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 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 16. Apr 2002, 14:09 

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Hallo Frederik,
zum Glück - a l l e s Ammenmärche!! Depression ist k e i n e Geisteskrankheit! Laß dir das ja nicht einreden und hör nicht hin, wenn jemand so darüber spricht. Die haben einfach keine Ahnung.
Ich kann mir gut vorstellen wie dir zu Mute war.
Natürlich haben Medikament auch Nebenwirkungen, beim einenm mehr, beim anderen weniger und auch völlig unterschiedlich. Solltest du damit irgentwie Probleme haben, sprich das unbedingt mit deinem Arzt durch.
Bei der Dosierung wie du sie jetzt bekommst, wird es vermutlich keine Schwierigkeiten beim Absetzen geben aber bei deiner Diagnose solltst du das keinesfalls machen. Vier Wochen sind zudem noch nicht lang.
Wie spürst du die Depression denn? Welche Auswirkungen hat sie auf deinen normalen Alltag?
Schaffst du die Schule noch und hast du Freunde da?
Hier im Forum gibts viele Erfahrungswerte kann ich dir sagen. Also es lohnt sich am Ball zu bleiben.

Gruß ins Ruhrgebiet (ist meine Heimat)
Ruth


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 16. Apr 2002, 14:34 

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Hallo Frederik,
ich kann mich nur Ruth anschliesen, du solltest das Medi bei der Diagnose nicht absetzen bzw wenn du nicht damit klar kommst auf ein anderes wechseln. Das alles solltst du aber mit einem Neurologen besprechen.
Ich nehme 45 mg abends, ich habe auch mit 15 mg angefangen.
Geisteskrank sind wir Depressiven bestimmt nicht, nur haben die meisten keine Ahnung die so etwas sagen und auch keine Ahnung wie schwer eine Depression uns Betroffenen zusetzt.
Hast du Freunde die zu dir stehen?
Dir einen lieben Gruß,
Heike


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 16. Apr 2002, 14:37 

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Hallo Ruth und Stephy,

vielen dank für eure antwort ! ich bin jetzt ein bischen beruhigter ! hatte schon ein bischen angefangen zu glauben was meine klasse da so erzählt hat.

ich glaube daß ich schon öfeters depressive phasen ( episoden ? ) hatte. eine ganz schlimme hatte ich mit 13 jahren. ich konnte sie damals überhaupt nicht einordnen. zum glück ist sie dann irgendwann wieder verschwunden.

nach mehr als 5 jahren ist sie wieder gekommen.
erst schleichend und dann immer schneller schlimmer werdend. zum meinem glück hat eine freundin bemerkt wie schlecht es mir ging und hat mich dann zu einem therapeuten geschleift.

die depression hat sich damit geäußert daß ich nichts mehr esse ( kein hungergefühl mehr ), absolut antriebslos bin und an einigen tagen überhaupt nicht mehr spreche. es ist so sinnlos !

meine freunde kommen nur ganz schwer damit klar und viele haben ihren kontakt zu mir abgebrochen.


so, genug gejammert
alles gute

Frederik


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 16. Apr 2002, 15:04 
 
Hallo Tina

Mir fehlt die Kraft zum Schreiben, hab auch einen Durchhänger, nur soviel: wieso meint dein Therapeut, du seist hysterisch? Was ist das genau? Wieso redet er dir ein, du machst alles falsch????. Ich finde auch wie Stephy, wenn dein Körper nach Ruhe schreit, dann gönne sie dir! Was für ne Therapie machst du denn ?
Und wieviel Remergil nimmst du , seit wann? Es ist nicht so, dass du nicht mithelfen willst, im Moment KANNST du nicht, und das würde ich mir an deiner Stelle wirklich nicht vorwerfen lassen. Vielleicht wirkt das AD noch nicht genug, oder es schlägt nicht an, Dosis zu niedrig, oder irgend so etwas. Mit Hilfe des ADs wirst du wohl erst auf ein Minimum an Antrieb kommen, und dann KANNST du auch auf einmal selber mithelfen, genau das ist ja der Sinn des ADs.
Versuch dich mal hinzusetzen, und aufzuschreiben, was der alten Tina alles Spass gemacht hat. Vielleicht findest du bei diesen Sachen dann eine, die dir im Moment nur zu 99% schwerfällt anstatt zu 100%. Und dann probier das mal aus, wenn du willst.

Liebe Grüsse
Caroline


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 16. Apr 2002, 16:11 

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Hallo Tina,

ich möchte mich Caroline anschließen.Mich würde auch interessieren, was das für eine Therapie ist, die Du machst. Ich glaube, ich wäre ganz schön wütend, wenn mir mein Therapeut sagte, ich wäre hysterisch und würde alles falsch machen. Warum macht man denn vieles (in den Augen von Gesunden) falsch? Auch das hat doch schließlich seine Gründe. Mir geht es oft so, daß ich total verunsichert bin und wohl aus diesem Grunde einfach vieles falsch mache. Na und?
Auch sonst kann ich mich den Worten von Caroline nur anschließen. Es kann wirklich hilfreich sein, einmal aufzuschreiben, was einem Spaß macht oder gemacht hat. - Vielleicht bist Du im Moment noch nicht soweit, so daß Du denkst, daß Du eigentlich gar nichts mehr willst, keine Wünsche hast. Viele kennen das sicher aus eigener Erfahrung. Aber irgendwann kommen die Wünsche und die Lust, etwas zu tun, doch wieder. Bei mir selbst hat das unheimlich lange gedauert.
Ich habe auch gedacht, nie wieder aus der Depression herauszukommen. Habe unendlich viele ADs ausprobiert, mußte mir auch sagen lassen, daß es keine Wundermedikamente gebe. Die Ärzte, die ich in den Krankenhäusern erlebte, haben zum großen Teil sehr in Optimismus gemacht. Ich habe ihnen immer nur stumm zugehört und habe gedacht, was erzählt ihr da eigentlich, das stimmt doch alles nicht. Die Depression ist endlos und hört nie wieder auf. Ich war damals so in meinen Gedanken gefangen, wie Du offensichtlich jetzt bist. Man kann dann einfach kein Licht sehen. Ich bewundere Dich über alle Maßen, daß Du arbeitest, so wie es Dir geht. Insofern mußt Du wirklich viel Kraft haben, auch wenn Du sie selbst nicht wahrnimmst. Daß Du nach der Arbeit dann keine Kraft mehr für Hausarbeit usw. hast, wundert mich überhaupt nicht. Ich selbst arbeite nur halbtags, und das reicht mir völlig. Auch meine Tätigkeit ist bei weitem nicht mehr so anspruchsvoll wie früher, aber ich bin froh, überhaupt noch etwas arbeiten zu können. In der Regel brauche ich dann 1-2 Stunden, um mich wieder zu erholen. Aber auch dann muß ich mich zwingen, etwas zu tun.

Du bist nicht allein! Und Müll war es nun wirklich nicht, was Du geschrieben hast. Es zeigt einfach, wie schlecht Du Dich fühlst.

Ich wünsche Dir alles Gute!!!
Heidi


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 16. Apr 2002, 17:08 
 
Hallo Frederik,

mich würde einmal interessieren, was dein Lehrer bei dieser Klassendiskussion für einen Standpunkt vertreten hat. Ehrlich gesagt finde ich es ziemlich beunruhigend, was für verquere Meinungen über Depr. im Umlauf sind. Denn Geisteskrankheit ist ja bis heute ein Wort, das in den meisten Menschen große Ängste weckt und angewendet auf Depr. bedeutet das: Jeder, der welche hat, wird alles tun, um es für sich zu behalten, um nicht gebrandmarkt zu werden (oder kannst du dir jetzt noch vorstellen vor deine Klasse zu treten und zu sagen: ich habe Depr.?). Und genau dadurch ist die Depr. eine so unheilvolle Krankheit, weil sie die Betroffenen isoliert und in die Heimlichkeit drängt. So wird Erkennung und Behandlung zuverlässig verhindert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet die Depr. als die teuerste Krankheit der Welt und zwar nicht wegen den Behandlungskosten sondern wegen Arbeitsausfällen und ähnlichen Problemen die nur daher rühren, dass die Betroffenen nicht zu ihrer Krankheit stehen und das vielleicht auch gar nicht können vor lauter Angst. Der Verbreitungsgrad ist enorm hoch und geh mal davon aus, dass in deiner Klasse mit hoher Wahrscheinlichkeit noch jemand daran leidet, auch wenn das vermutlich unerkannt ist.

Also- du hast keine Geisteskrankheit. Trotzdem verursacht die Depr. viel Leid und muss deshalb konsequent behandelt werden.

Alles Gute für dich- hoffentlich geht es dir bald besser!

Thomas


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 16. Apr 2002, 19:44 

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Hallo Thomas,

bei dem Gespräch habe ich mich natürlich dezent zurückgehalten. Es ist aber furchtbar gewesen
wie wenig meine Mitschüler überhaupt über Depressionen wissen. Anstoß der Diskussion war der
Einjährige Todestag eines Mitschülers der sich erhängt hat. Für alle damals war es ein furchtbarer Schock gewesen weil er wirklich bei allen beliebt war und sich niemand den Suizid erklären konnte.

Ich gehe bei seinem Suizid sehr, sehr stark davon aus das er furchtbar unter Depressionen gelitten hat. Diesen Standpunkt konnte ich aber nur sehr schlecht in der Klasse vertreten.

Der Haupttenor in der Klasse bestand darin das Depressive nicht mehr richtig im Kopf sind und daß die sich einfach nicht zusammenreißen können, wie alle anderen auch.

Der Lehrer hat sich dabei ziemlich rausgehalten, hat nur ein bischen von den gestörten Vorgängen im Gehirn gesprochen.

Am meisten haben mich immer diese Depressive sind so und so Sätze geärgert. Viele von meinen
Mitschülern haben absolut keine Ahnung und haben den Psychiater raushängen lassen.

Gruß aus dem Ruhrgebiet

Frederik


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 16. Apr 2002, 20:01 

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Hey Stephy, Caroline, Heidi,
Danke für die Reaktionen. Ich mache eigentlich eine Verhaltenstherapie aber mein Therapeut meint halt auch, daß es mir für eine richtige Therapie noch viel zu schlecht geht. Aber ich möchte nicht wieder in die Klinik zurück. Das war für mich noch schlimmer als zu Hause. Fremde Umgebung mit Fremden im Zimmer und mich machten Sachen wahnsinnig, die total banal sind. Zum Beispiel, wie ich meine Wäsche gewaschen kriege. Es gab ne Waschmaschine dort aber allein zu fragen, ob ich sie benutzen darf war zuviel... Und jeden Morgen mußte man aufstehen. Das ist das, was meine Familie meint: vielleicht sei ich da besser aufgehoben, weil man mich dort zwingt etwas zu tun, wenn ich es schon nicht selber kann... Davor habe ich den totalen Horror. Auch mein Auto darf ich nicht mehr benutzen, telefonieren nur zu bestimmten Zeiten... es war so schrecklich dort, wie ein Kind behandelt zu werden. Aber vielleicht mit Recht, denn ich führe mich ja auch auf wie ein Baby, sagt meine Oma. Mein Therapeut meint mit hysterisch, daß ich mich in die Depression immer mehr reinsteigere. Deshalb hat er mir dann auch das Lorazepam verschrieben. Remegil nehme ich abends vor dem Schlafen und zwar 45 mg. Außerdem 5 mg Zyprexa und 4oo mg Carbamazepin. Das Lorazepam nehme ich morgens, weil die Ängste da am stärksten sind. Als ich letztens mal abends Therapie hatte (sonst bin ich morgens da) war ich besser gestellt und da meinte mein Therapeut plötzlich, daß es mir schon besser geht. Warum kann ich das nicht spüren. Obwohl: ich konnte nach der Sitzung mal wieder Musik hören ohne daß es wehtat. Was die Medis angeht, so sagt mein Therapeut auch, daß die wohl bei mir alle nichts bringen. Aber ohne den Neurologen, mit dem er zusammenarbeitet will er da nichts entscheiden. Und den Termin habe ich halt am 22.!Ich weiß ja auch das ich da keine Wunder erwarten kann. Aber es ist blöderweise einfach immer noch meine letzte Hoffnung. Ich hatte ja dieses 3 Wochen Hoch im November. Da habe ich rumgewirbelt, war unterwegs, bei Ikea, habe gebastelt, Geschenke gekauft und und und.. Dinge, die ich mir jetzt nicht mehr vorstellen kann. Habe sogar Angst davor meiner Freundin von nebenan zu begegnen, weil sie mir immer sofort ansieht, was Sache ist. Und sie kann es nicht meht ertragen, daß wie nicht mehr normal reden können und ich nur von der Krankheit rede. Obwohl sie selber echt Probleme hat, bin ich so grenzenlos eifersüchtig auf sie, weil sie einen lieben Freund hat. Ich kann es nicht ertragen die zwei zusammen zu sehen und wenn er am Wochenende mal da ist, versuche ich beiden möglichst nicht zu begegnen. Heute ist sie zu ihm gefahren und ich habe ihr nachgesehen und da war wieder nur diese grenzenlose Eifersucht in mir. Dabei ist sie doch meine Freundin... Sie meint auch das ich abbaue und wieder in die Klinik gehen soll. Sie meint, daß ich mich abhängig von meinen Großeltis mache und es so alles nur noch schlimmer wird...Aber in der Klinik hatte ich noch mehr Zeit zu denken und die Ängste waren noch schlimmer. Und ungelogen habe ich mich nach dem Pflichtsport vielleicht eine Minute besser gefühlt und dann kam die Riesenaufgabe: jetzt mußt du duschen.
Ich habe es heute geschafft zu duschen. Habe mir dann auf dem Sofa zwischen Bügelwäsche und und und versucht vor der Glotze "Heile Welt" reinzuziehen um irgendwie den Tag rumzukriegen. Und wenn ich da liege, glaube ich daran, daß ich es schaffe morgen wieder arbeiten zu gehen. Aber was ist morgen???Ich habe echt totale Panik, daß ich durch mein Sperren gegen Aktivität alles kaputtmache. Habe ich nicht schon genug zerstört?
Heißt, daß es mir besser geht, daß ich zumindest nicht mehr daran denken muß, daß selbst, wenn ich diese Krise überstehe, die nächsten in meinem Leben schon auf mich lauern. Und Gedanken wie, daß meine Mutter oder meine Großeltern sterben, sind da auch noch irgendwo. Gedanken, was ist dann zu tun, was werde ich fühlen und was muß ich dann alles tun, wo ich noch nichtmal meinen Alltag gebacken kriege, wenn noch nichtmal was besonderes passiert ist. Ich habe solche Angst, daß mich in diesem Tief noch irgendeine Situation trifft, wo ich etwas entscheiden muß oder schnell handeln muß. Aber es ist ja so: ich bin erwachsen. Bin 34. Warum habe ich das Gefühl nur in meiner Wohnung halbwegs "sicher" zu sein, wo keiner was von mir will. Hoffentlich geht nicht das Telefon oder sonstwas...
Ihr habt gesagt, daß ich mal aufschreiben soll, was ich mal mochte. Darf ich denn da auch banal fernsehen und mich ich eine Traumwelt flüchten, auch wenn alles da draußen beileibe nicht so ist? Da mich jede Art von Bewegung geradezu anekelt außer Spazierengehen, werde ich mich jetzt anziehen und noch eine Runde laufen solange es hell ist. Auch wenn heute einer von den Tagen ist, wo mich alles in meiner gewohnten Umgebung an meinen Exfreund erinnert und an die Wege, die wir gemeinsam gegangen sind. An die Zeit, in der ich glücklich war oder glaubte es zu sein. Aber ich kann vor diesen Erinnerungen ja nicht davonlaufen... Sonst müßte ich die Stadt verlassen aber als es mir gutging, habe ich mich hier ja auch wohlgefühlt. Ich würde all mein Geld und mehr dafür geben das wieder zu können:
FÜHLEN und vor allem WOHLFÜHLEN ohne Druck, Angst und Trauer.
Geh jetzt raus.

Tina


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 16. Apr 2002, 21:38 

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Hallo Tina,

ich glaube einfach nicht, daß Du Dich in die Depression "hineinsteigerst", wie Dein Therapeut meint. Ich mußte selbst feststellen, daß mein Psychiater meinte, es würde mir doch schon wieder ganz gut gehen und ich selbst von mir einen ganz anderen Eindruck hatte, nämlich daß es mir eigentlich nur schlecht ging. Der objektive und subjektive Eindruck können wohl sehr unterschiedlich sein. Manchmal dachte ich zwar selbst auch, daß ich gar nicht wollte, daß es mir besser ging. Aber heute sehe ich es anders: So lange man so tief in der Depression steckt, ist doch absolut alles zu viel: Jegliche Aktivität aber auch alle Gedanken. Wie oft ging mir durch den Kopf "nur nicht mehr denken müssen". Ich habe mich in den Schlaf geflüchtet, war froh, schlafen zu können, denn ich weiß, daß viele Menschen in der Depression nur noch schlecht schlafen können. Gegen all diese Gedanken gibt es ja leider kein Medikament, kein AD, kein Tavor hilft. Durch Tavor bzw. Lorazepam wird man ja nur ruhiger. Anfangs hat es mich allerdings unheimlich müde gemacht.
Ich habe das Gefühl, daß Du wahnsinnig hohe Ansprüche an Dich stellst. Warum nicht "banal fernsehen und Dich in Deine Traumwelt flüchten"? Traumwelt finde ich wichtig, sonst würde man doch oft die Realität überhaupt nicht aushalten.
Was vielleicht nicht so gut ist, ist jetzt irgendwelche Pläne schmieden zu wollen oder Dir vorzustellen, was ist, wenn ... Ich finde, Du überforderst Dich damit total. Sicher, die Gedanken lassen sich ja leider nicht abstellen.
Klar, ist die Arbeit wichtig, und wenn Du sie einigermaßen schaffst, finde ich das ganz toll. Aber wenn Du sagst, daß Du Dich nur zu Hause einigermaßen wohl und sicher fühlst, dann ist das doch auch schon sehr, sehr viel. Alles andere ist dann eben für Dich zweitrangig. Vielleicht kannst Du das so für Dich akzeptieren.

Alles Gute für Dich
Heidi


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 00:39 

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Hey Tina,

im Grunde kann ich mich Heidi und Stephy nur anschließen. All Deine Schilderungen lassen einfach darauf schließen, dass Du zur Zeit mitten im tiefsten Sumpf steckst. Und gerade unsereiner, die wir diese Erkrankung mit Dir gemeinsam haben, können diese Zustände nach leidvoller Erfahrung nachvollziehen. Es ist schrecklich, ich weiß, und so ekelhaft hoffnungslos.
Wenn es Dich erleichtert, dann schreibe jeden Tag oder auch mehrmals täglich Deine Gedanken und Gemütsbeschreibungen hier nieder. Sie werden gelesen werden. Es ist kein Müll, den Du da verfasst, sondern die gültigen und ernstzunehmenden Schilderungen eines sensiblen und leider zur Zeit depressiven Menschen. Auch wenn Du Nähe im Augenblick vielleicht nicht ertragen kannst, siehe zu, dass Du nicht all zu viel allein bist. Mir hat es unendlich gut getan, wenn ich jemanden bei mir wusste, der einfach nur da war, mein Leid und Selbstmitleid hinnahm, ohne mich mit guten Ratschlägen kurieren zu wollen.
Und gerade hier wirst Du ständig auf Menschen treffen, denen Du nicht langwierig Deine Seelenzustände beschreiben musst. Es ist halt für Dich die Zeit zu trauern und zu wehklagen, genauso wie auch wieder eine Zeit kommen wird, um zu genießen und glücklich zu sein. Du hast ganz einfach das Recht dazu, darnieder zu sein. Niemand darf von Dir erwarten, dass Du funktionierst, am wenigsten übrigens Du selbst.
All jene, die sich jetzt abwenden und die kranke Tina ablehnen, sind der Tränen nicht wert.

Es wird Dich nicht trösten, aber mittlerweile kann ich wieder die Wege gehen, die Restaurants und Lokalitäten besuchen, die Melodien hören und die Bilder und Landschaften bestaunen, die ich seinerzeit mit dem Menschen genossen habe, für den ich glaubte geboren zu sein. Noch vermisse ich zuweilen, bin sentimental und traurig, insbesondere an Wochenenden oder Feiertagen. Aber diese Traurigkeit ist nicht mehr so allumfassend und abgrundtief. Alles relativiert sich, aber das braucht seine Zeit. Ich halte nicht viel von der Prophezeiung, dass die "Zeit die Wunden heile"; aber ganz bestimmt braucht die Heilung ihre Zeit.

Keiner wird Dir verbindlich sagen können, wie lange Dein jetziger Zustand noch andauern wird, vielleicht Tage, vielleicht einige Wochen. Aber es wird vergehen, und anfangs wirst Du es selber kaum merken. Die Eigenwahrnehmung deckt sich dann selten mit der Beobachtung anderer. Eine vernachlässigte Wohnung kann man dann immer noch aufräumen, ein Konto geraderücken, ein Hobby reaktivieren, den Job wieder aufnehmen, sich Menschen wieder annähern. Jetzt geht es um Wichtigeres. Du hast mehr Kraft als Du Dir selbst zutraust; manchmal ist es fast unglaublich, wieviel so ein Mensch aushalten kann. Eine solch schwerwiegende Krise durchzustehen zählt zehnmal mehr als jeder durchgehaltene Marathon oder die Besteigung der Karriereleiter. Ob Du´s glaubst oder nicht, manchmal bin ich beinahe ein bisschen stolz...

Gib dem Wesentlichen seinen Raum, immerhin bist Du fähig zu tiefen und ehrlichen Empfindungen, auch wenn sie Dich zur Zeit martern. Du wirst die zukünftige Tina wahrscheinlich besser leiden können als jemals zuvor, und für andere wirst Du gereifter, liebenswerter und noch attraktiver sein. Willst Du das verpassen?

Schlaf gut, manche(r) hier denkt an Dich.

Gruß aus dem Ruhrgebiet
hobbit


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 01:05 

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Hallo

Mein Name ist Anton (Toni) bin 34 Jahre alt und Gesund das heisst ich hatte vor Jahren zweimal eine Depression mit einer Dauer von ca. 2-3 Monaten und musste auch Tabletten einnehmen
(glaube es war Saroten Retard).Bei der ersten Depr. hatte ich auch starke Suizidgedanken.

Ich lese hier schon ein paar Tage mit, aber mir fehlte Anfangs der Mut hier was zu schreiben.
Ich bin zwar nie in einem Forum, will aber mal was beitragen, zwar kann ich nicht so gut schreiben wie z.B. Tina (Du könntest ein Buch schreiben!) -durch diese Worte konnte
ich mich wieder genau in meine damalige Lage zurückversetzen (aber ohne Gefahr zurückzufallen), es war alles genauso.
Ich lag damals die ganze Zeit auf dem Sofa, und überlegte wo die höchsten Bauwerke in der Umgebung sind, um mich herunterzustürzen.
Ich bin heute so froh das ich mein Leben NICHT beendete. Man fühlt sich in der Depressionsfase immer als "nicht-zu-den-gesunden-gehörenden", dass alleine war für mich schon so schlimm,
ich fühlte mich wie ein "Aussätziger".An manchen Tagen war ich im Kopf so durcheinander, dass ich glaubte verrückt zu werden. Ich sass da, schaute aus dem Fenster und alles war so komisch. Keine Gefühle. Mir kam es so vor als ob die Gefühle
(oder der Geist) "gelähmt" wären. Die Wochentage waren alle gleich, es gab keinen Sonntag.Für ein paar Wochen war ich krankgeschrieben, bin wiegesagt immer nur herumgelegen, aber ich merkte dass es so nicht besser wurde.

Ich fing dann an meinem Körper die "heile Welt vorzugaukeln". Obwohl ich nicht schlafen konnte, ging ich nicht mehr erst um 2Uhr ins Bett sondern ca. um 23Uhr. Tags ging ich manchmal raus und
versuchte mir die Natur absolut "hineinzuziehen" - ich sah mir alles genau an, auch die kleinste Blume- und versuchte mich für alles zu begeistern - obwohl ich dabei nichts fühlte!
Nachmittags setzte ich mich "gemütlich" an den Tisch, habe mir eine Tomate aufgeschnitten und in aller Ruhe Brotzeit (Bayerisches Wort)gemacht. Ich bin dann endlich nach langer Zeit mal wieder in meinen Hobbyraum gegangen, und hab versucht ein wenig herumzubasteln - um mich nicht misszuverstehen, ich habe meinen Körper auch zu jeder Aktion "schleppen" müssen, und im Hobbyraum hab ich mir anfangs ehrlich gesagt gedacht: Was soll ich mit dieser ganzen Scheisse hier!-
und bewegte die kleinen Bauteile (anfangs) nur lustlos umher. Es wurde dann wirklich langsam (Schubweise) besser. Durch dasVerlagern der Konzentration auf die Tätigkeit wurde das "Gedankenkreisen" weniger, und es begann langsam wieder das Fragen - "wie mach ich dass jetzt hier?"

Abschliessend möchte ich noch sagen, ich war nach jeder Depr. wieder "der Alte", und ich bin mir auch sicher, dass man wieder zu 100% "der (die) Alte" ist, wenn man von einer LANGEN Depr. herauskommt. Durch diese Depressonen die ich hatte, weiss ich erst wie weit ein Mensch in die Tiefe abrutschen kann. Nur wer selbst eine Depr.
hat, oder hatte kann sich vorstellen, was das ist, sonst keiner!
Ich hoffe dass es mich nicht mehr "erwischt",
und ich wünsche Ihnen (oder Euch) allen dass es bald viel besser wird!

Toni


 
 
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BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 09:31 

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Lieber Toni,

ich find es ganz großartig,daß du als Gesunder hier schreibst!!!
Danke!!!

Du weißt gar nicht,wie vielen Menschen du durch deinen bericht helfen kannst.

Dieses "So tun als ob" hat auch mir geholfen,ins Leben zurückzufinden.

Danke und bleib gesund!!

Lieben Gruß
Waltraut


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 10:09 

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Lieber Toni,

ich möchte mich Waltraut anschließen: Vielen Dank für Dein Posting, es wird sicher vielen hier Mut machen!!!
Ganz liebe Grüße nach Bayern von
Demi


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 11:17 

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Lieber Toni,
vor ein paar Tagen habe ich in einem Posting geschrieben,das ich glaube,das es keine Heilung oder Besserung bei dieser Kranheit gibt,da ich von keinen Posting in diesem Forum soetwas entnehmen konnte.Für mich scheint zur Zeit alles Hoffnungslos zu sein.Aber mit deinen Brief kann ich wieder ein bißchen Hoffnung schöpfen.Vielleicht kommen bei mir ja auch wieder bessere Zeiten,so wie bei dir.Danke,das du uns von dir erzählt hast.

Viele liebe Grüße auch aus Bayern,Sandra


 
 
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BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 12:31 
 
Lieber Toni,

auch mir macht dein Schreiben Mut. Wie du deinen Zustand während der Depression beschreibst, so fühlen hier bestimmt viele, einschließlich mir. Und dass dieser Zustand irgendwann ein Ende haben kann - schön, das von dir zu hören!

Ich hoffe auch, dass es dich nicht wieder erwischt!

Viele Grüße von Maria


 
 
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BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 15:28 

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Lieber Toni,
schön zu lesen das die Depression irgendwann zu Ende geht.Ich kann deinen Zustand während der Depression gut nachvollziehen, es macht mir Mut zu lesen das das leben danach weiter geht. Danke das du den Mut hattest hier zu schreiben.
Auch ich wünsche dir das es dich nicht mehr erwischt!
Viele Grüße aus dem Badischen von Heike


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 17:37 

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Hallo ihr alle,

mein Gott ist das spannend hier, und es fällt mir als Frischling schwer, allem zu folgen, mir zu merken, wer was geschrieben hat, dass ich darauf eingehen könnte. So gerne möchte ich mich all den liebevollen Worten hier anschließen, weiß nur nicht, wie ich das hinkriegen soll. Oder genauso an der wütenden Diskussion über Imap am Anfang. Bekomme ich selbst, und habe KEINE Nebenwirkungen.
Irgendwie schaffe ich meine Tage, habe gedacht, dass ich gut drauf bin. Anscheinend doch nicht so ganz. Um verstehen zu können, fehlt mir doch noch 'ne ganze Menge. Wie dem auch sei, ich sende/wünsche euch

ganz liebe Grüße und einen schönen Feierabend, Abend, eine gute Nacht und vor allem KEIN Morgengrauen

Rita

P.S. Für mich beginnt das Morgengrauen mit dem Blick in den Spiegel, dann sehe ich aus wie der Irische Frühling, bäääh


 
 
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BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 18:06 

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Hallo Heike,

sorry ich habe deinen Eintrag erst heute gelesen, nicht daß du jetzt
denkst ich hätte dich übergangen.

Mit den Freunden ist das so eine Sache. Fast alle kommen damit überhaupt
nicht klar ( sie sind der Meinung ich müßte mich einfach nur ein bißchen
zusammenreißen , schließlich ginge es anderen Jugendlichen viel schlimmer
als mir ). Wenn man so etwas gesagt bekommt geht es einem noch schlechter.

Ansonsten ist das Thema für alle ein absolutes Tabu über das man auf keinem
Fall reden darf. Macht es das nicht gerade schlimm für die Betroffenen ?

In meiner Schule ist es ganz schlimm. Meine Therapeutin hat mit den Lehrern
gesprochen um zu erklären warum ich jetzt immer so müde und ruhig bin, daraufhin
werde ich jetzt von den Lehrern ganz merkwürdig angesehen und behandelt
als wäre ich nicht mehr ganz richtig im Kopf.

Na ja noch 2 Wochen und dann ist das Thema Schule eh beendet.



Lieben Gruß zurück,

Frederik


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 18:07 

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Hallo Heike,

sorry ich habe deinen Eintrag erst heute gelesen, nicht daß du jetzt
denkst ich hätte dich übergangen.

Mit den Freunden ist das so eine Sache. Fast alle kommen damit überhaupt
nicht klar ( sie sind der Meinung ich müßte mich einfach nur ein bißchen
zusammenreißen , schließlich ginge es anderen Jugendlichen viel schlimmer
als mir ). Wenn man so etwas gesagt bekommt geht es einem noch schlechter.

Ansonsten ist das Thema für alle ein absolutes Tabu über das man auf keinem
Fall reden darf. Macht es das nicht gerade schlimm für die Betroffenen ?

In meiner Schule ist es ganz schlimm. Meine Therapeutin hat mit den Lehrern
gesprochen um zu erklären warum ich jetzt immer so müde und ruhig bin, daraufhin
werde ich jetzt von den Lehrern ganz merkwürdig angesehen und behandelt
als wäre ich nicht mehr ganz richtig im Kopf.

Na ja, noch 2 Wochen und dann ist das Thema Schule eh beendet.



Lieben Gruß zurück,

Frederik


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 18:10 

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Hallo Rita,

versuch gar nicht erst,dir alles zu merken,das schafft man nicht!
Aber mit der Zeit lernt man doch den einen oder andern näher kennen.

Lieben Gruß
Waltraut


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 18:54 

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Hi Würmchen,
schade, dass Du die "Spielregeln" am Forumseingang nicht gelesen hast. Schau doch noch mal dort rein und lies, was zum Thema "Suizidalität" dort geschrieben steht.
Dir alles Liebe von
Demi


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 19:14 

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Hallo Würmchen, hallo Toni,
ich bin richtig wirr im Kopf von diesen beiden total konträren Beiträgen. Zu Toni herzlichen Dank, daß es da doch noch Hoffnung zu geben scheint. Was mir heute im Büro wieder so gut wie unmöglich schien. Es war wieder so schwer diese banalen Zahlen in den PC einzugeben und drumherum die "gesunden" und leistungsfähigen Kollegen zu erleben, die Arbeit tun, die ich vor einem Jahr noch gemacht habe...Jeder Gedanke an ein normales Leben mit Gefühl, stürzt mich da schon wieder ins Loch: warum dauert das so lange bei mir und hört es jemals auf. Vor allem: kann es sein, daß ich die kleinen Schritte nicht sehen kann und deshalb feststecke bzw. noch tiefer rutsche?? Möchte Dir so gern glauben Toni, daß auch ich es dereinst schaffe.
Dann der Bericht von Würmchen, der mich total erschüttert hat. Habe richtig Angst bekommen beim Lesen. Angst, die schon länger in mir schlummert: das kein Medikament helfen kann und es bei mir vielleicht schon chronisch ist. Ich weiß, daß ich mir im Moment alles reinziehe. Falsch ich weiß...
Auch wenn ich selber noch so sehr in der Scheiße sitze möchte ich Würmchen sagen. Ich kann mich zumindest an Zeiten erinnern, in denen es mir längerfristig besser ging. Und ich denke, so lange diese Erinnerungen nicht ganz und gar verschwinden, werde ich versuchen jeden Tag wieder aufzustehen und auf das Wunder zu hoffen, daß es so wird, wie letzten November, wo es ohne mein Zutun ein "Erwachen" gab und es mir gutging. Ohne daß ich mich zu etwas zwingen mußte. Es ging von ganz allein. Da war mir plötzlich egal, was alle anderen können, was mich jetzt so quält. Weil ich zufrieden war: ich konnte da schätzen, was ich habe: Wohnung, Job, Menschen, die mich warum auch immer mögen...
Tja. Das war es erstmal. Verspüre mal wieder ein bißchen Energie, die ich nicht ungenutzt lassen will. Werde etwas aufräumen und wenn meine Freundin gleich kommt, werde ich sie bitten, daß sie mich einfach in die Arme nimmt. Vielleicht tut die Wärme gut.
Und Würmchen: ich wünschte ich könnte Dir mehr Mut zusprechen, aber findest Du nicht, daß für 7 Jahre auch ne Menge Stärke und Kraft nötig sind. Vielleicht ist es wie bei mir: wir müssen rauskriegen, wie wir das FÜR und nicht gegen uns einsetzen können.

Lieben aber müden Gruß

Tina


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 19:33 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 129
 
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Hey Heidi und hobbit,
ich bin froh, daß ich Euch habe. Froh, daß Ihr mir immer wieder vermittelt, daß ich nicht faul, blockiert, unfähig und einfach zu blöde bin die einfachsten Sachen zu tun. Ich werde auf jeden Fall versuchen den Kontakt zu meinen Freunden zu halten, auch wenn es noch so wehtut, weil ich nicht verstehen kann, wie es sich anfühlt, sich nicht um jeden Mist Gedanken machen zu müssen. Warum meine ich nur ständig, daß ich nicht genug tue um hier rauszukommen? Das ist immer präsent. Es ist nie genug. Ich kann mir einfach nicht sagen, daß es für mich eine Höchstleistung ist, diese Zahlen am PC im Büro einzugeben. Es dauert so lange und ich kontolliere noch immer viel zu viel. Meine Kollegin meinte heute: du mußt nicht so viel nachschauen, wenn es falsch ist kommt das schon raus. Aber es ist ein Zwang dieses Kontrollieren, weil ich mir selbst so unsicher bin und der Kopf so voll ist. Ich meine jedenfalls, daß es an der Depression liegt und ich sonst nicht so viel nachschauen würde. Oder rede ich mich da nur raus?? Hat Kontrollzwang auch mit meiner Depri zu tun. Ich hoffe das schon fast, denn sonst wäre ich ja sogar nichtmal in der Lage so banale Dinge bei der Arbeit richtig zu tun. Ich hoffe echt, daß ich so langsam bin, weil ich noch immer zu viel denke. Ich kontrolliere manchmal die gleiche Zahl mehrmals, solange bis ich richtig unruhig werde. Ist das die Krankheit? Kennt das sonst noch wer oder ist es ne Macke von mir persönlich???

Na denn

Grüße aus dem platten Norddeutschland

Tina


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 19:53 
 
Für Würmchen...
Ich habe Ihren Beitrag gelöscht, da er in mehrfacher Weise gegen die Spielregeln hier im Forum verstösst....BITTE ZUERST DIE SPIELREGELN LESEN UND DANN POSTEN!!!
und Danke an Demi für den Hinweis an Würmchen
Gruss
Dr. Niedermeier


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 17. Apr 2002, 20:12 
 
Denn die einen sind im Dunkeln
Und die anderen sind im Licht
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht

Bertolt Brecht
(Die Dreigroschenoper)


 
 
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