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BeitragVerfasst: 13. Okt 2021, 14:12 

Registriert: 12. Okt 2021, 09:21
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Hallo zusammen,

ich bin neu hier und versuche mich so kurz zu fassen, wie es geht.

Bei mir wurde 2016 eine depressive Verstimmung diagnostiziert, welche ich jedoch mit Hilfe einer Therapie und der einjährigen Einnahme von Citalopram ganz gut gemeistert habe. Die Auslöser für meine damalige Krise waren Beziehungsprobleme und Probleme mit meinem Studium. Mittlerweile habe ich eine gut funktionierende Beziehung und auch mein Studium konnte ich erfolgreich abschließen.

Nun zu meinem aktuellen Problem: Die letzten 4 Jahre habe ich im Einzelhandel gearbeitet, was zwar nichts mit meinem Studium zu tun hatte, aber ich wusste auch nicht, was ich sonst machen will. Aufgrund von betrieblichen Problemen wurde die Filiale geschlossen, in der ich gearbeitet habe. Ich war nun also gezwungen, mir etwas anderes zu suchen. Ich habe mich dazu entschieden, nicht mehr im Einzelhandel zu arbeiten und auch gleich einen neuen Job in der Medienbranche gefunden, welcher thematisch zu meinem Studium passt und bei dem natürlich auch das Gehalt und die Arbeitszeiten besser sind als im Einzelhandel.
Zunächst dachte ich, das könnte genau das Richtige für mich sein. Aber schon am zweiten Tag kam ich heulend nach Hause, weil ich mich so unwohl und verloren gefühlt habe. Ich habe es zunächst auf die neue Situation geschoben und damit, dass ich einfach nicht gut mit Veränderungen umgehen kann. Aber leider wurde es von Tag zu Tag nur schlimmer. Ein Gespräch mit meiner Chefin, in dem ich ihr versuchte zu erklären, dass ich mich komplett überfordert und allein gelassen fühle und mir mehr Hilfe und mehr Einarbeitung wünsche, blieb wirkungslos. Mehr als "das wird schon, da müssen Sie einfach durch" kam dabei nicht heraus.
Ich fühle mich wie in einer Abwärtsspirale gefangen. Ich habe Schlafstörungen, leide an Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Würgeanfällen und fange fast jeden Tag unkontrollierbar zu weinen an. Was mir vorher Freude bereitet hat, löst rein gar nichts mehr in mir aus. Ich habe das Gefühl, immer tiefer und tiefer in mein dunkles, schwarzes Loch zu rutschen und mich selbst zu verlieren. Ich bin zu meiner Hausärztin und habe ihr meine Situation geschildert und sie hat mich für diese Woche krank geschrieben und gemeint, sie würde mich auch nochmals krankschreiben und mir empfehlen wieder mit Citalopram anzufangen.
Ich würde mich gerne noch eine Woche krankschreiben lassen, habe aber Angst vor der Reaktion meiner Chefin. Außerdem tut mir diese Woche daheim zwar gut, aber ist natürlich keine Dauerlösung für mein Problem. Mir bleibt eigentlich nichts anderes übrig als mir einen neuen Job zu suchen, was mir in meiner derzeitigen Lage, jedoch extrem schwer fällt. Ich weiß außerdem absolut nicht, was ich überhaupt machen will und fühle mich nur noch verlorener und so als ob ich für keinen Job wirklich geeignet bin. Am liebsten würde ich einfach kündigen und mich in eine dunkle Ecke verkriechen, in der ich keinen mehr sehen oder hören muss.
Wie ihr schon merkt, kann ich wenn überhaupt, nur sehr schlecht mit meiner derzeitigen Situation umgehen. Vielleicht hat einer von euch ja bereits etwas ähnliches erlebt und einen Tipp, was ich machen könnte, um nicht noch mehr in mein schwarzes Loch zu stürzen.

Danke an alle, die sich den ganzen Roman bis hier her durchgelesen haben.

Liebe Grüße


 
 
BeitragVerfasst: 13. Okt 2021, 16:57 

Registriert: 1. Jul 2018, 16:10
Beiträge: 16
 
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Hallo Schneeengel,
so wie ich Dich verstanden habe, bist Du sozusagen Jobstarterin nach deinem Studium. Die erste Frage, die ich mir stelle ist, ob es einen Kollegen/in gibt, den Du jederzeit fragen kannst ? Gab es denn überhaupt eine Besprechung vorab über deinen Arbeitsbereich ? Vllt suchst Du nochmal das Gespräch mit der Chefin oder dem Chef ?Du wurdest ja offenbar als Jobeinsteigerin eingestellt und dein Gehalt daran angepasst . Es wirkt so auf mich , dass aus welchen Gründen auch immer , Du in der Einarbeitungszeit nun allein gelassen wirst. Ich würde nochmal das Gespräch suchen an Deiner Stelle und vllt erläutern, was Dich genau verunsichert .
Ich weiß nicht, ob Dir das jetzt gut tut. Aber auf jeden Fall kann ich Deine Situation nachvollziehen.
Viele Grüße und trau Dich nachzufragen . Du kannst nichts dabei verlieren .


 
 
BeitragVerfasst: 14. Okt 2021, 13:11 

Registriert: 12. Okt 2021, 09:21
Beiträge: 2
 
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Hallo Holly71,

danke erstmal für deine Antwort und deine aufmunternden Worte. Es hilft schon seine Probleme mal kurz aus dem Kopf rauszukriegen und sie mal aufzuschreiben.
Ich habe mein Studium bereits 2018 abgeschlossen, aber ich bin nun eben in einer komplett neuen Branche tätig. Die meisten meiner neuen Kollegen kenn ich leider nicht oder habe sie nur kurz kennengelernt, da die allermeisten wegen Corona im Homeoffice arbeiten. Die einzige Kollegin, die fast ausschließlich im Büro ist, scheint mich nicht besonders gut leiden zu können und reagiert immer sehr genervt, wenn ich sie etwas frage, sodass ich mich schon langsam nicht mehr traue, eine Frage zu stellen. Meine Chefin meinte zwar, ich kann die anderen Kollegen auch einfach anrufen und die fragen, aber nachdem ich wie gesagt die allermeisten nicht kenne, komme ich mir dann auch komisch vor, jemand Fremden anzurufen und gefühlt wegen jedem Furz zu fragen.
Es war ja bereits bei meiner Einstellung bekannt, dass ich branchenfremd bin und mir wurde auch eine umfassende Einarbeitung versprochen, aber davon merke ich nun leider wenig bis gar nichts. Ich habe ja wie bereits erwähnt, ein Gespräch mit meiner Chefin gesucht und ihr gesagt, dass ich gerne so eine Art "Pate" oder "Buddy" hätte, der mir gerade am Anfang einfach noch mehr über die Schulter schaut. Ich hatte aber das Gefühl, dass sie mich entweder nicht verstanden hat oder nicht verstehen wollte, weil wie gesagt, mehr als "da müssen Sie jetzt einfach durch" und den Tipp, die mir unbekannten Kollegen anzurufen, kam dabei nicht raus.
Ich merke nun aber auch mehr und mehr, dass ich selbst mit mehr Einarbeitung nicht in diesem Unternehmen bleiben möchte. In meinem vorherigen Job hatte ich super Kolleginnen, die fast sowas wie Freundinnen für mich waren und das fehlt mir in meinem neuen Beruf komplett. Das wenige, was ich bisher von meinen neuen Kollegen und meiner Chefin mitbekommen habe, schreckt mich nur noch mehr ab. Gefühlt lästert jeder über jeden und die Arbeitsatmosphäre ist dementsprechend schlecht. Der Umsatz wird klar und deutlich über alles andere, vor allem über das Menschliche gestellt. Außer dem besseren Gehalt spricht für mich im Moment einfach absolut nichts für meinen neuen Job.
Mein Problem ist eben, dass ich nicht weiß, was ich stattdessen machen könnte. In meiner bisherigen beruflichen Entwicklung bin ich mehr oder weniger immer irgendwo "reingestolpert" ohne Plan, was ich eigentlich machen will. Wenn meine Filiale nicht geschlossen worden wäre, wäre ich jetzt wahrscheinlich immer noch im Einzelhandel beschäftigt. Ich hab mich auch nie groß wo anders beworben, aus Angst, dass ich was anderes gar nicht machen kann. Und jetzt mit dem neuen Job bewahrheiten sich eben jetzt genau diese Ängste.


 
 
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