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 Betreff des Beitrags: Psychotherapie / Zweifel und Ängste
BeitragVerfasst: 6. Feb 2020, 15:33 

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An alle Therapieerfahrenen hier,

ich bin sehr verwirrt gerade.
Ich hatte zwei Erstgespräche bei einem Therapeuten (Tiefenpsychologie), die mich ziemlich ratlos
zurückgelassen haben.
Beide Male war ich nicht vorbereitet auf das, was sich dann in den Gesprächen ergeben hat und
damit kann ich nicht gut umgehen.
Jetzt sind wir so verblieben, dass ich mir nochmal überlegen soll, ob ich VT oder Tiefenpsychologie für mich passender finde, aber ich bin der Meinung, dass ich das schon in der Stunde entschieden hatte und das auch geäußert habe, habe dann aber, als ich direkt am Ende der Stunde erneut gefragt wurde, zugestimmt, dass ich mir das nochmal überlege (was ich gar nicht wollte) und jetzt kann ich mich gedanklich nicht davon lösen.
Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine.
Wieso sage ich etwas und das kommt anscheinend nicht so an bei meinem Gegenüber und wieso
kann ich das dann nicht klarstellen, wenn ich direkt gefragt werde??
Meine Zweifel und Ängste sind jetzt gerade, dass ich es evtl. geschafft habe, die Therapie direkt schon in den ersten beiden Stunden zu torpedieren.
Kennt ihr solche Situationen?

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 6. Feb 2020, 17:34 

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Liebe*r Meridian,

diese Situation kenne ich gut. Und das hat in meinen Augen überhaupt nichts mit dem Torpedieren einer Therapie zu tun.

Bei mir ist es so, dass es mir immer noch schwer fällt, über meine dunklen und selbstabwertenden Gedanken zu sprechen und ich mein Gegenüber auch nicht damit belasten möchte. Ich habe gut 2,5 Jahre Psychoanalyse und dann noch drei Monate kognitive Verhaltenstherapie in der Klinik gemacht und erst während des Klinikaufenthalts haben sich mir manche Dinge aus der Psychoanalyse erschlossen.

Von mir weiß ich, dass ich, wenn es mir schlecht geht, meine Bedürfnisse und Wünsche so schwammig formuliere, dass man sie wirklich nur schwer herauslesen kann. Meine jetzige Ärztin kennt mich zum Glück sehr gut.

Was mir tatsächlich bei Gesprächen hilft, ist, dass ich mir meine wesentlichen Punkte vorher aufschreibe und zur Not auch ablese. So geht es für alle leichter.

Übrigens bin ich ansonsten schlagfertig und nicht auf den Mund gefallen, nur wenn es um mich selber geht, lässt mich das Redetalent im Stich.

Liebe Grüße,
Löwengazelle


 
 
BeitragVerfasst: 6. Feb 2020, 18:18 

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Hallo Meridian,

hat dir denn dein Therapeut den Unterschied zwischen tiefenpsychologisch fundierter Therapie und Verhaltenstherapie erläutert?

Habe ich das richtig verstanden, dass du dich bereits für die tiefenpsych. Therpie entschieden hattest und der Therapeut noch mal ein Überdenken deinerseits möchte?

Möglicherweise hat der Therapeut deine erste Entscheidung als solche noch nicht konkret genug wahrgenommen, oder er ist selbst noch am Überlegen, welche Therapieform für dich geeignet ist.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass du die Therapie in den Erstgesprächen "torpediert" hast, ich denke, dass es bei der Frage deines Therapeuten eher um ein gemeinsames Überlegen ging, welche Therapieform für dich die passendere wäre.

Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Manchmal ist auch die Diagnose maßgebend (wenn jemand bspw. unter einer Spinnen-Phobie leidet, kann eine Verhaltenstherpie sinnvoll sein, weil man sich da Stück für Stück den Ängsten stellen lernt - das nur mal als plakatives Beispiel - ich kenne mich im verhaltenstherapeutischen Kontext nicht so gut aus, weil ich bisher nur tiefenpsychologisch behandelt wurde).

Ist dir der Therapeut denn sonst sympathisch? Könntest du dir vorstellen, mit ihm mehrere Termine zu haben? Kannst du mit ihm reden? Meinst du, du kannst zu ihm Vertrauen aufbauen?

Ich denke, es kommt erst einmal viel darauf an, ob die "Chemie" stimmt zwischen euch. Dann kommt noch hinzu, was du dir von einer Therapie erhoffst / wünschst und dann kann man nach dem Verfahren schauen, das stimmig für dich wäre.

Du schreibst noch:
Zitat:
"Beide Male war ich nicht vorbereitet auf das, was sich dann in den Gesprächen ergeben hat und
damit kann ich nicht gut umgehen."
Manchmal kann man sich auf ein Gespräch gar nicht sooo gut vorbereiten, weil ein Gespräch ja auch vom Austausch mit dem Gegenüber lebt und gerade bei therapeutischen Erstgesprächen weiß man ja noch nicht genau, wie therapeutische Gespräche so ablaufen. Da würde ich mir erst mal nicht so viele Gedanken machen, es sei denn, es belastet dich etwas sehr (weil du schreibst, dass du damit nicht gut umgehen kannst).

Im Übrigen: ich hatte vor einiger Zeit bereits eine Therapie gemacht und saß kürzlich auch in zwei Erstterminen bei einer neuen Therapeutin wegen einer neuen Therapie - meinst du, ich wusste, was auf mich zukommt? Das Gespräch ist ganz anders verlaufen, als ich dachte (und ich kam mir auch überhaupt nicht vorbereitet vor)... insofern brauchst du dir vielleicht gar keinen so großen Kopf machen über den Verlauf deiner Gespräche: man kann vieles nicht planen.

Du könntest ja, wenn du dich für den Therapeuten entscheidest (also ihm die Entscheidung nochmal mitteilst), darauf hinweisen, dass du bereits im 1. Gespräch der Meinung warst, es schon klar genug zum Ausdruck gebracht zu haben, dass du die Therapie bei ihm (tiefenpsychologisch) machen möchtest und dass es dich verunsichert / verwirrt hat, warum du dich quasi nochmals entscheiden sollst.

Dann kann dir der Therapeut eine Rückmeldung geben, ob er deine Entscheidung nur nicht wahrgenommen hat oder ob sie ggf. von dir nicht so deutlich "rüberkam".

Wann will der Therapeut denn eine Rückmeldung von dir haben?

Alles Gute dir.
VG Mime

_________________
Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen.
(Dietrich Bonhoeffer)


 
 
BeitragVerfasst: 7. Feb 2020, 00:44 

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@Löwengazelle
Du hast sicher recht, offensichtlich habe ich mich ziemlich schwammig ausgedrückt, denn sonst
hätte er ja sicher nicht nochmal gefragt, ob ich es mir überlegen möchte.
Aber dass ich dann das Gegenteil von dem sage, was ich eigentlich will, das finde ich schon
erstaunlich. Na ja, viel Arbeit für die Therapie :).
@mime
Er hat die Unterschiede zwischen VT und Tiefenpsychologie sehr gut erklärt, und ich denke, er wollte mir einfach nochmal die Möglichkeit geben, mich in Ruhe zu entscheiden, also meine erste
Entscheidung war sicher für ihn nicht so konkret wahrnehmbar.
Ja, ich kann mir vorstellen, eine Therapie bei ihm zu machen und inzwischen haben wir auch den nächsten Termin vereinbart.
Das mit dem Vorbereiten auf so ein Gespräch, das kann ich nie so ganz sein lassen, das ging sogar so weit, dass einmal ein Therapeut sagte, ich sei ja nicht da, um eine Präsentation zu halten....
Ich hoffe, ich lerne noch das richtige Maß zwischen mir zwar wichtige Punkte aufzuschreiben und mich aber ansonsten auf den Austausch einzulassen, also auch offen für Neues zu sein.
Inzwischen habe ich den nächsten Termin mit dem Therapeuten vereinbart und es fühlt sich richtig an.
An den Zweifeln und Ängsten, die ganz schnell da sind, muss ich arbeiten, aber die Therapie beginnt ja auch erst :)

Danke für eure Rückmeldung und Erfahrungen, das hat es für mich klarer gemacht und "zurechtgerückt"
Alles Gute auch für euch!
Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 8. Feb 2020, 11:37 

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Hallo Meridian,

danke für deine Antwort. Ich finde es gut, dass du die Unterschiede erklärt bekommen hast, dass ihr zwischenzeitlich einen neuen Termin vereinbart hattet und (das ist das Wichtigste) dass es sich für dich richtig anfühlt.

Ich bin mir sicher, dass ihr beide noch den für euch stimmigen Weg ins Gespräch findet. Eine festgelegt Präsentation muss es nicht gleich sein ;), doch manchmal braucht man auch ein Thema, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Das kann man selbst schon in die Stunde mitbringen, oder es kann sich im Laufe des Gesprächs dann "von selbst" ergeben. Aber: du hast vollkommen recht, es ist ja erst der Anfang der Therapie und vieles ergibt sich nach mehreren Terminen dann auch einfach so.

Mir fällt es z. B. unheimlich schwer, den Anfang eines Therapiegesprächs zu machen (und sitze manchmal erst mal schweigend da); mein Behandler weiß das inzwischen und stellt mir dann meist eine Frage, die ich beanworten kann, und so kommen wir dann ins Gespräch. Er baut mir sozusagen hin und wieder so eine Brücke für das Gespräch.

Was ich damit sagen möchte: Ich kann mir gut vorstellen, dass du und dein Therapeut noch herausfinden werdet, wie ihr ins Gespräch kommt (denn jeder Patient ist auch unterschiedlich in seiner Art der Kommunikation, da sollte sich der Therapeut auch darauf einlassen können).

Ja, Zweifel und Ängste sind immer schnell bei der Hand, doch ich denke, dass sie in Bezug auf eine neue Therapie erst einmal nicht ungewöhnlich sind: Man weiß ja erst mal nicht, was einen erwartet. Das kann sich alles noch geben im weiteren Therapieverlauf. Und die Thematik Ängste und Zweifel im allgemeinen sind genau die "richtigen" Themen für die Therapie (es gibt allerdings bei den Themen kein "richtig" oder "falsch", alles sollte seinen Platz haben dürfen in einer Therapie).

Wenn du magst, kann du hier ja mal vom weiteren Verlauf der Therapiestunden lesen lassen; es würde mich und andere sicher auch interessieren, wie es weitergeht mit dir (aber nur, wenn du es möchtest)

Viele Grüße und gutes Gelingen für den nächsten Termin.
Mime

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BeitragVerfasst: 8. Feb 2020, 19:56 

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Hallo Mime,

ist die Therapie, die du machst, auch eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie?
Es ist ja erst mal gewöhnungsbedürftig, wenn dir ein Therapeut gegenüber sitzt, der nichts sagt und der auf Fragen mit Gegenfragen reagiert, aber so werden bestimmte Verhaltensweisen hinterfragt und ich merke dann selbst, dass das, was ich sage, mehr als eine Deutung zulässt und genau darum geht es ja wohl auch, sich mal darauf einlassen, die Dinge anders zu betrachten und die eingefahrenen Wege zu verlassen.
Vieles passiert ja unbewusst und man reagiert so, wie man schon immer reagiert hat, ohne das jemals zu hinterfragen.
Ich bin jedenfalls froh, einen Therapeuten gefunden zu haben, und wie gesagt, es fühlt sich richtig an, alles weitere wird sich ergeben.
Ich berichte gerne, wie es weitergeht.
Vielen Dank für deine guten Wünsche und du bringst es gut auf den Punkt, was in einer Therapie wichtig ist.
Genau darum geht es ja auch im Forum, welche Erfahrungen haben andere gemacht, wie sehen andere das. Mir hilft das sehr.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 9. Feb 2020, 07:43 

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Moin @Tiefenpsychologie ;)

Meridian hat geschrieben:
gewöhnungsbedürftig, wenn dir ein Therapeut gegenüber sitzt, der nichts sagt und der auf Fragen mit Gegenfragen reagiert,


Nach meinem ersten stat. Klinikaufenthalt hatte ich einige Stunden tiefenpsychologisch Therapie..
An das Prozedere wie o.b. hab ich mich nicht gewöhnt; konnte damit nichts anfangen..
Einvernehmlich und von mir begründet abgebrochen nach ~6 Therapie-Stunden..

Ich würde sagen das die Rückfrage ob VT passt ein Teil der VT-Therapie ist. Je öffter mann "Ja" sagt desto sicherer ist auch der Therapeut.

Good luck..

Grüße

Soul


 
 
BeitragVerfasst: 9. Feb 2020, 12:11 

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@ Soul
Ich hatte ja auch schon VT und kurzfristig hat mir das auch geholfen, also im Sinne von wieder etwas stabilisiert.
Gerade was die Panikattacken angeht, sind konkrete Handlungsanweisungen bzw. Hilfestellungen für den Moment ganz hilfreich, aber langfristig hat es mich eher nicht weitergebracht.
Ich möchte eben jetzt genauer hinschauen, was sind die Gründe für die Ängste und die Depression, warum hat das alles zu einem bestimmten Zeitpunkt begonnen.
Ich denke, es gibt gute Gründe für beide Therapierichtungen und das ist sehr individuell, für welche man sich entscheidet.
Am wichtigsten ist aber vielleicht, wie Mime ja auch schon schrieb, das es sich richtig anfühlt, kann ich mir das vorstellen mit diesem Therapeuten, kann ich mich ihm gegenüber öffnen usw.
Wenn es nur Missverständnisse gibt, die man auch nicht klären kann, dann ist es sicher besser, die Therapie zu beenden, wie du es ja auch gemacht hast.

VG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 9. Feb 2020, 13:27 

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Meridian hat geschrieben:
ist die Therapie, die du machst, auch eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie?
Es ist ja erst mal gewöhnungsbedürftig, wenn dir ein Therapeut gegenüber sitzt, der nichts sagt und der auf Fragen mit Gegenfragen reagiert, aber so werden bestimmte Verhaltensweisen hinterfragt und ich merke dann selbst, dass das, was ich sage, mehr als eine Deutung zulässt und genau darum geht es ja wohl auch, sich mal darauf einlassen, die Dinge anders zu betrachten und die eingefahrenen Wege zu verlassen.
Hallo Meridian,

ja, meine Therapie läuft auch tiefenpsychologisch ab (die Behandlung, von der ich schrieb, betraf allerdings Gespräche mit meinen Facharzt).

Das mit den Gegenfragen ist gängige Praxis und kann manchmal hilfreich, manchmal auch nervig sein - zumindest auf Dauer ;) - aber wenn es einem hilft, sich und seine Verhaltensweisen besser zu durchschauen, ist es umso besser.

Wenn du bereits VT-erfahren bist und festgestellt hast, dass dir diese Therapieform auf Dauer nicht geholfen hat, ist das ein gutes Argument, sich auf eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie einzulassen, zumal du dich mit deinem Therapeuten gut verstehst (das ist ganz wichtig).

Dann bis demnächst mal wieder.
LG Mime

_________________
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BeitragVerfasst: 12. Feb 2020, 12:27 

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Hallo,

heute war die 3. Therapiestunde und ich war, wie bei den vorigen Terminen, vorher sehr angespannt und danach erschöpft, also auch körperlich so erschöpft, als hätte ich gerade eine Bergtour mit schwerem Gepäck hinter mir.....
Das habe ich bei den bisherigen Therapien nicht so wahrgenommen, obwohl da manche Stunden auch
anstrengend waren.
Kennt ihr das mit dem erschöpft sein nach der Therapie?
Den Rest des Tages werde ich jetzt brauchen, um mich zu "erholen", also versuchen zu entspannen, die
schwierigen Themen loszulassen und mir Ruhe zu gönnen.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 12. Feb 2020, 12:47 

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Meridian hat geschrieben:
Hallo,

heute war die 3. Therapiestunde und ich war, wie bei den vorigen Terminen, vorher sehr angespannt und danach erschöpft, also auch körperlich so erschöpft, als hätte ich gerade eine Bergtour mit schwerem Gepäck hinter mir.....
Das habe ich bei den bisherigen Therapien nicht so wahrgenommen, obwohl da manche Stunden auch
anstrengend waren.
Kennt ihr das mit dem erschöpft sein nach der Therapie?
Den Rest des Tages werde ich jetzt brauchen, um mich zu "erholen", also versuchen zu entspannen, die
schwierigen Themen loszulassen und mir Ruhe zu gönnen.

LG, Meridian


Hallo Meridian,
die Erschöpfung nach einer Therapiesitzung ist auch mir bekannt. Bei mir sind es häufig stressbeladenen Themen, beim Gespräch über diese Themen spanne ich meinen ganzen Körper wohl so an, dass ich am Ende richtig Muskelschmerzen habe :?

Wäre es eine Option die Erschöpfung bei der Therapie anzusprechen, vielleicht lassen sich ja kurze Atemübungen zur Entspannung einbauen?

Liebe Grüße

_________________
Don't feed the troll :-)


 
 
BeitragVerfasst: 12. Feb 2020, 13:00 

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Hallo Meridian,

bei mir ist es die Verhaltenstherapie und ich komme bestens damit klar. Ich habe nach den einzelnen Sitzungen immer ein Hochgefühl.

Vielleicht solltest du deine Entscheidung überdenken?


Liebe Grüße
Lieblingsuli

_________________
"Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern"

Lothar de Maizière


 
 
BeitragVerfasst: 12. Feb 2020, 13:06 

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Hallo zusammen,

ich kenne diese Erschöpfung nach den Terminen auch. Teilweise bin ich auch angespannt während der Sitzungen, fühle mich aber gut. Nach den Gespräche bin ich dann müde und erschöpft.

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 12. Feb 2020, 14:07 

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Hallo Meridian,

das Erschöpftsein nach einem Therapiegespräch kenne ich auch, insbesondere wenn es die ersten Gespräche waren mit einem neuen Behandler - das erfordert ja auch immer ein großes Maß an Konzentration. Ich kann mir vorstellen, dass sich dieses Erschöpfungsgefühl mit der Zeit auch wieder gibt (so war es zumindest bei mir in meiner letzten Therapie vor ein paar Jahren). Manchmal liegt es auch am gerade bearbeiteten Thema (wenn es ein belastendes ist oder eines, worüber man nur schwer reden kann).

Positiv bewertet könnte in solchen Momenten sein: es arbeitet etwas in dir nach der Therapie, und das kann auch etwas Gutes haben. Wie andere schon schrieben: du kannst das Erschöpftseinsgefühl durchaus auch mal in der Therapie erwähnen.

Ich finde es gut, dass du dir jetzt Ruhepausen einplanst (das habe ich nach Therapiestunden auch immer gemacht, also, mir an dem Tag nichts weiter vorgenommen, bis es besser wurde mit dem Erschöpftfühlen).

Alles Gute dir weiterhin.
LG Mime

_________________
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(Dietrich Bonhoeffer)


 
 
BeitragVerfasst: 12. Feb 2020, 17:41 

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@Lieblingsuli
Schön für dich, wenn du mit einem Hochgefühl aus der Therapiestunde kommst, aber das ist nicht mein Ziel.
Und warum sollte ich meine Wahl überdenken?
Es geht um belastende Themen in meiner Therapie, die ich aber angehen und bearbeiten will und meine Frage
war, ob jemand hier die Erschöpfung nach einer solchen Stunde kennt und offensichtlich ist dem ja so.
@Sonnenschein, Succubus und mime
Ich werde das Gefühl der Erschöpfung in der nächsten Stunde ansprechen.
Es hat definitiv damit zu tun, dass der Therapeut sehr schnell erkannt hat, was mich belastet, aber ich werte das tatsächlich positiv, es kommt etwas in Bewegung und das wirkt dann natürlich über die Stunde hinaus noch nach.
LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 12. Feb 2020, 18:15 

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Hallo Meridian,

ja, sprich Deinen Therapeuten ruhig drauf an. Das habe ich bei meiner vorherigen und jetzt auch Neuen getan.

Sie haben mir gesagt, dass es normal ist. 1. ist man durch die Depression eh nicht so belastbar und 2. geht es ja auch um belastende Themen, die man einer Fremden Person erzählt.

Es wurde bei mir bei den weiteren Stunden auch mal wieder besser. Jetzt bei der Neuen ist es erstmal wieder sehr anstrengend. Hatte allerdings auch erst 4 Stunden bei ihr.

Gönn Dir nach den Gesprächen was schönes oder ruh Dich einfach aus. Einfach das tun, was sich für Dich danach richtig anfühlt.

LG
Sonnenschein


 
 
BeitragVerfasst: 12. Feb 2020, 19:02 

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Meridian hat geschrieben:
@Sonnenschein, Succubus und mime
Ich werde das Gefühl der Erschöpfung in der nächsten Stunde ansprechen.
Es hat definitiv damit zu tun, dass der Therapeut sehr schnell erkannt hat, was mich belastet, aber ich werte das tatsächlich positiv, es kommt etwas in Bewegung und das wirkt dann natürlich über die Stunde hinaus noch nach.
LG, Meridian

Hallo Meridian,
gerade am Anfang meiner jetzigen Therapie war ich auch einfach nur erschöpft nach den Stunden. Meine Therapeutin hat mir erklärt dass es normal sei wenn die wichtigen Themen auf den Tisch kommen und bearbeitet werden. Wichtig ist, sich genug Zeit zum Sackenlassen zu geben. Wenn es zu viel wird, kann man auch mal drüber nachdenken das Thema etwas nach hinten zu stellen.
Ich wünsche Dir ein gutes Gespräch in der nächsten Therapie und hoffe Du findest einen Weg mit der Erschöpfung umzugehen.
Liebe Grüße

_________________
Don't feed the troll :-)


 
 
BeitragVerfasst: 12. Feb 2020, 19:41 

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Danke dir, Kolibri.
Das trifft es ziemlich gut mit dem begrenzt aufnahmefähig sein in der Depression.
Ich bin auch froh, dass die Therapieeinheit nicht länger als 50 Min. ist, ich würde sonst noch eine Weile
weiterreden und zu spät merken, dass es eigentlich schon zu viel ist.
Von mir aus "Stop" sagen und auf meine Grenzen besser zu achten, dass muss ich wohl noch üben.
LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 20. Feb 2020, 14:15 

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Ich schreib einfach mal, wie es weitergeht mit meiner Therapie, vielleicht kann ja jemand was damit anfangen, jedenfalls macht es vieles für mich klarer, wenn ich es aufschreibe und es fällt mir dann auch leichter mich wieder davon zu lösen.
Ich war heute Morgen sehr angespannt vor dem Termin und der Therapeut hat auch direkt danach gefragt, mit welchem Gefühl ich in die Stunde gekommen bin.
Es geht ja im Moment um den Fragebogen, den ich ausgefüllt habe, d.h. er stellt jetzt auch einige Fragen und die Stunde ist wie ein Eintauchen in die Vergangenheit, ich bin auch gefühlsmäßig mittendrin. Bilder kommen hoch, ich erinnere mich wieder.
Manchmal höre ich nicht einmal gleich die Frage und er muss sie wiederholen.
Aber er hat dieses Mal rechtzeitig auf das Ende der Stunde hingewiesen und auch nochmal was dazu gesagt, es war also nicht so abrupt wie in der letzten Stunde und ich fühle mich zwar erschöpft, aber nicht so wie letzte Woche.
Es scheint sich so langsam einzuspielen, ich weiß jetzt eher, was mich erwartet.
Überrascht bin ich immer noch von mir selbst, dass ich nicht mehr versuche, meine Gefühle zu kontrollieren, mich auch nicht mehr frage, was kann ich erzählen und was vielleicht lieber nicht.
Von daher ist die Therapie bisher wie keine andere zuvor und ich bin gespannt, wie es weitergeht, wenn sich auch immer mal wieder leise Zweifel und Befürchtungen melden, die
mir sagen: Das schaffst du nicht, das wird dir zu viel werden...…

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 22. Feb 2020, 16:41 

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Hallo Meridian,

das klingt für mich schon mal vorsichtig optimistisch, vor allem was das "Sich-Einspielen" betrifft. Es ist gut, wenn danach gefragt wird, wie dein Gefühl war, als du gekommen bist und dass du rechtzeitig auf das Ende der Therapiestunde vorbereitet wurdest.

Solche Fragebogenausfüllerei kann ganz schön anstrengend sein... Dass dein Therapeut ab und an mehrmals nachfragt, finde ich OK, manchmal ist bei uns die Konzentration eingeschränkt oder man hängt gedanklich noch anderswo.

Dass du dich nicht (mehr) fragst, was du erzählen kannst und was nicht würde ich auch als Fortschritt werten. Dass da hin und wieder Zweifel kommen, ob du das Ganze schaffst oder nicht, ist, denke ich, normal. Ich glaube aber, dass du - wenn du dein eigenes Tempo bestimmen kannst und das Verhältnis zwischen dir und dem Therapeuten weiterhin stimmt - da so vorankommst wie es gut für dich ist. Manchmal sind es große und manchmal auch nur kleine Schritte (manchmal stagniert es auch mal). Du bist ja nicht ganz allein auf dem Weg, im günstigsten Fall begleitet dich dein Therapeut ja ein gutes Stück weit mit.

Es liest sich für mich positiv, dass du gespannt bist, wie es weitergeht; das sind gute Voraussetzungen für ein Weitermachen, finde ich.

Alles Gute und ein schönes restliches Wochenende wünsche ich dir
Mime

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BeitragVerfasst: 22. Feb 2020, 19:04 

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Danke dir, Mime, für dein Interesse und deine Einschätzung, du fasst das immer ziemlich gut zusammen und bewertest es positiv, das bestärkt mich darin, dass ich auf einem guten Weg bin mit der Therapie.
Ich hoffe, es geht dir gut und ich wünsche dir auch noch ein schönes Wochenende!
Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 23. Feb 2020, 14:44 

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Hallo Meridian,

vielen Dank für deine nette Rückmeldung :).
So ein Einstieg in eine Therapie ist meist nicht ganz einfach, umso besser aber, wenn sich herauskristallisiert, dass es gemeinsam passt, die Chemie stimmt. Alles Weitere wird dann der Verlauf zeigen.

Ich denke, dass es wichtig ist, dass man sich ein Stück weit aufgehoben fühlt, indem auch therapeutenseits Interesse an einem gezeigt wird durch hin und wieder nachfragen, spiegeln, im Gespräch bleiben usw.

Manchmal klappt das gleich gut, manchmal dauert es eine zeitlang, bis man aufeinander eingespielt ist. Doch ich glaube, dass man da im Laufe der Zeit als Patient auch ein Gespür bekommt, was passend / guttuend ist und was nicht; ob man das, was einem nicht passt, kommunizieren kann oder nicht.

Meine bisherigen Erfahrungen belaufen sich bzgl. Psychotherapie von: nett/gutes Miteinander - aber nicht weiterbringend (schon Jahre her); nett-distanziert/passendes Miteinander - weiterbringend (schon Jahre her); bis hin zu leider gar nicht passend/sehr schwierig (vor kurzem). Es kann im Rahmen einer Therapie von allem etwas dabei sein.

Da tut es u. a. auch gut zu lesen, dass es bei anderen ganz gut anläuft und es ist interessant zu lesen, wie die Therapie gestaltet wird / gestaltet werden kann.

In welchen Zeitrhythmus finden deine Therapietermine statt (wöchentlich/14-tätig)? Ich wünsche dir da weiterhin gutes Gelingen.

Heute stürmt es ja wieder gewaltig... das wird dann wohl eher ein ruhiger Sonntag.

LG Mime

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BeitragVerfasst: 25. Feb 2020, 12:41 

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Hallo Mime,

die Therapietermine sind 1 x wöchentlich.
Hattest du mal eine Therapie mit mehr Stunden pro Woche?
Manchmal bin ich etwas ungeduldig und denke, dass 2 Termine pro Woche schon ganz gut wären, aber vielleicht ist langfristig ein Termin hilfreicher, weil sich ja zwischen den Therapieeinheiten auch noch viel bewegt.

LG, Meridian


 
 
BeitragVerfasst: 25. Feb 2020, 15:35 

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Hallo Meridian
Meine Thera sagt immer, das die eigentliche Therapie zwischen den Sitzungen statt findet, wenn du versuchst, die Ratschläge des Therapeuten um zu setzen.

Peter

_________________
Ich wollte nie erwachsen sein, hab immer mich zur Wehr gesetzt. Von außen wurd ich hart wie Stein, und doch hat man mich oft verletzt (Nessaja P. Maffay=


 
 
BeitragVerfasst: 25. Feb 2020, 17:11 

Registriert: 6. Sep 2013, 12:28
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Hallo Meridian,

meine Termine damals waren auch wöchentlich, später dann 14-tägig. Ich kann nachvollziehen, dass man manchmal etwas schneller vorankommen möchte oder ggf. auch mehr Gesprächsbedarf hat. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir einige (dir wichtige) Punkte aufschreibst? Das ist kein Muss, war nur so ein Gedanke. Dann vergisst man sie nicht beim nächsten Mal zu erwähnen und/oder setzt sich mit dem Thema schon mal im Vorfeld auseinander.

Ich habe das bei meiner damaligen Therapeutin gemacht (das mit dem Aufschreiben), das hatte den Vorteil, dass ich mich mit dem Therapiethema etwas intensiver auseinandersetzen konnte und die Zeit bis zum nächsten Termin gefühlt etwas schneller herumging.

In was es natürlich nicht ausarten solte, ist Druck /Stress, etwas aufschreiben zu müssen. Aber wenn es Punkte gibt, die einem so gar nicht aus dem Kopf gehen wollen, hilft es manchmal, sie aufzuschreiben.

Wie gesagt, das muss nicht für dich passend sein, schau einfach, ob es evtl. eine Möglichkeit wäre.

Das, was Peter geschrieben hat, habe ich übrigens auch von meiner Therapeutin gehört ;), also, dass Therapie nicht nur in den Therapie-Sitzungsstunden stattfindet, sondern auch danach (Aus-) Wirkungen hat (zu Hause, auf der Arbeit, also außerhalb der einen Therapiestunde in der Woche).

LG Mime

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(Dietrich Bonhoeffer)


 
 
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