wenn sich der Gyn nicht um den evtl. vorhanden Eisenmangel kümmern möchte, dann frag doch mal beim Hausarzt ob er Deinen Ferritinwert kontrolliert. Eisenmangel kann auch ein Grund sein, warum man depressiv ist. Gyn, Psychiater und Hausarzt wollten das bei mir auch nicht machen, 13 Jahre lang nicht! Ich habe solange gewechselt bis ich dort gelandet bin, wo man sich kümmert. Nachfragen, um Termine und Werte bitten, die Praxis wechseln... Für mich war es sehr anstrengend. Trotzdem für Deine Gesundheit und damit Du Dich besser fühlst.

LG und viel Kraft!
Gartenkobold


 
 
BeitragVerfasst: 12. Apr 2021, 16:14 

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Hallo T Ally,

mal zum Thema Gyn. Als ich eine zeitlang wechseljahresbedingt andauernd Blutungen hatte, musste ich auch zur Abklärung. Die Gyn (ambulant) machte nix weiter außer mich in die Uniklinik überweisen. Dort wurde schon zum ersten Termin gleich auch Blut abgenommen, gerade um einen Eisenmangel auszuschließen.
Wenn du bisher zufrieden warst, wurdest du eventuell wirklich nur missverstanden, oder die Angestellte war gerade nicht ganz bei der Sache, kommt ja auch vor. Wenn du zum Hausarzt zum blutabnehmen gehst, kann der das mit überprüfen, denk ich mal, wenn du das mit den Dauerblutungen erklärst.
Ich hatte keinen Eisenmangel (wovon ich auch ausging), und der Rest der Beschwerden waren wirklich nur die Wechseljahre, die jetzt fast vorbei sind.
Ich will dich jetzt nicht beunruhigen wegen "Uniklinik". Ich bin ein Spezialfall, wo laut Leitlinien abgeklärt werden musste. Man hätte auch verzichten können, aber es war besser so.
Jedenfalls die Überprüfung des Eisens war standardmäßig dabei.
Ich weiß ja nicht, ob du schon im Wechseljahresalter bist. Vielleicht ja, vielleicht noch nicht ganz uns sie kommen durch den Stress früher als gedacht. Ich würde das abklären lassen, wenn du zu starke Beschwerden oder zu starke Dauerblutungen hast (meine waren nicht wirklich stark).

Was dein Ehrenamt angeht, gebe ich dir den Rat, da besonders gut auf dich aufzupassen. Denn Sterbebegleitung ist sehr intensiv und auch anstrengend. Man sollte die Batterien von Anfang an ziemlich voll haben, und das sind sie bei dir definitiv (noch) nicht.

Du bist jetzt erstmal im Nahtlosigkeitsverfahren drin, wie schon beschrieben. Das Standardvorgehen ist, dass man bei der DRV einen Antrag auf medizinische oder berufliche Reha oder einen Rentenantrag stellt. Das kann man machen, wenn man meint, eines davon wäre eh angezeigt. Man ist im Prinzip auch dazu verpflichtet, denn der Nahtlosigkeitsparagraf wurde genau dafür geschaffen. Entweder man stellt den Antrag selbst, oder man wartet, was der ärztliche Dienst der AfA feststellt bezüglich Leistungsvermögen.
Das sind Prozesse, die dann entstehen.

Viel Kraft und vergiss nicht ganz die angenehmen Seiten des Lebens.
Gertrud


 
 
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