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 Betreff des Beitrags: Nähe und Distanz
BeitragVerfasst: 24. Sep 2021, 17:28 

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Hallo Leute, :hello:

ich gehe nun in der 40. KW in die Klinik.

Nun bin ich am überlegen, wie ich mit zwei Bekannten umgehen soll.

Es sind zwei selbst betroffene. Wobei die eine an einer Psychose und die andere an einer bipolaren Störung Typ 1 leidet.

Ich gehe mit der Diagnose schwere rezedivierende Depression und GAS in die Klinik.

Ich kenne die beiden schon länger. Wir treffen uns eigentlich regelmäßig 1 x im Monat zum Spielenachmittag. Leider wurde es in letzter Zeit immer mehr zu einer Art Selbsthilfetreff. Die beiden schütteten mich mit ihren Problemen zu und mich ließen sie kaum noch zu Wort kommen.
Das Ende vom Lied ist, dass ich mich jetzt etwas mehr zurückgezogen habe, da mich das mehr und mehr runterzieht. Wir treffen uns jetzt eher sporadisch vielleicht mal alle 2 Monate.

Nun weiß ich nicht, ob ich Ihnen beim nächsten Treffen am nächsten Samstag, sagen soll, dass ich in eine Klinik komme. Die beiden würden mich bestimmt besuchen wollen. Was ja vom Grundsatz her lieb gemeint ist. Nur kann ich es da gar nicht gebrauchen, dass sie mich mit ihren Problemen zuschütten. Ich habe genug mit mir selbst zu tun und möchte die Zeit dort auch wirklich konstruktiv und in Ruhe für mich nutzen und mich nicht noch mit den Problemen anderer beschäftigen.

Soll ich Ihnen vielleicht verschweigen, dass ich in eine Klinik gehe und das nächste Treffen mit der "Ausrede" ich habe halt viele Termin in den Advent verschieben? Der Klinikaufenthalt wird ja so 6 - 8 Wochen dauern.

Ich würde gern Eure Meinung dazu hören.

Liebe Grüße


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nähe und Distanz
BeitragVerfasst: 24. Sep 2021, 17:39 

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Hallo Wandervogel,

kannst du den beiden nicht ehrlich sagen, dass du in die Klinik gehst und in dieser Zeit keinen Besuch und keinen Kontakt möchtest? Du möchtest dich auf dich und deine Krankheit bzw.. Genesung konzentrieren und von der Außenwelt abgeschirmt werden.
Glaubst du, sie können das verstehen?
Ich bin kein Fan von Notlügen. Meistens verheddert man sich irgendwie und schafft dadurch neue Probleme.
Vielleicht solltest du auch generell mal vorsichtig das Thema Redeanteil ansprechen. Vielleicht merken die beiden gar nicht, dass du bei den Treffen zu kurz kommst. Die Treffen sollen dir ja auch gut tun und nicht noch zusätzlich belasten.


Ich wünsche dir alles Gute.

Mag


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nähe und Distanz
BeitragVerfasst: 25. Sep 2021, 21:46 

Registriert: 17. Mai 2015, 21:45
Beiträge: 388
 
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Hallo Wandervogel,

ich stimme Mag25 zu, voll und ganz, hundertprozentig.

Ich wünsche Dir eine gute, schöne Zeit, und hoffe für Dich, dass Du dort das "erledigen" kannst, was Du Dir vorgenommen hast.

Liebe Grüsse
Strohi


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nähe und Distanz
BeitragVerfasst: 26. Sep 2021, 08:42 

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Liebe wandervogel,
Ich wünsche dir auch eine gute Zeit in der Klinik. Nutze sie um zu Kräften zu kommen. Und ich würde den Bekannten sagen, dass ich in eine Klinik gehe und keinen Besuch möchte.
Vielleicht solltest du überlegen, was dir die Freundschaft bringt, wenn sie nur von ihren Problemen sprechen. Das kann auch Energie rauben.
Vielleicht tut die Distanz gut und du kannst herausfinden, was und wie du diese Freundschaft zukünftig gestalten kannst .
Liebe Grüße Mongolin


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nähe und Distanz
BeitragVerfasst: 27. Sep 2021, 04:57 

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Hallo Wandervogel!

Ich bin ja neuerdings, auch im Rahmen meiner Erkrankung, ein großer Freund von Notlügen und Verschweigen geworden (bzw. übe ich noch) - ich lerne erst jetzt im fortgeschrittenen Alter, dass ich nicht alles von mir preisgeben muss und das ist sehr wohltuend.

In deinem Fall würde ich, wie Mag25 schreibt, die Wahrheit sagen - also dass du fährst - mit dem Zusatz (ob es stimmt oder nicht), dass du keinen Besuch empfangen darfst. Du verabschiedest dich gleich erst mal für diese Zeit und sagst, "wir sehen uns dann im November wieder" (oder wann immer die Zeit in der Klinik beendet ist.

Ich persönlich finde es ja oft nicht schlimm, "nur" über Probleme zu reden - wenn die Stimmung ansonsten ganz nett ist. Probleme von anderen rücken die eigene Sicht oftmals gerade, in die eine wie in die andere Richtung. Wenn es einen aber belastet und/oder man genervt ist von solchen Treffen, dann sollte man Abstand nehmen.

Alles Gute für dich!

_________________
Liebe Grüße von ..... Greta


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nähe und Distanz
BeitragVerfasst: 27. Sep 2021, 10:46 

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:hello: Hallo Leute,

vielen Dank für Eure lieben Rückmeldungen.

Ja, Greta hat da irgendwie den Nagel auf den Kopf getroffen.
Die Treffen mit den Bekannten rauben mir echt die Energie (z.Zt. jedenfalls). Ich habe so viel mit mir selbst zu tun, habe einiges zu entscheiden, zu organisieren und zu beackern. Ich habe kein Ohr für Probleme anderer, zumal die sich ständig im Kreis drehen und das was ich sage nicht mal ansatzweise annehmen oder zumindest drüber nachdenken. Es ist als würde ich ihnen einen Ball zuwerfen und sie fangen ihn noch nicht mal oder prellen ihn gleich zurück. Und das bei jedem Treffen zu ein und den selben Themen aufs Neue. Das raubt einfach meine Energie und Zeit.

Ich möchte einfach nur einen netten entspannten Nachmittag mit Kartenspielen und plaudern verbringen und nicht ständig die immer gleichen Probleme wälzen.
Ich habe mir meine Räume geschaffen, in denen ich meine Probleme anbringen kann. Ich gehe alle 14 Tage in meine SHG, poste hier und rede meinen Mann an die Wand ;) :lol:, oder versuche das in der Therapie erlernte anzuwenden und mich durch Selbsthilfebücher selbst zu helfen.

Ich möchte einfach Oasen haben, wo das mal nicht Thema ist. Ich möchte mir über gesellschaftliche, kulturelle oder auch politische Themen unterhalten. Doch ich habe das Gefühl, dass die damit komplett überfordert sind und irgendwie auch desinteressiert sind.
Ich brauche Menschen mit einem gewissen Intellekt - ich meine nicht Intelligenz das ist was völlig anderes.

Mein Leben besteht nicht nur aus Krankheit. Und ich will auch nicht, dass sie mein Leben bestimmt.

Womit ich bei meiner aktuellen Entscheidung bin. Ich gehe nicht in die Klinik.
Ich will mich nicht bei jeder Krise unter dem nächsten Stein verkriechen und quasi bei Mama auf den Schoß.

Ich möchte mein Leben meistern, für meine Probleme selbst ein Lösung finden. Ich kann nicht ständig zu Therapeuten, Beratern und Ärzten laufen.

Ich versuche es noch mal selbst. Die Einweisung habe ich ja. Ich kann ja immer noch einen Termin in der Klinik abmachen.

Sorry, wurde länger als gedacht. :oops:
Ich hoffe Ihr lest es trotzdem.

Ganz liebe Grüße


 
 
 Betreff des Beitrags: Re: Nähe und Distanz
BeitragVerfasst: 28. Sep 2021, 04:44 

Registriert: 21. Sep 2020, 19:13
Beiträge: 219
 
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Hallo Wandervogel!

Ich verstehe, was du meinst - also dass man sich auch mal über "was anderes" unterhalten will und oft schwer Leute findet, die das Interesse teilen. Geht mir oft so. Aber ich glaube, das liegt auch daran, dass viele Menschen einfach so viele unterschiedliche Interessen haben (oder halt insgesamt wenige) und es wirklich ein Glück ist, wenn man jemanden trifft, wo das passt. Ich hatte mal eine Kollegin, die hat sich ungefähr für das gleiche interessiert wie ich - z.B. geschichtliche Themen - wir konnten uns sehr gut austauschen, uns Tipps geben zu einer TV-Sendung o.ä. Sie wusste was, was ich nicht wusste und umgekehrt. Das war toll, das habe ich immer als Geschenk empfunden!

Und man hat ja schon Glück, wenn der eigenen Partner halbwegs die gleichen Interessen hat - das ist auch nicht selbstverständlich. Wenn man den vorbrasseln kann mit irgendwas und er nicht entnervt die Augen verdreht.

Ich denke immer, dafür bräuchte man einen großen Freundeskreis - die einen zum feiern ... die anderen zum lustig sein und lachen ... die nächsten, um sich zu unterstützen in was auch immer ... welche zum reden, wenn man traurig ist und Probleme hat ... welche mit denen man die Hobbys teilt ... welche zum Diskutieren ... welche, von denen man was lernen kann .... usw.
Und immer mit der Erkenntnis, "nobody is perfect" ... sprich, man darf von allen nicht alles erwarten und sollte jeden so nehmen, wie er ist mit seinen Talenten, Vorlieben, Stärken, Schwächen.

Ja, das wäre schön. Wunschdenken.

_________________
Liebe Grüße von ..... Greta


 
 
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