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 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 21. Mai 2002, 18:16 

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Hallo Frederik,
Also ich kann Dir nur abraten von einer Woche Pause mit Remergil oder überhaupt bei irgend einem AD.Ich habe vor dem remergil öfter mal Zoloft abgesetzt und mir ging es nach sehr kurzer Zeit wieder übel.Und bei dem Remergil das ich mitlerweile fast 3 Monate nehme habe ich den Absetztzirkus auch schon mal veranstaltet,mit dem durchschlagenden Erfolg das es mir wieder total übel gegangen ist.Und zwar ruck zuck!!!Meine Ärztin meinte daraufhin das ich mit diesen Absetztgespiele dauernd Verwirrung stiften würde im Hirn und es jedes mal wieder dauert bis der Spiegel erreicht wäre.(Eigentlich auch logisch!)Etwas anderes ist es natürlich wenn man die Behandlung bewußt ausschleicht sozusagen ein Therapieende also.Aber zwischendrin besser nicht!!!

CIAO PEDDA


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 22. Mai 2002, 19:03 

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hallo...
ich hatte letztes jahr eine depression, die nachdem ich viel zu lange gewartet habe, bis ich sie erkannte und mir hilfe suchte, mit gladem behamdelt wurde. das hat mir so gut geholfen und ich hatte kaum nebenwirkungen. allerdings bin ich durch mein 2. staatsexamen gefallen... ich wollte bzw. muß im august noch einmal hin, doch so wie es aussieht, muß ich aussteigen, mich also krankschreiben lassen... ich habe gladem im januar abgesetzt, jetzt kamen probleme auf mich zu, ich war überfordert und es setzte wieder ein... ich mache alles falsch, ich drehe mich im kreis, kann nicht aufhören zu grübeln und nix macht mir spaß...meine beziehung ist gescheitert, der mann macht mir auch noch vorwürfe, daß ich daran schuld hätte, daß er eine neue freundin hat und ich fange mich an zu drehen... ich war heute beim arzt und er hat mir citalopram verschrieben. ich hoffe, es hilft mir. und jetzt ein paar fragen: wirkt citalopram wie gladem? das beides serotoninwiedrausfnahmehemmer sind weiß ich...wie schnell wirkt es? kann es was damit zu tun haben, daß ich durch meine prüfung gefallen bin, daß ich gladem genommen habe? puh, im moment geht es mir wieder ganz übel... ich hoffe, es wird schnell besser und ich bekomme schnell eine antwort!
Danke


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 22. Mai 2002, 20:05 

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Hallo Stephanie,

meines Wissens haben gerade die Serotonin-Wiederaufnahmehemmer eine vornehmlich antriebssteigernde Wirkung, die allerdings erst nach mindestens zwei Wochen regelmäßiger Einnahme der therapeutischen Dosis eintritt. Was natürlich nicht bedeutet, dass Du stante pede dann "geheilt" sein wirst. Citalopram ist ein neueres Medikament dieser Wirkklasse und ist im allgemeinen gut verträglich. Mit eigenen Erfahrungen kann ich allerdings nicht dienen.
Einen ausgiebigeren Erfahrungsaustausch zu C. findest Du unter
http://www.med1.de/Forum/Psychologie/2548/ .

Ich glaube nicht, dass die Einnahme von Gladem Dein Staatsexamen ruiniert hat. Ich kann mir eigentlich nur sehr schwer vorstellen, dass man sich inmitten einer depressiven Episode auf schwierige Fachthemen konzentrieren kann - ich jedenfalls litt unter anderem unter massiven Konzentrationsstörungen (zuweilen auch heute noch, nach 10 Monaten medikamentöser und gesprächstherapeutischer Behandlung).
Ich mag mich täuschen, aber Deine Sätze klingen danach, als würdest Du die Wunderpille suchen, die Dich aus diesem depressiven Szenario reißt und Dich in Windeseile wieder in alte Leistungsstärke zurückversetzt. Ich befürchte nur, diese Pille gibt´s nicht und wird es vielleicht (hoffentlich?) auch nie geben. Medikamente helfen, die schwerwiegendsten Symptome zu lindern, sie versetzen Dich ggf. in die Lage, die eigentlichen und krankmachenden Lebensumstände anzugehen. Dieser Prozess allerdings dauert, auch bei therapeutischer Unterstützung. Geduld und Stehvermögen ist gefragt, Eigenschaften, die einem in tiefer und lähmender Melancholie zuweilen vollständig verloren gehen. Sich allerdings einem Zeit- und Leistungsdruck auszusetzen, sich nur auf eine schnelle und schmerzlose Beseitigung dieser "seelischen Behinderung" zu fixieren, trägt die nächste Niederlage bereits in sich.
In der Regel bewährt sich eine Kombination aus medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung. Das passende Antidepressivum, den/die richtige Therapeuten/in zu finden ist eine weitere Herausforderung, die nur selten auf Anhieb und auf Kommando gelingt.
Auch wenn´schwerfällt: Nimm Dir die nötige Zeit.

Gruß aus dem Ruhrgebiet
hobbit


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 22. Mai 2002, 20:20 

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hallo stephanie,

citalopram ist wie sertralin (gladem, zoloft) in der tat ein ssri...auf die frage wie schnell es wirkt kann dir keiner eine konkrete antwort geben da jeder mensch total unterschiedlich auf die wirkstoffe reagiert, auch innerhalb der ssri's. man kann bei allen antidepressiva nur die faustregel verwenden: wirkungseintritt durchschnittlich nach 2-4 wochen....manche brauchen aber länger und selbst ein- und dieselbe person spricht bei dem einen wirkstoff schneller an, bei dem anderen langsamer oder gar nicht. du mußt einfach ausprobieren und abwarten (ca. 6 wochen)...ich selbst habe 3 antidepressiva ausprobieren müssen bis ich mit zoloft nach 1 jahr quälender depri das richtige medikament für mich gefunden habe. zuerst verschwand das erwachen in den frühen morgenstunden (beginn nach ca. 1 woche) und dann wich der zerhackte schlaf allmählich einem gesunden schlaf...mit zoloft schlafe ich so supergut wie seit beginn meiner depri-karriere nicht mehr! jetzt nehme ich es seit 8 wochen und bin bei 100mg...es dauert aber ca. 3 monate bis alle symptome einer depri völlig verschwunden sind - blitzheilungen sind nie von dauer und lassen an der richtigkeit der diagnose zweifeln, hab also bitte ein wenig geduld mit dir ;-))).

achja: das gladem beeinflußt in keinerlei weise das kognitive denkvermögen bzw. das erinnnerungsvermögen...diese frage wäre vielleicht bei einem sedierenden, anticholinergischen tza (trizyklisches ad) zu überlegen aber ganz sicher nicht bei einem ssri, mao-hemmer der reversiblen art oder nari (reboxetin) - im gegenteil. aber eine depri allein kann so eine leere im hirn zaubern...vielleicht lags daran? kannst du das examen nicht irgendwann, wenns dir gut geht, nochmal machen? meine freundin ist 2x-mal durch das physikum gefallen und sie war weder depri noch hat sie tabletten genommen ;-)))...das kommt vor, mach dir nicht zuviele sorgen darüber :-)).

ich wünsche dir alles gute mit citalopram
viele liebe grüße
coke


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Mai 2002, 10:28 

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Hi Inka, Pedda,

danke für eure tipps ! habe mir sofort ein neues rezept ausstellen lassen.

lieben gruß

frederik


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Mai 2002, 10:41 

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Hallo, Coke -

Habe Dich gerade hier entdeckt. Du erinnerst
Dich vielleicht - vor ein paar Wochen haben
wir uns im Chat II zufällig getroffen und
Du hast Dich - zum Glück - mit mir unterhalten. Mir ging es da ja wirklich........
Damit ich ein wenig unter dieses Thema passe:
Bitte erklär mir das fachchinesische Kürzel
"SSRI". Ich habe schon einmal jemanden gefragt,
aber keine Antwort erhalten.
Es freut mich sehr, dass Du so gut schlafen
kannst.

Lieber Gruß
vom der (noch) etwas szenenfremden
Ingrid


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Mai 2002, 15:29 

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hallo ingrid,

ja, ich erinnere mich gut an dich ;-)). wie geht es dir nun? ich hoffe du hast dich in die behandlung begeben...nimmst du inzwischen antidepressiva? hast du schon einen psychotherapieplatz gefunden? erzähl doch ein bißchen, mich würde es freuen zu lesen wie es dir in den letzten wochen ergangen ist :-).

achja: ssri (specific-serotonin-reuptake-inhibitors) ist die englische abkürzung für eine stoffklasse von antidepressiva, den selektiven serotonin-wiederaufnahmehemmer. zu ihnen gehören die wirkstoffe sertralin, paroxetin, citalopram, fluoxetin und fluvoxamin, und das besondere an dieser substanzgruppe ist daß sie NUR die wiederaufnahme von serotonin in den synaptischen spalt hemmen und sonst nichts, alle anderen rezeptorsysteme wie noradrenalin, histamin, acetylcholin etc. bleiben weitgehend unbeeinflußt.

ich hoffe, dich damit ein wenig weiter gebracht zu haben

liebe grüße
coke

p.s.: wenn du weitere fragen hast: ich beantworte sie dir gerne ;-))


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Mai 2002, 16:53 

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Wer Informationen über die genaue Wirkweise verschiedener AD's sucht (v.a. neuere), der kann ja mal hier nachlesen:
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/pza/2000-22/titel.htm

Was die Prüfungen anbetrifft: Einen direkten Zusammenhang gibt es da wohl kaum. Wenn, dann wohl eher in der Art, dass die Depression (deretwegen Du ja wohl das AD genommen hast) Dich so sehr angeschlagen hat, dass die Prüfungen für Dich zuviel waren. AD's bedeuten jedenfalls bestimmt kein zwangsläufiges Prüfungsversagen. Nicht mal unbedingt eine akute Depression (habe mein Vordiplom kurz nach Beginn einer schweren depressiven Phase abgelegt, allerdings hatte ich das Glück, den ganzen Stoff schon davor größtenteils gelernt zu haben, weil in den Tagen direkt vor der Prüfung konnte ich mich vor Angstzuständen darauf nicht mehr konzentrieren). Und die letzten Semester habe ich auch mit Antidepressiva alle Prüfungen erfolgreich hinter mich gebracht und ich habe vor, das diesen Herbst (immer noch mit Remergil) zum Diplom auch zu tun.
Andererseits habe ich während der schweren Depression - also nach dem Vordiplom - auch erst mal ein Semester komplett ausgesetzt.


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 23. Mai 2002, 21:57 

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Hallo Coke,

wow ... ich habe ein schlechtes Gewissen, schreib'
Dir aber trotzdem. Du weißt sicher, warum ich
ein schlechtes Gewissen hab'... garantiert.
D.h., so ganz "ohne Behandlung" konnte ich natürlich nicht bleiben - dazu fühlte ich mich
zu sehr am Boden zerstört - ein Gefühl, das ich
noch nie vorher in dem Ausmaß kennen gelernt
hatte.
Kurz und gut - ich war zunächst einmal unterwegs, um mich organisch genau durchchecken zu lassen. Ich hatte ja auch Schmerzen. Alle Untersuchungen ohne Befund, d.h., die Schmerzen waren eindeutig psychosomatisch.
Ich bekam dann sofort einen Termin bei einem.....
sehr seriösen klassischen Homöopathen. Ich möchte jetzt hier nicht irgendwie Reklame für dieses Fachgebiet machen, weil ich mich mit meiner Begeisterung dafür schon einmal in die Nesseln gesetzt habe. Nur so viel: Erst einmal konnte ich mir sofort und ohne Wartezeit alles von der Seele reden. Er nahm sich 3 1/2 Stunden Zeit für mich. Es tat allein schon gut, dass mir einer zuhörte, der mich nicht ständig unterbrach und fehlinterpretierte. Danach meinte er, er schickt mir die richtige Medizin per Post schnellstmöglich zu.
Nach 3 Tagen war sie bereits bei mir.
Ich bekam e i n e einzige Medizingabe und Kaffeetrinkverbot. Habe die 3 Globuli ohne zu zögern gelutscht.
Also, der Unterschied zu den ca. 8 Wochen vorher
ist schnell beschrieben:
Vorher: Fast ganztägig heulendes Elend, keine
Arbeit mehr geschafft, nur noch Studentenfutter
in rauhen Mengen in mich hineingestopft.
Jedes andere Essen verursachte Ekel.

Am Tag der Medizineinnahme:
Ok, morgens war ich auch ohne diese Medizin
nicht s o o o schlecht zu Gange, aber.... an
diesem Tag war ich morgens kreativ wie schon
lange nicht mehr. Ich konnte etwas in Worte
fassen, sogar in poetischer Form, woran ich vorher beinahe erstickt wäre. (Ein Ventil hatte
sich spürbar geöffnet). Habe an diesem Tag
nicht geweint und..... hatte urplötzlich
einen wahnsinningen Heißhunger auf Tomatenbrot
mit Hüttenkäse und Schnittlauch.
Den Kaffee habe ich überhaupt nicht vermisst.
Dabei dachte ich, dass ich meinen Tag ohne Kaffee
gleich ganz vergessen könnte.
Außerdem blieb die Kreativität vom Morgen
noch über den restlichen Tag erhalten - ich
konnte nicht nur meine Routinejobs leidlich
durchziehen, sondern mich auch noch über eine
Stunde lang im Freien tummeln (bin u.a. Hobby- Gärtner).

Du, denk' ja nicht, dass ich von meinem Fall
auf andere schließe - so naiv war ich 'mal.
Aber Du hast gefragt und ich habe geantwortet.
Außerdem: Es ist noch nicht aller Tage Abend.
Heute fühle ich mich noch wohl. Aber ich traue
der Sache erst, wenn dieser Zustand 4-6 Wochen
angehalten hat. Mein ganz besonderer Therapeut
ist jetzt für 2 Wochen in Urlaub. Das ist schon
die erste Hürde. Er meinte aber, er sei ganz
zuversichtlich, dass ich es ohne ihn schaffe.

Vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung
zu SSRI. Du weißt ja außerordentlich gut
Bescheid. Was mir bloß nicht klar ist, ist
das Wort "Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer".
Serotonin ist doch eines der "Glücks"-hormone,
oder ? Warum soll die Wiederaufnahme von so etwas
Positivem gehemmt werden ? Oder heißt "Wiederauf-
nahme in den synaptischen Spalt", dass dieses
Hormon dann eben nicht dem Hirnstoffwechsel
zur Verfügung steht ?
Sehr laienhaft gefragt - ich weiß schon.
Aber Du siehst sicher, wo mein Verständnisproblem liegt.
Ich würde mich freuen, bald wieder von Dir
zu lesen - auch wenn ich - vorerst - einen anderen Weg gegangen bin.

Es grüßt Dich
ganz lieb
Ingrid


 
 
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BeitragVerfasst: 23. Mai 2002, 22:05 

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Ingrid:
Serotonin ist genau genommen kein Glückshormon. Würde einem Menschen - sorry wenn ich das so krass ausdrücke - Serotonin ins Gehirn injiziert, würde er vermutlich lediglich Halluzinationen und evtl. eine Hirnschädigung davontragen.
Warum die Antidepressiva wirklich wirken, hat man noch nicht so wirklich ganz verstanden. Nur dass sie es tun. Und DASS sie die Wiederaufnahme z.B. von Serotonin hemmen. Das Modell, mit dem man das zu erklären versucht ist etwa so: dadurch, dass die Wiederaufnahme von Serotonin gehemmt wird (also sozusagen ein Recycling-Prozess), "merkt" die Zelle, dass sie selbst wieder mehr Serotonin produzieren muss. Außerdem bewirkt die Hemmung der Wiederaufnahme ein längeres Verbleiben des Neurotransmitters im synaptischen Spalt und damit eine Erhöhung von dessen Aktivität.


 
 
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BeitragVerfasst: 23. Mai 2002, 22:10 

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hallo roland, interessant.
kennst du dich auch mit remergil aus und kannst erklären, was das im gehirn macht? es ist glaub ich kein serotoninaufnahmehemmer.

inka


 
 
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BeitragVerfasst: 23. Mai 2002, 22:13 

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Vielen Dank, Roland - habe es jetzt, glaube ich,
begriffen.

Freundlicher Gruß
von Ingrid

Hallo Inka - bist Du auch noch auf? !
Hattest Du heute einen ruhigeren Tag ?


 
 
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BeitragVerfasst: 23. Mai 2002, 22:16 

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hi ingrid,

ja ruhig schon, aber irgendwie gings trotzdem stetig bergab. na ja, mal sehen wie es morgen aussieht.
ein neuer tag ein neues glück :-) so versuche ich mich zumindest bei laune zu halten.


 
 
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BeitragVerfasst: 24. Mai 2002, 15:04 

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Wie gesagt: GANZ genau weiß man nicht, wie die Dinger wirken. Man hat halt bemerkt, dass Substanzen, die scheinbar antidepressive Wirkung haben, auf diese Neurotransmittersysteme in der beschriebenen Weise einwirken. WARUM das stimmungsaufhellend ist, weiß niemand so wirklich. Aber nachdem es so zu sein scheint, versucht man auf der Suche nach besseren Antidepressiva eben Stoffe, die ebenfalls auf diese Neurotransmittersysteme wirken, zu entwickeln. Remergil enthält den Wirkstoff Mirtazapin ... ich füge hier mal einen Abschnitt aus dem Artikel, den ich oben verlinkt habe, hier rein. Ist allerdings Pharmazeutenkauderwelsch: "Ein ganz anderes Prinzip verfolgt Mirtazapin, das als dual wirksame Substanz ebenfalls zu einer Aktivierung der noradrenergen und serotonergen Neurotransmission führt. Pharmakologisch gesehen ist diese Substanz ein a2-Rezeptorantagonist. Über eine Blockade präsynaptischer a2-Rezeptoren dämpft Mirtazapin präsynaptische Hemmprozesse und führt damit zu einer vermehrten synaptischen Freisetzung von Serotonin und Noradrenalin. Darüber hinaus ist Mirtazapin ein H1-Antagonist (was seine sedierenden und Schlaf anstoßenden Effekte erklärt) und gleichzeitig auch ein Antagonist an 5-HT2-Rezeptoren und 5-HT3-Rezeptoren: Daher hat die Substanz trotz Aktivierung der serotoninergen Neurotransmission praktisch keine typische serotoninergen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen oder gastrointestinale Störungen. Plakativ gesprochen, ist bei Mirtazapin das Ondansetron bereits im Molekül eingebaut. Die gleichzeitige Blockade von 5-HT2-Rezeptoren führt aber zu Appetitsteigerung und einer zum Teil deutlichen Gewichtszunahme."

Zu Homöopathie kann ich nur sagen, dass ich es ebenfalls während meiner schweren Depression bei einer klassisch arbeitenden Homöopathin, die mir empfohlen worden ist, versucht habe, Effekt war gleich null. Das ist meine persönliche Erfahrung. Mag sein, dass andere andere machen.


 
 
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BeitragVerfasst: 24. Mai 2002, 16:01 

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Hallo Roland -

meine Güte - Du bist ein wandelndes medizinisches
Nachschlagewerk!
Aber vielen Dank, dass Du Dein ausführliches Wissen mit uns teilst !

Ich selbst weiß auch noch nicht, ob m i r die
Homöopathie kurzfristig da heraushilft, wo
ich gerade bin. Ich weiß nur eines, sie kann
es grundsätzlich. Die Mittelwahl ist nur ebenso
schwierig wie in der Schulmedizin, oder - genau genommen - eigentlich schwieriger, weil so viele
Punkte berücksichtigt werden müssen, die in der
Schulmedizin schlichtweg "egal" sind.
Beispiel: Wenn 5 Patienten mit "Kopfschmerzen" zum Homöopathen kommen, kann es sein, dass er für jeden der 5 ein anderes Mittel einsetzen muss, weil die Ursachen für Kopfschmerz eben so vielfältig sind.
Darum, wenn ein Homöopath bei der ersten Mittelwahl nicht richtig liegt, verlieren viele
die Geduld und wenden sich ab, obwohl außer
"nichts" (wirklich??) nichts passiert ist. Viele informieren den Homöopathen auch nicht vollständig, weder bei der Anamnese noch später,
was die notwendigen Selbstbeobachtungen betrifft.
Bei ganz enger und bewusster Zusammenarbeit zwischen Homöopath und Patient kann nicht nur
"nichts schief gehen", sondern der Erfolg hat die besten Chancen, sich - ohne JoJo-Effekt - auf lange Sicht einzustellen.

Ich gebe zu, dass ich im Moment noch mehr Angst davor habe, einen zusätzlichen Schaden durch eine starke Pharmadroge gesetzt zu bekommen als davor, noch ein wenig "leiden" zu müssen, bis der Homöopath eben das richtige Mittel für mich
eindeutig herausgefunden hat. Ich fühle mich
so, als hätte er es ohnehin schon gefunden.
Aber ich will hier keine Euphorie verbreiten.
Es ist alles nur meine ganz persönliche Meinung. Es ist ebenso schwierig, hier Empfehlungen auszusprechen wie abzuraten. Ich werde weder noch tun. Ich versuche nur zu informieren - die Verantwortung für die eigene getroffene Entscheidung samt Konsequenzen muss ohnehin jeder selbst tragen.

Freundlicher Gruß,
Ingrid


 
 
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BeitragVerfasst: 24. Mai 2002, 19:35 

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hi roland,

danke. jetzt weiß ich bescheid. :-)
aber im ernst, interessant.

inka


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 25. Mai 2002, 12:04 

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Ich bin Naturwissenschaftler. Das macht sich auch in meinem Denken bemerkbar. Ich lehne auch nicht etwas ab, nur, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass es so ist. Das wäre unwissenschaftlich. Auch wenn - von naturwissenschaftlicher Seite her - die Homöopathie massiv angezweifelt wird, geht für mich trotzdem das Experiment vor. Das ist wissenschaftlich. Der Selbstversuch, den ich gemacht habe - mit eingehender Anamnese und einer Homöopathin, die sich ihrer selbst sehr sehr sicher schien - hat allerdings nichts erbracht. Und ich habe es nicht nur eine Woche, sondern zwei Monate so versucht. Was zwei Monate schwere Depression bedeuten - in denen man noch dazu auf andere Medikamente verzichtet (sonst wär's ja auch nicht wissenschaftlich einwandfrei) - brauche ich vermutlich nicht zu erklären. Ich bin nicht nur enttäuscht worden von der Homöopathie und dieser Homöopathin, sondern ich bin dadurch sogar zu der Ansicht gelangt, dass dieses - meiner Meinung nach unberechtigte - Selbstvertrauen und die Selbstüberschätzung der Homöopathen eine Gefährdung der Kranken darstellt, die - wie in meinem Fall - nicht nur nicht geheilt werden, sondern sogar von WIRKLICH wirkenden Medikamenten ferngehalten werden ("wenn sie wollen, dass das homöopathische Mittel wirkt, dürfen sie keine anderen Medikamente nehmen"). Nach zwei Monaten habe ich dieses schmerzhafte "Experiment" abgebrochen und mich wieder in die Hände der Schulmedizin zurückbegeben. Mit Erfolg.
Und was die "Schwierigkeit" der Bestimmung des "richtigen" Medikaments angeht: das Problem hat jeder Arzt auch. Aber so wie es die Aufgabe des Arztes ist, eine vernünftige Diagnose zu erstellen (und das erwarte ich von einem Arzt), so muss das auch ein Homöopath können. Und ich glaube nicht, dass das für einen Homöopathen schwieriger ist, als für einen Arzt. Dazu wird er schließlich ausgebildet, ebenso wie der Arzt dazu ausgebildet wird, Diagnosen zu erstellen.


 
 
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BeitragVerfasst: 25. Mai 2002, 16:14 

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ich möchte auch noch etwas zum thema homöopathie sagen. ich wurde während der schlimmsten phase meiner depression mit akupunktur und bachblüten behandelt...ein halbes jahr lang. es hat nichts geholfen. im nachhinein sehe ich dieses halbe jahr als verlorenes an. es war eine schlimme quälerei für mich.


 
 
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BeitragVerfasst: 25. Mai 2002, 21:48 

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Hallo Inka, hallo Roland -

Mir tut es entsetzlich Leid, dass Ihr beide
so ein Pech mit Euren Homöopathen hattet.
Es kommt sicherlich da auch in hohem Maße
auf die Person an.

Der Ausgewogenheit halber muss ich jedoch
- bitte bleibt ruhig, danach sage ich zu
dem Thema endgültig nichts mehr - noch anmerken,
dass es zahllose Menschen gibt, die auf Homöopathie wirklich gut ansprechen und auf seiten der Schulmedizin ebenso auch sehr viele qualvolle Irrtümer.

Gute Nacht - und ich freu' mich mit jedem, der
SEINE Mittel und SEINEN Weg gefunden hat, auch
wenn er anders ist als meiner.

Ingrid


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 26. Mai 2002, 07:54 

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Hallo, Ihr Drei!

...Placebos helfen bei den meisten Krankheiten (sogar Depressionen!) halt sehr gut -

und menschliche Zuwendung, ein Arzt, der zuhört und sich seinem Patienten in aller Ausführlichkeit widmet, auch -

das erklärt für mich die "Erfolge" der Homöopathie -

Marilena


 
 
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BeitragVerfasst: 26. Mai 2002, 08:02 

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Hallo ihr alle,

ich hab ja schon bei "An euch alle" geschrieben,das ich gerade mit Paroxetin angefangen habe.Da ich mir nicht sicher war,ob ich nicht doch JK mit Paroxetin einnehmen kann,hab ich euch gefragt,da es Wochenende ist,und ich meinen Doc nicht erreiche.Herr Dr.Niedermeier war auch so lieb,und hat mir geantwortet,und ich dachte auch,das ich es ohne JK auch schaffen werde,aber ich falle jetzt immer tiefer in das Loch,mir geht es total beschissen,und ich glaube nicht, das es alleine NW von Paroxetin sind.Ich glaub schon, das es was ausmacht,das ich jetzt auch mit JK aufgehört habe,deshalb bin ich jetzt fast so weit,das ich einen großen Blödsinn begehe,und trotzdem mit JK weiter mache.Ich weiß sonst nicht,wie ich das aushalten soll,bis das Paroxetin wirkt vergehen doch 4 Wochen,solange stehe ich das nicht durch.Ist es denn so schlimm,wenn ich JK weiternehme? Ich lese doch immer wieder,das viele von euch zwei verschiedene AD einnehmen,warum ist es dann bei JK so schlimm,das ist doch Pflanzlich,kann das soviel ausmachen?
Herr Dr.Niedermeier können sie mir nicht genauer erklären,warum das keine gute Kombination ist,ich wäre ihnen sehr dankbar,ich bin normalerweise sehr Vorsichtig bei Medikamenten,aber irgendwann ist man so weit,dann ist einen alles egal.Na,vielleicht doch nicht ganz,sonst würde ich hier nicht schreiben.Aber die Antwort wäre mir sehr wichtig,ich habe die letzten zwei Tage schon mit einer geringeren Dosis JK weiter gemacht,und würde sie am liebsten erhöhen.Ein bißchen Angst hab ich aber schon.
Bitte gebt mir Antwort !!!!!!!

Liebe Grüße,Sandra


 
 
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BeitragVerfasst: 26. Mai 2002, 11:04 

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hallo sandra,

ich möchte dir raten, dich an einen ortsansässigen arzt zu wenden wenn es dir so schlecht geht, dass du es nicht mehr aushältst.
herr dr. niedermeier hat dir ja schon gesagt, was er von der kombination hält. das sagt er sicher nicht ohne grund!
es gibt die möglichkeit, mit benzos die ersten tage erträglicher zu machen. vielleicht ist es auch nicht das richtige AD für dich? das kannst du aber nur direkt mit deinem arzt besprechen. wir können dir hier unsere meinungen und vorschläge mitteilen, aber die schlußendliche entscheidung über medikamention solltest du unbedingt mit deinem arzt besprechen. geh gleich morgen früh hin. oder wenn du es gar nicht mehr aushältst, sie mal nach wer notdienst hat und wende dich an den entsprechenden arzt.du kannst ihn ja nochmal genau fragen wie und was die kombi anrichtet, ob er dir etwas zur beruhigung geben kann usw.

das ist mein rat an dich. alles gute.
inka


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 26. Mai 2002, 11:23 

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...und wenn ich schon mal hier bin, kann ich ja noch eine Wissensfrage stellen:

...weiß jemand von Euch, wie Nefadar (Wirkstoff: Nefazodon) wirkt?

Der Beipackzettel sagt, es sei ein Antidepressivum vom Phenylpiperazintyp - aber was ist das?

Meine spärliche Fachliteratur weiß davon nichts und zu einer Internetrecherche hab' ich nicht die Kraft - aber wissen würde ich schon gern, was die Pillen in meinem Gehirn so machen...

- und ob mein armes Gehirn unter den Pillen leidet oder unter der Depression (Gedächtnis und Konzentration sind fast nicht mehr vorhanden - was mich sehr trifft) -

Wäre sehr dankbar für eine Antwort,
mein Neurologe ist da nämlich überfragt -
er hat es verordnet, weil das Seroxat nicht geholfen hat (eher im Gegenteil) und ihm sonst nichts einfiel "ich habe auch noch keine Erfahrungen mit diesem Medikament, lassen wir uns mal überraschen" -

Gruß
Christabelle


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 26. Mai 2002, 11:35 
 
Hallo Christabelle

Erst mal, welcome back!!

Meine Antwort kommt nachher zu Nefadar, muss noch essen mit der Familie, Hausarbeit bla bla. Nachher hab ich Zeit

Alles Gute
Caroline


 
 
 Betreff des Beitrags: Antidepressiva
BeitragVerfasst: 26. Mai 2002, 14:17 

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Hallo sandra (Sun),

Nehme seit ca. zwei Monaten Paroxetin. In der
ersten Woche mit dem Medikament ging es mir so
schlecht, wie nie zuvor. Mittlerweile wirkt es
aber. Halt durch, es SIND die Nebenwirkungen.
Diese werden aber aufhsren oder zumindest
nachlassen.
Gruß,
Seraphina


 
 
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