Notfallnummern
 

Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten   
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 18. Apr 2002, 21:51 
 
Hallo Frederik,

ich weiß natürlich nicht, was du für ADs bekommst und wie sie bei dir wirken, ich kann nur von mir erzählen: Ich habe schon viele Medikamente gegen die Depression und Schlaflosigkeit und Ängste verschrieben bekommen und nehme auch jetzt welche. Und ich kann nur sagen, dass ich kaum einmal das Gefühl hatte, ich bin wegen der Medikamente geistig nicht leistungsfähig. Nur wenn mich die Depression richtig erwischt, bin ich manchmal zu keinem klaren Gedanken fähig. Wobei ich inzwischen festgestellt habe, dass man sich auch oft falsch einschätzt. Mir geht's z.Zt. nicht besonders, und ich habe oft bei der Arbeit das Gefühl, ich werde den Anforderungen nicht gerecht. Aber erst gestern hat mir mein Chef zu meiner Überraschung bescheinigt, dass er recht zufrieden mit meiner Arbeit ist. Die Angst (allgemein oder zu versagen) gehört, glaube ich, auch zur Depression.
Wenn ich mir überlege, ich müßte jetzt Abitur machen oder sonst irgendwelche besonderen Leistungen erbringen, würde ich mir wahrscheinlich für diese Zeit ein Schlafmittel wie z.B. Zopiclon verschreiben lassen, damit wenigstens die Nächte ein bisschen erholsam sind. Mit Zopiclon habe ich da gute Erfahrungen gemacht, man ist am nächsten Tag richtig fit. Nur zu lange sollte man's nicht nehmen.

Ich drück dir die Daumen fürs Abi!

Gruß von Maria


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 19. Apr 2002, 13:36 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 24
 
Offline Profil
Hallo Maria,

danke für deine Antwort !
Ich habe heute von meinem Neurologen Zopiclon verschrieben bekommen.
Auf meine Frage ob darin Benzodiazipine enthalten verneinte er dies.
Aber es scheinen doch Benzodiazipine darin enthalten zu sein, oder ?
Ich habe enorme, wirklich große Angst davon abhängig zu werden,
zumal Zopiclon nicht bei Jugendlichen angewandt werden sollte.
Weißt du mehr darüber ?

Alles Gute,

Frederik


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 19. Apr 2002, 13:49 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 24
 
Offline Profil
Hallo Tina,

vielen dank für deine Antwort !
Ich glaube heute geht es mir ein bißchen besser. Gestern hatte ich wieder ein
ganz großes Tief, hab deshalb total schwarz gesehen. Ich glaube so schlimm wird das
Abi nicht.

Habe heute von meinem Neurologen Zopiclon verschrieben bekommen, mal sehen
ob ich jetzt besser schlafen kann. Habe aber trotzdem ziemliche Angst davon
abhängig zu werden. Hast du Erfahrung mit Zopiclon ?


Lieben Gruß zurück,


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 19. Apr 2002, 14:30 
 
Hallo Frederik,

ich habe extra nochmal einen Beipackzettel für Zopiclon zur Hand genommen. Darin steht, dass Zopiclon ein benzodiazepinähnlicher Stoff ist und dass aber, im Gegensatz zu Benzos, eine Abhängigkeits- bzw. Toleranzentwicklung frühestens nach 4 Wochen eintritt. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich dir berichten, dass ich dieses Medikament auch schon über wesentlich längere Zeiträume eingenommen habe und wenn es besser ging, konnte ich es bei ganz langsamer schrittweiser Reduzierung immer wieder absetzen.
Ob du noch zu jung bist, sowas einzunehmen, weiss ich natürlich nicht, aber wenn es dir der Arzt verschrieben hat, würde ich ihm einfach mal vertrauen und es rechtzeitig vor den Prüfungen ausprobieren.

Alles Gute wünscht dir Maria


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 19. Apr 2002, 15:03 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 6
 
Offline Profil
Hallo Tina-Betzy,

deine Versagensängste und dieses zwanghafte Kontrollieren deiner Arbeit kann ich gut verstehen. Es geht mir da ähnlich. Vor einigen Wochen aber hat mein Arzt mir zu einer Versetzung geraten. Und dieses habe ich mit meinem Chef besprochen. Ich habe ihm auch den Grund dafür gesagt und bin da auf sehr großes Verständnis gestoßen, und -ups, Überraschung- er ist mit meiner Arbeit sehr zufrieden. Nur ich sah das anders. Vielleicht ist für dich eine Versetzung auch gut. Bei mir sieht es (noch) so aus, dass ich drei Aufgabenbereiche habe. Es wird in etwa einem halben auf einen einzigen!!! (Jippiiiiiieh) reduziert. Damit ist zwar u.U. auch eine räumliche Veränderung gegeben, aber ich konnte mir aussuchen, welchen der drei Bereiche ich behalten möchte. Und da habe ich das m.M. für mich beste, vor allen Dingen ruhigste, gewählt. Versuche den Rat deiner Kollegin anzunehmen und lass es im Zweifelsfall auch ruhig mal schiefgehen. Den Kopf wird dir schon keiner abreissen. Hast du Vertrauen zu deinem Chef? Dann kann ich dir wirklich nur raten, sprich mit ihm. Er hat dir als Arbeitnehmer gegenüber eine SORGFALTSPFLICHT. Eventuell kannst du auch den Betriebsrat einschalten (wieder: Vertrauen?). Ich kann dir nur von meiner Erfahrung berichten, in der Hoffnung dass es dir hilft. Ich habe den Betriebsrat informiert, aber nicht konkret beauftragt. Trotzdem empfinde ich das als große Sicherheit/Rückendeckung. Es erfordert Mut, sich zu outen, und ganz viel Mut wünsche ich dir. Es kann und soll nur besser werden für dich (und alle anderen hier).

Ganz liebe Grüße und viel Kraft wünscht dir

Rita


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 19. Apr 2002, 19:18 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 129
 
Offline Profil
Hallo Rita,
Danke für die Infos. Zu meinem Chef habe ich schon Vertrauen und er weiß auch Bescheid. Sein Satz hängt mir immer im Ohr: Denken Sie einfach mal daran, daß Sie auch keinen Hundertmeterlauf machen können, wenn Sie sich ein Bein gebrochen haben. Er hat versucht mir Arbeiten zu geben, denen ich gewachsen bin. Und das war anfangs in meiner alten Abteilung und da nur mit ganz kleinen Fällen. Habe nicht mehr meine alten Fälle bearbeitet oder nur teilweise. Und ich weiß nicht, ob ich es mir eingebildet habe. Selbst bei den kleinsten meiner alten Fälle, schienen immer Probleme aufzutauchen. Und wenn ich jemanden um Hilfe bat, habe ich die Antwort teilweise nicht verstanden. Oder es kam: das kann man so oder so machen. Und damit komme ich dann nicht klar. Ich wollte eine Lösung. Wenn ich eine Auswahl bekam, war ich schon überfordert. Ich habe dann auch kleinere Fälle von anderen Kollegen gemacht und da mußte ich natürlich noch mehr gucken und fragen, weil ich die Fälle nicht kannte. Und ich habe in der Zeit auch keine Verantwortung übernehmen müssen, da ich nur "zugearbeitet" habe. Das ging halt nicht gut, weil irgendwie jeder Kollege die mir übertragenen Fälle anders händelte... Ich fiel von einer Unsicherheit in die nächste..Und als ich mich entschloß meinen Chef um eigene kleine Fälle - jedenfalls ein paar - zu bitten, hatte ich schon wieder mächtig Angst das nicht zu schaffen. Obwohl ich kann ja nur wieder Routine bekommen, wenn ich Fälle regelmäßig mache, dachte ich. Er meinte dann auch: nicht das es zu früh für sie ist und sie mir wieder zusammenbrechen. Und dann kam halt der Vorschlag etwas ganz anderes zu machen: sogenannte Warenwirtschaft. Das ist dann schon die andere Abteilung Rita. Danach wäre noch Telefondienst und Küchendienst im Angebot.
Und da liegt eben mein Problem: ich mache mir den Vorwurf, daß ich in Sachen Buchhaltung einfach zu schnell aufgegeben habe. Und das was ich jetzt mache ist eben in Sachen Konzentration und Kontrolle so schwer für mich. Wobei ich denke, daß es egal ist welche Abteilung es ist, denn bei den Buchhaltungen hatte ich auch immer diesen Zwang alles nachzuprüfen und konnte manchmal nicht Soll und Haben unterscheiden. Dinge, über die ich da nicht nachgedacht habe, als es mir besser ging.
Zusammengefaßt: ich habe die volle Unterstützung meines Chefs. Einen Betriebsrat haben wir nicht.
Problem ist, daß es glaube ich egal ist in welcher Abteilung ich bin. Diese Kontrollzwänge und Konzentrationsschwäche wird überall auftreten. Ich habe halt totale Angst, daß die Depression so lange andauert, daß ich immer weiter nach "unten" rutsche in den Abteilungen. Ich will Küchenarbeit nicht als minderwertig abtun und auch das, was ich jetzt tue nicht. Aber ich kann einfach nicht vergessen, daß ich das andere mal gelernt habe und den Absprung dorthin vielleicht nie wieder schaffe... Wie kann ich das für mich klarkriegen, mit dem zufrieden zu sein, was ich jetzt tue???
Ich wüßte sonst keine andere Abteilung, wo ich noch mehr Entlastung finden könnte. Meine Kolleginnen betonen ja immer wieder, daß es egal ist, wie lange es dauert, bis ich einen Lieferschein eingegeben habe. Wäre ich nicht da, würde alles liegenbleiben...

Gruß Tina


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 19. Apr 2002, 19:23 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 129
 
Offline Profil
Hallo Frederik,
habe keine Erfahrung mit Zopiclon und weiß auch nicht mehr, wie das AD hieß, was mir mein Arzt damals verschrieben hat. Sorry. Denke Maria konnte Dir da schon ne Menge weiterhelfen.
Auch ich wünsche Dir alles Gute fürs Abi.
(Man bin ich froh, daß ich im Moment keine Prüfung machen muß)

Lieben Gruß

Tina


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 21. Apr 2002, 21:01 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 556
 
Offline Profil
Hallo!

...gab es nicht mal einen eigenen Thread für Johanniskraut - ich hab' ihn jedenfalls nicht gefunden - also hier:

Das Nachfolgende hab' ich im Urlaub in der Zeitung gelesen (und weil ich noch gar nicht richtig wieder da bin, weiß ich nicht, ob Ihr das schon kennt) -

...aus der FAZ vom 10.04.02

Deprimierend / Johanniskraut kaum wirksam?

Ein bei Depressionen häufig angewandtes pflanzliches Mittel, das Johanniskraut, hat in einer neuen Untersuchung enttäuschend abgeschnitten. Amerikanische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, daß es nicht wirksamer ist als ein Scheinpräparat.

Das zeigte sich zumindest bei der Behandlung von Patienten, die an einer sogenannten unipolaren Depression mäßig schweren Grades litten. Diese Art von depressiven Störungen ist weit verbreitet. In früheren Studien wurde dem Johanniskraut mitunter eine gute Wirksamkeit bescheinigt.

Wie Jonathan Davidson von der Duke University in Durham/North Carolina und die anderen Forscher in der heutigen Ausgabe des Journals" der American Medical Association (Bd. 287, S. 1807, 1840 u. 1853) berichten, kann das daran liegen, daß die Art der Depression nicht genau ermittelt wurde.

In die jüngste Studie sind insgesamt 340 Patienten einbezogen worden. Die Wirkung eines Johanniskraut-Extraktes wurde dabei mit derjenigen eines Scheinpräparates und eines synthetischen Antidepressivums (Sertralin) verglichen.

Weder Johanniskraut noch Sertralin zeigten sich zunächst dem - erstaunlich effektiven - Scheinpräparat überlegen. Erst bei weiterführenden Messungen erwies sich das synthetische Mittel als potenter.

Johanniskraut ist rezeptfrei erhältlich. Somit besteht nach Ansicht der Forscher die Gefahr, daß depressive Patienten eine weitgehend wirkungslose Selbstmedikation beginnen, statt sich in ärztliche Behandlung zu begeben.

Tückischerweise kann Johanniskraut mit anderen Arzneimitteln interagieren. So wurde auf der gerade stattfindenden Tagung der Amerikanischen Gesellschaft für Krebsforschung in San Francisco berichtet, daß es die Wirkung von Krebsmedikamenten drastisch verringern kann. Johanniskraut stimuliert Enzyme in der Leber und beschleunigt dadurch den Abbau der Arzneimittel."


...und zu beschleunigt den Abbau von Arzneitmitteln" aus der Shape" vom April:

Warum Sie von Johanniskraut schwanger werden können

Antibabypille und Johanniskraut - eine Kombi, die es in sich hat. Das Gutdrauf-Pflänzchen, das leichte Depressionen verfliegen läßt, kann die Wirkung des Verhütungsmittels reduzieren.

Extrakte des Krauts enthalten die Substanz Hyperforin, die die Leberfunktion ankurbelt. Dadurch werden Medikamente schneller abgebaut - auch die Pille. Johanniskrauttee ist dagegen unbedenklich. Quelle: Schwedische Arzneitmittelbehörde Medical Products Agency"


...ich hätte ja zu gern gewußt, was die weiterführenden Messungen" waren, aufgrund derer das Sertralin dann endlich überlegen war
...und warum Johanniskrauttee unbedenklich ist; weil er sowieso nichts nützt, und deshalb auch nichts schadet?

Egal, ich fand's jedenfalls interessant zu wissen.

Gruß
Christabelle


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 21. Apr 2002, 21:44 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 162
 
Offline Profil
Hallo Christabelle und alle anderen,
ich habe schon in den Nachrichten davon gehört.Habe aber nicht gewusst,das durch die Einnahme von Johanniskraut,andere Medikamente schneller abgebaut werden.Ich nehme seit Nov.Johanniskraut.Seit 10 Tagen nehme ich zusätzlich Kalma(AD).Kann es den sein,das Kalma bei mir nicht richtig wirken kann,da ich zusätzlich noch 1750mg Johanniskraut nehme?Was ist den bei Atosiltropfen?Wirken die dann auch nicht richtig?Kann mir das jemand beantworten?

Viele liebe Grüße,Sandra


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 21. Apr 2002, 21:54 
 
Die wirken noch richtig, es geht voranging um den beschleunigten Abbau von Antkonzeptiva (pille)
Gruss
Dr. Niedermeier


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 21. Apr 2002, 23:49 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 162
 
Offline Profil
Vielen Dank für ihre Antwort Herr Dr.Niedermeier

Gruß Sandra


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 22. Apr 2002, 10:02 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 39
 
Offline Profil
Hi Frederik!
Ich wünsche dir alles Gute für dein Abi! Ich konnte auch kaum was lernen und habe es trotzdem geschafft! Ich hatte allerdings Englisch und Französisch als LKs, das war dann nicht so tragisch. Für Geschi (P3) musste ich ein bisschen was lernen.. (aber auch nicht so viel.. mit vielen Pausen).
aber, was nicht geht, das geht nicht.. wenn du dich nicht konzentrieren kannst, kannst du dich nicht konzentrieren! Da ist nicht zu machen! Akzeptieren..
Ich weiß das natürlich nicht, würde aber auch vermute, dass die Konzentrationsstörungen von der Depression herrühren und dir die Tabletten eher helfen. Das Abi ist natürlich eine große Belastungssituation..
Mir hilft beim Lernen manchmal einfach kurze Ablenkung.. 5 Minuten Musik hören oder fernsehen, bis die Unruhe wieder zu groß wird und dann weitermachen bis ich mich nicht mehr konzentrieren kann, wieder ablenken... vielleicht hilft dir ja auch ein Schlaf- und Nerventee (gibt's in Drogerien) oder auch progressive Muskelentspannung (CD gibt es bei der TK - kostenlos - bin kein Mitglied, aber die haben auch nicht danach gefragt..). Die pMe ist eine leicht zu erlernende Entspannungsmethode.. hilft auch beim Einschlafen..
Übrigens lese ich gerade Buch 'Mittendrin und nicht dabei - mit Depressionen Leben lernen' von Josuran/Hoehne/Hell und es bringt mir was.. ist auch ein gutes Buch für 'Gesunde', die versuchen, die Depression nachzuvollziehen (also vielleicht für interessierte Mitschüler/Lehrer?). Infos/Rezensionen etc. gibt es bei www.amazon.de (auch anonymere Bestellung).
Viel Glück! Auch diese Zeit wird vorbeigehen... man muss 'nur' aushalten (bleibt ja eh nichts anderes übrig..


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 22. Apr 2002, 18:00 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 129
 
Offline Profil
Hilfe!!

Ich hatte heute meinen Termin beim Neurologen, von dem ich mir so viel versprochen habe. Und jetzt sitze ich da und habe einen Kloß im Hals,der sich gewaschen hat. Ich habe ja bis dato Zyprexa, Carbamazepin und Remergil bekommen. Und Lorazepam gegen die Angst. Und ich dachte halt, daß heute etwas passiert, weil die letzten beiden Male mein Krankenblatt aus der Klinik nicht da war. Ich war also umsonst da...
Ja und herausgekommen ist Folgendes: der Doc meinte als erstes muß ich sofort mit dem Absetzen des Lorazepams beginnen. Bevor das nicht abgesetzt ist, würde er gar nichts machen und dann wolle er beim Zyprexa runterdosieren. Damit es mit dem Lorazepam nicht ganz so krass geht, hat er mir Alprazolam od. Alprazolan verschrieben, das ich erstmal in der gleichen Dosis wie das Lorozepam (1 mg) nehmen soll. Dann soll das wohl runtergefahren werden. Genau habe ich das gar nicht geschnallt, weil ich so verwirrt von seinen Äußerungen war. Er fragte, ob ich Sport treiben würde und ich sagte, daß ich mich halt einmal die Woche zum Sportverein quäle. Da sah er mich an und meinte: das reicht ja wohl gar nicht. So wird das nie was. Sie machen jetzt dreimal die Woche Sport. Es ist ja wohl erwiesen, daß das gut gegen Depressionen ist. Und überhaupt: was haben Sie denn erwartet? Das es hier ne Wunderpille gibt oder was?? (Scheiße - Ja!!!!!! - gehofft habe ich wenigstens). Sein Ton war irgendwie total streng. Ich meint nur hilflos: das sagt sich so leicht: machen sie dies und machen sie das. Er zog nur die Augenbrauen hoch. Am Rande fragte er noch, wie die Therapie mit meinem Therapeuten denn anschlüge. Ich meinte halt nicht so toll... Er meinte: jedenfalls nehmen Sie das lorazepam schon viel zu lange. Auf meinen Kommentar, daß mich die Ängste vorher fast umgebracht haben, kam so gar nichts. Fazit: ich soll jetzt also dreimal die Woche Sport treiben und zwar Ausdauersport ( auf meine Äußerung, daß mir das in der Klinik irgendwie nichts gebracht hat reagierte er nicht ) Als ich sagte, daß ich nach der Arbeit schon immer total fertig und kaputt bin und das kaum schaffe, sagte er: das meinen viele: man meint kaputt zu sein, aber wenn man dann erstmal Sport treibt, merkt man wie gut das ist...Also machen Sie das so, nehmen erstmal das Alprazolam und in einem Monat sehen wir uns wieder. EIN MONAT!!! Ich habe jetzt 2 Monate mit Lorazepam dahinvegetiert um zu hören, daß ich das schon viel zu lange nehme. Da hätte er mir auch vor Ostern schon den Boden unter den Füßen wegreißen können und sagen können: ohne das Lorazepam wegzulassen, werde ich an den Medis eh nichts ändern. Und machen sie mal schön Sport, das hilft....
Versteht hier irgendjemand, was ich nun fühle?? Ich habe solche Angst. Solche Angst vor der Umstellung auf das Alprazolam/n. Kennt das jemand?? Ich habe so wahnsinnige Angst, daß diese furchtbaren Ängste wiederkommen, die mich total handlungsunfähig machen. Die mich immer wieder dran denken lassen, das alles nicht aushalten zu können. So kam ich zumindest über den Tag. Was ist, wenn ich nun Entzugserscheinungen in Form von noch schlimmeren Ängsten als vorher bekomme. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Ich habe so Angst das nicht nochmal aushalten zu können... Ich habe halt gedacht, daß er eine Medikamentenumstellung macht und erst dann das Benzodiazepin absetzt... Ich habe Panik, daß da wieder so viel Angst ist, daß ich nicht klar denken kann, meine Arbeit vielleicht gar nicht mehr machen kann... Wir haben auch noch über andere Behandlungen gesprochen: über ein Implantat, das Impulse an den Vagus-Nerv im Gehirn sendet. Das macht ein befreundeter Arzt von ihm in Bielefeld. Aber erst wolle er erstmal noch andere Sachen ausprobieren....
Wie lange denkt dieser Mann, kann ich das noch ertragen, was mich schon 8 Monate soo quält? Für ihn ist ein Monat gar nichts. Für mich und viele andere hier ist es ein weiterer Monat Hölle auf Erden...
Kann mich irgendjemand da draußen beruhigen??? Habe mir zudem noch das Buch Saturns Schatten gekauft und kurz angelesen. Aber das hat mich irgendwie noch mehr aufgeregt...Das steht so viel von Medis und Sucht und den Tiefen dieser Krankheit. Vielleicht will ich auch weiter naiv bleiben... Ich habe Angst mich da noch tiefer reinzudenken. Aber vielleicht habe ich ja durch das Absetzen der Benzodiazepine keine andere Wahl, wenn diese Hölle wiederkommt...
Ich habe solche schreckliche Angst es nicht zu schaffen... Solche Angst vor Entzug .. Solche Angst schon süchtig zu sein... Angst wieder nichts anderes zu spüren, als diese würgende Unfähigkeit etwas zu tun und diese Lähmung...Dieses starr sein vor Angst....
Abschließend noch der Rat aus einem Buch, das ich noch in der Hand hatte: wichtig ist, daß sie einen geregelten Tagesablauf haben: also schön früh aufstehen und nicht im Bett liegen bleiben. Und denken Sie positiv auch wenn Sie meinen es nicht zu können..... Was sollen solche Ratschläge: kann so etwas nicht nur jemand schreiben, der einfach keine Ahnung von dieser Krankheit hat und von Ängsten, die einen in den Wahnsinn treiben???

Ich hoffe wiegeschrieben es ist irgendwer da draußen, der mich etwas beruhigen kann, in Sachen Benzo absetzen und daß dann wieder gar nichts mehr geht....

Tina


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 22. Apr 2002, 19:52 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 937
 
Offline Profil
Liebe Tina,

ich verstehe deine Ängste sehr gut.

Mit den Medikamenten kenn ich mich nicht so gut aus,aber 2 Monate Lorazepam ist sehr lang!
Wenn dein Arzt dich erst in einem Monat wieder bestellt hat,heißt das nicht,daß du dich nicht sofort melden sollst,wenn es dir schlecht geht mit der neuen Medikation. Ich nehme aber an,daß das neue Medikament eine ähnliche Wirkung hat und du dich nicht ängstigen mußt.
Und selbst wenn eine gewisse Sucht schon da sein sollte,das läßt sich beheben.

Vergiß die "Schatten des Saturn" im Moment.
Ich hab schon sehr viel Fachliteratur gelesen und habe jetzt beim Lesen des Anfangs ähnliche Probleme wie du. Es klingt zunächst mal eher erschreckend.
Es gibt Bücher,die weniger belastend sind wie "Welchen Sinn macht Depression?" von Daniel Hell.

Ganz schlimm finde ich diese "Positiv denken" Bücher,vor allem für einen Depressiven. Und ich gebe dir recht,daß die Autoren bestimmt nie depressiv waren!
Das ist ja genau das,was wir nicht können,positiv denken,und jeder Versuch dazu ist zum Scheitern verurteilt und wirft uns tiefer in unser Loch zurück.

Ich würde eher sagen,gewisse Dinge einfach zu tun,auch wenn sie einem keine Freude machen und mühsam sind,wie einen geregelten Tagesablauf einhalten,Sport treiben (in Maßen),aus dem Haus gehen,wenn es geht auch unter Leute,das alles kann mit der Zeit helfen.
Man tut es und irgendwann merkt man,daß mal eine Viertelstunde ohne Angst vergangen ist,daß man gelacht hat oder sich über etwas gefreut hat.

Mir hat mein Arzt immer gesagt,daß ich mich nicht unter Druck setzen soll. Immer wieder ein bißchen versuchen,aber nicht die Depression durch Überforderung verschlimmern.
Du wirst das richtige Maß für dich finden,wenn du gut auf dich hörst und nur Schritt für Schritt an die Dinge herangehst.

Ich hoffe sehr,daß die Umstellung für dich erträglich abläuft und daß du Hilfe findest.

Lieben Gruß
Waltraut


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 22. Apr 2002, 19:57 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 24
 
Offline Profil
Hi Mysa,

danke für deine Tipps ! Ich glaube ich werde es mal versuchen so zu lernen.
Werde es versuchen...................
Da ich auch gut bis sehr gut vorbenotet bin kann eigentlich auch nichts
schiefgehen................

Ich fühle mich aber momentan so total antriebslos und schaffe
irgendwie nicht mich mal hinzusetzen und wenigstens ein bischen zu lernen.
Habe trotz des Zopiclons immer noch massive Schlafprobleme.


Frederik


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 22. Apr 2002, 19:57 

Registriert: 22. Feb 2004, 20:09
Beiträge: 92
 
Offline Profil
Hi Tina,
ich erlaube mir mal als Nichtdpressive spontan was zu schreiben. Mein Mann hatte auch so einen"Arzt" ich habe lange gewartet und mir die selben Dinge, wie du sie beschrieben hast, von meinem Mann angehört. Ich habe ihn dann 1x angerufen, ob ich ihn denn mal sprechen könnte. Er meinte ich brauche sie nicht. Auf der Rechnung monatlich stand aber immer eine Gebühr, Gespräch mit dem Partner 45 Minuten. Nach ca 9 Monaten, 1x monatl. Besuch beim Arzt, kam mein Mann traurig nach Hause, wieder eine neue Tablette und die andere weg. Ich kam mir vor wie:"viele viele bunte Smarties..........."
Meine ganz private Meinung, der Arzt will oder kann dich nicht verstehen. Könntest du zu einem anderen Arzt wechseln?
Mein Mann sollte auch Sport treiben, aber er meinte die reden sich leicht, ich kann nicht. Wenn ich Schnpfen hätte bekäme ich sofort ein Attest, er solle aber durchhalten.
Mit dem Einverständnis von meinem Mann habe ich dann den Arzt angerufen und mit ihm ein paar Worte gewechselt, worauf ich sofort einen Termin bekam. Danach meinte er, "ja da sieht die Sache schon ganz anders aus, ihr Mann braucht dringend Hilfe!" Mein Mann hat dann gewechselt.
Ich weiß nicht ob dir damit geholfen ist, zu den Medikamten kann ich leider nichts sagen, es werden sich sicher noch Andere melden.
Gönn dir was Gutes
Angela


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 22. Apr 2002, 22:11 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 129
 
Offline Profil
Danke an Waltaut und Angela,

habe mich heute zum Sport gequält, wie befohlen. Besser geht es mir deshalb nicht sondern weil ich abends immer etwas ruhiger werde. Danke für Eure Postings. Ich hatte anfangs bei diesem Neurologen schon ein gutes Gefühl und ich kann ihn auch anrufen, wenn es mir schlechter geht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß er nachempfinden kann, wie schwer es jeden Morgen für mich ist aufzustehen und mich zur Arbeit zu schleppen. Und dann abends noch Sport machen zu müssen ist für mich doch ein ziemlicher Druck. Die Arbeit schlaucht mich ja schon so, obwohl es sich wie schon oft geschrieben nur um ne einfache Tätigkeit handelt. Das ist es ja, was mich auch so quält: das selbst das so schwer ist wegen der Gedankenkreisel.. Ich weiß ja auch, daß sich eine Depression nicht im Bett heilen läßt, aber ein kleines bißchen Stolz die Arbeit durchzustehen und den Alltag trotz nur ab und an ein Fünkchen Freude oder Ruhe im Kopf auszuhalten, das hat mir dieser Arzt irgendwie zunichte gemacht.
Habe morgen aber eine Therapiestunde. Mein Therapeut arbeitet mit dem Neurologen zusammen und hat ihn empfohlen. Da werde ich erstmal fragen, wieviel für die Herren ein Monat ist...
Für mich wiegeschrieben lange Qual
Danke nochmal an Euch.

Tina


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Apr 2002, 06:56 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 365
 
Offline Profil
Liebe Tina,
bei dem Thema Medikamente kann ich ja bekanntlich nicht mitreden, aber zum Thema Sport hätte ich vielleicht einen Vorschlag für dich. So handhabe ich es nämlich: Ich versuche, mir täglich 10 - 15 Minuten für Gymnastik und Heimtrainer zu reservieren, da ich kein Freund von "Herumgehetze in Turnhallen" bin. Das funktioniert sehr gut, und einzelne Tage, in denen ich mich gar nicht aufraffen kann, erlasse ich mir dann auch.
Bei schönem Wetter fahre ich mal Fahrrad oder ersetze mein "Training" durch einen ausgedehnten Spaziergang.
So habe ich das Gefühl, ich tue es für mich, und nicht, um dem Arzt sein Therapiekonzept zu erfüllen. Und vor allem: Ich kann es täglich passend für mich dosieren und gestalten.
Bis jetzt waren die Ärzte auch immer zufrieden mit meiner Art "Sport".
Viele Grüße
Titanic


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Apr 2002, 09:27 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 12
 
Offline Profil
Liebe Tina,

nach dem, was Du geschrieben hast, möchte ich Dich
bitten wenigstens probeweise ein Gespräch mit
einem anderen Neurologen zu führen. Nach
zweimonatiger Lorazepameinnahme aufzuhsren
ist
nicht leicht, deshalb finde ich es ziemlich
seltsam, dass der nächste Termin erst in einem
Monat ist. Zudem klingen diese Äußerungen, wie
"mach mal Sport" sehr nach "reißen Sie sich
zusammen", und wenn er auf Deine Äußerungen und
ngste nicht richtig eingeht, zeugt das auch nicht
gerade von Kompetenz.
Versuch doch bitte einen Termin mit einem anderen
Neurologen zu vereinbaren und äußere diesem
gegenüber ruhig die Bedenken, die Du in Bezug auf
deinen Neurologen hast.
Liebe Grüße und alles Gute!
seraphin


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Apr 2002, 09:57 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 937
 
Offline Profil
Liebe Tina,

"Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß er nachempfinden kann, wie schwer es jeden Morgen für mich ist aufzustehen und mich zur Arbeit zu schleppen."

Vermutlich kann dein Arzt das nicht nachempfinden,aber das ist auch nicht nötig,solange er aus Erfahrung weiß,wie er deine Depression behandeln kann.
Ich hab zwar auch ein bißchen den Eindruck von "hauruck",aber wenn du bisher Vertrauen zu ihm gehabt hast,ihn jederzeit anrufen kannst,gäbe ich ihm noch eine Chance.
Du darfst nur nicht erwarten,daß du in kurzer Zeit schon eine positive Veränderung merkst. Das kann Wochen dauern.

"Ich weiß ja auch, daß sich eine Depression nicht im Bett heilen läßt, aber ein kleines bißchen Stolz die Arbeit durchzustehen und den Alltag trotz nur ab und an ein Fünkchen Freude oder Ruhe im Kopf auszuhalten, das hat mir dieser Arzt irgendwie zunichte gemacht."

Diesen Stolz auf das,was du trotz deiner Krankheit schaffst,kann dir der Arzt nicht nehmen!
Den darfst du wirklich haben!
Und Titanic hat recht,du kannst dir den Sport so dosieren,wie er für dich am besten ist.

Lieben Gruß
Waltraut


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Apr 2002, 18:28 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 129
 
Offline Profil
Hallo Waltraut, Seraphina, Titanic,

hatte heute morgen den Termin bei meinem Therapeuten und habe meine Bedenken in Sachen des Neurologen geäußert. Er meinte zu mir, daß er den Mann sehr gut kennt und daß er (der Neurologe) einfach nicht auf meine Jammereien eingestiegen ist, weil mir das ja auch nichts bringen würde. Er meinte dann auch wieder zu mir, daß ich alles falsch machen würde und so nie aus der Depression herauskommen würde. Ich würde immer nur flüchten. Habe ihm halt erzählt, daß ich oft zu meinen Großeltern rübergehe und daß meine Oma für mich kocht. Er sagte ich würde immer alles zunichte machen, was irgendwie Positiv wäre. Ich solle mich mal im Spiegel anschauen. Und auf meine Bedenken, was die Angstzustände angeht (heute fing es schon wieder an), ging er nicht richtig ein. Er meinte nur ich solle endlich damit aufhören, mich in den negativen Gedanken festzuhalten und mich hängenzulassen (mich von der Großmutter versorgen zu lassen). Ich solle jetzt damit aufhören und nicht immer daran denken, wie lange der Zustand schon dauert, daß ich bei der Arbeit nicht mehr das leiste, was ich vorher gemacht habe uns so weiter. Ich war noch während der Therapiesitzung total geschockt irgendwie. Ich meinte zu ihm, daß ich eben einfach nicht weiß, wo ich anfangen soll. Und dann kam von ihm: schon wieder negativ. Ich solle mal zu Hause bleiben, Musik anstellen und etwas tun oder so ähnlich. Ich weiß nicht mehr. Ich habe das Gefühl, daß mich alle im Stich lassen. Ich wollte dann im Büro nicht so verkrampft meine Arbeit machen aber irgendwie war der Druck noch größer. In der Mittagspause sagte ich dann erst nichts und dann meinte ich halt zu meinen Kollegen, daß ich Druck von meinem Neurologen und Therapeuten bekommen hätte. Und meine Kolleginnen meinten dann auch, daß ich total in meinen negativen Gedanken festsitze und das ich an das Heute und nicht an gestern und morgen denken soll. Ich bin so durcheinander. Ich glaube schon, daß all diese Leute ja auch Recht haben, aber je mehr ich dann innerlich versuche zu verstehen und mir zu sagen: du mußt was machen, sonst stehst du bald wieder an dem Punkt: ich weiß gar nichts mehr, desto größer wird die Unruhe und Angst. Seit heute nehme ich das Alprazoam, das ja auch ein Bezodiazepin ist, aber ich habe irgendwie das Gefühl, daß die Angstzustände mit aller Macht zurückkommen. Ich weiß langsam echt nicht mehr weiter. Ich glaube, ich muß das aushalten oder? Mir jetzt einen neuen Neurologen oder gar Therapeuten zu suchen packe ich nicht... ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das machen soll. Es gibt da doch auch so lange Wartelisten. Und warscheinlich brauche ich einfach jemanden, der so hart mit mir umgeht. Ich jammere ja wirklich nur herum. Weiß einfach nicht, wie ich den Weg zu einem selbstständigen Menschen zurückfinden soll. Ich habe einfach das Gefühl, daß alles über meine Kräfte geht aber ich will auch nicht in die Klinik hier zurück. Mache ich denn wirklich aller falsch. Ich schaffe es einfach nicht die Gedanken zu stoppen. Habe einfach immer wieder das Gefühl es allein nicht zu schaffen... Weinen nützt nichts also irgendwie weiterquälen oder? Als es mir im letzten November 3 Wochen lang besser ging, habe ich etwas anders gemacht, sagte mein Therapeut. Ich habe irgendwie losgelassen. Ich kann mich nicht dran erinnern, wie ich das gemacht habe... Wenn ich nur wüßte wie??? Dann hätte ich das doch schon längst wieder versucht oder??? Und nun sitze ich hier wieder und versuche einfach diese Verzweiflung loszuwerden und es will mir nicht gelingen. Heute will meine Freundin mit mir ins Kino, mal sehen, ob ich da wenigstens etwas abschalten kann. Oder darf ich das nicht. Muß ich jetzt sofort anfangen mich am Schopf zu packen und aus dem Sumpf zu ziehen. Ich finde den Weg einfach nicht. Es ist einfach keine Stimme in mir, die mir sagt, was gut und richtig ist. Ich habe seit gestern einfach wieder nur noch das Gefühl, daß alles was ich tue falsch ist. Ich will doch meine Arbeit nicht verlieren. Aber wenn diese Angst und Unruhe wieder anfangen stärker zu werden, weiß ich nicht, wie lange ich das aushalten soll. Ich weiß ja, daß es keinen Grund gibt Angst zu haben und die Angst mir all ´meine Energie nimmt. Aber wie kann ich es schaffen damit aufzuhören.... Ich könnte ewig schreiben. Ich bin wieder so gefangen in meiner Gedankenwelt... Ich weiß, daß ich mir nur selber helfen kann.. Also warum schreibe ich hier eigentlich noch???? Vielleicht um zu hören, daß ich nicht verrückt bin. Aber vielleicht lebensuntüchtig. Ich möchte, daß man mir die Schwierigkeiten abnimmt. Aber das wird niemand tun. Und sofort greift die lähmende Angst wieder nach mir... Herr im Himmel hilf mir das zu stoppen, sonst halte ich es nicht länger aus.....

Ich bin kurz vor der Kapitulation...

Tina


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Apr 2002, 18:51 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 1184
 
Offline Profil
Liebe Tina,

ich weiß auch nicht, was Du damals im November gemacht hast, um loslassen zu können.

Für heute hätte ich aber einen Tipp zum Loslassen:
Viel Spaß im Kino!!!

Alles Liebe
von
Maggy

_________________
-------------------------------------------

Depression ist die Fähigkeit mit tiefster Gefühlsbereitschaft auf Konflikte zu reagieren


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Apr 2002, 20:45 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 6
 
Offline Profil
Liebe Tina!
Ich würde trotz allem versuchen den Therapeuten
und den Neurologen zu wechseln! Es stimmt zwar,
dass es manchen Menschen hilft wenn man ihnen "in
den Hintern tritt". Depressive brauchen aber vor
allem Verständniss. "Reiss Dich zusammen" ist sehr
leicht, viel zu leicht gesagt! Ein guter Therapeut
sollte auf das was Du sagst eingehen und
Ratschläge geben!
Alles Gute!
Yinhee


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Apr 2002, 21:17 

Registriert: 13. Feb 2003, 10:52
Beiträge: 1184
 
Offline Profil
Liebe Yinhee,

ich habe noch keinen wirklich guten Therapeuten erlebt, der Ratschläge gibt; denn Rat-schläge sind auch Schläge.
Die TherapeutInnen, die eine wirkliche Hilfe für mich waren, haben sich mir mit ihrer ganzen Empathie zugewandt, damit ich meinen Weg finde, und sie haben mich durch alle Höhen und Tiefen begleitet. Sie waren einfach da und haben mich gehalten.

Alles Liebe
von
Maggy

_________________
-------------------------------------------

Depression ist die Fähigkeit mit tiefster Gefühlsbereitschaft auf Konflikte zu reagieren


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Apr 2002, 21:56 
 
Liebe Tina

Ich bin ehrlich gesagt, ziemlich entsetzt über deine Erfahrungen mit den sogenannten Profis. Ich glaube auch wie Maggy, dass die allerwichtigste Aufgabe eines Therapeuten ist, dir mit Empathie beizustehen. Empathie bedeutet, dass der Therapeut sich in DEINE Erlebensweise der Depression emotional einfühlen kann. Und das können diese Personen ja offensichtlich nicht. Ich weiss, das hilft dir nix, wenn ich sage, für mich ist das das Wichtigste. Ich hab das grosse Glück gehabt, mich niemals mit dieser Problematik auseinander setzen zu müssen, deshalb weiss ich nicht, ob meine vermeintlichen Ratschläge in der Praxis überhaupt anzuwenden wären. Rein gefühlsmässig würd ich mich wohl auch nach andern Therapeuten, (therapeut und Neurologe) umschauen, ich weiss, dass das viel Kraft kostet, die du im Moment wahrscheinlich nicht hast.
Das "Sie sollen, Sie müssen, Sie dürfen bzw das alles nicht", das macht die Sache ja noch viel schlimmer für dich, du fühlst dich als absoluter Versager und totale Null! Wer soll denn daraus Kraft schöpfen?? Für den einen ist viel Sport gut, einem andern bringt's nichts. Bewegung kann oft helfen, ist aber keine Garantie. Mach dein eigenes Sportprogramm. Es wird dir nicht gelingen, auf Teufel komm raus, gleich solche Kraftäkte hinzulegen, das hast du ja schon leider erfahren. Vielleicht könnte es einfacher sein, dir wirklich nur für jeden Tag etwas Kleineres vorzunehmen. Ich schlage dir einfach jetzt was vor: wenn du mit dem Auto zur Arbeit fährst, wäre es möglich, dich vielleicht etwas weiter vom Büro entfernt, zu parken? Dann könntest du eine etwas längere Strecke zu Fuss gehen. Wenn du das Quatsch findest, ist es auch völlig OK.
Es ist sicher richtig, dass man sich ein Minimum an Strukturen schaffen sollte, damit man aus dem ganz schwarzen Loch herauskommt. Aber versuch's nur mit Sachen, die für DICH realisierbar sind, sonst bist du ja schon zum Scheitern von vorneherein verurteilt. Die ersten Ziele können ja nur ganz kleine Schritte sein. Wenn du beschliesst, du guckst jeden Abend eine Stunde fern, dann mach das. Nach einigen Tagen kannst du vielleicht sagen, gut ich schau mir jetzt auch jeden Abend Kurznachrichten an usw usw. Das kann aber auch der falsche Vorschlag für dich sein. Ich versuche nur, die ein paar Anregungen zu geben. Das wär eigentlich auch die Aufgabe deines Therapeuten. Was soll das "hören sie auf, alles negativ zu sehen"????Wirklich hochprofessionnell!!!Darauf bist du selber ja noch nie gekommen, nicht wahr? Und wenn's ja so einfach wär, würdest du deine Zeit doch nicht bei dem in der Praxis verbringen!

Zu den Medikamenten auch nur meine bescheidene Meinung: wer hat dir denn das Lorazepam verschrieben? Ich glaube, das du das schon länger nimmst als 2 Monate, oder nicht (glaub mich was zu erinnern aus einem früheren Posting). Ein Benzoentzug ist eine langwierige Sache, die sicher nicht SOFORT anzugehen ist. Da müsste er dir eine genaue Anleitung geben, wieviel wann in welchen Abständen usw du runter gehen sollst, und nicht dir den nächsten Termin in einem Monat geben, ist doch total utopisch! Ob's einfacher geht, wenn du anstelle des lorazepam das alprazolam nimmst, das entzieht sich meiner Kenntnis. Du wechselst dann von einem Benzo zu einem andern. Soviel ich weiss, ist das Abhängigkeitspotential des Alprazolam auch nicht so ohne...Wieviel Zyprexa du nehmen sollst, kann ich auch nicht beurteilen.
Wie bist du seinerzeit an diesen Neurologen gekommen? Hast du einen Hausarzt, an den du dich eventuell wenden könntest? Wie gesagt, einen Benzoentzug kannst du unmöglich alleine bewältigen, dazu brauchst du fachmännische Hilfe. Ein Alkoholiker schafft es ja auch bekanntlicherweise nicht allein. Unter Hilfe verstehe ich genaue Anleitungen und die Möglichkeit, dich jederzeit melden zu können, wenn's nicht klappt.
Ach bin ich wütend, aber letztlich hilft das dir nichts! Ich nehm dich ganz fest in den Arm!!!!!
Trotz alledem, lass dich nicht noch mehr entmutigen!!!
Und wenn deine Kollegen nichts begreifen, das finde ich normal, erstens sind das ja Laien, zweitens sind sie in dem Sinne vorbelastet, dass sie unter deinem Arbeitsausfall deine Arbeit eventuell mitmachen müssen, und das ist von ihrer Warte aus betrachtet, ja nicht in ihrem Sinne.

Ich wünsch dir alles alles Liebe, verzweifle nicht zu sehr!!

Alles Liebe
caroline


 
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten   


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Sie dürfen keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Sie dürfen Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie dürfen keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group - Theme created StylerBB.net - Deutsche Übersetzung durch phpBB.de